Profilbild von Buecherwurm-Elena

Buecherwurm-Elena

Lesejury-Mitglied
offline

Buecherwurm-Elena ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buecherwurm-Elena über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2020

Eine lockere und humorvolle Geschichte

Man wird ja wohl noch träumen dürfen
0

Thea Fuß ist Physiotherapeutin mit einer eigenen Praxis, erstmal nichts Außergewöhnliches, doch die Hausgemeinschaft, in der sich ihre Praxis befindet, die ist es. Dort gibt es den redegewandten Doktor ...

Thea Fuß ist Physiotherapeutin mit einer eigenen Praxis, erstmal nichts Außergewöhnliches, doch die Hausgemeinschaft, in der sich ihre Praxis befindet, die ist es. Dort gibt es den redegewandten Doktor Grosser, der gegenüber eine Psychotherapie-Praxis betreibt und mit dem Thea formvollendete Gespräche führt, meistens jedenfalls. Dann wäre da noch Schröder, er ist IT-Experte und hat stets eine Tafel Schokolade für Thea, doch so wirklich weiß Thea nichts über ihn, weshalb er für sie etwas Geheimnisvolles ausstrahlt. Die Vierte im Bunde ist Margarete, die ihre Weisheiten und Ratschläge nicht nur in ihren Sachbüchern preisgibt.
Das eigentlich geregelte und schöne Leben der Hausgemeinschaft findet ein jähes Ende, als eines Tages ihr Vermieter mit einem Kündigungsschreiben vor der Türe steht. Doch so schnell geben die vier nicht auf, denn keiner möchte, dass sich diese gut funktionierende und gegenseitig unterstützende Hausgemeinschaft auflöst.
Thea war mir von Anfang an sympathisch. Sie regelt ihr Leben alleine, denn mit Männern hat sie abgeschlossen und ihr Emanzen-Modus trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass dies auch so bleibt. Doch wenn ihre etwas verrückte Oma, mal wieder einen Traum hat, der mit ihrer Zukunft zu tun hat, dann kann man dem ja nachgehen.
Alle Charaktere der Geschichte von der Hausgemeinschaft über Theas Oma bis hin zu Schröders Familie haben ihr Eigenarten, die sehr humorvoll beschrieben sind und durch deren Aufeinandertreffen die Geschichte an einigen Stelle richtig Fahrt aufnimmt.
Besonders gut gefallen hat mir der lockere und humorvolle Schreibstil von Kristina Günak, durch den man immer das Gefühl hat direkt im Geschehen dabei zu sein. Auch der ein oder andere Schmutzler bleibt nicht aus.
Das Hörbuch wird von Vanida Karun gelesen. Sie hat eine sehr angenehme Stimme, man kann ihr wunderbar zuhören und mit ihren Tonlagenwechseln vertont sie die verschiedenen Situationen sehr authentisch. Zudem bekommt jede Figur ihren ganz eigenen Charakter.
Insgesamt kann ich „Man wird ja wohl noch träumen dürfen“ nur empfehlen, eine sehr schöne und unterhaltsame Lektüre mit Happy End.

  • Sprecherin
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 16.05.2020

Ein Roman voller Konfetti – Bunt und gefühlvoll

Konfetti im Herz
0

Anne Hansen ist eine lebensfrohe Mittdreißigerin und hat drei liebenswerte Kinder, die Zwillinge Emma und Ben und das Nesthäkchen Theo. Seid ihr (Ex-) Mann sie am 10. Hochzeitstag um die Scheidung gebeten ...

