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Veröffentlicht am 07.06.2024

Humorvoll, mitreißend und absolut magisch!

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Dass Jennifer Alice Jager beeindruckende und magische Welten erschaffen kann, hat sie bereits mit ihrer Reihe "Emily Seymour" ("Totenbeschwörung für Anfänger" und "Zeitreisen für Fortgeschrittene") bewiesen. ...

Dass Jennifer Alice Jager beeindruckende und magische Welten erschaffen kann, hat sie bereits mit ihrer Reihe "Emily Seymour" ("Totenbeschwörung für Anfänger" und "Zeitreisen für Fortgeschrittene") bewiesen. So stand für mich auch fest, dass ich ihre neue Reihe "School of Myth and Magic" rund um die magischen Wesen in der Zwischenwelt unbedingt ebenfalls lesen wollte. Hier steht mit der Hauptprotagonstin Devon eine starke und selbstbewusste junge Nixe im Zentrum des Geschehens. Was sie alles auf der neuen Schule erlebt, konnte mich mitreißen und die Charaktere sind wieder einmal allesamt super ausgearbeitet und geben der Geschichte eine tolle Dynamik.

Zitat: „Ich hatte einen Halbgott umgeschubst. Das konnten sicher nicht viele von sich behaupten.“ (Jennifer Alice Jager: School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe. Seite 120)

Die Autorin:

Jennifer Alice Jager (geboren 1985) ist eine deutsche Autorin, die bereits seit 2014 Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht. Nach ihrer schulischen Ausbildung gab sie Zeichenunterricht. Ihre eigenen Bilder wurden in Galerien ausgestellt. Ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte sie erst während ihres längeren Aufenthalts in Japan. Seit sie wieder in ihre Heimat zurückgezogen ist, ist sie als Autorin tätig, zeichnet in ihrer Freizeit aber immer noch gerne. Neben Büchern und dem Zeichnen hat sie auch eine große Leidenschaft für ihre Tiere.

Inhalt:

„Nixen gibt es wirklich – und sie sind gefährlich. So wurde es Devin ihr Leben lang eingetrichtert. Als sie ihren Schwarm Tyler aus Versehen zu tief in den Badesee lockt und so ins Krankenhaus befördert, begreift Devin, dass in ihr selbst Nixen-Kräfte schlummern. Um sie zu kontrollieren, soll sie die geheime „School of Myth & Magic“ besuchen, zusammen mit Hexen, Drachen, Vampiren und einem sehr charmanten Faun. Doch etwas – oder jemand – mit dunklen Absichten ist ihr an die Schule gefolgt.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Fantasy-Roman:

Das Cover ist sehr beeindruckend. Da scheint ein Schild im Mittelpunkt zu stehen, um welches sich allerlei Dinge aus der Meerwelt tummeln und ranken. Darauf das Emblem der School of Myth and Magic und der Titel des Buches. Es ist in dunkleren Blautönen gehalten und mit einer schimmernden Folie versehen, die alles noch ein wenig magischer erscheinen lässt. Die limitierte Erstauflage besitzt einen Farbschnitt an der langen Seite des Buches, der die Ranken und Elemente auf dem Cover aufnimmt und mit dem Farbschnitt von Band zwei ein Bild ergeben wird.

Jennifer Alice Jager schafft es, seine Leser von der ersten Zeile an abzuholen. Sie schmeißt einen regelrecht in die Geschichte. Denn wir lernen sofort die schlagfertige und taffe Protagonistin Devin kennen, die sich auf den Weg zu ihrer Geburtstagsparty am Stand macht. Dabei wird sofort greifbar, was für ein Typ Mensch sie ist: ungebunden, frei und selbstbestimmt. Im Verlauf der weiteren Geschichte treffen wir auf einige weitere starke und sympathische Charaktere und selbst der Antagonist berührte mein Herz. Wir haben hier ausnahmslos toll ausgearbeitete und vor allem vielfältige Charaktere, die ein buntes Bild entwerfen.

Zitat: „Ich wusste nicht, wer er wirklich war und was tatsächlich in ihm vor sich ging, weil er sich meisterhaft darauf verstand, alles in sich zu vergraben. Vielleicht hatte er nicht einmal selbst Zugriff darauf.“ (Jennifer Alice Jager: School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe. Seite 298)

Die Welt, die die Autorin hier beschreibt befindet sich im selben Universum wie es bei "Emily Seymour" der Fall war. Das hat mir gut gefallen, denn so kehrt man wieder zurück und wird noch weiter in die magischen Bereiche der Raum-Zeit-Falten eingeführt. Außerdem treffen wir auf den ein oder anderen Protagonisten aus Emily Seymour. Auch die Schule, die Devon besucht, beeindruckt durch ihre Vielfältigkeit, denn sie vereint einige magische Wesen unter einem Hause und so gibt es vieles mehr über sie alle zu erfahren.

Devin muss mit einigen Fragen zurechtkommen. Da sie ihr gesamtes 17-jähriges Leben in der Menschenwelt verbracht hat und nichts über die Welt der magischen Wesen wusste, ist sie in allem absolut uninformiert. Doch ihre neuen Freunde helfen ihr, wo es geht und auch ihr schlagfertiges Wesen verhilft ihr immer wieder schnell zu Antworten. Im Verlauf der Geschehnisse ergeben sich aber auch für uns Leser Fragen über Fragen. Das machte die Geschichte absolut spannend und da man Stück für Stück Lösungen präsentiert bekommt, ist man auch nicht ungeduldig.

