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Veröffentlicht am 04.09.2019

Emotionen und Spannung vor der Kulisse Norwegens

Das Geheimnis der Fjordinsel
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Im Jahre 1926 ist für die junge Norwegerin Johanne die Zukunft klar. Als Tochter aus gutem Hause steht sie kurz vor ihrer Hochzeit und ihre Zukunft ist gesichert. Als ihr Vater jedoch unerwartet verstirbt, ...

Im Jahre 1926 ist für die junge Norwegerin Johanne die Zukunft klar. Als Tochter aus gutem Hause steht sie kurz vor ihrer Hochzeit und ihre Zukunft ist gesichert. Als ihr Vater jedoch unerwartet verstirbt, wird die Familie vom finanziellen Ruin bedroht. Johanne setzt alles daran, das väterliche Geschäft weiterzuführen. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, es mit gefährlichen Schmugglern aufzunehmen.

Über ein halbes Jahrhundert später stößt Rike Meinert in Ostfriesland in den Unterlagen ihres verstorbenen Großvaters auf Hinweise, dass ihre Großmutter Johanne nicht wie sie glaubte verstorben ist, sondern vor vielen Jahren die Familie verlassen hat. Die Suche nach ihrer verschollenen Großmutter führt Rike nach Norwegen und auf eine kleine Insel im Oslofjord. Dort stößt sie auf ein altes Geheimnis, dass die Familie vor vielen Jahren entzweite.

Eine winzige Insel im blauen, von Bergen eingerahmten Fjord mit einer kleinen roten Hütte. Das Buchcover allein reichte schon, um mich direkt nach Norwegen mitzunehmen. Für mich ist es eines der gelungensten Cover der Bücher von Christine Kabus.

Ihr neuer Roman "Das Geheimnis der Fjordinsel" spielt wieder auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Im Mittelpunkt stehen zwei starke junge Frauen. Rike, angehende Schlepperkapitänin ist die zentrale Figur der Gegenwart, Johanne der Vergangenheit. Die Geschichten der beiden Figuren werden abwechselnd in kurzen Kapiteln erzählt. Christine Kabus verwebt die beiden Schicksale der jungen Frauen auf spannende Art und Weise. Laufen die Handlungen parallel nebeneinander, entwickeln sie sich doch im gleichen Tempo und führen schließlich zusammen. Mir persönlich gefällt diese Schreibweise sehr. Es ist abwechselnd und die Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Seite des Buches erhalten.

Ein großes Talent von Christine Kabus ist auch ihre Art zu erzählen. Ihr Sprache ist flüssig und klar und gleichzeitig so detailreich, dass ich als Leser die Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen lassen kann. Sehr gelungen finde ich auch immer wieder die vielen geschichtlichen Details, die man als Leser mitbekommt. "Das Geheimnis der Fjordinsel" spielt zur Zeit der Prohibition, Schmuggel und versteckter Alkoholhandel blühten in Norwegen. Etwas mehr darüber zu erfahren, war für mich sehr interessant.

Doch das wichtigste in einer Geschichte sind letztendlich ihre Figuren und die sind Christine Kabus wieder hervorragend gelungen. Zu Beginn habe ich Johanne als eher still, unscheinbar und überkorrekt wahrgenommen. Doch mit den Anforderungen die das Leben im Verlauf der Handlung an sie stellt, kommt ihr eigentlich Charakter zum Vorschein. Sie ist unglaublich lebenshungrig, abenteuerlustig und hat ein super Händchen zum Geschäfte machen. Ihre Entwicklung hat mir von allen am Besten gefallen. Zusammen mit dem Abenteurer Leif stellt sie sich allen Herausforderungen und jagt sogar Schmuggler. Eine richtige kleine Räubergeschichte.

Auch Rike muss sich 1980 als Frau in einer Männerwelt behaupten. Sie ist ebenfalls eine starke Frau, aber doch noch viel von Selbstzweifeln geplagt. Bei Rike wiegt vor allem das schwierige Verhältnis zu ihrer Mutter Beate schwer. Die komplizierte Mutter-Tochter-Situation ist sehr gut dargestellt und spielt schließlich auch in die Haupthandlung mit hinein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Buch verschlungen habe. Rikes und Johannes Geschichte hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Es war eine wunderbare Lektüre mit interessanten geschichtlichen Details, aber vor allem eine Geschichte die berührt. Das Buch kann ich nur empfehlen.