Anne Hansen ist eine lebensfrohe Mittdreißigerin und hat drei liebenswerte Kinder, die Zwillinge Emma und Ben und das Nesthäkchen Theo. Seid ihr (Ex-) Mann sie am 10. Hochzeitstag um die Scheidung gebeten hat, ist das Leben endgültig nicht mehr, wie es mal war. Ein radikaler Neuanfang steht an und dazu gehört auch eine neue Wohnung mit neuen Nachbarn. Doch Anne lässt sich nicht unterkriegen. Sie ist gerade für ihre Kinder eine starke Mutter in der schweren Zeit und, wenn sie die Zweifel und Befürchtungen mal wieder gepackt haben, ist da immer Melli, ihre beste Freundin. Doch manchmal bringt das Leben auch kleine Wundertüten, so zum Beispiel einen Praktikumsbesuch im „Pauls“, dem Kölner Restaurant, mit sehr guten Bewertungen und mit einem sehr charmanten Besitzer namens Tom Paulsen.
Konfetti im Herz von Christina Beuther ist im Aufbau digital Verlag erschienen und mein erster Roman der Autorin. Aber soviel sei an dieser Stelle schon gesagt, dies wird definitiv nicht mein letzter Roman von Christina Beuther sein.
Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und ich wollte wissen, wie es mit Anne und den Kindern weitergeht. Doch die Geschichte hat mich immer wieder positiv überrascht, da es einige doch unerwartete Wendungen gab, die die Spannung hochgehalten oder nochmal gesteigert haben. Außerdem ist es nicht eine einfache Geschichte mit einem einzigen Erzählstrang, es werden verschiedenste Themen aufgegriffen, wie der Umgang mit Kindern nach einer Scheidung, der Schulunterricht mit seinen schönen Seiten, aber auch seinen Problemen, oder auch das Liebesleben einer Frau mit all seinen Tücken. Dies ist es auch, was das Buch so lebensnah und authentisch macht.
Darüber hinaus ist der Schreibstil von Christina Beuther sehr humorvoll und authentisch. Sie schreibt sehr emotional, weshalb ich dieses Buch so mag. Denn die Charaktere, ob Anne oder Tom, oder auch Annes Mutter, alle haben ihren ganz eigenen Charakter mit einigen Eigenarten, die aber so detailreich beschrieben sind, dass man das Gefühl hat, man würde sie alle schon lange kennen.
Einmal angefangen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist eine tolle Geschichte mit Humor, Emotion und Tiefgründigkeit. Ich empfehle Konfetti im Herz definitiv jedem, der gerne laue Sommerabende oder kalte Wintertage mit einem guten Buch genießt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 16.03.2020

Berührend und tiefgründig

Echo Lake - Mein Herz schlägt für dich
0

Delaney ist mit ihrem Leben und ihrem Job eigentlich ganz zufrieden, doch das ändert sich als ihr Chef Gregory ihr ausgerechnet die Pädiatrie des Mercy Hospitals als neues Kürzungsobjekt zuteilt.
Doch ...

Delaney ist mit ihrem Leben und ihrem Job eigentlich ganz zufrieden, doch das ändert sich als ihr Chef Gregory ihr ausgerechnet die Pädiatrie des Mercy Hospitals als neues Kürzungsobjekt zuteilt.
Doch das ist nicht das Einzige, was ihr in nächster Zeit Kopfzerbrechen bereiten wird, denn da gibt es noch Dr. Joshua Mackenzie, der gutaussehende und charmante Stationsarzt der Pädiatrie. Aber dieser ist nicht nur ein Kollege und somit tabu, nein er vertritt auch noch ganz andere Interessen als Delaney, was das Budget der Pädiatrie angeht. Aber wer weiß, vielleicht sind ihre Interessen doch nicht so unterschiedlich, vielleicht machen dies nur die unterschiedlichen Ausgangslagen.
Daneben gibt es noch Delaneys Vergangenheit, diese hat sie durch den traumatischen Verlust eines Menschen bis heute nachhaltig geprägt.
„Mein Herz schlägt für dich“ ist der zweite Teil der Echo Lake-Reihe von Maggie McGinnis. Doch das heißt keinesfalls, dass man bereits den ersten Band gelesen haben muss, um den zweiten zu verstehen. Der erste Teil erzählt die Geschichte von Joshuas guten Freunden Ethan und Josie, die als Nebenfiguren auch in diesem Band wieder in Erscheinung treten.
Ich selbst habe den ersten Teil noch nicht gelesen und habe mich trotzdem im zweiten Teil nicht „verloren“ gefühlt ohne eine Vorgeschichte. Stattdessen kann ich mich jetzt freuen, dass es noch ein zweites Buch gibt, welches im schönen Vermont spielt.
Die Protagonistin Delaney scheint auf den ersten Blick eine kühle, distanzierte Finanzanalystin zu sein, doch je genauer man sie kennenlernt, desto mehr wird klar, dass dies eigentlich nur die schützende Fassade einer oft verletzten und eher zurückgezogenen jungen Frau ist. Ich persönlich finde Delaney sehr sympathisch, denn sie verkörpert Menschlichkeit, Wärme und Herzlichkeit.
Ebenso herzlich ist auch Dr. Mackenzie. Allerdings musste er diese Seite an sich nicht neu entdecken, wie Delaney, sondern er zeigt sie alltäglich bei seinen kleinen Patienten. Besonders berührt hat mich, wie aufopferungsvoll und uneigennützig Joshua sich um die Kinder kümmert. Einige andere Stellen in der Geschichte sind auch sehr berührend, weil sie mit so viel Detailgenauigkeit und Herzlichkeit erzählt sind. Das macht das Ganze noch viel anschaulicher.
Besonders mag ich Millie Swan. Millie ist die gute Seele der Pädiatrie und stets für die Kinder, aber vielleicht manchmal noch mehr für Dr. Mackenzie da. Sie nimmt teilweise eine Art Mutterrolle ein, in der sie Joshua davon abhält ohne Unterlass (und vor allem ohne Essen und Schlaf) zu arbeiten. Manchmal braucht es Mille aber auch einfach, um Joshua ein paar gute Tipps zu geben, was Frauen gerne mögen.
Maggie McGinnis` Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen und auch häufig sehr pointiert und spannend gestaltet. Besonders auffällig sind die, sich durch das ganze Buch ziehenden, Anzüglichkeiten zwischen Delaney und Joshua. So werden ihre Treffen stets von kleinen Gedankenspielen und Träumereien begleitet, die die aufgeladene Stimmung für den Leser greifbar macht.
Darüber hinaus hat das Buch neben dem spannenden Aspekt auch eine tiefgründigen. So wird immer wieder deutlich mit welcher Empathie und Herzlichkeit alle mit den teils schwer kranken Kindern umgehen und versuchen ihnen den Krankenhausaufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Darüber hinaus gibt es noch den zentralen Konflikt der Finanzierung und des Budgets des Mercy Hospitals, welcher zeigt, wie konträr Vorstellung und Realität sein können.
Ich persönlich finde, dass gerade die Mischung aus ernsten und heiteren Themen das Buch lesenswert macht, denn die gezeichneten Bilder und Charaktere sind keinesfalls idealisiert, sondern tiefgründig und vielschichtig angelegt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2020

