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Veröffentlicht am 13.12.2018

Behutsamer Umgang mit dem Thema Tod

Ein Stern namens Mama
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Die Geschichte wird aus Sicht des Jungen Ruben erzählt. Er hat bald Geburtstag und sein Papa sagt, dass sei ein ganz besonderer Geburtstag. Ruben erinnert sich zurück an seinen letzten Geburtstag, an welchem ...

Die Geschichte wird aus Sicht des Jungen Ruben erzählt. Er hat bald Geburtstag und sein Papa sagt, dass sei ein ganz besonderer Geburtstag. Ruben erinnert sich zurück an seinen letzten Geburtstag, an welchem ihm sein Papa die gleichen Worte sagte und ergänzte, dass man ja nur einmal im Leben 5 Jahre alt wird. Doch dieser 6. Geburtstag ist wirklich anders als die bisherigen, denn zum ersten Mal muss Ruben seinen Geburtstag ohne seine Mama feiern, denn sie ist gestorben. Seine Mama ist jetzt ein Stern am Himmel und leuchtet zu ihnen herab.

1999 erschien der Kinderroman "Ein Stern namens Mama" von Karen-Susan Fessel. Hier ist die Geschichte aus Sicht der älteren Tochter Louise geschildert. 2016 erschien es in einer Neuauflage beim Oetinger Verlag.

Die Illustrationen der Bilderbuch Variante wirken im ersten Moment relativ düster. Die Farben schwarz, gelb und orange sind dominant. Bei näherer Betrachtung wird aber schnell klar, dass die Geschichte größtenteils in den hellen Tönen gehalten ist. Schwarz ist nur der Sternenhimmel, an welchem einige Sterne leuchten, denn von dort schauen die Verstorbenen zu uns herab.

Ganz behutsam wird die Krankheit, an der Rubens Mutter gestorben ist geschildert. Sie litt an Krebs, ihr fielen die Haare aus und sie musste operiert werden. Ruben uns seine Schwester Louise überlegen sich, wie sie die Strapazen für ihre Mutter erträglicher machen können. Sie geben ihr ihre Lieblings-Shirts, um damit im Krankenhaus kuscheln zu könne, damit sie sich nicht einsam fühlt. Ruben schenkt ihr seine Lieblingskappe, als ihr die Haare ausfallen. Gemeinsam geht die Familie durch diese schwere Zeit und gemeinsam stehen die drei Verbliebenen nach dem Tod der Mutter unter dem Sternenhimmel und gedenken ihr.

Veröffentlicht am 05.12.2018

Ein radikaler Bericht über das deutsche Schulsystem

Das Problem sind die Lehrer
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Als ich von dem Buch "Das Problem sind die Lehrer" hörte., befürchtete ich zunächst einmal, dass es sich bei den Autoren wieder einmal nur um frustrierte Eltern handelt. Doch nein! Die Autorin Sigrid Wagner ...

Als ich von dem Buch "Das Problem sind die Lehrer" hörte., befürchtete ich zunächst einmal, dass es sich bei den Autoren wieder einmal nur um frustrierte Eltern handelt. Doch nein! Die Autorin Sigrid Wagner war selbst über viele Jahre als Vertretungslehrerin an vielen verschiedenen Schulen tätig. Ihre Eindrücke könnten also einen guten Querschnitt der Situation an deutschen Schulen bieten.

Die Autorin:
Sigrid Wagner (geboren 1955) studierte Lehramt an der Universität Hamburg und unterrichtete bis vor vier Jahren an unterschiedlichen Schulen in den Bundesländern Hamburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zwölf verschiedene Fächer. 2016 schrieb sie einen Artikel im Spiegel mit dem Titel „Der große Frust“ über die pädagogische Situation an deutschen Schulen.

Inhalt:
Das Buch gliedert sich in drei größere Abschnitte: im Klassenzimmer, im Lehrerzimmer, in der Aus-und Weiterbildung. Die Autorin setzt sich hier mit verschiedenen Themen auseinander. Der Umgang zwischen Schüler und Lehrer, das Notensystem, die Qualität des Unterrichts, der Umgang der Lehrer untereinander, Mobbing, Hierarchien in der Schulen, die Ausbildung zum Pädagogen werden näher beleuchtet und auch ein Blick über den Tellerrand in andere Länder mit anderen Schulsystemen wird gewagt.

