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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.09.2020

Bunburry-Reihe Teil 8: Alfie wächst über sich hinaus

Bunburry - Nur das Schaf war Zeuge
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Bunburry – in einem netten kleinen Ort in England stirbt bei einem Survival-Camp ein Teilnehmer auf mysteriöse Weise. Was zunächst wie ein Unfall aussieht wird jedoch von dem Hobby-Detektiv-Trio Alfie, ...

Bunburry – in einem netten kleinen Ort in England stirbt bei einem Survival-Camp ein Teilnehmer auf mysteriöse Weise. Was zunächst wie ein Unfall aussieht wird jedoch von dem Hobby-Detektiv-Trio Alfie, Liz und Marge skeptisch betrachtet. Alfie schleust sich als Neu-Mitglied in die bereits bestehende Teilnehmerschaft ein und kommt mit Hilfe eines Londoner Freundes recht schnell hinter die eigentlichen Geschehnisse…

„Bunburry – nur das Schaf war Zeuge“ ist die achte Folge der Bunburry-Reihe von Helena Marchmont. Es gehört zu den Cosy-Crimes, denen man eine Erzählweise mit eher mäßigem Tempo und einem primären Fokus auf die handelnden Personen zuordnet. Der Einstieg war auch dadurch sehr leicht, da eingangs die Personen kurz vorgestellt wurden. Notwendige Vorinformationen wurden zu Beginn der Handlung locker mit eingeflochten. Weiterhin wurde die Reihe thematisch durch einen neuen Handlungsstrang ergänzt.

Leider war ich recht schnell etwas enttäuscht, da in der Handlung weit und breit keine Rede mehr von den Schafen aus dem Titel zu finden war. Durch die kurze Einführung der Protagonisten mit ihren teilweise schrägen Eigenheiten kommt man leicht in die Handlung hinein. Mit etwas mehr als 100 Seiten ist die Geschichte recht schnell und abrupt zu Ende gewesen. Aus meiner Sicht sollte man das Buch in jedem Fall im Zuge des Lesens der Reihe beachten. Außerhalb war es bedauerlicherweise wenig überzeugend.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 12.05.2020

Wieviel Kunst steckt in jedem von uns?

Der Künstler
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Eine Mordserie erschüttert Essen: Auf bestialische Art und Weise werden menschliche Körper für die Nachstellung von Kunstwerken drapiert. Der Chefermittler Alexander Michelsen kann nur mit Hilfe der Praktikantin ...

Eine Mordserie erschüttert Essen: Auf bestialische Art und Weise werden menschliche Körper für die Nachstellung von Kunstwerken drapiert. Der Chefermittler Alexander Michelsen kann nur mit Hilfe der Praktikantin Laura Stürmer die Gedankenströme des Täters nachvollziehen. Doch Laura gelangt dem „Künstler“ zu nah und der von seiner Vergangenheit gezeichnete Kommissar kann sich aus seinen selbst angelegten Fesseln kaum befreien

Dieses Erstlingswerk des Esseners Paul Buderath besticht durch menschliche Charaktere, die sich noch ganz am Anfang ihrer literarischen Entwicklung befinden. Mit sehr viel Geschwindigkeit und trotz einiger unrunder Aktionen vermag es der Autor, seine Leser an die teils verstörenden Bilder und die mitreißende Darstellung der handelnden Personen zu binden. Unvorhergesehene Wendungen lassen den Strudel der Grausamkeiten in einem unfassbaren Finale enden.

Mit einem sehr gut gelungenen Erstlingswerk startet ein neuer Autor eine hoffentlich spannungsgeladene Reihe mit weiterhin hohem Tempo und sich menschlich entwickelnden Charakteren.
Es gibt Serienmörder, die uns hoffentlich niemals über den Weg laufen…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

DAS Standardwerk für jeden Gin-Liebhaber

Der Gin des Lebens
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Inmitten seines völlig verkorksten Lebens fällt Bene Lerchenfeld die einzige Hinterlassenschaft seines Vaters in die Hände: eine Flasche selbst gebrannter Gin. Durch das sich ihm offenbarende fulminante ...

Inmitten seines völlig verkorksten Lebens fällt Bene Lerchenfeld die einzige Hinterlassenschaft seines Vaters in die Hände: eine Flasche selbst gebrannter Gin. Durch das sich ihm offenbarende fulminante Geschmackserlebnis macht sich Bene auf die Suche nach dem Rezept – im elterlichen Hause leider ohne Ergebnis. Er entdeckt eine Verbindung zum südenglisch beschaulichen Plymouth und steigt in den nächstbesten Flieger. Hier muss er jedoch feststellen, dass sein Vater für einige Menschen mehr war, als nur der nette Deutsche aus dem Schwarzwald…

Das als Kriminalroman ausgewiesene Werk entpuppt sich bereits nach wenigen Seiten als witzig anmutende Geschichte mit selten vorhersehbaren Wendungen und drolligen Charakteren. Die gut 330 Seiten sind schnell zu lesen und man bewundert den Ideenreichtum, mit dem der Autor Carsten Sebastian Henn seine Figuren, die landschaftlichen Gegebenheiten und einen wichtigen Lebensabschnitt von Bene, Cathy und Matt nahebringt. Selbst die Buchwidmung und die einführenden Zitate in jedem Kapitel sind Zeugen einer humoristischen Leichtigkeit, die sich durch das ganze Buch hindurch zieht. Einer Wirklichkeit kommt das Buch selten nah, einen Anspruch daran verliert man ab der ersten Seite und lässt ihn auch nie vermissen.