Heiter und tiefgründig

Das Glück ist zum Greifen da
1

Ana Aboviczs Leben scheint ganz gut zu laufen, sie hat viele Freunde, reizende und musikalisch begabte, elfjährige Zwillinge und sie fühlt sich wohl in Köln-Nippes, auch wenn eigentlich Serbien ihr Heimatland ...

Ana Aboviczs Leben scheint ganz gut zu laufen, sie hat viele Freunde, reizende und musikalisch begabte, elfjährige Zwillinge und sie fühlt sich wohl in Köln-Nippes, auch wenn eigentlich Serbien ihr Heimatland ist. Das Einzige, was ihr noch fehlt ist ein Job, doch eines Morgens findet sie einen gelben, amtlichen Brief in ihrem Briefkasten, der ihrem jetzigen Leben innerhalb von 28 Tagen ein jähes Ende bereiten würde.
Nach einem Gespräch bei der Ausländerbehörde ist klar, die Abschiebung von ihr und ihren Söhnen Vally und Olly nach Serbien ist rechtmäßig, wenn, …
Ja, wenn sie nicht schnellstmöglich einen Job findet, aber bei schon siebenundsiebzig erfolglosen Bewerbungen schwindet auch diese Hoffnung.
Die zweite Möglichkeit wäre, den Vater der Zwillinge, Udo, finden und zu einem Vaterschaftstest bewegen, aber auch dies gestaltet sich als schwierig, da Udo seit der Geburt der Zwillinge als Hornist durch die Welt reist und Ana nicht weiß, wo genau er steckt.
Die dritte und letzte Möglichkeit wäre ein Mann, doch in der letzten Zeit sah es bei Ana eher mau aus, was dieses Thema betrifft.
Doch Ana lässt sich nicht unterkriegen und kämpft, für sich, die Zwillinge und für ihr Leben in Köln, und dann gibt es da ja noch die echte kölsche Nachbarschaft, die ihr mit Rat und Tat zu Seite steht.

Sylvia Deloy lebt mit ihrer Familie in Köln und bringt mit der Geschichte auch ihre eigene Liebe zu Köln zum Ausdruck. Zeitgleich hat sie es aber auch geschafft, ein sehr vielschichtiges Buch zu schreiben, welches den Leser unterhält und gleichzeitig das Thema Abschiebung und seine Folgen behandelt und dem Leser vor Augen führt, wie dies, gerade für gut integrierte Familien, wie Ana und die Zwillinge, eine existenzbedrohende Tatsache ist.

