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Veröffentlicht am 11.04.2021

Ein Roman mitten aus dem Leben

Liebe treibt die schönsten Blüten
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Svea ist eine junge Frau, die bis auf ein paar Dinge eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. Doch als sie durch einen Schicksalsschlag in der Familie in eine ihr nicht unbekannte aber doch neue ...

Svea ist eine junge Frau, die bis auf ein paar Dinge eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. Doch als sie durch einen Schicksalsschlag in der Familie in eine ihr nicht unbekannte aber doch neue Rolle in der Firma Tewald Gartenbau geworfen wird, entwickelt sie den Ehrgeiz und den Mut, die Dinge anzugehen, welche sie stören. Darüber hinaus erblickt sie in dem Rückenkurs auch noch den Mann ihrer Träume, doch seine Blicke scheinen zunächst geradewegs an ihr vorbeizuführen und auch sonst muss sie sich ziemlich ins Zeug legen, um etwas zu erreichen. Sie muss nicht nur einmal feststellen und lernen, dass man manchmal besser direkt über eine unangenehme Tatsache spricht, als sie wochenlang mit sich herumzutragen und sich in einem Missverständnis nach dem anderen zu verlieren.
Doch sie ist nicht alleine, ihre Freundin und WG-Mitbewohnerin Elisabeth steht ihr mit Rat und Tat zur Seite.

Der Schreibstil ist sehr authentisch, man kann sich sehr gut in die Situationen hineinfinden und gerade als Köln-Liebhaber kommt man in dem Buch auch auf seine Kosten.
Außerdem gefällt mir, dass Svea auch selbstreflektierende Aussagen über sich trifft und man nicht nur aus der Sicht anderer Personen etwas über sie, ihre Gedanken und Gefühle, erfährt.

Die Liebesgeschichte rund um Svea und Lars nimmt nicht nur einmal eine überraschende Wendung, was der Geschichte stets eine gewissen Grundspannung verleiht, die an einigen Punkten doch drastisch steigt, sodass ich das Buch einige Male nur schwer aus der Hand legen konnte.

Mir persönlich war Svea schon nach ein paar Seiten sehr sympathisch und auch Elisabeth, Lars und Cord mag ich sehr. Jeder hat seine ganz persönlichen Baustellen, die er oder sie anzugehen hat und es auch tut.

Die Tatsache, dass es neben der Hauptgeschichte noch andere Erzählstränge gibt, die etwas andere Themen behandeln, gefällt mir sehr gut. Neben der Liebesgeschichte zwischen Svea und Lars, ist da noch Elisabeth und ihre Überzeugung von polyamoren Beziehungen, die ein ganz besonderer Freund leider nicht teilen kann oder Cord, der Svea und der Gartenbaufirma gute Dienste erweist, sich aber mit einer Stalkerin auseinandersetzen muss oder das Thema Stadtbegrünung und Insektenvielfalt, zu dem man auch mit unkonventionellen Methoden etwas betragen kann und zu guter letzt noch Sveas Vater, der schmerzlich lernen muss, dass Arbeit nicht alles ist.

Insgesamt kann ich „Liebe treibt die schönsten Blüten“ nur sehr empfehlen. Eine tolle Lektüre für den gerade beginnenden Frühling.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Humor
  • Cover
Veröffentlicht am 27.02.2021

Eine Liebesgeschichte kompliziert erzählt

Dein erster Blick für immer
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Maya Flowers, ist eine junge Frau, die mit Ihrem Job sehr zufrieden ist und glaubt ein gutes Leben zu führen, um alles abzurunden fehlt noch der perfekte Mann.
Eines Tages sieht sie ihn im Zug, doch das ...

Maya Flowers, ist eine junge Frau, die mit Ihrem Job sehr zufrieden ist und glaubt ein gutes Leben zu führen, um alles abzurunden fehlt noch der perfekte Mann.
Eines Tages sieht sie ihn im Zug, doch das Problem, er sieht sie nicht.
Nach und nach muss Maya zudem einsehen, dass bei ihr doch nicht alles so rund und glücklich verläuft, wie sie noch vor nicht allzu langer Zeit dachte.
Nach einigen Veränderungen, unter anderem in Ihrem Umfeld, wird Maya klar, dass man manchmal auf seinen Bauch hören und all seinen Mut zusammennehmen muss, um etwas zu verändern und wirklich glücklich zu werden.