Ein paar Klischees wie die böse Anführerin unter den Nixen, die Devin das Leben schwer macht, werden zwar bedient, aber damit werden ganz natürlich Themen wie Mobbing aufgegriffen und gut in die Story eingearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen. All die Handlungen der Protagonisten, ob gut oder schlecht, tragen zum weiteren Fortgang der Story bei und die Interaktionen zwischen den Protagonisten machten großen Spaß. Auch die zart aufkeimenden Gefühle zwischen Devin und Caleb sind einfühlsam beschrieben und lassen einem das Herz weiter schmelzen.

Es machte so großen Spaß Devon und ihre Freunde zu begleiten. Ich wurde von Beginn an von der Story gefesselt. Es machte Spaß zu lesen, da auch viele humorvolle Szenen zu finden sind und tolle Dialoge sowie Konfliktgespräche. Der unbeschwerte Umgang der Freunde untereinander geben dem Leser ebenfalls ein entspanntes Gefühl.

Fazit:

Der Auftakt der Fantasy-Reihe "School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe" hat mir richtig gut gefallen. Das Buch ist unterhaltsam, ergreifend und hat ein absolut geniales Setting. Die vielen humorvollen Szenen, die gut ausgearbeiteten Dialoge und die starken Konfliktgespräche ließen das Lesen zu einem wahren Fest werden. Ich konnte in eine ganz tolle Welt eintauchen und bin nach dem doch etwas gemeinen Cliffhanger nun sehr gespannt, wie es ab dem 1. Juli 2024 mit dem zweiten und dann auch abschließenden Teil "School of Myth and Magic – Der Fluch der Meere" weitergehen wird. Die Charakterkarte, die die Autorin vor kurzem revealt hat, gibt schonmal einen ersten interessanten Einblick. Ich kann es kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Kurz und bündig über die Hintergründe der Klimakrise aufgeklärt!

Miese Krise
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Zum Thema Umweltschutz und Klimakatastrophe gibt es ja bereits einige Bücher und ich habe euch auch das ein oder andere vorgestellt. Als ich von dem Buch "Miese Krise" aus dem KATAPULT-Verlag erfuhr wurde ...

Zum Thema Umweltschutz und Klimakatastrophe gibt es ja bereits einige Bücher und ich habe euch auch das ein oder andere vorgestellt. Als ich von dem Buch "Miese Krise" aus dem KATAPULT-Verlag erfuhr wurde ich hellhörig. Der Verlag ist für seine klaren Aussagen und manchmal vielleicht etwas provozierende Art bekannt. Dabei legen die kreativen Köpfe aber immer großen Wert auf gesicherten Fakten, die sich belegen lassen. Miese Krise steht auch genau in diesem Zeichen. Auf gut 200 Seiten erfahren wir eine Menge zum Thema Klimawandel. Was dazu führt, wie wir aktiv werden können, wie manipulativ unsere Gesellschaft ist und wie wir Menschen damit umgehen. In kurzen Kapiteln mit klaren Botschaften und fundierten wissenschaftlichen Belegen hat das Autor:innen-Team ein tolles Werk geschaffen, was den Einstieg in die Materie kinderleicht macht.

Zitat: „Wir brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben und wir sollten aufhören, wahllos irgend etwas zu tun. Wir sollten etwas Gemeinsames tun, etwas, das uns erlaubt, in einer freien Welt so zu leben, dass wir den Planeten und seine Ressourcen auch für die nächsten Generationen erhalten. Um vom Irgend-etwas-tun zum Gemeinsam-etwas-tun zu kommen, braucht es eine gemeinsame Vision.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 12)

Die Autor:innen:

Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Annika Le Large machen mit @nachhaltig.kritisch seit 2019 jungen und unabhängigen Klimajournalismus. Auf Instagram und allen gängigen Podcast-Plattformen beschäftigen sie sich mit Klimathemen und hinterfragen den Status Quo der grünen Filterblase. Mit sorgfältigen Recherchen, kreativen Illustrationen und einem Gespür für relevante Themen erreichen sie monatlich online bis zu 100.000 Menschen.
(Angaben auf der Webseite des Verlags)

Inhalt:

„Die Auswirkungen des Klimawandels werden das Leben auf der ganzen Erde verändern, auch bei uns. Wie konnte es dazu kommen? Und was bringt die Zukunft? In Miese Krise fassen Ann-Sophie Henne und Robin Jüngling kompakt zusammen, was wir alle über diese Krise wissen müssen. Ihr Buch, liebevoll illustriert von Annika Le Large, macht Mut, für Veränderung und Zusammenhalt einzustehen. Denn auch wenn es sich oft nicht so anfühlt: Wir alle können Einfluss auf den Ausgang dieser Geschichte nehmen.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Sachbuch:

Das Buch fühlt sich mit seiner rauen Oberfläche ohne Folie oder ähnliches schon ziemlich klimafreundlich an. Für den Hintergrund wurde ein natürlicher Beige-Ton gewählt. Davor ist eine etwas grimmig dreinblickenden Erde abbildet, die die Krise in Hinblick auf unsere Mutter Erde schon ziemlich gut in Szene setzt. Darüber angeschmiegt an die Weltkugel befindet sich der Titel. Darunter schweben Wolken und wieder darunter der Untertitel, der uns nun definitiv nicht mehr im Unklaren darüber lässt, was sich zwischen den Seiten verbirgt.

