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Veröffentlicht am 10.09.2018

Eine aufschlussreiche Comic-Reihe über das Schulsystem Chinas.

Der freie Vogel fliegt, Band 2
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Die Reihe "Der freie Vogel fliegt" basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Jidi und hat starke autobiographische Züge. Die Reihe ist durchgehend farbig illustriert und beinhaltet sowohl die deutsche, ...

Die Reihe "Der freie Vogel fliegt" basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Jidi und hat starke autobiographische Züge. Die Reihe ist durchgehend farbig illustriert und beinhaltet sowohl die deutsche, als auch die chinesische Version. Wer mehr über das chinesische Schulsystem erfahren möchte, sollte sich diese Reihe einmal näher anschauen.

Jidi, die eigentlich Yale Zu heißt, ist eine bekannte chinesische Künstlerin und Autorin. 2004 debütierte sie mit ihrem ersten Buch "Mein Weg". Bisher sind bereits 32 Bücher von ihr veröffentlich worden, einige von ihnen wurden ins französische übersetzt. Jidi ist als Bilderbuch- und Graphic-Novel Künstlerin tätig, schreibt aber auch Romane und ist Designerin und Redakteurin.
Ageng (auch hier handelt es sich um einen Künsternamen) ist ebenfalls in China sehr bekannt. Sie arbeitet als Illustratorin und Zeichnerin im Bilderbuch- und Comicbereich. Außerdem unterrichtet sie an einer Kunstschule. Sie erhielt sowohl in China als auch im Ausland diverse Auszeichnungen. An der 6-teiligen Comic-Reihe "Der freie Vogel fliegt" arbeitete Ageng über zehn Jahre lang.

Die Comic-Reihe "Der freie Vogel fliegt" erschien in China unter dem Titel "Standing on your tiptoe" und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jidi. Die Reihe behandelt die Mittelschuljahre in China und die typischen Probleme Jugendlicher während dieser Zeit.

Band 2 führt die Geschichten der Nebenprotagonisten näher aus. Lin Xiaolu, die eigentlich sehr menschenscheu ist, beginnt Freundschaften zu knüpfen. Die Handlung rückt etwas vom Schulwesen ab und in das Privatleben der Jugendlichen hinein. Die verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen werde durch Lin Xiaolus Augen näher beleuchtet, ihre Phantasie macht aus tristem, grauem Alltag immer wieder farbenprächtige Situationen.

Lin Xiaolu hat sich wirklich witzige Überlebensstrategien für die zwischenmenschlichen Interaktionen angeeignet. Diese werden bildlich und farbenfroh dargestellt und erscheinen uns manchmal sogar eher als ungewöhnlich und peinlicher, als die eigentliche Situation, aus welche Lin Xiaolu gerade fliehen möchte.
Der enorme schulische Leistungsdruck in China war mir zwar bekannt, die Ausmaße aber dennoch nicht bewusst. Die ständige abendliche Stillarbeit, die Sitzordnung nach Leistung (gut vorne, schlecht hinten), und die allgemein sehr öffentliche Behandlung der Klausurergebnisse sowie die Zurschaustellung von Erfolg und Versagen setzen sie Kinder unter einen enormen Druck, dem einige nicht gewachsen sind. Auch die Eltern erwarten immer nur gute Ergebnisse und gleichzeitig honorieren sie gute Noten nicht, sondern weisen immer wieder daraufhin, was noch besser wäre. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern scheint größtenteils stark gestört zu sein und von Misstrauen und Lügen dominiert.

Die Schriftgröße ist in der deutschen Übersetzung leider recht klein geraten, was bei mir, neben dem starken Eigengeruch der bunt bedruckten Seiten, leider für Kopfschmerzen gesorgt hat. Deswegen gibt es für das Lesevergnügen einen Stern Abzug.
Die Buchreihe gibt auf eine behutsame aber auch sehr offene Weise Aufschluss über das chinesische Schulsystem und verschiedene gesellschaftliche Konventionen. Der autobiographische Charakter lässt darauf schließen, dass die Ereignisse nicht aus der Luft gegriffen sind und zumindest zum Teil das Schulsystem in China erbarmungslos und wahrheitsgetreu geschildert wird.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Eine aufschlussreiche Comic-Reihe über das Schulsystem Chinas.

Der freie Vogel fliegt, Band 1
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Die Reihe "Der freie Vogel fliegt" basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Jidi und hat starke autobiographische Züge. Die Reihe ist durchgehend farbig illustriert und beinhaltet sowohl die deutsche, ...

Die Reihe "Der freie Vogel fliegt" basiert auf dem gleichnamigen Roman der Autorin Jidi und hat starke autobiographische Züge. Die Reihe ist durchgehend farbig illustriert und beinhaltet sowohl die deutsche, als auch die chinesische Version. Wer mehr über das chinesische Schulsystem erfahren möchte, sollte sich diese Reihe einmal näher anschauen.

Jidi, die eigentlich Yale Zu heißt, ist eine bekannte chinesische Künstlerin und Autorin. 2004 debütierte sie mit ihrem ersten Buch "Mein Weg". Bisher sind bereits 32 Bücher von ihr veröffentlich worden, einige von ihnen wurden ins französische übersetzt. Jidi ist als Bilderbuch- und Graphic-Novel Künstlerin tätig, schreibt aber auch Romane und ist Designerin und Redakteurin.
Ageng (auch hier handelt es sich um einen Künsternamen) ist ebenfalls in China sehr bekannt. Sie arbeitet als Illustratorin und Zeichnerin im Bilderbuch- und Comicbereich. Außerdem unterrichtet sie an einer Kunstschule. Sie erhielt sowohl in China als auch im Ausland diverse Auszeichnungen. An der 6-teiligen Comic-Reihe "Der freie Vogel fliegt" arbeitete Ageng über zehn Jahre lang.

Die Comic-Reihe "Der freie Vogel fliegt" erschien in China unter dem Titel "Standing on your tiptoe" und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jidi. Die Reihe behandelt die Mittelschuljahre in China und die typischen Probleme Jugendlicher während dieser Zeit.

Band 1 konzentriert sich dabei stark auf das chinesische Schulsystem, den Leistungsdruck, unter dem die Schüler leiden und den gesellschaftlichen Ansichten beispielsweise bezüglich Scheidungskindern. Die Hauptprotagonistin Lin Xiaolu ist ein sehr phantasievolles Mädchen. Wenn ihr das Leben über den Kopf wächst, flieht sie in ihre Gedankenwelt. Während ihrer Mittelschulzeit entdeckt sie den Jungen Han Che, den sie beginnt zu stalken, ohne dass dieser sie je wahr nimmt.

Lin Xiaolu hat sich wirklich witzige Überlebensstrategien für die zwischenmenschlichen Interaktionen angeeignet. Diese werden bildlich und farbenfroh dargestellt und erscheinen uns manchmal sogar eher als ungewöhnlich und peinlicher, als die eigentliche Situation, aus welche Lin Xiaolu gerade fliehen möchte.
Der enorme schulische Leistungsdruck in China war mir zwar bekannt, die Ausmaße aber dennoch nicht bewusst. Die ständige abendliche Stillarbeit, die Sitzordnung nach Leistung (gut vorne, schlecht hinten), die und die allgemein sehr öffentliche Behandlung der Klausurergebnisse sowie die Zurschaustellung von Erfolg und Versagen setzen sie Kinder unter einen enormen Druck, dem einige nicht gewachsen sind. Auch die Eltern erwarten immer nur gute Ergebnisse und gleichzeitig honorieren sie gute Noten nicht, sondern weisen immer wieder daraufhin, was noch besser wäre. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern scheint größtenteils stark gestört zu sein und von Misstrauen und Lügen dominiert.

Die Schriftgröße ist in der deutschen Übersetzung leider recht klein geraten, was bei mir, neben dem starken Eigengeruch der bunt bedruckten Seiten, leider für Kopfschmerzen gesorgt hat. Deswegen gibt es für das Lesevergnügen einen Stern Abzug.
Die Buchreihe gibt auf eine behutsame aber auch sehr offene Weise Aufschluss über das chinesische Schulsystem und verschiedene gesellschaftliche Konventionen. Der autobiographische Charakter lässt darauf schließen, dass die Ereignisse nicht aus der Luft gegriffen sind und zumindest zum Teil das Schulsystem in China erbarmungslos und wahrheitsgetreu geschildert wird.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Als 1,90m großes Mädchen hat man es nicht immer leicht.

Liebe ist so scheißkompliziert
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Als junges Mädchen bereits 1,90 Meter groß zu sein, ist nicht leicht. Einen Jungen als Partner zu finden noch viel schwieriger. Welcher Junge will schon zu seiner Freundin hoch sehen müssen? In "Liebe ...

Als junges Mädchen bereits 1,90 Meter groß zu sein, ist nicht leicht. Einen Jungen als Partner zu finden noch viel schwieriger. Welcher Junge will schon zu seiner Freundin hoch sehen müssen? In "Liebe ist so scheißkompliziert" nimmt sich die Autorin Sabine Schoder dieser Problematik mit Gefühl aber auch dem nötigen Witz an.

Sabine Schoder (geboren 1982) studierte Grafikdesign in Wien. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann in Voralberg und hat sich hauptberuflich der Schriftstellerei gewidmet, nachdem ihr Debüt "Liebe ist was für Idioten. Wie mich." ein großer Erfolg war.

Nele ist ein ganz normales Mädchen, wenn man mal von ihrer Größe (1,90m) absieht. Auf einer Party stürzt sie mit Jerome, einem Basketballspieler, ab und danach kursiert ein Video von ihr im Internet. Gleichzeitig ereignen sich beängstigende Dinge an der Schule. Wer ist dafür verantwortlich, und hat wirklich Jerome ihre Lage ausgenutzt und das Video online gestellt?

Die Hauptcharaktere sind gut aufeinander abgestimmt und bieten spannende und auch humorvolle Dialoge.
Nele, die im Zentrum der Handlung steht, ist ein äußerst schlagfertiges und witziges Mädchen, welches gleichzeitig mit einigen Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen hat. Doch ihre Komplexe verpackt sie gerne in sarkastische Aussagen.
Auch Jerome nimmt eine wichtige Rolle in der Geschichte ein und ist ein spannender und tiefgründiger Charakter.
Auch die Handlung ist flüssig und stets spannend. Der Schreibstil ist locker und der Altersklasse, welche das Buch repräsentiert, angepasst.

Dieses Jugendbuch ist ein Pageturner. Ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe bei den Nebencharakteren gewünscht und es blieben am Ende ein paar Fragen offen. Dennoch bot dieses Buch ein wahres Lesevergnügen und es machte Spaß Nele und ihrer Geschichte zu folgen.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Eine wunderschöne Gutenachtgeschichte.

Der Sternenmann
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Den Mann im Mond kennt wohl jeder, aber was genau macht denn der Sternenmann da jeden Abend hoch oben am Himmel? Max von Thun erzählt eine schöne Geschichte über die vielen einzigartigen Sternen am Himmel, ...

Den Mann im Mond kennt wohl jeder, aber was genau macht denn der Sternenmann da jeden Abend hoch oben am Himmel? Max von Thun erzählt eine schöne Geschichte über die vielen einzigartigen Sternen am Himmel, darüber wie wichtig jeder Einzelne ist und dass man selbst manchmal viel zu schlecht über sich selbst denkt. "Der Sternenmann" hat das Herz meiner Kinder erobert.

Max von Thun ist als Schauspieler, Musiker und Autor tätig. Er arbeitete bereits an über 50 Film- und Fernsehproduktionen mit und erhielt 2005 als beliebtester männlicher Shootingstar die „Romy“. "Der Sternenmann" entstand aus Liedern, welche er für seinen Sohn geschrieben hatte.
Martha Balmaseda ist Spanierin und arbeitet als Illustratorin für Kinderbuchverlage in Spanien, Deutschland, England und den USA.

Der Sternenmann wohnt ganz allein auf einem kleinen Planeten. Jeden Abend macht er sich auf den Weg, die Sterne zu erleuchten und am Himmel zu verteilen. Aber eines Abends fällt ihm auf, dass der kleinste Stern gar nicht am Himmel hängt. So macht sich der Sternenmann auf die Suche, er fragt den Sandmann, den Mann im Mond, eine Astronautin und die Sonne. Obwohl alle den kleinen Stern so lieb haben, hat ihn keiner gesehen. Wird der Sternenmann den kleinen Stern wiederfinden?

Max von Thun ist eine zauberhafte Gutenachtgeschichte gelungen. Die zentrale Idee, dass jeder einzigartig und wertvoll ist, ist gerade für Kinder so wichtig. Denn oft fühlen sie sich selbst nicht wertgeschätzt oder geliebt.
Schön fand ich auch die Idee, eine Astronautin in die Geschichte einzuflechten. Das ist ungewöhnlich, man kennt sonst meist nur den Sandmann, den Mann im Mond und die Sonne, wenn es um die Bewohner des Himmels geht.
Die Illustrationen sind liebevoll gezeichnet und erschaffen eine wunderschöne Atmosphäre. Eine kleine Weihnachtsmann-Analogie ist beim Sternenmann auch zu finden, sein Gefährt wird von Schafen (anstatt Rentieren) gezogen. Auch die Schafe sind ein schöner Gedanke, zählt man sie nicht auch, um einschlafen zu können, bzw. sehen die Wolken am Himmel nicht oft aus wie Schäfchen? Diese Vieldeutigkeit hat mir sehr gut gefallen.
Als kleines i-Tüpfelchen kann man auf der Webseite des Verlags noch ein Gutenachtlied vom Autoren über den Sternenmann anhören.

Max von Thun hat hier zwar nicht etwas völlig Neues geschaffen, aber das Spiel mit den Mythen ist ihm gut gelungen. "Der Sternenmann" bannt die kleinen Leser und Zuhörer an die Geschichte und lädt zum Träumen ein.

Veröffentlicht am 17.08.2018

Young Adult Literatur mit tiefgründigen und ernsten Hintergrundgedanken.

The Ivy Years – Was wir verbergen
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Vor einer Weile bin ich auf die Reihe "The Ivy Years" gestoßen. Sie erzählt die Geschichten verschiedener Protagonisten, die auf das Harkness College gehen. Nachdem ich den ersten Band mit großem Vergnügen ...

Vor einer Weile bin ich auf die Reihe "The Ivy Years" gestoßen. Sie erzählt die Geschichten verschiedener Protagonisten, die auf das Harkness College gehen. Nachdem ich den ersten Band mit großem Vergnügen in kürzester Zeit gelesen habe und mir der Erzählstil der Autorin Sarina Bowen sehr gefallen hat, musste ich unbedingt auch den zweiten Band lesen. Auch hier sind einige ernste Hintergrundthemen zu finden. Eine tolle neue Reihe, auf deren dritten Band (Erscheinungstermin Oktober 2018) ich mich schon freue.

Sarina Bowen studierte Wirtschaftswissenschaften in Yale. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Hanover, New Hampshire. Ihre True-North-Reihe feierte bereits große Erfolge und wurde von Lesern wie Bloggern hoch gelobt.

Bridger McCaulley, ein Charakter der bereits im ersten Band der Reihe einige Auftritte hatte, wird in diesem Band Scarlett Crowley zur Seite gestellt.
Scarlett verlässt überstürzt ihr Elternhaus, ohne sich von ihren Eltern zu verabschieden. Vor dem Haus der Familie warten einige Vans diverser Nachrichtensender. Wieso das genau der Fall ist, wird erst im Lauf der Erzählung enthüllt. Scarlett nimmt einen neuen Namen an und beginnt am Harkness College mit ihrem Studium. Dabei kommen sich Bridger und Scarlett näher, doch beide haben Geheimnisse.

Bridger ist ein wirklich cooler Typ und das kommt besonders durch die Schreibweise der Autorin hervor, wenn die Kapitel aus seiner Sicht geschildert werden. Er hat ein hartes Leben und viele Geheimnisse, aber dennoch bleibt ihm sein Humor erhalten.
Auch Scarlett ist ein authentischer Charakter. Zu Beginn ist sie sehr taff, zeigt dann aber auch eine zurückhaltende Seite, um später wieder mutiger zu werden und ihre Probleme zu verarbeiten.

Auch der zweite Band der Reihe ist flüssig geschrieben und somit auch sehr schnell gelesen. Es ist ein wahrer Page-Turner und es fällt schwer, die Geschichten nicht in einem Rutsch durchzulesen. Die Handlung ist lebensnah und nachvollziehbar gestaltet und bieten ein wahres Lesevergnügen.
Bei "The Ivy Years - Was wir verbergen" handelt es sich nicht nur um eine weitere Young Adult Liebesgeschichte. Sarina Bowen behandelt ernste Hintergrundthemen und das macht diese Reihe so besonders. Absolut lesenswert.