Die Protagonistin Ana habe ich sofort ins Herz geschlossen, denn sie ist ein sehr fröhlicher, offener und hilfsbereiter Mensch, den man gernhaben muss. Zudem wusste und weiß sie immer was sie will und kämpft dafür. In ihrer Mietergemeinschaft ist sie sehr beleibt und engagiert sich, zum Beispiel bei gemeinsamen Fußballabenden im Garten des Hauses.
Die Zwillinge Vally und Olly mag ich persönlich sehr gerne, sie sind zwei aufgeweckte Jungs, die gerne mit ihren Freunden Fußball spielen, aber auch das Klavierspielen über alles lieben. Darüber hinaus besitzen die beiden ein Talent, auch so mancher ernsten Situation Humor zu verleihen.
Unbedingt erwähnt werden muss auch die Vasa-Torte nach dem Rezept von Oma Liljana, die eine nicht ganz Unwichtige Rolle in der Geschichte einnimmt. Beim Lesen wächst das Verlangen nach einem leckeren Stück Vasa-Torte zum Buch definitiv.

Sylvia Deloys Schreibstil ist sehr ansprechend und unterhaltsam, außerdem möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen, wenn man einmal angefangen hat. Man fiebert mit Ana, durchlebt sowohl Höhen und Tiefen mit ihr, auch gerade, weil ihre Gedanken und Emotionen sehr detailreich beschrieben werden.
Zum Ende hin gibt es auch noch die ein oder andere kleine, überraschende Wendung, die vorher nicht abzusehen war, dem Roman fehlt es nicht an Spannung.

Ein besonderes Merkmal des Romans ist sein Bezug zu Köln. Viele kölsche Traditionen und Gewohnheiten sind in die Geschichte eingebaut, wie kölsche Lieder, der Karneval und die Kölner Lichter. Gerade für Leser aus der Region, die mit alle dem vertraut sind, macht es Spaß den Roman zu lesen und sich vielleicht an der ein oder anderen Stellen wiederzuentdecken.

Insgesamt würde ich das Buch unbedingt weiterempfehle, da es auf der einen Seite sehr gut unterhält, aber auf der anderen Seite auch tiefgründig ist und ein mitunter aktuelles Thema gekonnt aufbereitet.

  • Cover
  • Erzähltstil
  • Charaktere
  • Geschichte
Veröffentlicht am 18.08.2019

Eine Achterbahn der Gefühle

Rückkehr ins kleine französische Landhaus
0

Emmie ist eine junge Britin, die im La Cour des Roses einen mehr oder weniger freiwilligen Neuanfang in Frankreich wagt. Als neue Managerin soll sie Rupert, dem Besitzer einem guten Freund, unter die Arme ...

Emmie ist eine junge Britin, die im La Cour des Roses einen mehr oder weniger freiwilligen Neuanfang in Frankreich wagt. Als neue Managerin soll sie Rupert, dem Besitzer einem guten Freund, unter die Arme greifen und Arbeit abnehmen. Doch schon in der ersten Woche wir ihr Können auf die Proben gestellt. Sie muss sich mit den etwas skurrilen Verhaltensweisen eines Reisebloggers auseinandersetzen und die vielen Extrawünsche der Großfamilie Thomson erfüllen. Das Ganze funktioniert auch recht gut, bis Rupert Ex-Frau Gloria wieder im La Cour des Roses auftaucht.
Dieses Buch ist das zweite einer Reihe von Helen Pollard. Dieser zweite Teil war aber mein erstes Buch der Autorin und somit hatte ich am Anfang etwas Bedenken, ob man den zweiten Band auch ohne den ersten verstehen kann. Ja, das kann man lautet die Antwort.
Zwar wird in diesem Teil natürlich auf den ersten Teil Bezug genommen, aber gleichzeitig werden auch die Hintergründe nochmals kurz erklärt, sodass man problemlos folgen kann.
Man kann aber nicht nur der Geschichte sehr gut folgen, sondern auch der Entwicklung der einzelnen Figuren. Wie schon der Titel der Rezension verrät, durchlebt Emmie, eine sehr emotionale Person, in der Geschichte fast alle Emotionen einmal. Dabei gibt es auch einige Tiefpunkte, die die Figur nur authentischer wirken lassen.
Durch den ansprechenden Schreibstil der Autorin sind die Emotionen authentisch und nachvollziehbar für den Leser.
Insgesamt finde ich, das der Roman Rückkehr in das kleine französische Landhaus ein gelungener Sommerroman ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl