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Veröffentlicht am 17.08.2018

Was tun, wenn ein Denkmal plötzlich den eigenen Schuppen erobert?

Leonie und Ludwig, Band 01
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Ein Denkmal namens Ludwig, welches von seinem Sockel steigt und nach einem schöneren Plätzchen sucht? Dabei bekommt es Hilfe von einem Mädchen namens Leonie, welches das Denkmal aber zumeist für einen ...

Ein Denkmal namens Ludwig, welches von seinem Sockel steigt und nach einem schöneren Plätzchen sucht? Dabei bekommt es Hilfe von einem Mädchen namens Leonie, welches das Denkmal aber zumeist für einen Jungen hält, schließlich trägt das Kind Hosen! Die Ausgangssituation versprach eine turbulente Geschichte mit Witz und Spannung. Doch Ludwig, das Denkmal, entpuppt sich als nicht gerade liebenswürdig und die Spannung blieb etwas auf der Strecke.

Clare Elsom ist eine britische Illustratorin. Sie lebt in London und arbeitet für verschiedenste Verlage. "Leonie und Ludwig" ist ihr erstes Buch, welches sie als Autorin sowie als Illustratorin herausbrachte. Ihre Charaktere sind stets frech und selbstbewusst.

Leonie wollte eigentlich nur etwas Zeit mit ihrem Opa im Park verbringen. Doch da sieht sie mit an, wie ein Denkmal namens Ludwig von seinem Sockel steigt, weil es die Nase voll hat von den Tauben, die ihn beschmutzen. Außerdem ist herumstehen langweilig und absolut nichts für einen Seemann, der zu Lebzeiten eine Eroberung nach der anderen gemacht hat. Also macht sich Ludwig auf den Weg, um einen neuen Standort zu finden. Natürlich bietet sich hier der Sockel seines Erzfeindes Silberpo an, dessen Nachfahre der Bürgermeister der Stadt ist. Lena versucht Ludwig andere Orte schmackhaft zu machen und hat dabei alle Hände voll zu tun.

Der Schreibstil ist spritzig und die Illustrationen sind passend und voller Witz. Zu Beginn werden die Protagonisten durch Illustrationen vorgestellt, sodass man beim Lesen immer wieder mal hinblättern kann, falls man sich nicht ganz sicher ist. Auch ein Schaubild der Stadt ist zu finden, sodass man immer weiß, wo sich Ludwig und Leonie gerade herumtreiben. Das Buch ist mit seinen vielen Bildern und der größeren Schrift ziemlich schnell vorgelesen.
Allerdings wurde uns Ludwig einfach nicht sympathisch und auch die Protagonistin Leonie ist eher genervt von ihm, und froh als er wieder auf seinen Sockel zurückkehrt. Der Satz auf dem Einband „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber diese Freundschaft nicht!“ passt hier so gar nicht.
Auch die Spannung bleibt eher aus, da werden große und spannende Ereignisse eingeläutet, bevor es aber spannend werden kann, besinnt sich Ludwig eines besseren.
Lediglich der Opa trägt seinen Nutzen aus Ludwigs Eroberungstour, denn er bekommt einen super aufgemotzten Schuppen mit Balkon, Kanonenrohren und Anlegesteg.
Typische Stereotypen wie die Familie Silberpo, die absolut nicht liebenswert ist und noch dazu das Bürgermeisteramt besetzt, werden angeführt aber nicht weiter im Detail verarbeitet.

Alles in allem handelt es sich um ein eher unaufgeregtes Kinderbuch mit einem nicht ganz so liebenswürdigen dabei aber größenwahnsinnigen Kapitän Ludwig und einem genervten Mädchen, welches lieber Ruhe haben will, als auf Abenteuerreise mit einem Denkmal zu gehen. Der Funken konnte leider nicht wirklich überspringen.
Die Illustrationen hingegen sind treffend und voller Witz, und auch Ludwigs Wörterbuch im Anhang ist eine super Idee, um eventuelle Wortlücken der kleinen Leser auf humorvolle Weise zu füllen.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Ein magisches Häschen braucht deine Hilfe!

Magische Häschen – Traumhafte Ferien
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Freundlicherweise hat mir der Verlag die beiden bisher erschienen Bücher zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Geschichten drehen sich um das kleine Wildkaninchen Pfeil, das die Mondschimmerwiese ...

Freundlicherweise hat mir der Verlag die beiden bisher erschienen Bücher zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Geschichten drehen sich um das kleine Wildkaninchen Pfeil, das die Mondschimmerwiese beschützen will und sich dafür in unserer Welt verstecken muss. Doch dafür braucht er Hilfe.

Sue Bentley lebt und arbeitet in Northampton in einem von Hecken umsäumten Haus. Bevor sie sich ihrer schriftstellerischen Tätigkeit widmete, arbeitete sie als Bibliothekarin. Bücher sind also ihre Leidenschaft. Sue Bentley schreibt unter diversen Pseudonymen. Bei arsEdition sind weitere Buchreihen über zauberhafte Tiere erschienen: "Zauberponys", "Zauberkätzchen" und "Auf magischen Pfoten".

In der Reihe der "Magischen Häschen" sind bisher zwei Bände erschienen: "Schokosüße Wünsche" und "Traumhafte Ferien".
Beide Bände beginnen mit einem Brief des Oberhauptes der Kolonie von der Mondschimmerwiese namens Blitz. Er schreibt dass sein tapferer Freund Pfeil, seine Welt verlassen muss, um einen magischen Schlüssel vor den Finsterhasen zu verstecken. Doch dafür braucht er Hilfe. Pfeil kann die unterschiedlichsten Fellfarben annehmen, aber an den winzigen Regenbogen in seinen Augen ist er stets zu erkennen.

Die beiden Geschichten sind sich sehr ähnlich und haben einen stark wiederholenden Charakter. Das magische Häschen Pfeil muss die Mondschimmerwiese verlassen und kommt dazu in unsere Welt.
In "Traumhafte Ferien" trifft Pfeil auf Becky. Sie macht Ferien auf dem Hof ihres Onkels und freundet sich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ihrem Cousin an. Dieser sorgt sich um die Feldkaninchen, die seinem Onkel die Ernte verderben und somit beseitigt werden sollen. Becky und Pfeil müssen die Feldkaninchen unbedingt retten.

Die Illustrationen von Angela Swan sind liebevoll in schwarz-weiß gestaltet und sehr realitätsnah. Sie passen sehr schön zur Geschichte und bieten auch jüngeren Kindern die Möglichkeit der Geschichte aufmerksam zu folgen.

Wie bereits erwähnt, sind sich die beiden Geschichten sehr ähnlich. Da wir die Bücher hintereinander weg gelesen haben, wurde mir das ganz besonders deutlich. In beiden Fällen muss sich Pfeil dringend verstecken, beide Male erschreckt er sich und hoppelt einfach davon, sodass die Mädchen große Sorge um ihn haben und beide Male scheint er im gleichen oder sehr ähnlichem Wortlaut zu erklären, dass er, sobald sein Schlüssel dauerhaft leuchtet, dringend in seine Welt zurück kehren muss und sich möglicherweise nicht von seinen Freundinnen verabschieden kann. Mich persönlich störte das massiv, meine Tochter hingegen gar nicht. Ganz pragmatisch sagte sie, dass Pfeil das ja auch jedem Kind unbedingt sagen muss, damit es Bescheid weiß.

Für mich als Vorleserin hätte eines der beiden Bücher vollkommen gereicht. Meine 7-jährige Tochter fand aber beide Bücher toll. Die Spannung hält sich eher in Grenzen, sodass diese Bücher auch gut vor dem Zubettgehen vorgelesen werden können.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Ein magisches Häschen braucht deine Hilfe!

Magische Häschen – Schokosüße Wünsche
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Freundlicherweise hat mir der Verlag die beiden bisher erschienen Bücher zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Geschichten drehen sich um das kleine Wildkaninchen Pfeil, das die Mondschimmerwiese ...

Freundlicherweise hat mir der Verlag die beiden bisher erschienen Bücher zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Geschichten drehen sich um das kleine Wildkaninchen Pfeil, das die Mondschimmerwiese beschützen will und sich dafür in unserer Welt verstecken muss. Doch dafür braucht er Hilfe.

Sue Bentley lebt und arbeitet in Northampton in einem von Hecken umsäumten Haus. Bevor sie sich ihrer schriftstellerischen Tätigkeit widmete, arbeitete sie als Bibliothekarin. Bücher sind also ihre Leidenschaft. Sue Bentley schreibt unter diversen Pseudonymen. Bei arsEdition sind weitere Buchreihen über zauberhafte Tiere erschienen: "Zauberponys", "Zauberkätzchen" und "Auf magischen Pfoten".

In der Reihe der "Magischen Häschen" sind bisher zwei Bände erschienen: "Schokosüße Wünsche" und "Traumhafte Ferien".
Beide Bände beginnen mit einem Brief des Oberhauptes der Kolonie von der Mondschimmerwiese namens Blitz. Er schreibt dass sein tapferer Freund Pfeil, seine Welt verlassen muss, um einen magischen Schlüssel vor den Finsterhasen zu verstecken. Doch dafür braucht er Hilfe. Pfeil kann die unterschiedlichsten Fellfarben annehmen, aber an den winzigen Regenbogen in seinen Augen ist er stets zu erkennen.

Die beiden Geschichten sind sich sehr ähnlich und haben einen stark wiederholenden Charakter. Das magische Häschen Pfeil muss die Mondschimmerwiese verlassen und kommt dazu in unsere Welt.
In "Schokosüße Wünsche" trifft er dabei auf Hanna. Das Mädchen geht auf eine neue Schule und hat dort anfänglich Schwierigkeiten, eine Freundin zu finden. Doch durch Pfeils Hilfe schafft sie es, Anschluss zu finden.

Die Illustrationen von Angela Swan sind liebevoll in schwarz-weiß gestaltet und sehr realitätsnah. Sie passen sehr schön zur Geschichte und bieten auch jüngeren Kindern die Möglichkeit der Geschichte aufmerksam zu folgen.

Wie bereits erwähnt, sind sich die beiden Geschichten sehr ähnlich. Da wir die Bücher hintereinander weg gelesen haben, wurde mir das ganz besonders deutlich. In beiden Fällen muss sich Pfeil dringend verstecken, beide Male erschreckt er sich und hoppelt einfach davon, sodass die Mädchen große Sorge um ihn haben und beide Male scheint er im gleichen oder sehr ähnlichem Wortlaut zu erklären, dass er, sobald sein Schlüssel dauerhaft leuchtet, dringend in seine Welt zurück kehren muss und sich möglicherweise nicht von seinen Freundinnen verabschieden kann. Mich persönlich störte das massiv, meine Tochter hingegen gar nicht. Ganz pragmatisch sagte sie, dass Pfeil das ja auch jedem Kind unbedingt sagen muss, damit es Bescheid weiß.

Für mich als Vorleserin hätte eines der beiden Bücher vollkommen gereicht. Meine 7-jährige Tochter fand aber beide Bücher toll. Die Spannung hält sich eher in Grenzen, sodass diese Bücher auch gut vor dem Zubettgehen vorgelesen werden können.

Veröffentlicht am 18.07.2018

Ein wundervolles Jugendbuch über die Schönheit des Lebens

Glück ist eine Gleichung mit 7
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Vor einer Weile bin ich durch eine Rezension auf das Buch "Glück ist eine Gleichung mit 7" aufmerksam geworden. Lange lauerte das Buch auf meiner Leseliste und als es mir neulich in einer Buchhaltung in ...

Vor einer Weile bin ich durch eine Rezension auf das Buch "Glück ist eine Gleichung mit 7" aufmerksam geworden. Lange lauerte das Buch auf meiner Leseliste und als es mir neulich in einer Buchhaltung in die Hände fiel, musste ich es einfach kaufen. Dieses Jugendbuch ist eine wunderbare Geschichte über ein ganz besonderes Mädchen, welches ihre Eltern verliert, daran aber nicht zerbricht sondern sogar noch das Leben all der Menschen um sich herum zum Besseren wendet.

Holly Goldberg Sloan lebt mit ihrer Familie in Santa Monica, Kalifornien und ist Regisseurin, Filmproduzentin sowie Drehbuchautorin. Sie ist eine Weltenbummlerin und hat im Alter von 24 Jahren bereits in den Niederlanden, in Istanbul, New York City, Washington D.C. und Oregon gelebt. 2015 erschien ihr erstes Jugendbuch "Glück ist eine Gleichung mit 7" bei Hanser, gefolgt von dem Kinderbuch "Short" (2018).