Der Gin des Lebens, ein Kriminalroman, der aber auch so gar nichts gemein hat mit den übrigen seines Genres. Ein spritzig leichter Roman mit schnellen Wendungen, ein wenig Krimi, vielen Rätseln und sehr menschlichen Figuren. Der Leser wird mit allen wichtigen Informationen bedacht, die man rund um den Gin bekommen kann – eine Pflichtlektüre für jeden, bei dem Gin regelmäßig zum Einsatz kommt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 18.03.2019

Bezaubernde Detektivin mit messerscharfem Verstand

Mord braucht keine Bühne
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Mord braucht keine Bühne ist bereits der zweite Krimi einer Serie rund um die Privatdetektivin Kate Shackleton. Frances Brody skizziert in ihrem Buch ein England um 1922, in welchem die gut situierte, ...

Mord braucht keine Bühne ist bereits der zweite Krimi einer Serie rund um die Privatdetektivin Kate Shackleton. Frances Brody skizziert in ihrem Buch ein England um 1922, in welchem die gut situierte, jedoch leider verwitwete Kate lebt und gern ihrem größten Hobby, dem Lösen von Rätseln, nachgeht.
Eingangs wird sie gebeten, einen Raub aufzuklären. Ihre Suche nach dem Dieb führt sie nach Harrogate, wo sie, nach einem Theaterbesuch, über einen Toten stolpert. Als dann noch die Hauptdarstellerin des Theaterstückes entführt wird, gelangt man als Leser in einen regelrechten Strudel aus vielschichtigen Figuren, deren düsterer Vergangenheit, aktuellen Befindlichkeiten und nur allzu menschlichen Schwächen.
Mord braucht keine Bühne ist ein feiner Krimi um die bezaubernde Privatdetektivin Kate Shackleton, die sich in den 1920er Jahren einen festen Platz in der Welt erobert hat. Frances Brody gelingt es zum wiederholten Mal eine angenehm leichte Spannung, verknüpft mit zeittypischen Beschreibungen, aufzubauen. Man findet sich als Leser sofort in der damaligen Zeit wieder und ist vollauf damit beschäftigt, der Handlung und den Figuren zu folgen.
Der zweite Teil der Krimi-Reihe schafft es besser als der erste, kriminalistische Fäden zu spinnen, die Enden zunächst lose hängen zu lassen und zum Ende hin nacheinander zu verknüpfen. Kate besticht durch einen messerscharfen Verstand und stellt sich voller Mut Jedem entgegen, egal, wer er auch sein mag.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Geschichte
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 07.02.2019

Ein Polithriller, der nicht hält, was er verspricht

Anatomie eines Skandals
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Mit Anatomie eines Skandals hält man einen Polit-Thriller in der Hand, der mit 2 Handlungsteilen, Vergangenheit und Gegenwart, sowie handelnden Personen, die jeweils in der Ich-Form erzählen, aufwartet.
Ein ...

Mit Anatomie eines Skandals hält man einen Polit-Thriller in der Hand, der mit 2 Handlungsteilen, Vergangenheit und Gegenwart, sowie handelnden Personen, die jeweils in der Ich-Form erzählen, aufwartet.
Ein attraktiver, hoch angesehener und verheirateter Politiker, der eine Affäre hatte, trifft auf seine Vergangenheit. Diese ist jedoch nicht ganz unproblematisch, frühere Eskapaden erwachen und wachsen schnell zu handfesten Problemen, die für einen in der Öffentlichkeit stehenden Machtmenschen zu einem unüberwindbaren Skandal erwachsen könnten. Umgeben von mehr oder weniger schwächeren Frauen wird an seiner Position gerüttelt. Wer von diesen Frauen ist in der Lage, ihn von seinem Thron zu stürzen? Kann ein Gerichtsprozess seine Position erschüttern?
Die Erzählweise aus Sicht mehrerer Personen sowie die zeitlichen Sprünge in der Handlung sind sehr gelungen und machen viel Lust auf dieses Buch. Die Personenbeschreibungen sind jedoch sehr oberflächlich und zwischenzeitlich langatmig. Handlungsstränge erscheinen kurz und teilweise abgehakt, so dass man sich als Leser oft irritiert zurückgelassen fühlt.
Das Genre Politthriller ist aus meiner Sicht völlig überzogen und weckt Erwartungen, denen dieses Buch maximal im Ansatz gerecht wird. Die Handlung bietet definitiv deutlich mehr Möglichkeiten, als hier ausgeschöpft worden sind. Leider macht dadurch dieses Buch kaum Lust auf einen Ausflug auf das politische und juristische Parkett.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Spannung
  • Charaktere