Zwei Zeitebenen und eine Leinwand
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne TitelIn diesem warmherzigen, vielschichtigen Roman verknüpft die Autorin zwei Zeitebenen und die Schicksale mehrerer Frauen durch ein scheinbar unscheinbares Objekt: eine Leinwand, die über Jahre hinweg Erinnerungen, ...
In diesem warmherzigen, vielschichtigen Roman verknüpft die Autorin zwei Zeitebenen und die Schicksale mehrerer Frauen durch ein scheinbar unscheinbares Objekt: eine Leinwand, die über Jahre hinweg Erinnerungen, Geheimnisse und Lebenswege miteinander verbindet.
Die Handlung spielt in unterschiedlichen Zeiten und Rollen, wobei das Bild einer Leinwand zum zentrale Metapher wird. Wie Schichten aus Farbe auf einem Gemälde ist auch das Leben voller Erinnerungen, Glücksmomente, Traumata und Verluste. Die Autorin nutzt diese Metapher, um sehr feinfühlig Themen wie Herkunft, familiäres Erbe, Identität und persönliche Verantwortung zu erkunden.
Die Figuren sind stark verwoben mit ihren jeweiligen Lebenszeiten, die Geschichten wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und schaffen so ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die versuchen, ihr Leben zu verstehen und zu ordnen. Besonders die Frage, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben, steht im Zentrum der Erzählung.
Schröders Schreibstil ist dabei klar, warmherzig und sensibel, ohne dabei oberflächlich zu werden. Die ruhige Sprache und die feinen Nuancen der Darstellung laden den Leser ein, innezuhalten und über die eigenen Schichten des Lebens nachzudenken.
Fazit:
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Tite ist ein nachdenklicher, atmosphärisch dichter Familienroman, der durch seine Bildsprache und die verwobenen Lebensgeschichten berührt. Ein Buch, das sowohl die Schönheit als auch die Komplexität des Lebens in den Blick nimmt und zum Nachdenken anregt. Ideal für Leserinnen und Leser, die gerne in Generationenromane mit Tiefgang eintauchen.