Willow ist eine ganz besondere Protagonistin, stets sieht sie immer die Positive Seite an den Dingen und ihr Wissensdurst ist unersättlich. So studiert sie das Verhalten von Fledermäusen und züchtet einen prachtvollen Garten. Außerdem begeistert sie die Zahl 7. Nachdem Willow ihre Adoptiveltern durch einen Autounfall verliert, weiß zunächst keiner so recht, wo hin mit ihr. Doch ihre Freundin Mai nimmt sie kurzerhand zu sich. Willows Anwesenheit verändert die Welt der Menschen, die ihr begegnen und es entstehen neue Möglichkeiten, die das Leben dieser Menschen nachhaltig verbessern.

Zitat: „meiner Meinung nach ist es keine sonderlich gute Idee, Menschen festzulegen. Wir sind alle bunt gemixte genetische Eintöpfe. Jeder Mensch besteht aus jeder Menge Zutaten, die ihn zu etwas machen, was einzigartig ist.“ (Seite 23)

Das Cover zeigt wunderbar die Besonderheit Willows. Sie ist wie der farbenfrohe rote Fisch, der gegen den Strom aller türkis farbener Fische schwimmt. Sie ist einzigartig in ihrer Art und in dem, was sie tut.

Die Geschichte erfasste mich wie ein Sog. Die hochbegabte Willow ist so ungewöhnlich und dabei sehr liebenswert. Ihr tragischer Schicksalsschlag wird einfühlsam und gleichzeitig distanziert geschildert. Denn so ist Willow, sie analysiert und ist sehr rational. Sie erinnerte mich sehr an Sheldon Cooper aus der Serie "The Big Bang Theory". Während Willow allein durch ihre Anwesenheit und ihre rationalen Taten ihr Umfeld beeinflusst, nehmen die Menschen ihr Leben in die eigenen Hände. Ein Taxifahrer sieht ein, dass er mehr vom Leben erwartet als nur Taxi zu fahren und seine Ausbildung endlich in Angriff nehmen muss. Willows Sozialarbeiter übernimmt Verantwortung, anstatt in seiner eigenen Wohnung zu versauern. Willows Freundin Mai ist von Beginn an stark und setzt sich durch, doch auch ihre Lebensumstände werden durch Willows Schicksal verbessert. Mais Bruder Quang-ha bekommt endlich Stabilität und Normalität und öffnet sich zunehmend der eigenen Familie. Deren Mutter Pattie war stets eine Lebenskünstlerin und merkt endlich, dass sie ihren Kindern mehr bieten sollte als nur das Nötigste.
Das Ende der Geschichte bot vielleicht ein wenig zu viele Happy Endings. Das wäre gar nicht nötig gewesen und machte die Geschichte zum Schluss etwas unglaubwürdig und märchenhaft. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich zu diesem Buch habe.

"Glück ist eine Gleichung mit 7" ist eine bewegenden Geschichte, mit viel Tiefgang und einigen Erzählsträngen, die ein wunderbares Ganzes ergeben. Man lacht. Man weint. Man ist zutiefst gerührt über dieses wundervolle und pragmatische Mädchen, welches nichts Böses in sich trägt sondern einfach nur die Schönheit des Lebens sieht.

Veröffentlicht am 05.07.2018

Ein witzige Buch, dessen Ende mit Vorsicht zu genießen ist.

Gangsta-Oma
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Auf der Leipziger Buchmesse haben meine Tochter und ich ein Buch mit einem interessanten Titel und vielversprechendem Cover entdeckt. "Gangsta-Oma" von David Walliams ist ein witziges Buch, mit einer dramatischen ...

Auf der Leipziger Buchmesse haben meine Tochter und ich ein Buch mit einem interessanten Titel und vielversprechendem Cover entdeckt. "Gangsta-Oma" von David Walliams ist ein witziges Buch, mit einer dramatischen Wendung zum Ende hin. Wir wünschten uns, wir hätten es nach dem 30. Kapitel (bis Seite 225) zur Seite gelegt.

David Walliams ist ein britischer Kinderbuchautor, spielt in der englischen Comedyserie Little Britain mit und sitzt in der Jury von Britain’s Got Talent. Neben der Gangsta-Oma gibt es noch "Terror-Tantchen", "Propeller-Opa", "Rattenburger" und einige weitere Bücher.