Zitat: „Die Krisen unserer Zeit führen dazu, dass die ärmsten Mitglieder unserer Gesellschaft immer ärmer werden, die reichsten dagegen noch reicher.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 72)

Die Autor:innen haben einen gut verständlichen und knappen Schreibstil und schaffen es in einprägsamen Sätzen und kurzen Abschnitten einige wichtige Dinge bezüglich der Klimakrise zu erklären und damit aufzuklären. Das Buch ist dabei in sieben Oberthemen unterteilt: Heute, Morgen, Ungleichheit, Kommunikation, Klimagefühle, Mythen und Wandel. Schon hier sieht man, dass sich das Team auch Themen annimmt, die sonst nicht weiter beleuchtet werden. Es geht nicht nur um die Dinge, die die Erde langsam aber sicher zu Grunde richtet, sondern auch darum, wie sich die Menschen verhalten, was sie tun und vor allem was und wie sie etwas sagen. Die einzelnen Themen sind dann nochmals in kurze Kapitel unterteilt, die sich über wenige Seiten erstrecken und so auch zwischendurch immer wieder gut gelesen werden können. All die Aussagen sind dabei mit wissenschaftlichen Fakten unterfüttert, welche sich in einem umfangreichen Quellennachweis nachschlagen lassen.

Zitat: „Eine moralische Anklage wird das Verhalten anderer Menschen nicht verändern, sondern vielmehr die Fronten verhärten. Außerdem verschwendet das unsere Zeit, weil es vom eigentlichen Problem ablenkt: einem maroden politischen und ökonomischen System, dass uns gerade im Angesicht multipler Krisen auf die Füße fällt.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 118)

Den sieben Hauptthemen sind jeweils immer aussagekräftige Zitat vorangestellt, von Menschen die vom Fach sind, sich mit dem auskennen, worüber sie sprechen. Außerdem gibt es vereinzelte Info-Grafiken, die dem Leser nochmals anschaulich vor Augen führen, was da auf unserer Erde gerade passiert und wie sich das alles in der Vergangenheit entwickelt hat. Auch vor möglichen Aussichten, was beispielsweise passiert bei einer Erderhitzung von 1,5 oder 2 Grad, wird nicht zurückgeschreckt. Schonungslos aber gleichzeitig hoffnungsvoll mit vielen Beispielen, was wir tun können, widmen sich die Autoren dieser doch schweren und weitreichenden Thematik.

Zitat: „Letztendlich verändert sich aber nicht die Wirtschaft, die Ernährung oder der Verkehr. Vielmehr sind wir es, die gemeinschaftlich einen umfassenden Wandel vorantreiben und legitimieren – oder eben nicht. Die Art, wie wir leben, wirtschaften, konsumieren, wählen, all das macht einen Unterschied. Dabei geht es nicht um Verbote und Verzicht, sondern auf Zusammenhalt und Rücksicht.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 199)

Das Augenmerk wird auch auf Manipulation von oben durch Sprache oder Marketing gelegt, sowie auch auf die eigene Psyche und wie man daraus schöpfen kann. Es wird ganz klar, wir haben die Möglichkeiten und Mittel etwas zu verändern, dazu braucht es aber Richtlinien, an die sich besonders die großen Strippenzieher halten müssen, was aber leider an den Hauptakteuren in unserer Politik scheitert (Beispiele: Tempolimit oder CO2-Ausgleich auf Grundlage der Scope-3 Emissionen).

Fazit:

"Miese Krise" ist ein Werk, welches die Thematik rund um die Klimakrise gut zusammengefasst aufbereitet und vielfältige Absatzpunkte biete, die verständlich dargestellt werden. Hierbei wird auf wirtschaftliche, soziale und politische Voraussetzungen eingegangen und ganz klar gezeigt, was sich ändern muss, um die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Es ist möglich, wenn wir nur alle zusammenarbeiten, Ungerechtigkeit abschaffen und jetzt handeln.

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Veröffentlicht am 30.05.2024

Herzzerreißend und gleichzeitig ein heilender Abschluss der Geschichte um Eden und Josh!

The way I am now
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"The Way I used to be" ist der vorangegangene Teil zu "The Way I am now". Beide Bücher sind wahre Highlights für mich in diesem Jahr und konnten mich sowohl zutiefst berühren, als auch absolut überzeugen. ...

"The Way I used to be" ist der vorangegangene Teil zu "The Way I am now". Beide Bücher sind wahre Highlights für mich in diesem Jahr und konnten mich sowohl zutiefst berühren, als auch absolut überzeugen. Wer den ersten Teil dieser Dilogie (deren Schaffungsphasen im Original einige Jahre auseinander liegen) noch nicht kennt, der kann sich meine Rezension, die ich erst vor kurzem hier mit euch geteilt habe, anschauen. Ich möchte euch auch den zweiten und abschließenden Teil aus der Feder der begabten Autorin Amber Smith ans Herz legen.

Zitat: „Ich war mir sicher. Sie war jedes Risiko wert, was der Versuch mit sich brachte. Damals wie heute.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 420)

Die Autorin und die Übersetzerin:

Amber Smith liebt es, Geschichten zu erzählen. Die Autorin wuchs in Buffalo, New York auf und lebt heute mit ihrer Frau und ihren Tieren in Charlotte, North Carolina. Sie machte an der Kunstschule ihren BFA in Malerei und erwarb danach ihren Master in Kunstgeschichte. Sie schreibt, liest und ist außerdem künstlerisch tätig. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als redaktionelle Beraterin tätig.