Veröffentlicht am 27.05.2019

Ein Buch zum glücklich sein

Glück ist meine Lieblingsfarbe
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Dieses Buch macht glücklich. Ganz genau! Beim lesen konnte ich lachen und weinen, mitfühlen und mitleben, ganz nebenbei konnte ich auch ein paar kleine Lebensweisheiten mitnehmen, aber vor allem vermittelte ...

Dieses Buch macht glücklich. Ganz genau! Beim lesen konnte ich lachen und weinen, mitfühlen und mitleben, ganz nebenbei konnte ich auch ein paar kleine Lebensweisheiten mitnehmen, aber vor allem vermittelte die Geschichte ein wunderschönes Gefühl von Freude, Glück und Dazugehörigkeit.

Juli ist vor der Enge des Alltags und ihrem öden Versicherungsjob auf die Kanaren geflohen. Mit dem dortigen Abstand hofft sie, endlich herauszufinden, welches Leben sie wirklich glücklich macht und sie ausfüllt. Während sie sich mit Hundesitting und einen Job im Foodtruck nur gerade so finanziell über Wasser hält, trifft sie auf den charismatischen aber sehr verschlossenen Quinn. Ihr eigentlich sehr ruhiges Inselleben ändert sich schlagartig, als Juli gezwungen ist, Verantwortung für eine kleine Hündin zu übernehmen und sich auch die Dinge mit Quinn entwickeln.

Was sich zuerst nach einer banalen Romanze vor schöner Inselkulisse anhört, ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern eine Geschichte über Menschen für Menschen. Welches Leben macht glücklich und zufrieden und wie kann man so ein leben finden? Dies ist nur eine der Ideen, die ich aus diesem Buch mitnehmen konnte.

Es passt einfach alles zusammen. Die Figuren sind wunderbar ausgearbeitet, realistisch und jeder hat so seine kleinen Macken, die die Person gleich wieder sympathisch erscheinen lassen. Bereits nach wenigen Seiten hatte ich nicht nur die Hauptpersonen Juli und Quinn in mein Leserherz geschlossen, sondern auch gleich das ganze spanische Inseldorf und seine Bewohner mit dazu.

Juli ist ein wenig chaotisch, aber sehr liebenswert. Sie hat ihre eigenen Stärken noch nicht erkannt und ist auf der Suche nach dem richtigen Leben für sich selbst. Nicht immer ganz einfach, da sie sich mit vielen Selbstzweifeln quält. Und trotzdem ist sie ein sehr positiver Mensch und herzlicher Mensch.
Quinn ist fast das komplette Gegenteil. Sehr verschlossen, fast rätselhaft zu Beginn. Seine Entwicklung ist mit vielen kleinen Details dargestellt, was ich sehr gut gemacht fand.

Kristina Günak schafft es auf einzigartige Weise den Leser in die Geschichte zu ziehen und auf die Kanareninsel zu katapultieren. Ihr Schreibstil ist wunderbar erfrischen, witzig bis frech. Aber das Allerbeste ist die Situationskomik. Ich kann es gar nicht wiedergeben, man muss es einfach selber lesen, aber ich habe an so vielen Stellen Tränen gelacht. Trotzdem war der witzige Anteil nicht übertrieben, sondern fügte sich gut in den Erzählfluss.

"Glück ist meine Lieblingsfarbe" ist auch ein Buch für Hundefreunde, denn diese Vierbeiner spielen eine sehr große Rolle. Besonders eine kleine äußerst liebenswerte Hündin bereichert die Geschichte und auch das ein oder andere Mal das zwischenmenschliche Verhältnis zwischen Juli und Quinn.

Das Buch beinhaltet für mich sehr viele wertvolle Ansätze, wie man sein Leben leben könnte. Ich sage absichtlich nicht "leben sollte", denn das klänge dann genauso, als wollte man anderen vorschreiben so und nicht anders zu leben.
Für mich ist das auch ein ganz wichtiger Gedanke, den ich aus der Geschichte mitnehme: jeder muss für sich selbst herausfinden, welches Lebensart in glücklich und zufrieden macht. Weder hilft es, sich für andere zu verbiegen, noch sollte man anderen vorschreiben, wie sie leben sollten oder sie gar ständig für "nicht Erreichtes" kritisieren.

Ich fand dieses Buch ganz großartig und die Sterne für die Bewertung leuchten ganz groß in meinen Augen. Ich habe nur einen winzigen "Kritikpunkt": das Buch war viel zu kurz
Doch die Handlung war rund und in sich abgeschlossen. Vielleicht hätten mehr Seiten auch etwas von dem Charmes der Geschichte genommen...so war es einfach nur perfekt.

Ein Buch zum Wohlfühlen und glücklich sein. Kristina Günaks neuer Roman liest sich super und ist eine wunderbare Unterhaltung für vergnügliche Stunde.
Vielen Dank für diese tolle Geschichte.

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  • Cover
  • Geschichte
  • Humor
  • Gefühl
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 17.04.2019

Witzig und herzerwärmend

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Katzen sind besondere Tiere. Das wird jeder Katzenliebhaber direkt so unterschreiben. Jamies Kater MacGyver hat eine ganz spezielle Fähigkeit: er kann riechen, ob ein Mensch einsam ist, glücklich oder ...

Katzen sind besondere Tiere. Das wird jeder Katzenliebhaber direkt so unterschreiben. Jamies Kater MacGyver hat eine ganz spezielle Fähigkeit: er kann riechen, ob ein Mensch einsam ist, glücklich oder traurig. Und MacGyver riecht es nicht nur, sondern er unternimmt auch etwas, um die Menschen in seiner Umgebung wieder glücklich zu machen.

Nach einer schweren Zeit hat Jamie beschlossen ihr Leben neu zu gestalten und herauszufinden, welcher Job sie glücklich macht. Und eines weiß sie ganz genau, bei dieser Suche ist das Letzte was sie gebrauchen kann, ein Mann. Ihr Kater MacGyver denkt da jedoch ganz anders und beginnt mit der Suche nach einem passenden Mann für Jamie.

Auf den ersten Blick schein "Eine Samtpfote zum Verlieben" ein Katzenroman zu sein. Doch bereits nach den ersten Kapiteln ist klar, dass die Geschichte nicht nur Katzenfans vergnügliche Lesestunde bereiten wird. Natürlich gibt es ab und zu Einblicke in die Gedanken von Kater Mac, diese sind jedoch wohldosiert über das gesamte Buch verteilt und lockern die Geschichte auf.

Der Schreibstil von Melinda Metz ist sehr angenehm zu lesen. Er ist locker, witzig und bildhaft zu gleich. Das Buch sprüht geradezu von guter Laune und Lebensfreude und genau das wird auch über die Sprache transportiert.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, waren die Charaktere, und zwar alle ohne Ausnahme. Neben Jamie und David den beiden Hauptfiguren, gibt es noch etliche Nebendarsteller, die in ihren kleinen Rollen brillieren. Es sind die Nachbarn und Freunde. Von der neugierigen Nachbarin, über den alternden Schauspieler und Teenagern in voller Pubertät ist alles dabei. Alle Personen sind so liebevoll gezeichnet und mit Details versehen, dass ich am Ende des Buches traurig war, diese großartigen Menschen nun nicht mehr täglich treffen zu können.

Der Handlungsschauplatz – eine Wohngegend in L.A. – ist genauso verrückt, wie seine Bewohner. Der Storybook Court existiert wirklich und besteht aus Fantasiehäusern, die in ihrer Architektur an Gebäude aus einem Märchen erinnern. Damit unterstreicht der Schauplatz perfekt die Geschichte, denn es ist eigentlich ein modernes Märchen.

Jamie sucht den Job, der sie im Leben glücklich macht. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichsten Menschen mit den verrücktesten Arbeiten. Es sind genau diese kleinen Details, die diese Geschichte so liebenswert machen.

"Eine Samtpfote zum Verlieben" ist ein wunderbarer Roman, der mir sehr viel Lesevergnügen bereitet hat. Die Geschichte ist unterhaltsam, lustig aber sie hat durchaus ihre Stellen zum Nachdenken. Und das Ganze ist natürlich gemischt mit dem unwiderstehlichen Charme von Kater MacGyver.

Veröffentlicht am 12.01.2019

Ein von Zeitgeschichte geprägtes Leben

Jahre aus Seide
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Worum geht es

Ruth Meyer wächst behütet von ihrer jüdischen Familie in Krefeld auf. Die Meyers sind keine strenggläubigen Juden und fühlen sich eher als Deutsche, als ihrem Glauben verpflichtet.
Ihnen ...

Worum geht es

Ruth Meyer wächst behütet von ihrer jüdischen Familie in Krefeld auf. Die Meyers sind keine strenggläubigen Juden und fühlen sich eher als Deutsche, als ihrem Glauben verpflichtet.
Ihnen fehlt es an nichts, bis sich die politische Situation im Land ändert und die judenfeindliche Stimmung immer mehr zunimmt.
Ruth und ihre Familie müssen tatenlos mit ansehen, wie eine Partei ihnen langsam und stetig die Existenzgrundlage zerstört, sie zu Menschen ohne Wert deklariert und ein Leben für sie in Deutschland unmöglich macht.

