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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2025

Ein Buch wie ein Schoko-Fudge

Am Grund des Himmels
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✨ Hast du schon mal ein Buch gelesen, das sich anfühlt wie ein Schoko-Fudge? „Am Grund des Himmels“ von Mariette Navarro ist genau so ein Buch für mich: schlank, intensiv und unglaublich gehaltvoll – ein ...

✨ Hast du schon mal ein Buch gelesen, das sich anfühlt wie ein Schoko-Fudge? „Am Grund des Himmels“ von Mariette Navarro ist genau so ein Buch für mich: schlank, intensiv und unglaublich gehaltvoll – ein echter Genuss, der lange nachklingt.

📘Das Buch in 3 Sätzen:
Claire verlässt impulsiv ein Meeting und steigt aufs Dach ihres Unternehmens. Dort, mitten im Sturm, stellt sie sich sowohl den Naturgewalten als auch dem inneren Chaos. Die Geschichte ist poetisch und dicht geschrieben – meist als innerer Monolog und als innere Auseinandersetzung mit den Umständen ihrer Arbeit, ihren eigenen Bedürfnissen und ihrer Befreiung von Fremdbestimmung. Zitat Claire: „Ich habe mich von niemandem abgewendet, keine Türen zugeschlagen, mit niemandem abgerechnet und niemanden angeklagt. Ich musste nichts zerreißen, zerbrechen, nicht streiten oder überzeugen. Von ganz allein ist eine Lücke entstanden, ein Abstand, durch den sich die Dinge am Grund des Himmels neu angeordnet haben.“

📘Mein Buchgefühl: Für mich ist das Buch wie bereits erwähnt wirklich wie ein Schoko-Fudge. Ke

⚫Kurzform: Schoko-Fudge, also kompakt, intensiv und nachhallender Genuss
⚫ Ausführlich: Claires Gedankenfluss hat mich ein bisschen an „Die Wand“ von Marlen Haushofer erinnert. Navarro schafft es, große Fragen in zarte Worte zu packen, mit Sprüngen und Schweifen, wie sie nur im Kopf passieren. Ich war richtig tief drin in Claires Innerem – berührt, nachdenklich und begeistert.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Zwischen Diagnosen, Doktorarbeit & Denkanstößen

Junge Frau mit Katze
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„Ich war ein ernstzunehmendes Subjekt. Ich kümmerte mich um meine Neurosen“ – so beschreibt sich Ela, die Hauptfigur in „Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher.

Ela steht kurz vor dem Abschluss ihrer ...

„Ich war ein ernstzunehmendes Subjekt. Ich kümmerte mich um meine Neurosen“ – so beschreibt sich Ela, die Hauptfigur in „Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher.

Ela steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion, als eine Reihe an körperlichen Beschwerden ihr Leben auf den Kopf stellt. Dieser Roman zeigt schonungslos ehrlich, wie aufgeschmissen insbesondere Frauen bei diffuser Symptomatik sind und wie sehr Krankheit alle Lebensbereiche durcheinanderwirbeln kann. Zwischen zahlreichen Arztbesuchen, familiären Konflikten, der Vorbereitung auf ihre Promotionsverteidigung und Selbstzweifeln versucht Ela, ihren Weg zu finden.

Dieses Buch zu besprechen fiel mir gar nicht so leicht. Anfangs hat mich die Geschichte gefesselt: Ela wirkt mit ihrer Verletzlichkeit und ihren Ängsten sehr nahbar, und ich konnte mich aufgrund eigener Krankheitserfahrungen gut mit ihr identifizieren. Im Verlauf habe ich jedoch etwas den Draht zur Protagonistin verloren. Vielleicht waren es stellenweise für mich zu viele neu auftretende Krankheitssymptome, zu viele Arztbesuche, zu viele überzeichnete Ärzt:innen – und zu viele weitere Probleme. Vielleicht spielt so manchmal einfach das Leben. Zwischendurch war mir diese Negativität etwas zu viel – ein Punkt, der natürlich subjektiv und vermutlich auch „tagesformabhängig“ ist.
Die Mutter-Tochter-Beziehung blieb für mich teilweise schwer greifbar. Das mag aber auch daran liegen, dass ich das vorherige Werk „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher nicht gelesen habe. Womöglich wäre das für mehr Kontext sinnvoll gewesen.
Was mich jedoch vollkommen überzeugt hat – und was das Buch für mich trotzdem absolut lesenswert macht – ist der wunderbare Sprachstil der Autorin. Mehrfach habe ich Sätze und Gedanken notiert, die einfach brillant formuliert waren. Allein dafür lohnt sich das Lesen – und genau deswegen würde ich es auch weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Wunderbarer Wohlfühl-Roman mit Tiefgang