Ulrike Brauns stammt aus der Nähe von Köln. Sie studierte in Bonn, Stockholm und Melbourne. 2004 machte sie sich selbstständig und arbeitet seither als Übersetzerin und Untertitlerin. Sie lebt inzwischen in Berlin.

Inhalt:

** Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil noch nicht kennen. **

„Es gab eine Zeit, die dunkelste aller Zeiten, in der Eden dachte, die einzige Person, die sie retten könnte, sei Josh. Er war alles Gute auf der Welt – ein vertrauensvolles Herz, eine liebevolle Berührung, ein freundliches Lächeln. Aber er sollte nie ihr Retter sein. Eden musste sich alleine retten. Nachdem Eden mit dem College begonnen und sich ihrem Vergewaltiger gestellt hat, scheint es, als wären sie endlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um eine funktionierende Beziehung aufzubauen. Doch als der Prozess, der entscheiden wird, ob Eden die Gerechtigkeit erhält, die sie verdient, bevorsteht und unverheilte Wunden aufreißt, stellt sich die Frage, ob ihre Liebe dem Druck standhalten kann?“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Buch:

Das Cover wirkt mit der lila Farbe zunächst ganz anders und viel intensiver, als beim ersten Band. Doch das Motiv der Pusteblumen ist wieder aufgenommen worden und diesmal befinden diese sich in ihrem Endstadion. Die Wandlung ist fast vollbracht und schon einzelne Schirmchen lösen sich und werden in die Luft geweht. Die sich gegenseitig umschlingenden Stiele der Blumen transportieren etwas sehr liebevolles und sollen sicherlich die Hauptprotagonisten Eden und Josh darstellen. Auch der Farbschnitt ist wieder ganz im Stile des Covers gehalten und wunderschön anzusehen.

Zitat: „Und zum ersten Mal begreife ich – im Kopf und im Herzen–, warum wir das wirklich machen. Für uns. Wir machen das für uns. Und irgendwie macht diese Erkenntnis das alles noch mal viel beängstigender und realer.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 257)

Wieder erlebt der Leser einen äußerst emotionalen Einstieg. Denn Eden hat auch vier Monate nach den Ereignissen, mit denen der erste Band endete, weiter mit ihrem Trauma zu kämpfen. Sie versucht, einen Weg in ihr altes Leben zu finden, verliert sich dabei aber immer wieder selbst, da sie tut, was andere von ihr erwarten und nicht, was sie wirklich von Herzen will. Doch ihr wird klar, dass sie einen eigenen Weg, fernab ihrer schmerzlichen Erinnerungen einschlagen muss und hat das Glück am College angenommen zu werden, an welchem auch Josh studiert. So finden Eden und Josh erneut zueinander. Sie lernen sich besser kennen. Eden beginnt, sich an der Uni ein neues Leben aufzubauen, dass aber von der Anhörung wegen der Gerichtsverhandlung überschattet wird.

Zitat: „Und während wir so mitten in ihrem Zimmer stehen, spüre ich, wie dieses Gefühl – diese Leere, dieses Ausgehöhlte – sie verlässt und in mich kriecht.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 304)

Diesmal ist das Buch aus zwei Blickwinkeln geschrieben. Eden und Josh wechseln sich mit den Schilderungen ab und Josh bekommt so seine eigene Stimme und tritt noch mehr in den Fokus. Denn auch er hatte keine leichte Vergangenheit und auch für ihn ist es schmerzlich, zu wissen, was Eden widerfahren ist. Er geht dabei so wunderbar mit Eden um, obwohl er selbst manchmal an seine Grenzen gerät und eigentlich ebenfalls psychologische Hilfe bräuchte. Hin und wieder sind die beiden nach wie vor nicht offen zueinander, da sie sich oder den andern schützen wollen. Das empfand ich als sehr authentisch und dem Alter und den Erfahrungen der Protagonisten entsprechend absolut passend.

Zitat: „So hätte es immer sein sollen, so hätte es damals mit uns anfangen sollen.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 184)

Sind Eden und Josh zusammen, geht es beiden gut. Sind sie getrennt voneinander, haben sie noch Schwierigkeiten, ihr Leben zu bewältigen. Doch für eine gesunde Beziehung muss man selbst auch alleine bestehen können. Und so haben die beiden nochmals einige Hürden zu nehmen, bevor sie ihr Happy End finden können. Hierbei wurde nicht künstlich für Probleme gesorgt, sondern die Geschichte brachte die Probleme ganz natürlich zu Tage, ohne zu stark zu dramatisieren. So ist alles ehrlich, denn nicht immer wird es stetig besser. Wir erleben ein Auf und Ab, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte.

Zitat: „Sekt auf leeren Magen, Zigaretten auf gebrochenen Herz, Gras auf kaputten Verstand. Keine gute Kombination, trotzdem fühle ich mich wieder recht zurechnungsfähig“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 348)

Eine Kritik habe ich aber an dem Buch. Leider trübten die vielen Fehler (Rechtschreibung etc.) meine Lesefreude diesmal doch stärker. Das finde ich besonders schade, da ich selbst freie Lektorin bin. Mir stellt sich natürlich auch die Frage, wie es dazu kommen konnte. Ein gutes Korrektorat ist das A und O für ein erfolgreiches Buch und ich finde vierzehn offensichtliche Fehler auf 422 Seiten (im ersten Buch waren es „nur“ sieben), das haben sowohl die Autorin als auch das Buch nicht verdient. Und wer weiß, was ich noch übersehen habe, da ich ja nicht in meinem Korrekturmodus war.