Besonders gut gefallen hat mir Velma. Sie ist eine herzensgute und weit gereiste ältere Dame, die Maya sofort in ihr Herz geschlossen hat. Sie ist für Maya nicht nur ein Freundin, sondern ein Vorbild, mir gefällt, wie Maya aus ihren Gedanken an Velma Kraft und Mut ziehen kann. Jeder sollte in seinem Leben eine solche Person haben.

Sehr gut fand ich die Umsetzung des Bahnthemas. Ich persönlich fahre auch fast täglich mit der Bahn und konnte mich sehr gut mit den geschilderten Szenen am Bahnsteig identifizieren. Es gibt überall die Person, die immer denselben Kaffee neben ihrer Zeitung stehen hat, oder das etwas ältere Zugmodell, in dem noch die ungemütlichen Sitze verbaut sind :)

Nicht so gut gefallen hat mir der zwar sehr detaillierte aber leider auch sehr sprunghafte Schreibstil. Die Geschichte enthält verschiedene Erzählstränge mit vielen Personen, an sich ist dies nicht schlimm, allerdings wechselt die Erzählung sehr häufig und in teils sehr kurzen Abständen zwischen diesen Erzählsträngen. Das macht es gerade am Anfang, wenn dem Leser noch nicht viele Details bekannt sind, recht schwer den einzelnen Geschichten zu folgen und neue Personen zuzuordnen. Zudem gibt es viele Andeutungen, die erst einige Zeit später aufgelöst werden, dies führt aber dazu, dass die Spannung nicht verloren geht und man nach ein paar gelesen Seiten, doch wieder in die Geschichte eintauchen kann.

Insgesamt kann ich „Dein erster Blick für immer“ von Zoë Folbigg empfehlen, da es nicht nur eine rührende Liebesgeschichte enthält, sondern auch anregende Gedanken zu Freundschaft, Gewohnheiten und dem Glücklichsein. Die Idee der Geschichte an sich, auch wenn sie etwas verworren ist, finde ich gut; allerdings führt die Umsetzung dazu, dass man zwischenzeitlich verloren geht.
Dadurch ist dies kein Buch, welches man immer mal wieder kurz zwischendurch lesen sollte, da am Anfang der Spaß verloren geht, wenn man nicht immer direkt wieder in die Geschichte hineinfindet.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.07.2020

Eine lockere und humorvolle Geschichte

Man wird ja wohl noch träumen dürfen
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Thea Fuß ist Physiotherapeutin mit einer eigenen Praxis, erstmal nichts Außergewöhnliches, doch die Hausgemeinschaft, in der sich ihre Praxis befindet, die ist es. Dort gibt es den redegewandten Doktor ...

Thea Fuß ist Physiotherapeutin mit einer eigenen Praxis, erstmal nichts Außergewöhnliches, doch die Hausgemeinschaft, in der sich ihre Praxis befindet, die ist es. Dort gibt es den redegewandten Doktor Grosser, der gegenüber eine Psychotherapie-Praxis betreibt und mit dem Thea formvollendete Gespräche führt, meistens jedenfalls. Dann wäre da noch Schröder, er ist IT-Experte und hat stets eine Tafel Schokolade für Thea, doch so wirklich weiß Thea nichts über ihn, weshalb er für sie etwas Geheimnisvolles ausstrahlt. Die Vierte im Bunde ist Margarete, die ihre Weisheiten und Ratschläge nicht nur in ihren Sachbüchern preisgibt.
Das eigentlich geregelte und schöne Leben der Hausgemeinschaft findet ein jähes Ende, als eines Tages ihr Vermieter mit einem Kündigungsschreiben vor der Türe steht. Doch so schnell geben die vier nicht auf, denn keiner möchte, dass sich diese gut funktionierende und gegenseitig unterstützende Hausgemeinschaft auflöst.
Thea war mir von Anfang an sympathisch. Sie regelt ihr Leben alleine, denn mit Männern hat sie abgeschlossen und ihr Emanzen-Modus trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass dies auch so bleibt. Doch wenn ihre etwas verrückte Oma, mal wieder einen Traum hat, der mit ihrer Zukunft zu tun hat, dann kann man dem ja nachgehen.
Alle Charaktere der Geschichte von der Hausgemeinschaft über Theas Oma bis hin zu Schröders Familie haben ihr Eigenarten, die sehr humorvoll beschrieben sind und durch deren Aufeinandertreffen die Geschichte an einigen Stelle richtig Fahrt aufnimmt.
Besonders gut gefallen hat mir der lockere und humorvolle Schreibstil von Kristina Günak, durch den man immer das Gefühl hat direkt im Geschehen dabei zu sein. Auch der ein oder andere Schmutzler bleibt nicht aus.
Das Hörbuch wird von Vanida Karun gelesen. Sie hat eine sehr angenehme Stimme, man kann ihr wunderbar zuhören und mit ihren Tonlagenwechseln vertont sie die verschiedenen Situationen sehr authentisch. Zudem bekommt jede Figur ihren ganz eigenen Charakter.
Insgesamt kann ich „Man wird ja wohl noch träumen dürfen“ nur empfehlen, eine sehr schöne und unterhaltsame Lektüre mit Happy End.

  • Einzelne Kategorien
  • Sprecherin
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 16.05.2020

Ein Roman voller Konfetti – Bunt und gefühlvoll

Konfetti im Herz
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Anne Hansen ist eine lebensfrohe Mittdreißigerin und hat drei liebenswerte Kinder, die Zwillinge Emma und Ben und das Nesthäkchen Theo. Seid ihr (Ex-) Mann sie am 10. Hochzeitstag um die Scheidung gebeten ...

Anne Hansen ist eine lebensfrohe Mittdreißigerin und hat drei liebenswerte Kinder, die Zwillinge Emma und Ben und das Nesthäkchen Theo. Seid ihr (Ex-) Mann sie am 10. Hochzeitstag um die Scheidung gebeten hat, ist das Leben endgültig nicht mehr, wie es mal war. Ein radikaler Neuanfang steht an und dazu gehört auch eine neue Wohnung mit neuen Nachbarn. Doch Anne lässt sich nicht unterkriegen. Sie ist gerade für ihre Kinder eine starke Mutter in der schweren Zeit und, wenn sie die Zweifel und Befürchtungen mal wieder gepackt haben, ist da immer Melli, ihre beste Freundin. Doch manchmal bringt das Leben auch kleine Wundertüten, so zum Beispiel einen Praktikumsbesuch im „Pauls“, dem Kölner Restaurant, mit sehr guten Bewertungen und mit einem sehr charmanten Besitzer namens Tom Paulsen.
Konfetti im Herz von Christina Beuther ist im Aufbau digital Verlag erschienen und mein erster Roman der Autorin. Aber soviel sei an dieser Stelle schon gesagt, dies wird definitiv nicht mein letzter Roman von Christina Beuther sein.
Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und ich wollte wissen, wie es mit Anne und den Kindern weitergeht. Doch die Geschichte hat mich immer wieder positiv überrascht, da es einige doch unerwartete Wendungen gab, die die Spannung hochgehalten oder nochmal gesteigert haben. Außerdem ist es nicht eine einfache Geschichte mit einem einzigen Erzählstrang, es werden verschiedenste Themen aufgegriffen, wie der Umgang mit Kindern nach einer Scheidung, der Schulunterricht mit seinen schönen Seiten, aber auch seinen Problemen, oder auch das Liebesleben einer Frau mit all seinen Tücken. Dies ist es auch, was das Buch so lebensnah und authentisch macht.
Darüber hinaus ist der Schreibstil von Christina Beuther sehr humorvoll und authentisch. Sie schreibt sehr emotional, weshalb ich dieses Buch so mag. Denn die Charaktere, ob Anne oder Tom, oder auch Annes Mutter, alle haben ihren ganz eigenen Charakter mit einigen Eigenarten, die aber so detailreich beschrieben sind, dass man das Gefühl hat, man würde sie alle schon lange kennen.
Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist eine tolle Geschichte mit Humor, Emotion und Tiefgründigkeit. Ich empfehle Konfetti im Herz definitiv jedem, der gerne laue Sommerabende oder kalte Wintertage mit einem guten Buch genießt.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Berührend und tiefgründig

Echo Lake - Mein Herz schlägt für dich
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Delaney ist mit ihrem Leben und ihrem Job eigentlich ganz zufrieden, doch das ändert sich als ihr Chef Gregory ihr ausgerechnet die Pädiatrie des Mercy Hospitals als neues Kürzungsobjekt zuteilt.
Doch ...

Delaney ist mit ihrem Leben und ihrem Job eigentlich ganz zufrieden, doch das ändert sich als ihr Chef Gregory ihr ausgerechnet die Pädiatrie des Mercy Hospitals als neues Kürzungsobjekt zuteilt.
Doch das ist nicht das Einzige, was ihr in nächster Zeit Kopfzerbrechen bereiten wird, denn da gibt es noch Dr. Joshua Mackenzie, der gutaussehende und charmante Stationsarzt der Pädiatrie. Aber dieser ist nicht nur ein Kollege und somit tabu, nein er vertritt auch noch ganz andere Interessen als Delaney, was das Budget der Pädiatrie angeht. Aber wer weiß, vielleicht sind ihre Interessen doch nicht so unterschiedlich, vielleicht machen dies nur die unterschiedlichen Ausgangslagen.
Daneben gibt es noch Delaneys Vergangenheit, diese hat sie durch den traumatischen Verlust eines Menschen bis heute nachhaltig geprägt.
„Mein Herz schlägt für dich“ ist der zweite Teil der Echo Lake-Reihe von Maggie McGinnis. Doch das heißt keinesfalls, dass man bereits den ersten Band gelesen haben muss, um den zweiten zu verstehen. Der erste Teil erzählt die Geschichte von Joshuas guten Freunden Ethan und Josie, die als Nebenfiguren auch in diesem Band wieder in Erscheinung treten.
Ich selbst habe den ersten Teil noch nicht gelesen und habe mich trotzdem im zweiten Teil nicht „verloren“ gefühlt ohne eine Vorgeschichte. Stattdessen kann ich mich jetzt freuen, dass es noch ein zweites Buch gibt, welches im schönen Vermont spielt.
Die Protagonistin Delaney scheint auf den ersten Blick eine kühle, distanzierte Finanzanalystin zu sein, doch je genauer man sie kennenlernt, desto mehr wird klar, dass dies eigentlich nur die schützende Fassade einer oft verletzten und eher zurückgezogenen jungen Frau ist. Ich persönlich finde Delaney sehr sympathisch, denn sie verkörpert Menschlichkeit, Wärme und Herzlichkeit.
Ebenso herzlich ist auch Dr. Mackenzie. Allerdings musste er diese Seite an sich nicht neu entdecken, wie Delaney, sondern er zeigt sie alltäglich bei seinen kleinen Patienten. Besonders berührt hat mich, wie aufopferungsvoll und uneigennützig Joshua sich um die Kinder kümmert. Einige andere Stellen in der Geschichte sind auch sehr berührend, weil sie mit so viel Detailgenauigkeit und Herzlichkeit erzählt sind. Das macht das Ganze noch viel anschaulicher.
Besonders mag ich Millie Swan. Millie ist die gute Seele der Pädiatrie und stets für die Kinder, aber vielleicht manchmal noch mehr für Dr. Mackenzie da. Sie nimmt teilweise eine Art Mutterrolle ein, in der sie Joshua davon abhält ohne Unterlass (und vor allem ohne Essen und Schlaf) zu arbeiten. Manchmal braucht es Mille aber auch einfach, um Joshua ein paar gute Tipps zu geben, was Frauen gerne mögen.
Maggie McGinnis` Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen und auch häufig sehr pointiert und spannend gestaltet. Besonders auffällig sind die, sich durch das ganze Buch ziehenden, Anzüglichkeiten zwischen Delaney und Joshua. So werden ihre Treffen stets von kleinen Gedankenspielen und Träumereien begleitet, die die aufgeladene Stimmung für den Leser greifbar macht.
Darüber hinaus hat das Buch neben dem spannenden Aspekt auch eine tiefgründigen. So wird immer wieder deutlich mit welcher Empathie und Herzlichkeit alle mit den teils schwer kranken Kindern umgehen und versuchen ihnen den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Darüber hinaus gibt es noch den zentralen Konflikt der Finanzierung und des Budgets des Mercy Hospitals, welcher zeigt, wie konträr Vorstellung und Realität sein können.
Ich persönlich finde, dass gerade die Mischung aus ernsten und heiteren Themen das Buch lesenswert macht, denn die gezeichneten Bilder und Charaktere sind keinesfalls idealisiert, sondern tiefgründig und vielschichtig angelegt.

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