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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein spannendes Stück Zeitgeschichte

Lila Eule
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„Lila Eule“ von Cordt Schnibben erzählt die spannende Geschichte von Carl, der aus Protest gegen seinen Nazi-Vater von Westdeutschland nach Ost-Berlin zieht. Dort verliebt er sich in Mara, deren ...

„Lila Eule“ von Cordt Schnibben erzählt die spannende Geschichte von Carl, der aus Protest gegen seinen Nazi-Vater von Westdeutschland nach Ost-Berlin zieht. Dort verliebt er sich in Mara, deren Vater bei der Stasi arbeitet. Schnell gerät Carl in Schwierigkeiten, weil er als verdächtig angesehen wird.

Das Buch verbindet persönliche Erlebnisse mit einem Blick auf die deutsche Geschichte. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Details über das Leben in der DDR und die Zeit der politischen Umbrüche. Ich finde, dass das Buch die Atmosphäre sehr gut einfängt. Der Schreibstil ist klar, und angenehm zu lesen. Besonders die Gestaltung des Buches mit den bunten Collagen hat mir sehr gut gefallen.

Allerdings fand ich manche Teile etwas langatmig, und manchmal hätte ich mir eine klarere Geschichte gewünscht. Trotzdem ist „Lila Eule“ ein interessantes Buch über eine aufregende Zeit.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Zwischen Berlin und Fukushima

Super-GAU
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Bea Davies’ Graphic Novel Super-GAU ist schnell gelesen, die emotionale Wirkung bleibt jedoch lange spürbar. Das Buch beschäftigt sich nicht direkt mit der Fukushima-Katastrophe, sondern zeigt ...

Bea Davies’ Graphic Novel Super-GAU ist schnell gelesen, die emotionale Wirkung bleibt jedoch lange spürbar. Das Buch beschäftigt sich nicht direkt mit der Fukushima-Katastrophe, sondern zeigt vielmehr, wie sie in das Leben verschiedener Menschen in Japan und Berlin hineinwirkt.

Die Graphic Novel erzählt von acht verschiedenen Menschen in Japan und Berlin, deren Leben auf unterschiedliche Weise von Fukushima beeinflusst wurde. Mal sind die Verbindungen direkt, mal eher lose – doch stets bleibt die Tragödie im Hintergrund spürbar, sei es durch Medienberichte oder Hinweise im Alltag der Figuren. Das Buch lässt Bilder und Dialoge für sich sprechen, was den Leser dazu einlädt, eigene Interpretationen zu entwickeln und sich mit den offenen Fragen auseinanderzusetzen.

Der Zeichenstil ist atmosphärisch und transportiert die Unsicherheit, das Chaos und die stille Trauer, die nach einer solchen Katastrophe in den Menschen zurückbleibt.

Allerdings bleibt die Geschichte stellenweise fragmentarisch. Manche Verbindungen zwischen den Figuren wirken lose und hätten stärker ausgearbeitet werden können. Auch hätte die Seite in Japan mehr Raum einnehmen können, insbesondere in Anbetracht des Titels „Super-GAU“ hätte man sich hier einen tieferen Einblick gewünscht. Dennoch gelingt es Davies, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Atmosphärisch

A Song to Drown Rivers
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Mit A Song to Drown Rivers hat Ann Liang eine Geschichte geschaffen, die die Atmosphäre einer asiatischen Legende einfängt. Die Geschichte baisert auf der alten chinesischen Legende von Xishi, ...

Mit A Song to Drown Rivers hat Ann Liang eine Geschichte geschaffen, die die Atmosphäre einer asiatischen Legende einfängt. Die Geschichte baisert auf der alten chinesischen Legende von Xishi, einer der vier Schönheiten des antiken Chinas.