Fazit:

"The Way I am now" ist ein gebührender Abschluss um Edens und Joshs Geschichte. Ich habe mit den beiden gelitten, mich gefreut und konnte das Buch mit einem guten Gefühl zur Seite legen. Ich werde auf jeden Fall weiter verfolgen, was Amber Smith als nächstes zu Papier bringt und kann sowohl "The Way I used to be" als auch "The Way I am now" allen ans Herz legen, die herzergreifende, tiefgründige und durchaus auch schmerzhafte Bücher schätzen.

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Veröffentlicht am 28.05.2024

Ein Zwilling kommt selten allein

Pretty Scandalous - Heißer als Rache
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Wir haben das Printexemplar und das Hörbuch von Tami Fischers neuem Reihenauftakt "Pretty Scandalous – Heißer als Rache" gelesen und gehört und einiges dazu zu sagen. Wir wurden nach einem kleinen Einstieg ...

Wir haben das Printexemplar und das Hörbuch von Tami Fischers neuem Reihenauftakt "Pretty Scandalous – Heißer als Rache" gelesen und gehört und einiges dazu zu sagen. Wir wurden nach einem kleinen Einstieg in die Thematik ziemlich rasant abgeholt und hatten im Verlauf der Story einige Theorien zu den einzelnen Protagonisten und ihren Beweggründen. Jeder scheint hier ein Täter und auch ein Opfer zu sein. Zwischendurch wurde die Geschichte allerdings ein klein wenig zäh, da die Hauptprotagonistin Sarah sowohl den von ihr ursprünglich geplanten Weg der Rache, als auch ihre innere Stärke verlor. Zudem wurde sie häufiger von ihrem schlechten Gewissen gegenüber Monroe ausgebremst. Die Story an sich trat dabei kurzzeitig auf der Stelle. Dennoch sind wir nach wie vor ausgesprochen neugierig, alle Hintergründe zu erfahren und fragen uns, wer nun die Fäden in diesem bösen Spiel innerhalb der High Society zieht und damit Sarahs Rache verdient hat.

Zitat: „Es ist nicht einfach, ein eiskaltes Miststück zu sein.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 131)

Die Autorin und die Hörbuchsprecherin:

Tami Fischer (geboren 1996) lebt mit ihrer Familie und ihren Katzen in Hessen. Sie ist gelernte Buchhändlerin und inzwischen Autorin von einigen SPIEGEL-Bestsellerromanen. Außerdem arbeitet sie als Hörbuchsprecherin, reist gerne, liebt dicke Bücher, gutes Essen und Serienmarathons.

Rebecca Veil ist eine deutsche Künstlerin und vereint Talente als Musikerin, Schauspielerin sowie Sprecherin. Ihre Reise als Straßenmusikerin durch Australien führte sie schließlich zum Studium von Gesang und Komposition in Berlin. Heutzutage ist sie besonders bekannt für ihre leidenschaftliche Stimmgebung in einer Vielzahl von Hörbuchproduktionen.

Inhalt:

„Sarahs Welt bricht zusammen, als ihre Zwillingsschwester nach einem Jahr Funkstille verängstigt und mit blauen Flecken übersät wieder auftaucht. Payton wollte sich an der Columbia University in New York ihren Traum vom Architekturstudium erfüllen, doch ausgerechnet ihre elitären neuen Freunde haben sie zugrunde gerichtet. Wutentbrannt beschließt Sarah, sich als Payton auszugeben, um den verwöhnten High-Society-Zöglingen das Handwerk zu legen. Doch in New York angekommen, häufen sich die Skandale und Geheimnisse. Und dann stolpert Sarah auch noch dem attraktiven Monroe in die Arme – und dessen Lächeln könnte weitaus mehr gefährden als nur ihre Rachepläne …“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Roman:

Das Cover ist ein echter Hingucker. Wir sehen eine junge Frau, die sich einen Finger auf die Lippen legt. Ihre Accessoires lassen darauf schließen, dass sie aus wohlhabendem Hause kommt bzw. in reichen Kreisen verkehrt. Sie wirkt sehr edel, elegant und auf ihr Äußeres bedacht. Da man ihre Augen aufgrund einer Sonnenbrille nicht sieht, könnte es darauf hindeuten, dass sie etwas verstecken bzw. geheim halten möchte. Ob es sich um die Hauptprotagonistin handelt oder ihre Zwillingsschwester, kann man nicht eindeutig sagen.
Die Erstauflage besitzt außerdem einen pinken Farbschnitt mit goldenen Sprenkeln. Leider ist die Druckqualität des Buchrückens nicht sonderlich gut und beim Printexemplar löste sich der Perl-Effekt ab.

Die Hörbuchversion wird von Rebecca Veil gesprochen. Die Stimme hat uns sehr angesprochen. Sie hat einen regelrecht umhüllt, mal sanft und leise und dann auch wieder sehr emotional hin- und hergerissen oder voller Wut. Besonders die beiden Hauptprotagonisten wurden durch sie greifbar gemacht und sie hat sie lebendig werden lassen. Mit ihrer Stimme schuf sie viele gefühlvolle Momente. Sarahs Charakter und Emotionen – insbesondere ihre inneren Kämpfe – wurden überzeugend dargestellt.

