Solide Fortsetzung
The Woman in Suite 11„The Woman In Cabin 10“ liegt nun schon einige Jahre zurück und gerade läuft auf Netflix die Verfilmung. Dadurch war bei mir das Buch auch wieder präsent und ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung „The ...
„The Woman In Cabin 10“ liegt nun schon einige Jahre zurück und gerade läuft auf Netflix die Verfilmung. Dadurch war bei mir das Buch auch wieder präsent und ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung „The Woman In Suite 11“ um zu erfahren, was aus Lo Blacklock und ihrer Lebensretterin von damals geworden ist. Lo hat ihre traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff Aurora inzwischen in einem Buch verarbeitet und lebt mit Mann und Kindern in New York. Nach einer längeren Kinderpause möchte sie nun zurück in ihren Beruf als Reisejournalistin und nimmt deswegen die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz an. Sie hofft auf ein Interview mit dem extrem zurückgezogen lebenden Besitzer und Geschäftsmann Marcus Leidmann. Doch statt ihn trifft sie in seiner Suite auf eine Frau, die sie kennt und die behauptet in tödlicher Gefahr zu sein. Die Entscheidung, die Lo trifft, gibt ihrer Reise einen gänzlich anderen Verlauf und verstrickt sie in eine riskantes Katz-und Maus-Spiel.
Für die Handlung greift Ruth Ware auf ein bekanntes Muster zurück. Diesmal ist der Handlungsort anstelle eines Kreuzfahrtschiffs ein Luxushotel und die Protagonistin Lo gerät erneut in eine prekäre Lage. Der Erzählstil ist gewohnt flüssig und sorgt für eine stete unterschwellige Spannung. Bis zum ersten Mord vergehen allerdings fast 200 Seiten, während Lo ihr Trauma von der Aurora erneut in abgewandelter Form im Hotel durchlebt. Da sie jetzt aber ein glückliches Familienleben hat ist sie psychisch deutlich gefestigter. Trotzdem hätte ich sie manches Mal gerne geschüttelt wegen ihrer naiven Art und den Entscheidungen, die sie aus einem Pflichtgefühl gegenüber ihrer Lebensretterin trifft, die aber trotz allem nachvollziehbar bleiben. Der Schlussteil wartet noch mit einigen Wendungen auf, aber ich hatte schon früh eine Ahnung wie alles zusammenhängt, die sich auch größtenteils bestätigte.
Mit ihrer Fortsetzung knüpft die Autorin thematisch und atmosphärisch an ihren erfolgreichen Vorgänger an, kann für mich aber nicht ganz an diesen heranreichen. Für einen Thriller hat es mir an Spannung und Nervenkitzel gefehlt. Es war eher ein solider und gut konstruierter Krimi mit vertrauten Motiven, der mir durch den angenehmen Lesefluss aber doch einen guten Unterhaltungswert geboten hat. Man kann das Buch sehr gut unabhängig vom Vorgänger lesen, da alles wesentliche erklärt wird. Wenn man diesen kennt wird man aber die Handlungen und Entscheidungen von Lo sehr viel besser verstehen können.