Kritik und Fazit:
Die Geschichten und Beispiele, die die Autorin zu bieten hat sind erschreckend und schnell bekommt man den Eindruck, dass Schule schrecklich ist, sowohl für die Schüler als auch für engagierte Lehrer. Während ich den ersten Abschnitt über die Gegebenheiten im Klassenzimmer noch interessant und halbwegs objektiv bewertet empfunden habe, änderte sich das im zweiten Teil „Im Lehrerzimmer“ drastisch. Ich hatte den Eindruck, dass es sich hier weniger um eine Bilanz (wie der Untertitel heißt) handelt, sondern vielmehr um eine Abrechnung. Als die Autorin dann die Lehrer in verschiedenen Kategorien einteilt wurde mir das ganze zu stereotyp und ich verstand den Sinn und Zweck des Ganzen nicht. Sicherlich gibt es einige schlimme Lehrer und das Schulsystem sollte dringend überarbeitet werden, um sicherzustellen, dass Lehrer qualitativ hochwertigen Unterricht abhalten und nicht das gleiche Schema seit Jahrzehnten abspulen ohne noch Interesse an den Schülern zu zeigen. Und es mag auch sein, dass einige gute Lehrer an dem System zerbrechen oder resignieren, aber es gibt auch einige gute Lehrer. Das räumt die Autorin auch ein, aber die Darstellung dieser guten Lehrer und der tollen Unterrichtsmethoden hätte vermutlich mehr Sinn gemacht, als alles Schlechte hervorzuheben.

Was mich dann wirklich gestört hat, war ein Widerspruch in sich. Wo Frau Wagner zunächst darauf hinweist, dass die Notenvergabe willkürlich und häufig nach Sympathie erfolgt und somit den Wissensstand und die Intelligenz des Schülers nicht wirklich widerspiegelt (vgl. Seite 92), schreibt sie wiederum, dass es keinen NC für das Lehramtstudium gibt und unterstellt Absolventen des Gymnasiums mit einer schlechten Note mangelndes Interesse am Fach (vgl. Seite 216).

Alles in allem bot das Buch einen guten Einblick in das aktuelle Schulsystem und seine diversen Probleme. Die Lektüre war für mich irgendwann aber leider einfach nur zermürbend und ich denke dies alles ist mit Vorsicht zu genießen. Vielleicht wäre ein positiver Umgang mit den diversen Problemen in den Schulen sinnvoller gewesen, als eine Abrechnung mit den negativen Erfahrungen aus Frau Wagners Zeit als Lehrerin.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Besuch eines Drachens zu Weihnachten.

Spekulatius, der Weihnachtsdrache
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Endlich ist die Adventszeit gekommen, doch Mats bekommt in diesem Jahr nur einen Adventskalender mit langweiligen Sprüchen. Er sei nun zu groß für Schnickschnack. Nur seine kleine Schwester bekommt noch ...

Endlich ist die Adventszeit gekommen, doch Mats bekommt in diesem Jahr nur einen Adventskalender mit langweiligen Sprüchen. Er sei nun zu groß für Schnickschnack. Nur seine kleine Schwester bekommt noch die alt bekannten Adventspäckchen. Enttäuscht verlässt Mats die Wohnung und wandert durch die Stadt. Dabei trifft er auf Frau Kramer, die ihm zum Trost ein goldenes Ei schenkt. Bald darauf schlüpft aus ebendiesem Ei ein goldener Drache, der nach Spekulatius duftet und den ganzen Tag Lebkuchen isst und Kakao trinkt. Max und seine Schwester müssen die Existenz des Drachen geheim halten und dabei wird ihr Leben ganz schön auf den Kopf gestellt, denn Mats‘ Klassenlehrer scheint etwas zu ahnen.

Ein kleiner Hinweis an alle Eltern, deren Kinder noch vom Weihnachtsmann oder Christkind beschenkt werden: Am 21. Dezember solltet ihr vielleicht den zweiten und dritten Absatz beim Vorlesen einfach auslassen. Dort steht nämlich, dass die Eltern die Geschenke unter den Baum legen.

Spekulatius ist ein sehr liebenswerter Drache mit einem zuckersüßen Akzent. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen. Und auch Mats und Matilda sind ganz wunderbare Kinder, die sich äußerst umsichtig um den kleinen Drachen Specki (so ist sein Spitzname, weil er so viel isst, dass er bald bestimmt ganz dick sein wird) und beschützen ihn vor dem Bösen in der Welt. Während Matilda sehr pfiffig ist und immer eine Lüge parat hat, holt sich Mats Hilfe bei Frau Kramer. Frau Kramer ist wiederum ein ganz besonderer Mensch, denn sie hilft, obwohl sie nicht genau weiß, was sich im Drachenei befunden hat. Ohne sie wären die Kinder das ein oder andere Mal ziemlich aufgeschmissen gewesen. Aber die weltgewandte Frau Kramer hat eben ihr Herz am rechten Fleck.
Man merkt also schon, das Buch strotzt nur vor tollen Charakteren, die ein spannendes Abenteuer erleben. Dabei ist die Geschichte in 24 Kapitel eingeteilt, sodass den Kindern die Zeit bis zum Heiligen Abend versüßt wird. Aber Vorsicht, die Kapitel enden oftmals mit einem fiesen Cliffhanger, der die Kinder sicherlich vor Spannung fast platzen lässt.

Mit viel Humor und einigen spannenden Elementen bietet dieses Adventsbuch eine tolle Geschichte für die Weihnachtszeit.

Veröffentlicht am 03.12.2018

Wenn die Christbaumanhänger lebendig werden

Das Weihnachtswunder
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Theo sitzt ausgerechnet am Heiligen Abend ganz alleine zu Hause. Seine Eltern müssen bis spät am Abend arbeiten und haben deswegen keine Zeit, mit ihrem Sohn den Weihnachtsbaum zu schmücken. Also kramt ...

Theo sitzt ausgerechnet am Heiligen Abend ganz alleine zu Hause. Seine Eltern müssen bis spät am Abend arbeiten und haben deswegen keine Zeit, mit ihrem Sohn den Weihnachtsbaum zu schmücken. Also kramt Theo alleine in der alten Umzugskiste und hängt noch die letzten vier Christbaumanhänger an den Tannenbaum: ein Schaukelpferd, ein Rotkehlchen, ein Zinnsoldat und ein Engelchen. Dann sitzt er am Fenster und sieht eine Sternschnuppe am Himmel vorbei ziehen. Sofort wünscht er sich, nicht mehr alleine zu sein. Kurz darauf erwachen die vier Christbaumanhänger zum Leben und ein magischer Weihnachtsabend nimmt seinen Lauf. Denn jeder Anhänger hat einen Wunsch und Theo gibt sein Bestes, um diese Wünsche zu erfüllen.

Der Einband dieses Buchs ist zauberhaft und sehr weihnachtlich gestaltet. Die Farben Rot und Gold stechen hervor. Überall auf dem Einband verstreut sind Tannenzweige und Baumschmuck. Im Vordergrund stehen natürlich die vier zum Leben erwachten Christbaumanhänger, die mit Theo auf Wanderschaft gehen. Auch die Haptik des Einbandes ist besonders, denn der Autorenname, der Titel und der Untertitel sind geprägt und lassen sich ganz wunderbar erfühlen. Entfernt man den Schutzumschlag, so erscheint ein wundervoll gestalteter Einband in weiß mit goldenen Ranken, ebenfalls findet man hier Engelchen, Rotkehlchen, Zinnsoldat und Schaukelpferd. Hier hat sich der Verlag große Mühe gegeben und Liebe zum künstlerischen Detail bewiesen. Das Buch ist einfach wunderschön anzusehen.

Die Geschichte ist mit ihren 64 Seiten und zahlreichen Illustrationen eher kürzer und somit bereits für jüngere Kinder geeignet. Der Verlag empfiehlt ein Alter von 6 Jahren, ich bin mir aber sicher, dass auch mein drei-jähriger Sohn Freude an diesem Buch haben wird.

Ein wenig ungewöhnlich beginnt diese Geschichte, da die Stimmung sehr traurig ist. Theo fühlt sich einsam und verlassen. Sein einziger Wunsch ist ein wenig Gesellschaft am heiligen Abend. Dieser Wunsch geht für ihn in Erfüllung und so streift Theo mit seinen lebendig gewordenen Figuren durch die Stadt, um eine jede glücklich zu machen, nur um danach wieder alleine unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen. Aber keine Sorge, die Geschichte hat ein magisches Happy End und zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns füreinander Zeit nehmen.

Veröffentlicht am 28.11.2018

WENN GEHEIMNISSE DEM KIND BAUCHSCHMERZEN BEREITEN.

Ein Bauch voller Geheimnisse
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Auf der Frankfurter Buchmesse stach mir gleich das Buch "Ein Bauch voller Geheimnisse" ins Auge. Das Cover ist sehr aussagekräftig. Es zeigt ein Kind in einem bauschigen Tutu. Doch das Kind sieht nicht ...

Auf der Frankfurter Buchmesse stach mir gleich das Buch "Ein Bauch voller Geheimnisse" ins Auge. Das Cover ist sehr aussagekräftig. Es zeigt ein Kind in einem bauschigen Tutu. Doch das Kind sieht nicht glücklich aus, etwas scheint nicht in Ordnung zu sein, es blickt herunter auf den Bauch und scheint ihn sich auch zu halten. Wer selbst Kinder hat, der kennt es wohl. Die Kleinen klagen über Bauchschmerzen, doch oftmals sind Ängste oder Sorgen der Auslöser dieser Schmerzen. Damit beschäftigt sich dieses Buch.

Der Verlag:

Der TALISA Verlag will mit seinen Büchern die interkulturellen Kompetenzen der Kinder fördern und gleichzeitig dafür Sorgen, dass Sprachen und somit auch Kulturen nicht aussterben, weil sie nicht genug gepflegt oder an die Kinder weitergegeben werden können. Den Verlag gibt es seit 2005 und er konzentriert sich auf bilinguale Bücher. Dabei werden nicht nur Schulkinder, sondern auch Kindergartenkinder angesprochen. Im Verlag sind 18 Sprachen vertreten, jeweils in Kombination mit Deutsch. Die Bücher sollen „vor allem Kinder, aus Familien bei denen Zuhause Deutsch nicht als Muttersprache gesprochen wird, in ihrer Sprach- und Leseentwicklung begleiten, im Besonderen auch Eltern ermutigen, ihre Muttersprache zu pflegen“. (http://talisa-verlag.com/kinderbuchverlag/)

Inhalt:

An manchen Tagen geht einfach alles schief. So ergeht es Moira. Morgens zieht sie ihre Strumpfhose an, zupft an einem losen Faden und schon ist sie kaputt. Sie traut sich nicht, ihrer Mutter Bescheid zu sagen und behält es als Geheimnis für sich. Als sie ihre Birne essen soll, hat sie keinen Hunger und wirft sie nach der Schule weg, damit keiner bemerkt, dass sie heute mal nicht das Obst, welches so gesund ist, gegessen hat. Am Ende des Tages hat Moira so viele Geheimnisse, dass ihr der Bauch weh tut.

Kritik und Fazit:

Manchmal folgt ein Geheimnis dem nächsten und eine Lüge jagt daraufhin die andere. Ein Teufelskreis, aus dem man mit jeder weiteren Lüge immer schwerer herausfindet. Oft schlagen Schuldgefühle den Kindern auf den Magen. Doch meistens ist es viel leichter, einfach die Wahrheit zu sagen und zu seinen Fehlern oder Missgeschicken zu stehen. Das ist die Botschaft dieses Buches, welches in Deutsch, Arabisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch verfasst ist.
Aber auch wir Eltern sollten darüber nachdenken, ob unsere Kinder genug Vertrauen zu uns haben, um ohne Hemmungen, Angst oder Sorge mit uns über ihre Geheimnisse zu sprechen.
Die bunten Illustrationen begleiten den Text auch auf eine fröhliche Weise und erstrecken sich über die gesamten rechten Buchseiten. Die Kinder können dort viel entdecken und folgen Moira mit Spannung durch den Tag.

"Ein Bauch voller Geheimnisse" bietet Kindern und Erwachsenen eine gute Möglichkeit, sich mit dem Themen Geheimnisse, Lügen, Schulgefühle und Vertrauen auseinanderzusetzen und eventuell vorhandenen schlechten Gefühlen auf den Grund zu gehen.