Wir wurden von Beginn an ziemlich gut abgeholt und hatten Spaß an den sympathischen Charakteren, aber auch an Sarahs (alias Paytons) starkem Auftreten gegenüber der Clique der Upper Society. Tami Fischer hat eine fließende und mitreißende Art, ihre Leser in den Bann zu ziehen und so kann man der Story jederzeit gut folgen. Sie erzeugt außerdem viel Spannung, da man nur wenig aus Paytons vergangenem Jahr erfährt und somit gemeinsam mit Sarah im Dunkeln tappt. Es lässt sich also die ganze Zeit über wunderbar spekulieren, wer nun böse ist und in wem vielleicht doch ein Funke Gutmütigkeit stecken könnte.

Zitat: „Ich fühlte mich wie ein Teufel. Wie ein verdammter Marionettenspieler. Niemand sollte so ein Druckmittel besitzen. Solch ein Manipulationsmittel. Denn das war Geld doch letztendlich. Es bestimmte, wer die Puppen tanzen ließ und wer das Tanzbein schwang.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 189)

Etwas befremdlich war für uns allerdings die Tatsache, dass Sarah lange Zeit nicht jede Info (wie beispielsweise Chatverläufe und Fotos) nutzt, die sie zur Verfügung hat, um selbst mehr Sicherheit und Einblick zu haben. Verständlicherweise muss die Autorin für einen ordentlichen Spannungsbogen sorgen, weshalb nicht alles von Beginn an klar sein kann. Ein paar Häppchen hier und da hätten uns in jedem Fall aber gut getan. Zwei der sieben Personen auf Sarahs Abschuss-Liste werden recht schnell abgehakt und zunächst hatten wir Sorge, dass die Liste zu rasch schrumpfen würde. Dem war aber nicht so. Denn es ist für Sarah nicht so leicht, ihre Rachepläne, Paytons Leben und die eigenen Gefühle unter einen Hut zu bekommen. Die Aufregung steigt so mit jeder neuen Gegebenheit, die Sarah durchlebt und mit jeder neuen Person, die ins Spiel kommt.

Sogleich kamen einige Fragen bei uns Lesenden auf. Woher hat Payton all das Geld? Wer finanziert sie möglicherweise? Und ist sie damit vielleicht erpressbar, woraus Peter seinen Nutzen zieht, der scheinbar alle in seiner Hand hat? Wer spielt in Wahrheit ein falsches Spiel? Wem kann Sarah vertrauen? Und wieso recherchiert Sarah nicht weiter, wer den anonymen Brief beim Portier abgegeben hat? Dieser war schließlich nicht adressiert und es könnte sich jemand vom Personal an den Überbringer der Nachricht erinnern. An diesem Fragenkatalog zeigt sich, wie rätselhaft und undurchschaubar die Story ist und wie gut die Autorin es schafft, den Leser bei der Stange zu halten.

Zitat: „Er wollte mein Leben in Flammen aufgehen lassen? Ich würde seines in die Luft sprengen.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 286)

An einigen Stellen bekam die Geschichte etwas leicht Konstruiertes. So wird Sarah beispielsweise hin und wieder künstlich im Dunkeln gelassen und immer weiter ins Aus katapultiert, bis das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet. Wir als Leser und Hörer hätten es besser gefunden, ein paar mehr Hinweise zu erhalten, etwas seltener im Dunkeln stehen gelassen zu werden und stattdessen wenigstens hin und wieder neue Informationshäppchen zugeworfen zu bekommen. Allerdings ist die Reihe auf drei Teile ausgelegt und so muss die Dramatik noch ein wenig länger hochgehalten werden. Wir sind nun also ganz aufgeregt, ob Sarah zu ihrer alten Form zurück findet, sich vom Luxus abwendet, und wieder ihrer eigentlichen Überzeugung nachgeht.

Zitat: „Ich hätte nicht nach New York gehen sollen, Laurel. Ich verliere mich. Und es fühlt sich nicht gut an. Ich fühle mich schwach und zerbrechlich. Das bin ich nicht. Aber ich … ich kann einfach nicht mehr.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 499)

Auch das Verhältnis zwischen Payton und Sarah wird immer mysteriöser. Kaum denkt man, es kommt endlich ein Teil der Lösung des Rätsels und schon lässt Payton ihre Schwester wieder im Stich. Payton wird immer undurchschaubarer und am Ende steht zwischen den Zwillingsschwestern ein tiefer Graben. Zum Glück bleibt Sarahs beste Freundin Laurel aber stets an ihrer Seite.
Die Beziehung zwischen Sarah und Monroe blieb uns noch zu oberflächlich. Wir lesen zwar davon, dass die beiden tiefgründige Gespräche führen, sind aber tatsächlich nicht mit dabei. So bleibt die Verbindung zwischen ihnen für uns als Leser und Hörer noch durch wenig Tiefgang geprägt.

Fazit:

"Pretty Scandalous – Heißer als Rache" beinhaltet eine starke Grundidee und ist äußerst undurchschaubar und nervenaufreibend. Die leichten Schwächen in der Mitte der Geschichte, werden durch den rasanten Beginn und den spannenden Schluss wett gemacht. Die vielen Wirrungen, Ungereimtheiten und spärlichen Informationen sorgen für einige tiefgreifende Momente in der Geschichte. Für die Folgebände hoffen wir auf mehr Hintergrundwissen zu den einzelnen Charakteren und somit mehr Substanz für die gesamte Geschichte. Ein paar weniger Klischees wären – zumindest für unsere Altersklasse – ebenfalls nicht schlecht. Trotzdem möchten wir wissen, was hinter all den Lügen und Rätseln steckt und möchten allein deshalb schon die Reihe gern weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 28.05.2024

Ein Zwilling kommt selten allein

Pretty Scandalous - Heißer als Rache
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Wir haben das Printexemplar und das Hörbuch von Tami Fischers neuem Reihenauftakt "Pretty Scandalous – Heißer als Rache" gelesen und gehört und einiges dazu zu sagen. Wir wurden nach einem kleinen Einstieg ...

Wir haben das Printexemplar und das Hörbuch von Tami Fischers neuem Reihenauftakt "Pretty Scandalous – Heißer als Rache" gelesen und gehört und einiges dazu zu sagen. Wir wurden nach einem kleinen Einstieg in die Thematik ziemlich rasant abgeholt und hatten im Verlauf der Story einige Theorien zu den einzelnen Protagonisten und ihren Beweggründen. Jeder scheint hier ein Täter und auch ein Opfer zu sein. Zwischendurch wurde die Geschichte allerdings ein klein wenig zäh, da die Hauptprotagonistin Sarah sowohl den von ihr ursprünglich geplanten Weg der Rache, als auch ihre innere Stärke verlor. Zudem wurde sie häufiger von ihrem schlechten Gewissen gegenüber Monroe ausgebremst. Die Story an sich trat dabei kurzzeitig auf der Stelle. Dennoch sind wir nach wie vor ausgesprochen neugierig, alle Hintergründe zu erfahren und fragen uns, wer nun die Fäden in diesem bösen Spiel innerhalb der High Society zieht und damit Sarahs Rache verdient hat.

Zitat: „Es ist nicht einfach, ein eiskaltes Miststück zu sein.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 131)

Die Autorin und die Hörbuchsprecherin:

Tami Fischer (geboren 1996) lebt mit ihrer Familie und ihren Katzen in Hessen. Sie ist gelernte Buchhändlerin und inzwischen Autorin von einigen SPIEGEL-Bestsellerromanen. Außerdem arbeitet sie als Hörbuchsprecherin, reist gerne, liebt dicke Bücher, gutes Essen und Serienmarathons.

Rebecca Veil ist eine deutsche Künstlerin und vereint Talente als Musikerin, Schauspielerin sowie Sprecherin. Ihre Reise als Straßenmusikerin durch Australien führte sie schließlich zum Studium von Gesang und Komposition in Berlin. Heutzutage ist sie besonders bekannt für ihre leidenschaftliche Stimmgebung in einer Vielzahl von Hörbuchproduktionen.

Inhalt:

„Sarahs Welt bricht zusammen, als ihre Zwillingsschwester nach einem Jahr Funkstille verängstigt und mit blauen Flecken übersät wieder auftaucht. Payton wollte sich an der Columbia University in New York ihren Traum vom Architekturstudium erfüllen, doch ausgerechnet ihre elitären neuen Freunde haben sie zugrunde gerichtet. Wutentbrannt beschließt Sarah, sich als Payton auszugeben, um den verwöhnten High-Society-Zöglingen das Handwerk zu legen. Doch in New York angekommen, häufen sich die Skandale und Geheimnisse. Und dann stolpert Sarah auch noch dem attraktiven Monroe in die Arme – und dessen Lächeln könnte weitaus mehr gefährden als nur ihre Rachepläne …“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Roman:

Das Cover ist ein echter Hingucker. Wir sehen eine junge Frau, die sich einen Finger auf die Lippen legt. Ihre Accessoires lassen darauf schließen, dass sie aus wohlhabendem Hause kommt bzw. in reichen Kreisen verkehrt. Sie wirkt sehr edel, elegant und auf ihr Äußeres bedacht. Da man ihre Augen aufgrund einer Sonnenbrille nicht sieht, könnte es darauf hindeuten, dass sie etwas verstecken bzw. geheim halten möchte. Ob es sich um die Hauptprotagonistin handelt oder ihre Zwillingsschwester, kann man nicht eindeutig sagen.
Die Erstauflage besitzt außerdem einen pinken Farbschnitt mit goldenen Sprenkeln. Leider ist die Druckqualität des Buchrückens nicht sonderlich gut und beim Printexemplar löste sich der Perl-Effekt ab.

Die Hörbuchversion wird von Rebecca Veil gesprochen. Die Stimme hat uns sehr angesprochen. Sie hat einen regelrecht umhüllt, mal sanft und leise und dann auch wieder sehr emotional hin- und hergerissen oder voller Wut. Besonders die beiden Hauptprotagonisten wurden durch sie greifbar gemacht und sie hat sie lebendig werden lassen. Mit ihrer Stimme schuf sie viele gefühlvolle Momente. Sarahs Charakter und Emotionen – insbesondere ihre inneren Kämpfe – wurden überzeugend dargestellt.

Wir wurden von Beginn an ziemlich gut abgeholt und hatten Spaß an den sympathischen Charakteren, aber auch an Sarahs (alias Paytons) starkem Auftreten gegenüber der Clique der Upper Society. Tami Fischer hat eine fließende und mitreißende Art, ihre Leser in den Bann zu ziehen und so kann man der Story jederzeit gut folgen. Sie erzeugt außerdem viel Spannung, da man nur wenig aus Paytons vergangenem Jahr erfährt und somit gemeinsam mit Sarah im Dunkeln tappt. Es lässt sich also die ganze Zeit über wunderbar spekulieren, wer nun böse ist und in wem vielleicht doch ein Funke Gutmütigkeit stecken könnte.

Zitat: „Ich fühlte mich wie ein Teufel. Wie ein verdammter Marionettenspieler. Niemand sollte so ein Druckmittel besitzen. Solch ein Manipulationsmittel. Denn das war Geld doch letztendlich. Es bestimmte, wer die Puppen tanzen ließ und wer das Tanzbein schwang.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 189)

Etwas befremdlich war für uns allerdings die Tatsache, dass Sarah lange Zeit nicht jede Info (wie beispielsweise Chatverläufe und Fotos) nutzt, die sie zur Verfügung hat, um selbst mehr Sicherheit und Einblick zu haben. Verständlicherweise muss die Autorin für einen ordentlichen Spannungsbogen sorgen, weshalb nicht alles von Beginn an klar sein kann. Ein paar Häppchen hier und da hätten uns in jedem Fall aber gut getan. Zwei der sieben Personen auf Sarahs Abschuss-Liste werden recht schnell abgehakt und zunächst hatten wir Sorge, dass die Liste zu rasch schrumpfen würde. Dem war aber nicht so. Denn es ist für Sarah nicht so leicht, ihre Rachepläne, Paytons Leben und die eigenen Gefühle unter einen Hut zu bekommen. Die Aufregung steigt so mit jeder neuen Gegebenheit, die Sarah durchlebt und mit jeder neuen Person, die ins Spiel kommt.

Sogleich kamen einige Fragen bei uns Lesenden auf. Woher hat Payton all das Geld? Wer finanziert sie möglicherweise? Und ist sie damit vielleicht erpressbar, woraus Peter seinen Nutzen zieht, der scheinbar alle in seiner Hand hat? Wer spielt in Wahrheit ein falsches Spiel? Wem kann Sarah vertrauen? Und wieso recherchiert Sarah nicht weiter, wer den anonymen Brief beim Portier abgegeben hat? Dieser war schließlich nicht adressiert und es könnte sich jemand vom Personal an den Überbringer der Nachricht erinnern. An diesem Fragenkatalog zeigt sich, wie rätselhaft und undurchschaubar die Story ist und wie gut die Autorin es schafft, den Leser bei der Stange zu halten.

Zitat: „Er wollte mein Leben in Flammen aufgehen lassen? Ich würde seines in die Luft sprengen.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 286)

An einigen Stellen bekam die Geschichte etwas leicht Konstruiertes. So wird Sarah beispielsweise hin und wieder künstlich im Dunkeln gelassen und immer weiter ins Aus katapultiert, bis das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet. Wir als Leser und Hörer hätten es besser gefunden, ein paar mehr Hinweise zu erhalten, etwas seltener im Dunkeln stehen gelassen zu werden und stattdessen wenigstens hin und wieder neue Informationshäppchen zugeworfen zu bekommen. Allerdings ist die Reihe auf drei Teile ausgelegt und so muss die Dramatik noch ein wenig länger hochgehalten werden. Wir sind nun also ganz aufgeregt, ob Sarah zu ihrer alten Form zurück findet, sich vom Luxus abwendet, und wieder ihrer eigentlichen Überzeugung nachgeht.

Zitat: „Ich hätte nicht nach New York gehen sollen, Laurel. Ich verliere mich. Und es fühlt sich nicht gut an. Ich fühle mich schwach und zerbrechlich. Das bin ich nicht. Aber ich … ich kann einfach nicht mehr.“ (Tami Fischer: Pretty Scandalous – Heißer als Rache, Seite 499)

Auch das Verhältnis zwischen Payton und Sarah wird immer mysteriöser. Kaum denkt man, es kommt endlich ein Teil der Lösung des Rätsels und schon lässt Payton ihre Schwester wieder im Stich. Payton wird immer undurchschaubarer und am Ende steht zwischen den Zwillingsschwestern ein tiefer Graben. Zum Glück bleibt Sarahs beste Freundin Laurel aber stets an ihrer Seite.
Die Beziehung zwischen Sarah und Monroe blieb uns noch zu oberflächlich. Wir lesen zwar davon, dass die beiden tiefgründige Gespräche führen, sind aber tatsächlich nicht mit dabei. So bleibt die Verbindung zwischen ihnen für uns als Leser und Hörer noch durch wenig Tiefgang geprägt.

Fazit:

"Pretty Scandalous – Heißer als Rache" beinhaltet eine starke Grundidee und ist äußerst undurchschaubar und nervenaufreibend. Die leichten Schwächen in der Mitte der Geschichte, werden durch den rasanten Beginn und den spannenden Schluss wett gemacht. Die vielen Wirrungen, Ungereimtheiten und spärlichen Informationen sorgen für einige tiefgreifende Momente in der Geschichte. Für die Folgebände hoffen wir auf mehr Hintergrundwissen zu den einzelnen Charakteren und somit mehr Substanz für die gesamte Geschichte. Ein paar weniger Klischees wären – zumindest für unsere Altersklasse – ebenfalls nicht schlecht. Trotzdem möchten wir wissen, was hinter all den Lügen und Rätseln steckt und möchten allein deshalb schon die Reihe gern weiter verfolgen.

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