Was ich über “Jahre aus Seide” denke

Die Autorin Ulrike Renk hat sich mit ihrer neuen Trilogie ein für Deutschland sehr wichtiges und immer noch viel beachtetes Thema herausgegriffen: eine jüdische Familie, deren Leben von Hitler komplett verändert wird.

Durch Zufall stieß Frau Renk auf Dokumente von Ruth Meyer und deren Leben in Krefeld, was sie zu ihrem Roman inspirierte. Ruth Meyer und ihre Familie gab es wirklich und vieles aus dem Buch beruht auf wahren Begebenheiten. Dieser Aspekt macht die Geschichte nur um so interessanter und gleichzeitig noch ergreifender. Die Realität ist auf jeder Seite präsent, was sehr beklemmend sein kann.

Das Buch beginnt im Jahr 1926, nicht wie es der Klappentext vermuten lässt, im Jahr 1932. Dieser Umstand könnte leicht irreführend sein, da der Leser automatisch sofort die düstere und ereignisreiche Zeit des Nationalsozialismus erwartet. Doch das Buch beginnt sehr ruhig und idyllisch.

Der Leser darf zusammen schöne Jahre mit der Familie verbringen. Es gibt viele Schilderungen aus dem Alltag und der damaligen Zeit. Der sehr gute und flüssige Schreibstil lässt hervorragend die 20er und 30er Jahre wieder erwachen.
Doch die politische Lage ist trotzdem immer präsent und es entstehen so sehr interessante Dialoge rund um die politische Situation und später die Frage, ob man auswandern sollte oder abwarten. Die Autorin schafft es mit viel Präzision die unterschiedlichen Ansichten und Möglichkeiten der Menschen damals darzustellen und stellt den Leser häufig vor die Frage, wie hätte man damals selbst in dieser Situation gehandelt.

Erschreckend fand ich einige Sätze zur politischen Situation, die mich sehr stark an die aktuelle Situation erinnert haben. “[..] das liegt sicher auch daran, dass die Parteien alle verstritten sind und sich immer weiter aufspalten. Man weiß ja gar nicht mehr, wen man wählen soll – die reden doch alle Stuss.” Jahre aus Seide, Ulrike Renk, S. 88-89 “Sie [die Parteien] stritten um Kleinigkeiten, statt das Land, den Staat zu führen.” Jahre aus Seide, Ulrike Renk, S. 123

So etwas regt dann schon ziemlich zum Nachdenken an. Was bringt die Zukunft? Wo wird es hingehen?

Ruth ist im ersten Teil des Buches noch sehr jung und bis etwa zur Hälfte ist ihre Mutter Martha für mich die eigentliche Hauptfigur. Aber Ruth macht eine große Entwicklung durch, die in vielem auch der damaligen Zeit geschuldet sein dürfte und ist am Ende des Bandes der führende Charakter.

Mein Fazit

Jahre aus Seide ist ein wunderbarer Auftakt zu einer Familiensage, die noch viel Aufregung und bestimmt auch Leid bereithält. Der Leser wird eingeladen, das Leben der Familie Meyer zu teilen und noch einmal zu erleben, was die Menschen damals erfahren mussten.
Dieser Roman ist eine wunderbare Weise, an die Dinge zu erinnern, die niemals vergessen werden dürfen, ohne dabei belehrend oder parteiisch zu sein. Ulrike Renk gibt uns einen Einblick in ein Stück Zeitgeschichte, verbunden mit ihrem exellenten Schreibstil.

Unbedingt lesenswert ist auch das Nachwort, wo Ulrike Renk erläutert, was sich wirklich ereignet hat und was Fiktion ist. Auch die Art und Weise, wie sie auf die Geschichte der Familie Meyer aufmerksam geworden ist, erzählt sie dort. Ich warte nun mit Spannung auf den zweiten Teil, der im Juni 2019 erscheinen soll. Natürlich musste der erste Band mit einem aufregenden Cliff-Hanger enden.

Veröffentlicht am 15.12.2018

Weihnachtsbuch mit Weihnachtszauber

Weihnachtszauber in Hopewell
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Worum geht es

Nach ihrer Scheidung versucht Sydney zusammen mit ihrerTochter RayAnne einen Neuanfang im kleinen Städtchen Hopewell. Hier wohnen sie im alten Farmhaus ihrer Großeltern. Beide leiden noch ...

Worum geht es

Nach ihrer Scheidung versucht Sydney zusammen mit ihrerTochter RayAnne einen Neuanfang im kleinen Städtchen Hopewell. Hier wohnen sie im alten Farmhaus ihrer Großeltern. Beide leiden noch sehr unter den Folgen der Trennung, besonders RayAnne vermisst ihren Vater. In Hopewell lernen sie Mac und seinen Sohn Seth kennen. Beide Kinder freunden sich schnell an und auch die Erwachsenen sind sich mehr als sympathisch und bald knistert es gewaltig. Sydney fühlt sich immer wohler in Hopewell und lässt sich von der dort herrschenden Weihnachtsstimmung verzaubern. Sehr viel Freude bereitet ihr auch die Arbeit in ihrer Lieblingsbuchhandlung aus Kindertagen, die bald schon ihr Lebenverändern soll.


Was ich über “Weihnachtszauber in Hopewell” denke

Ich kann es gleich vorwegnehmen: “Weihnachtszauber in Hopewell” hat mir als weihnachtlicher Roman sehr gut gefallen. Im Vordergrund steht das enge Mutter-Tochter-Verhältnis von Sydney und RayAnne. Die Sorgen der Mutter um ihre Tochter und ihr Schmerz und ihre Angst, von ihrer Tochter zurückgewiesen zu werden, da diese ihrer Mutter die Schuld an der Scheidung der Eltern zu geben scheint, prägen zu Beginn die Beziehung.

Für ihre zehn Jahre ist die Kleine nicht auf den Kopf gefallen. Mit dem Mädchen hat sich die Autorin Nancy Naigle einen wirklich süßen Charakter einfallen lassen. Ray ist frech, intelligent aber auch herzensgut und kann auch mal sehr erwachsen für ihr Alter sein. Eine lange Zeit scheint sie sogar die charakterlich stärkere im Mutter-Tochter-Gespann zu sein, da Sydney oft an sich selbst zweifelt und eher zögerlich ist. Doch in Hopewell macht sie eine gute Entwicklung durch und ist am Ende des Buches fast ein neuer Mensch.

Ein wenig Liebe darf in einer Weichnachtsromanze natürlich nicht fehlen, aber sie steht definitiv nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Zarte Bande beginnen sich erst ab der Hälfte des Buches zwischen Sydney und Mac zu knüpfen.

Im Fordergrund steht dafür der kleine Buchladen des Ortes, in dem Sydney schon in ihrer Jugend viel Zeit verbracht hat und wo sie nun aushilfsweise bis Weihnachten arbeitet. An dieser Stelle bin ich beim Lesen fast neidisch geworden. Welch ein Traum, in einem Buchladen zu arbeiten. Sydney verdient nur wenig, aber dafür gibt es Bücher gratis dazu. Das könnte mir auch gefallen. Doch zurück zum Buch.

Die Ladenbesitzerin Bea ist meine nächste Lieblingsfigur des Buches. Sie ist eine alte Dame und Dreh- und Angelpunkt des Ortes, einfühlsam und gleichzeitig gern bereit, sich einzumischen um das Leben der anderen in die richtigen Bahnen zu lenken. Sie hat auch eine interessante Lebensphilosophie, die ich hier gern zitieren möchte: “Du musst nicht danach suchen. Dein Weg wird sich dir offenbaren. So funktioniert das. Du musst nur offen dafür sein, ihn zu akzeptieren, wenn es soweit ist.” Diese energische alte Dame bringt sehr viel Esprit mit in die Geschichte.

In der ersten Hälfte des Buches passiert eigentlich nicht viel und trotzdem ist die Handlung so sympathisch und anregend geschrieben,dass es nicht langweilig wird. Einige Entwicklungen sind natürlich vorhersehbar, aber bei diesem Genre ist das für mich durchaus in Ordnung. Zum Ende hin gibt es noch einige Verwicklungen und Spannungshöhepunkte und selbstverständlich zieht sich durch das gesamte Buch eine wunderbare Weihnachtsstimmung.

Ja, manchmal ist es schon fast ein wenig kitschig, so wie auch das Buchcover. Aber beides passt zu der Geschichte und mal ehrlich, zu Weihnachten darf man ruhig auch ein wenig kitschig sein. Für mich war alles passend und ich kann “Weihnachtszauber in Hopewell” gut als Lektüre unter dem Tannenbaum empfehlen.


Mein Fazit

“Weihnachtszauber in Hopewell” von Nancy Naigleist eine weihnachtliche Romanze, die nicht nur die Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt. Themen wie alleinerziehende Eltern oder die Beziehung zwischen Eltern und Kind, spielen gleichwohl eine wichtige Rolle. Wunderschön für alle Buchfans – die Handlung findet zu einen großen Teil in einem urgemütlichen Buchladen statt, wo man sich sofort wohl fühlt.

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