Die bildgewaltige Sprache ist eine der größten Stärken des Buchs. Liang schafft es, Szenen so lebendig zu beschreiben, dass man als Leser das Gefühl hat, direkt an der Seite von Xishi durch diese dunkle, mystische Welt zu reisen. Die Geschichte hat eine poetische und melancholische Grundstimmung, die sich daraus ergibt, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Protagonistin Xishi hat im Laufe der Handlung eine beeindruckende Entwicklung durchläuft. Anfangs war sie mir etwas zu distanziert, mir gefiel jedoch wie sie im Verlauf der Geschichte zu einer starken und mutigen Frau heranwächst. Ihre Reise, sowohl äußerlich als auch innerlich, ist emotional mitreißend und voller Konflikte. Die Nebenfiguren waren für mich nur manchmal etwas

Allerdings ist das Buch anfangs langatmig. Die Handlung entfaltet sich langsam, und nicht jeder wird mit dem gemächlichen Tempo und der stark atmosphärischen Erzählweise zurechtkommen. Gleichzeitig wirken manche Entwicklungen, insbesondere Xishis Ausbildung und die Zeitverläufe, sprunghaft. Auch einige Handlungsstränge kommen mir unvollendet vor.

Die Liebesgeschichte blieb für mich emotional weniger greifbar. Doch gleichzeitig bietet das Ende überraschende Wendungen, die sowohl unerwartet als auch stimmig wirken.

An a song to drown rivers gefiel mir aber besonders, dass sie mir Legenden einer anderen Kultur so näherbringen konnte.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Düster und außergewöhnlich

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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„Die Honeys“ ist ein spannendes und ungewöhnliches Buch, das Themen wie queere Identität, Sommercamp-Abenteuer und Horror miteinander verbindet. Die Geschichte beginnt mit Mars, einem genderfluiden ...

„Die Honeys“ ist ein spannendes und ungewöhnliches Buch, das Themen wie queere Identität, Sommercamp-Abenteuer und Horror miteinander verbindet. Die Geschichte beginnt mit Mars, einem genderfluiden Teenager, der nach dem plötzlichen Tod seiner Zwillingsschwester Caroline ins Camp Aspen zurückkehrt. Dort versucht er herauszufinden, was in Carolines letztem Sommer geschehen ist.

Mars ist ein interessanter Hauptcharakter, dessen Identität die starren Geschlechterrollen im Camp durcheinanderbringt. Die anderen Figuren, besonders die Jungen und die „Honeys“, bleiben leider oft etwas oberflächlich.

Der Schreibstil ist leicht verständlich und schafft eine spannende, manchmal unheimliche Atmosphäre. Die Mischung aus Sommercamp-Stimmung und Horror funktioniert gut, auch wenn die Wendungen am Ende sehr düster und brutal werden.

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Spannend, aber langatmig

Das große Spiel
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In ,Das grosse Spiel’ gibt Powers das Leben von vier Personen wieder, die auf unterschiedliche Weise mit dem Ozean, sowie miteinander verknüpft sind. Die Entwicklungswege dieser Charaktere wird anfangs ...

In ,Das grosse Spiel’ gibt Powers das Leben von vier Personen wieder, die auf unterschiedliche Weise mit dem Ozean, sowie miteinander verknüpft sind. Die Entwicklungswege dieser Charaktere wird anfangs in Abschnitten erzählt, mit wechselnden Perspektiven und Zeitpunkten, bis die Insel Makatea mit ihren Bewohnerinnen und Bewohner weiter in den Vordergrund rückt.

Als Charaktere gefielen mir gerade die Inselbewohner gut, wie sie mit ihrer Situation unterschiedlich umgingen, und verschiedene Standpunkte einnahmen. Andererseits gibt es auch Charaktere, die auch eine wichtigere Rolle einnehmen, die mir sehr einfältig vorkommen. Dadurch viel mir zudem das erste Drittel als sehr langatmig vor

Das Buch überzeugt vor allem mit seinen ausschweifenden Beschreibungen des Ozeans, die die Begeisterung seiner Charaktere gut auffängt. Beim Lesen dieser Passagen entstehen dabei atemberaubende Bilder. Doch neben dem Ozean wird auch das Thema KI aufgegriffen. Während hier einige große Chancen sehen, werden bei anderen Ängste losgelöst. Hier nimmt das Buch auch Sci-Fi Elemente auf, die jedoch kaum ausgearbeitet werden. Generell sehe ich die Stärke des Buches darin, wie auf Natur und Technologien eingegangen wird, und dabei den Fokus auf den Menschen setzt, der zwischen den beiden steht.

Folglich betrachtet Powers zwar sehr spannende und aktuelle Themen, dennoch ist das Buch etwas zu ausschweifend in seinem Aufbau, weshalb ich etwas gebraucht habe, bis mein Interesse an der Geschichte zunahm. Zudem hätte ich mir etwas mehr von den Charakteren gewünscht.

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