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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2021

Achtet auf den Doppelmond!

Shelter
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„Wenn du mich findest, gebe ich auf. Wenn du mich nicht findest, finden sie dich.“ (S. 165)

„Shelter“ erinnerte mich anfangs sehr an das Buch bzw. den Film „Die Welle“. Bei beiden geht es um eine Idee, ...

„Wenn du mich findest, gebe ich auf. Wenn du mich nicht findest, finden sie dich.“ (S. 165)

„Shelter“ erinnerte mich anfangs sehr an das Buch bzw. den Film „Die Welle“. Bei beiden geht es um eine Idee, einen Versuch, der sich dann verselbstständigt und einer oder beide geht/gehen ordentlich nach hinten los. Vielleicht habe ich deshalb nicht so gut in die Geschichte reingefunden? Der Start war zumindest durchwachsen, hat sich dann aber nach dem ersten Drittel gebessert und am Ende mit der Lösung überrascht.
Dabei passt das Thema des Buches und der Schreibstil der Autorin hervorragend zum Jugendgenre. Ich habe schon einige Bücher von Ursula Poznanski gelesen und greife jedes Mal wieder gerne zu. Ihre Bücher sind meist einzigartig und glaubhaft geschrieben. Also zumindest die Darstellung der Clique und Freundschaften, des Studentenlebens, etc. geht– die Aliens jetzt weniger ….Ihr Schreibstil lässt sich gut lesen, ist leicht und locker.
Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Benny mochte ich sehr, auch wenn ich persönlich nichts für seine Theaterleidenschaft empfinde. Dagegen fand ich Liv speziell, dadurch aber auch spannend, weil sie eben nicht so 0815 war. Sie hat aber auch einen ordentlichen Klatscher an der Birne (sonst hätte sie das Experiment abgebrochen). Stellenweise konnte ich das Buch nicht abends lesen. Es war mir zu „gruselig“. Ich bin da aber auch zartbesaitet.
Das Cover ist auffällig und sehr schön gestaltet, wie eigentlich alle Poznanski-Bücher. Das rote OC ist etwas erhaben bzw. leicht in den Karton „eingeritzt“.
Fazit:
Von mir 4 Sterne. Meiner Meinung nach gibt es bessere Bücher von ihr. Jedoch: „Shelter“ ist spannend und die Handlung gut durchdacht. Insbesondere das Ende überrascht. Einen Stern Abzug gibt es von mir für die – zumindest am Anfang – sehr nahe an „Die Welle“ angelehnte Geschichte. Mich persönlich hat das etwas abgelenkt und irritiert. Die Handlung hat aber den Bogen zur eigenen Geschichte gefunden und deshalb kann ich das Buch auch guten Gewissens empfehlen z. B. als Weihnachtsgeschenk. Und? Gekauft?
„Du gehörst auch zu diesem Haufen von Gestörten? Glückwunsch.“ (S. 213)

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Fly High!

Der Himmel über dem Platz
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Mit diesem Buch hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten, aber das hat sich dann relativ schnell gelegt.
>>“… und wie heißt es so schön auf diesem Plakat?“. Er zeigte auf ein Plakat des Verbandes, ...

Mit diesem Buch hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten, aber das hat sich dann relativ schnell gelegt.
>>“… und wie heißt es so schön auf diesem Plakat?“. Er zeigte auf ein Plakat des Verbandes, auf dem ausdrücklich zu lesen stand, dass Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Geschlechterdiskriminierung, Drogen, Waffen und Beschimpfungen nicht erlaubt seien<<
Jo möchte nur eins: die beste Fußballerin werden. Dafür trainiert sie hart und wechselt sogar vom Frauenfußballclub zu den Jungs zu Blau Weiß. Die spielen einfach auf einem anderen Niveau. Allerdings wird sie nicht mit offenen Armen empfangen. Im Gegenteil, die Jungs machen es ihr so schwer, wie es nur eben geht. Manchmal sind es aber auch die Erwartungen ihres Vaters, der sie selbst in der Freizeit in seinem eigens im Garten angelegten kleinen Spielfeld zu noch mehr Training auffordert und darüber seine andere Tochter vergisst. Durch einen versehentlich verschossenen Ball lernt Jo den ungeliebten Nachbarn kennen. Er ist ein komischer Kauz der sich in einem großen Aquarium Piranhas hält, aber den alles entscheidenden Tipp für sie parat hält: Fly High!

Mir hat die Story ganz gut gefallen, auch wenn es nicht ganz meiner Altersklasse entspricht. Ich würde das Buch in erster Linie für Mädchen ab etwa 8 Jahren empfehlen. Es ist entsprechend einfach vom Schreibstil gehalten und hat nicht so lange Kapitel. Selbstverständlich darf aber auch jeder Junge oder auch jung gebliebene Erwachsene das Buch lesen, wenn es sie interessiert.
Das Buch reißt diverse Themen, die im frühen jugendlichen Alter wichtig sind, an. Zugehörigkeit, Abgrenzung, für sich selbst einstehen, was einem wichtig ist, Mobbing, Geschlechterdiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Auf knapp 200 Seiten kann man solche Themen auch nicht vertieft behandeln.
Jo als Charakter hat mir gut gefallen. Sie ist ein typischer Teenager mit den üblichen Problemen und hat es in ihrer Familie nicht immer einfach. Die Eltern sind geschieden, die Schwester ein ganz anderer Typ. Während Jo sich gerne beim Fußball verausgabt zieht es ihre Schwester Katrina auf die Ballettbühne. Geschwisterrivalitäten sind vorprogrammiert. Auch die behandelten Themen und die Art, wie diese in die Geschichte eingewoben wurden, haben mir gut gefallen.
Das Ende hat mir ebenfalls gut gefallen. Ich mochte den Nachbarn und die Erklärung, warum er so „schräg“ ist wurde auch geliefert. Mein persönliches Highlight des Buches.

Fazit:
Für junge Leser, vermutlich eher Mädchen, ab ca. 8 Jahren gut geeignet. Für mich selbst war es dann doch etwas zu einfach im Schreibstil und Story. Lass euch durch nichts und niemanden und vor allem nicht durch irgendwelche komischen Stereotypen aufhalten, Mädels. FLY HIGH!

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Veröffentlicht am 29.09.2021

Begeistert ich bin...

Tote Träume leben im Herzen weiter
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Tiffy ist vor einiger Zeit aus Chicago geflüchtet, weil ihr Freund sie mit ihrer Schwester betrogen hat. Um auf andere Gedanken zu kommen hat es sie nach Richmond/England verschlagen, wo sie die Chance ...

Tiffy ist vor einiger Zeit aus Chicago geflüchtet, weil ihr Freund sie mit ihrer Schwester betrogen hat. Um auf andere Gedanken zu kommen hat es sie nach Richmond/England verschlagen, wo sie die Chance bekam bei UCoP anfangen zu können. Dass sie dabei vom Regen in die Traufe kommt konnte sie ja nicht ahnen…
Adam hat sich schnell bei UCoP hochgearbeitet. Er ist einer der drei Assistenten von Tom, DEM Tom, und immer busy. Als begnadeter Zeichner hat er ein Auge für alles Schöne. Tiffy fällt ihm bereits an ihrem ersten Tag auf und er verliebt sich in sie. Aber das mit der Liebe ist gar nicht so einfach…
Hach, was wäre die Welt ohne UCoP? Ganz schön langweilig auf jeden Fall. Mir sind die einzelnen Charaktere bereits sooo ans Herz gewachsen und obwohl ich mittlerweile neun oder so Bücher in der UCoP-Welt gelesen habe, gibt es immer noch vieles Neues zu erfahren und neue Leute kennen zu lernen. Vor allem Adam kannte man aus dem vorherigen Band bereits etwas. Tiffy dagegen ist – wenn ich das richtig im Kopf habe – neu.
Wie auch immer – ich bin traurig, dass das Buch schon wieder zu Ende ist und kann es euch nur empfehlen. Minnys Bücher strotzten nur so vor Humor und witzigen Dialogen, tollen Einfällen, etc. – da müsst ihr einfach zuschlagen. Hilfreich ist es, wenn ihr Musik-/Tanzaffin seid. Ist zwar keine Pflicht, aber man kann sich in der ein oder anderen Szene vermutlich besser in den Charakter einfinden.
Fazit:
Begeistert ich bin (sorry, der musste sein). Das Buch müsst ihr einfach lesen. Es geht auch der Frage nach: Star Wars oder Star Trek? Von mir alle Daumen nach oben!!!

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Veröffentlicht am 04.09.2021

5 plus 1 Sterne für Coop

Coop, der Held
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„Ein Dackel, alt, gichtgeplagt, mit Hüftproblemen.“ (S. 157) Und ein echter Held!
Als Herrchen eines Tierschutzhundes hat mich der Klappentext sofort angesprochen. Coop erzählt die Geschichte aus seiner ...

„Ein Dackel, alt, gichtgeplagt, mit Hüftproblemen.“ (S. 157) Und ein echter Held!
Als Herrchen eines Tierschutzhundes hat mich der Klappentext sofort angesprochen. Coop erzählt die Geschichte aus seiner Sicht. Wie es im Tierheim war, wie er dieses verlassen konnte, wie seine zahlreichen Herrchen waren, etc. Manche Situationsbeschreibungen waren witzig zu lesen, andere haben mich nur den Kopf schütteln lassen und bei einigen konnte ich nur noch heulen. Und so manches Mal habe ich mich gefragt, was wohl mein Hund damals gedacht hat. Oder heute noch…
Coop und sein neues Herrchen waren mir sofort sympathisch. Die beiden zusammen zu „sehen“ ist so goldig. Da haben sich zwei gesucht und gefunden. Beide alt, mit gesundheitlichen Problemen, einsam.
Selbst Lucinda hat sich mit der Zeit in mein Herz geschlichen. Und das, obwohl sie anfangs eine ziemlich hochnäsig-aggressive und falsche Katze ist.
Mikes Enkel Zach und Emma spielen eher eine Nebenrolle. Sie sind zwar wichtig für die Story, aber der Fokus liegt klar auf Mike und Coop.
Der Schreibstil ist gut zu lesen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und über jedem neuen Kapitel ist eine Zeichnung von Coop abgebildet. Mal schnüffelnd, mal liegend,….
Fazit:
Für mich persönlich ein Jahreshighlight! Mike und Coop´s Story hat mich total berührt und ich kann sie nur weiter empfehlen. Das Buch kann auch gut von jüngeren Lesern ab ca. 10 Jahren gelesen werden, ABER – Achtung Spoiler – das Ende ist traurig und sensible Kinder / Personen / Depressive könnten ggf. ein Problem bekommen. Wer also gerne Geschichten über Mut und Selbstvertrauen liest muß hier zugreifen! Am besten mit Hund auf dem Sofa oder unter dem Sternenhimmel.

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Veröffentlicht am 01.09.2021

Ruhige See mit stürmischen Abschnitten

Die Leuchtturmwärter
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Emma Stonex „Die Leuchtturmwärter“ ist angelehnt an eine wahre Geschichte.
1972 verschwinden drei Leuchtturmwärter spurlos von der „Maiden“, einem Leuchtturm draußen auf einem kleinen Felsen im Meer. ...

Emma Stonex „Die Leuchtturmwärter“ ist angelehnt an eine wahre Geschichte.
1972 verschwinden drei Leuchtturmwärter spurlos von der „Maiden“, einem Leuchtturm draußen auf einem kleinen Felsen im Meer. Das unerklärliche dabei – die Tür war von innen verschlossen, zwei Wanduhren stehen beide jeweils auf viertel vor neun und der Tisch ist gedeckt. Für drei, nicht für zwei. Doch was ist mit Arthur, Vincent und Bill geschehen? Der Leuchtturm-Betreiber möchte die Sache nur schnell hinter sich bringen und präsentiert einen der drei als den Schuldigen, der alles ausgelöst hat. Gleichzeitig verpflichtet er die Hinterbliebenen niemals mit irgendwem über den Vorfall zu sprechen. Als Gegenleistung erhalten sie eine lebenslange Finanzspritze. Doch die offenen Fragen bleiben. Bis zwanzig Jahre später der Autor Dan über den Fall schreiben möchte und deshalb die Witwen der vermissten Leuchtturmwärter interviewt und die offenen Fragen erneut gestellt werden…
Die Geschichte wird in zwei Zeitachsen und mehreren Personen erzählt. Dabei ist die Erzählform anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, denn der Leser wechselt dabei ständig hin und her - liest ma jeweils nur die Antworten und Gedanken der jeweiligen Person z.B. bei den Interviews, nie aber die gestellten Fragen oder andere Reaktionen des Gesprächspartners um dann wieder statt Monologe zu Dialogen zu wechseln.
Das Erzähltempo ist eher gemächlich. Es passt sich ganz gut dem ruhigen Leben auf einem Leuchtturm an.
Die Charaktere sind alle unterschiedlich und gut ausgearbeitet. Gerade die Darstellung dieser unterschwelligen Spannungen, die im Laufe der Zeit entstehen, durch den Stress weil man nicht weiß was passiert ist, Vermutungen, Neid, etc. haben mir gut gefallen und mich ans Buch gefesselt.
Nur das Ende war nicht so wie ich es mir erhofft hatte. Das ging dann relativ schnell von statten. Es wurde logisch aufgeklärt, aber hatte irgendwie einen Cut, so als wenn man das Buch bis zum Finale in einem Rutsch schreibt und das Ende vier Wochen später beendet hätte. Irgendwie hat sich da nach meinem Gefühl der Erzählstil oder ich weiß auch nicht genau was geändert und es passte nicht mehr hundertprozentig zu den Seiten davor. Wie bei einer Kette am Fahrrad…Das ist auch der Grund, warum ich dem Buch „nur“ vier Sterne gebe.
Fazit:
Ein ruhiger, eher poetischer Roman, der einen durchs miträtseln, was passiert sein könnte, in seine Seiten zieht. Wer über ein schwächeres Ende hinweg sehen kann, der kann sich mit einer Decke aufs Sofa kuscheln und ein paar Stunden auf der „Maiden“ verbringen.

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