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Mein Fazit in aller Kürze: Ich habe wirklich alles an diesem Buch geliebt. Wenn man sich bei und nach dem Lesen wohler, zuversichtlicher und glücklicher fühlt als vorher scheint das Buch eine ganz hervorragende ...

Mein Fazit in aller Kürze: Ich habe wirklich alles an diesem Buch geliebt. Wenn man sich bei und nach dem Lesen wohler, zuversichtlicher und glücklicher fühlt als vorher scheint das Buch eine ganz hervorragende "literaturmedizinische" Unterstützung gewesen zu sein. Und damit sind wir dann auch schon beim Thema des Buchs ;)

Das ausführlichere Fazit:
Nina George lädt in "Die geheime Sehnsucht der Bücher" die Leser:innen erneut auf das Bücherschiff von Monsieur Perdu ein. Erst beim Lesen des Buches ist mir aufgefallen, dass es ein Folge-Roman ist. Die zwei Vorgänger-Bücher habe ich nicht gelesen. Das werde ich auf jeden Fall nachholen. Gleichwohl habe ich nicht den Eindruck gehabt, dass mir Kontext fehlt.
Die Atmosphäre des Buchs ist bezaubernd, die Charaktere liebenswürdig, die Sprache feinfühlig und gewitzt. Ich habe mich wirklich rundum wohl gefühlt beim Lesen und wäre gern noch länger in dieser Welt geblieben.

Als bibliophile Person mag ich das zentrale Motiv des Romans sehr, welche Kraft die Bücher haben. So ist die "Pharmacie Littéraire" eine ganz wundervolle Metapher für die heilende Wirkung von Geschichten. Dabei bleibt es aber nicht. Denn auch erschreckend aktuelle Themen wie Zensur und Bücherverbote greift die Autorin auf, was dem Buch noch mehr Aktualität und Tiefgang verleiht.

Für mich ist der einzige kleine Wermutstropfen das Ende, welches im Vergleich zum sonst sehr fein ausbalancierten Roman etwas "klebrig-zuckergussartig" daherkommt. Dennoch bleibt der Gesamteindruck durchweg positiv!

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Ein nützlicher Ratgeber mit kleinen Einschränkungen

Du bist viel mehr als deine Gefühle
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In dem Buch geht es verkürzt ausgedrückt um eine theoritische und praktische Einführung in die Polyvagal-Theorie und das Konzept der „autonomen Leiter“. In der Beschreibung und im Klappentext werden Menschen ...

In dem Buch geht es verkürzt ausgedrückt um eine theoritische und praktische Einführung in die Polyvagal-Theorie und das Konzept der „autonomen Leiter“. In der Beschreibung und im Klappentext werden Menschen adressiert, die mit "starken Emotionen, Stress und Überwältigung" zu tun haben. Im Buch fällt dann erstaunlich oft das Wort "Trauma", was mich zunächst hat zurückschrecken lassen, da dieses Wort gerade in sozialen Medien recht inflationär genutzt wird. Im Buch umreißt die Autorin den Begriff zwar nachvollziehbar, trägt m.E. aber dennoch dazu bei, dass ein geneigter Leser sich nun sehr schnell als "traumatisiert" identifziert.

