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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Schöne Idee, wenig Tiefgang

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Ich habe „Deinen Selbstwert bestimmt nur du“ von Yoon Hong Gyun gelesen, weil mich das Thema in den letzten Monaten persönlich stark beschäftigt hat. Das Cover hat mich sofort angesprochen – ruhig, einladend, ...

Ich habe „Deinen Selbstwert bestimmt nur du“ von Yoon Hong Gyun gelesen, weil mich das Thema in den letzten Monaten persönlich stark beschäftigt hat. Das Cover hat mich sofort angesprochen – ruhig, einladend, modern. Und auch der Ansatz des Buches klang vielversprechend: zu verstehen, was Selbstwert eigentlich bedeutet, was ihn schwächt und wie man ihn stärken kann.
Der Autor schafft es, seine Botschaft klar zu vermitteln: echter Selbstwert kommt nicht von außen, sondern entsteht durch eine stabile, wertschätzende Haltung sich selbst gegenüber und die entsteht auf unterschiedlichen Ebenen. Das ist eine wichtige und richtige Aussage – und sie zieht sich nachvollziehbar durchs Buch. Besonders positiv fand ich die Struktur des Buchs und die Idee, immer wieder kleine Übungen einzubauen. Das sollte das Ganze greifbarer machen, statt nur theoretisch zu bleiben - so zumindest der Ansatz.
Für mich ist dieser Plan leider nicht aufgegangen. Die Übungen blieben vielfach an der Oberfläche und wirkten stellenweise fast ärgerlich zirkulär. Ein Beispiel (S. 249–250): Man solle eine Liste schreiben und sich Ziele setzen, wie man künftig sein möchte. Wird man etwa von der Kritik der Chefin verunsichert, lautet der Tipp, sich das Ziel zu setzen, so gelassen zu reagieren wie der Kollege, den das kaltlässt. Doch wenn mir Selbstwert fehlt, kann ich mir nicht einfach vornehmen, selbstbewusster zu sein – und erwarten, dass alles gut wird. Das wirkte auf mich leider zu schlicht.
Je weiter ich gelesen habe, desto stärker hat mich die wiederkehrende Banalität und Kreislogik genervt. Die vielen Wiederholungen und generischen Formulierungen („Viele Menschen tun dies oder das“) haben das Buch in die Länge gezogen und seinen Wert für mich geschmälert. Es gab durchaus auch wirklich gute Impulse, doch auch sie blieben in meinen Augen an der Oberfläche. Mich hat das Buch enttäuscht, da ich von einem Psychiater fundiertere Einsichten sowie praxisnähere Anregungen erhofft hatte.
Ich glaube, für absolute Einsteiger:innen in das Thema kann es ein sanfter Einstieg sein – verständlich geschrieben, mit klarer Botschaft. Wer aber auf ein klein wenig Tiefgang hofft oder bereits erfahrener in Sachen Persönlichkeitsentwicklung ist, wird hier wahrscheinlich wenig Neues finden.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Wie eine Packung Pralinen

Segen und Glück
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„Segen und Glück“ von Paulo Coelho ist eine Sammlung kurzer Texte, Fabeln und Gedanken, die zur persönlichen Reflexion und inneren Weiterentwicklung einladen. In knapper, leicht zugänglicher Form greift ...

„Segen und Glück“ von Paulo Coelho ist eine Sammlung kurzer Texte, Fabeln und Gedanken, die zur persönlichen Reflexion und inneren Weiterentwicklung einladen. In knapper, leicht zugänglicher Form greift Coelho Themen wie Achtsamkeit, Demut, Großzügigkeit und den bewussten Umgang mit dem eigenen Leben auf.

Das Buch besteht aus vielen kurzen Text-Häppchen, die sich schnell lesen lassen, dabei jedoch unterschiedlich tief wirken. Nicht jede Geschichte hat bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, doch es gab zahlreiche Passagen, die mich berührt und zum Nachdenken angeregt haben. Besonders schön ist, dass neben bekannten Erzählungen auch viele neue Texte enthalten sind, die man nicht bereits aus anderen Werken kennt.

Trotz der geringen Seitenzahl ist dies für mich kein Buch, das man am Stück verschlingen sollte. Vielmehr entfaltet es seine Wirkung, wenn man es langsam liest – ähnlich wie Pralinen, die man sich bewusst Stück für Stück gönnt. So bleibt Raum, die Gedanken wirken zu lassen, ohne sich geistig zu „überladen“.

Im direkten Vergleich konnte das Buch für mich persönlich nicht ganz mit anderen Textsammlungen dieses Genres mithalten, etwa mit Jorge Bucays „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“. Möglicherweise liegt das daran, dass Bucay seine Texte stärker in einen übergeordneten erzählerischen Rahmen einbettet und ihnen dadurch zusätzliche Tiefe verleiht.

Nichtsdestotrotz ist „Segen und Glück“ eine klare Empfehlung für alle, die kurze Weisheiten, Fabeln, Märchen und Aphorismen schätzen und gerne immer wieder kleine Impulse für den Alltag entdecken möchten. Ein Buch zum Innehalten, Wiederlesen und Weiterdenken.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Durchdacht, schön, motivierend

Smart & Steady – Erfolgreich sein, ohne sich zu verbiegen
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Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, dass Sophia Thora ein Buch geschrieben hat und ich es auch als Rezensionsexemplar lesen durfte. Als ich das Buch ausgepackt habe, hat es mich direkt erst einmal ...

Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, dass Sophia Thora ein Buch geschrieben hat und ich es auch als Rezensionsexemplar lesen durfte. Als ich das Buch ausgepackt habe, hat es mich direkt erst einmal mit Äußerlichkeiten begeistert. Das Hardcover-Buch fühlt sich schön an, hat ein tolles Format und die Gestaltung mit viel Farbe und ansprechenden Grafiken ist einfach komplett nach meinem Geschmack. Dieses Buch ist rein optisch schon rundum gelungen.

Nun zu den inneren Werten: Sophia Thoras Schreibstil ist klar, direkt und sehr reflektiert. Es fällt leicht, den sachlichen Inhalten aus dem Buch zu folgen. Besonders gut gefallen mir die persönlichen Beispiele von ihr, die die theoretischen Konzepte mit Leben füllen. Ebenfalls super gefallen haben mir die zahlreichen Übungen bzw. meist Reflexionsfragen. Ich liebe persönlich sowas sehr und kann mir gut vorstellen, einige davon auch beim Journaling zu integrieren für die stetige Reflexion meiner persönlichen Ziele.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: Sophia Thora erläutert einige in meinen Augen sehr hinlänglich bekannte Konzepte recht ausführlich. So beschreibt sie beispielsweise anfangs direkt, in welchen Bereichen (z. B. Beruf, Finanzen, Freizeit) man sich Ziele setzen kann. Das war mir gelegentlich etwas zu selbsterklärend und damit auch langweilig / zäh beim Lesen. Für Einsteiger:innen mag das aber in der Tat hilfreich und interessant sein, somit ist die Bewertung sicherlich recht subjektiv.
Schade fand ich zudem, dass das Quellenverzeichnis sehr kurz war. Bei einem Sachbuch mag ich es, mich beim Lesen direkt weiter inspirieren zu lassen – dies fällt bei „Smart & Steady“ allerdings wirklich knapp aus.

Alles in allem ein gutes Einsteigerbuch in Sachen bedürfnisgerechter Zielsetzung und -realisierung, das inspiriert und motiviert ohne zu überfordern.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ehrlich, traurig und mutmachend zugleich

All the Way to the River
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„Wie in vielen Beziehungen zeigten sich unsere besten Eigenschaften und unsere Charakterfehler gleichzeitig“, schreibt Elizabeth Gilbert über ihre Freundin und spätere Geliebte Rayya und sich selbst. Ich ...

„Wie in vielen Beziehungen zeigten sich unsere besten Eigenschaften und unsere Charakterfehler gleichzeitig“, schreibt Elizabeth Gilbert über ihre Freundin und spätere Geliebte Rayya und sich selbst. Ich liebe die Bücher von Elizabeth Gilbert und dieses Buch ist wirklich besonders.

Sie schreibt mit einer Mischung aus schonungsloser Ehrlichkeit, leiser Ironie und einer tiefen Menschlichkeit, die mich gleichzeitig lachen, schlucken und nachdenken ließ. Mehrfach kam mir beim Lesen der Gedanke: „Das hat sie nicht wirklich gedacht / gesagt / getan.“ Gilbert seziert die dysfunktionalen Dynamiken zwischen sich und Rayya mit einer unglaublichen Klarheit und Selbstreflexion. Selten habe ich erlebt, dass jemand so mutig über die eigenen Fehler, Muster und Verletzlichkeiten schreibt, ohne sich dabei zu verstecken

Ich habe das Buch in vier Tagen verschlungen, mitten im Umzugschaos.
Am Ende bleibt nichts als Bewunderung für diesen Mut, sich vor der eigenen Leserschaft quasi so nackt zu machen und so bedingungslos die eigenen Verfehlungen und Schwächen zu reflektieren.

Das Buch ist keine leichte Kost und dennoch in meinen Augen eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.08.2025

Ein Buch wie ein Schoko-Fudge

Am Grund des Himmels
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✨ Hast du schon mal ein Buch gelesen, das sich anfühlt wie ein Schoko-Fudge? „Am Grund des Himmels“ von Mariette Navarro ist genau so ein Buch für mich: schlank, intensiv und unglaublich gehaltvoll – ein ...

✨ Hast du schon mal ein Buch gelesen, das sich anfühlt wie ein Schoko-Fudge? „Am Grund des Himmels“ von Mariette Navarro ist genau so ein Buch für mich: schlank, intensiv und unglaublich gehaltvoll – ein echter Genuss, der lange nachklingt.

📘Das Buch in 3 Sätzen:
Claire verlässt impulsiv ein Meeting und steigt aufs Dach ihres Unternehmens. Dort, mitten im Sturm, stellt sie sich sowohl den Naturgewalten als auch dem inneren Chaos. Die Geschichte ist poetisch und dicht geschrieben – meist als innerer Monolog und als innere Auseinandersetzung mit den Umständen ihrer Arbeit, ihren eigenen Bedürfnissen und ihrer Befreiung von Fremdbestimmung. Zitat Claire: „Ich habe mich von niemandem abgewendet, keine Türen zugeschlagen, mit niemandem abgerechnet und niemanden angeklagt. Ich musste nichts zerreißen, zerbrechen, nicht streiten oder überzeugen. Von ganz allein ist eine Lücke entstanden, ein Abstand, durch den sich die Dinge am Grund des Himmels neu angeordnet haben.“

📘Mein Buchgefühl: Für mich ist das Buch wie bereits erwähnt wirklich wie ein Schoko-Fudge. Ke

⚫Kurzform: Schoko-Fudge, also kompakt, intensiv und nachhallender Genuss
⚫ Ausführlich: Claires Gedankenfluss hat mich ein bisschen an „Die Wand“ von Marlen Haushofer erinnert. Navarro schafft es, große Fragen in zarte Worte zu packen, mit Sprüngen und Schweifen, wie sie nur im Kopf passieren. Ich war richtig tief drin in Claires Innerem – berührt, nachdenklich und begeistert.

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