Ben muss jeden Freitag bei seiner langweiligen und ständig Kohl essenden Oma bleiben, damit seine Eltern ihrem Hobby nachgehen können. Doch eines Tages lüftet Ben das größte Geheimnis seiner Oma. Diese ist nämlich gar nicht so langweilig, wie er immer dachte, sondern eine berühmte Juwelendiebin. Nun beginnt das größte Abenteuer in Bens bisherigen Leben, denn er und seine Oma wollen die Kronjuwelen aus dem Tower of London stehlen.

Die Eigenheiten der verschiedenen Charaktere werden sehr überspitzt dargestellt. Da ist die Oma, die ständig Kohl zubereitet. Bens Eltern sind leidenschaftliche Tanzveranstaltungs-Zuschauer und Ben selbst interessierte sich nur für Klemptnerarbeiten. Alle sind mit sich selbst so sehr beschäftigt, dass ihnen der Sinn für das Wesentliche abhanden kommt, nämlich Zusammenhalt und gegenseitiges Interesse.
Doch Ben und seine Oma entdecken Gemeinsamkeiten und es war schön, mitzuerleben, wie die beiden wieder – wie einst – zusammenwachsen. Denn früher war Ben begeistert von Omas Gangster-Geschichten, wäre aber nicht im Traum auf die Idee gekommen, das seine Oma vielleicht aus den eigenen Erfahrungen schöpft, um diese spannenden Geschichten zu erzählen.
Auch seine Oma besinnt sich und zeigt Interesse an ihrem Enkel, sie unterstützt ihn und bestärkt ihn in seinen Wünschen und Zukunftsplänen.
Lauthals mussten wir bei einer Szene mit Omas Nachbar Mr. Parker lachen. Auch er bedient Stereotypen, indem er der Oma hinterher spioniert und sie versehentlich beim Nacktyoga erwischt. Eine tolle Szene mit passender Illustration.
Die Illustrationen sind in schwarz-weiß gehalten und eher minimalistisch. Hin und wieder sind sie für eine 6-jährige schwierig zu erkennen gewesen. Dennoch fangen sie den Humor der Geschichte ein, wenn zum Beispiel die Oma und Ben mit dem Elektromobil über die Autobahn brettern.

Und nun mache ich etwas, was ich sonst in keiner meiner Rezensionen jemals getan habe, aber ich wäre froh gewesen, wenn ich diese wichtige Information vor dem Lesen mit meiner Tochter gehabt hätte.
Also, Achtung Spoiler!
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Ganz am Ende der Geschichte, also ab dem 31. Kapitel, kristallisiert sich heraus, dass Bens Oma krank ist und sterben wird. Diese Information kam für uns fast aus dem Nichts und wir waren völlig unvorbereitet und das Ganze traf meine Tochter zutiefst. Ziemlich ungünstig also, wenn man dieses Buch vor dem Schlafengehen liest, die Tochter aber in Tränen ausbricht. Noch Tage später erzählte meine Tochter, wie blöd sie diese Wendung fand und dass sie keinem dieses Buch empfehlen würde.
Der Tod der Oma, die Beerdigung und das Leben danach wird in den 5 letzten Kapiteln thematisiert. Aber irgendwie fehlte uns da ein echter Zusammenhang. Klar kann man sagen, dass die Oma ihre letzten verbleibenden Tage mit ihrem Enkel bestmöglich nutzen wollte und der jüngeren Generation wird die Vergänglichkeit näher gebracht. Das Ganze wäre aber für die Geschichte an sich nicht nötig gewesen. Und aus diesem Grund verliert dieses Buch leider am Schluss einige Sternchen in der Bewertung.
Wer also gefühlsbetonte Kinder hat, sollte nach dem 30. Kapitel einfach aufhören, oder aber sein Kind vorher auf dieses Detail hinweisen. Sonst ist der Spaß an diesem Buch ganz schnell vorbei.

Und weiter geht es ohne Spoiler mit dem Fazit:
In diesem Buch werden die Unterschiede zwischen jung und alt gut eingefangen. Die Einsamkeit der älteren Generation und die Langeweile der jungen Generation werden schön gegenüber gestellt. Dadurch das die Stereotypen auf die Spitze getrieben werden, hat der Leser einiges zu lachen. Auf das Ende hätten wir aber gut verzichten können.