Damit komme ich zu zwei weiteren Schwächen des Buchs:

1) Die Autorin spricht wiederholt von "Heilung" und grenzt sich auch von Schulmediziner:innen bzw. Therapeut:innen ab. Beispiele sind „Dieser Weg zu Heilung und Integration darf noch viel bekannter werden.“ oder „Es ist Weg zur Heilung“. Da die Polyvagal-Theorie nicht ausreichend wissenschaftlich validiert ist, empfinde ich solche Aussagen als problematisch und auch rechtlich grenzwertig. Es würde in meinen Augen zur Seriosität des Buchs beitragen, wenn ihre ja durchaus sehr hilfreichen Tipps ohne solche Heilsversprechen vermittelt würden.

2) Die Autorin verweist immer wieder auf ihren eigenen Blog sowie auf ihre Kurse. Das hat mir ein zu werbliches Geschmäckle.

Nun kommen wir zu den Stärken des Buchs:

1) Die Autorin vermittelt die Theorie rund um die „autonome Leiter“ und das Konzept der Polyvagal-Theorie sehr verständlich und anschaulich.

2) Es gibt einige praktische und hilfreiche Übungen, wie z. B. die „Voo-Übung“, Bodyscan, abklopfen oder die 4-7-8-Übung. Die Übungen zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie niederschwellig sind und man nicht mehr braucht als ein paar Minuten Zeit und ein wenig Ungestörtheit.

3) Die Autorin betont immer wieder, dass jeder kleine Schritt zur Regulation zählt und es nicht darum geht, in einem Rutsch von der Dysregulation in die Regulation zu kommen. Damit nimmt sie Druck raus und betont zudem immer wieder, wie wichtig kleine hilfreiche Übungen und Routinen (Selbst-Check-in) sind.

Fazit:
Das Buch bietet einen hilfreichen alternativen Ansatz zu den intensiven Emotionen und dem Stress-Erleben, das alle von uns kennen. Es erläutert die Theorie gut und gibt praktische Tipps. Auf zwischenzeitliche kleine Werbeblöcke und Heilsversprechen hätte die Autorin aber m.E. verzichten können, daher nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Illustrationsbuch mit kleinen Lebensweisheiten

Was das Leben dir schenkt
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Lucy Claire Dunbachs "Was das Leben dir schenkt" ist ein süßes Geschenkbuch, das eine Sammlung von Illustrationen und Gedanken enthält. Diese entstanden nach einer Phase der Erblindung der Autorin und ...

Lucy Claire Dunbachs "Was das Leben dir schenkt" ist ein süßes Geschenkbuch, das eine Sammlung von Illustrationen und Gedanken enthält. Diese entstanden nach einer Phase der Erblindung der Autorin und wurden ursprünglich von ihr auf Instagram geteilt. Wer sich also einen Eindruck des Buchinhalts verschaffen möchte, kann dies sehr gut auf ihrem Profil tun.

Das Cover zeigt ebenfalls bereits gut die Illustrationstechnik der Atuorin. Mir gefällt die Art, wie sie malt, sehr gut. Es wirkt sehr liebevoll und detail-verliebt. Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt zu Themen wie Liebe, Freundschaft, Dankbarkeit oder Hoffnung. Wer mag, kann also anhand der Struktur gezielt nach Inspiration in bestimmten Lebensbereichen suchen.

Die Texte im Buch, die bei jeder Illustration dabei sind, wirken ehrlich gesagt zunächst wie altbekannte Kalendersprüche. Sätze wie "Du bist genau dort, wo du sein sollst" oder "Wenn du erkennst, dass das Leben selbst das Glückslos ist, ist der wahre Jackpot gewonnen" sind einfach formuliert. Die Stärke des Buches liegt für mich jedoch darin, dass es zum Innehalten anregt. Nimmt man sich die Zeit, die Illustrationen zu betrachten und die Gedanken auf sich wirken zu lassen, kann das Buch eine entschleunigende Wirkung haben.

Somit ist es in meinen Augen auch nicht ratsam, das Buch von vorne bis hinten durchzublättern, so wie ich es zunächst getan habe. Das hat mich enttäuscht. Ich denke, es lohnt sich, sich Zeit für einzelne Seiten zu nehmen. Dann entwickelt das Buch eine Tiefe über die Kalendersprüche hinaus.

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