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Veröffentlicht am 01.03.2023

Was bedeutet eigentlich Freundschaft?

Roxy
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Im München der 80er Jahre wachsen Marc und Roy in sehr unterschiedlichen Umständen auf, trotzdem oder gerade deswegen wächst zwischen ihnen eine tiefe und doch spezielle Freundschaft heran, die zwar relativ ...

Im München der 80er Jahre wachsen Marc und Roy in sehr unterschiedlichen Umständen auf, trotzdem oder gerade deswegen wächst zwischen ihnen eine tiefe und doch spezielle Freundschaft heran, die zwar relativ lange währt und doch später abrupt endet. Schuld war wie so oft die eine Frau: Carolin. Viele Jahre später, ohne versöhnliches Gespräch und ohne dass einer von beiden die Frau endgültig erobern konnte, muss Marc seinen toten Freund auf dessen letztem Weg begleiten. Die Beschreibung dieses Weges wird von zeitlichen Rückblicken zu den gemeinsamen Wegetappen der Beiden stetig unterbrochen, um letztendlich im gedanklichen Resümee sein Ende zu finden.

Das Erstlingswerk des Schauspielers Johann von Bülow begeistert mit einem sehr angenehm ruhigen und doch sehr tiefsinnigen Schreibstil, die enthaltenen steten Rückblicke in das Leben von Marc, Roy und all der anderen Protagonisten ist anfänglich gut nachvollziehbar, später streckenweise jedoch etwas schwierig lesbar. Das Buch ist in wenige Kapitel, jedoch in angenehm viele Abschnitte eingeteilt. Die Geschichte ist einfach und leicht beschrieben, es baut sich eine gute Spannung auf. Der Titel Roxy ist nicht unbedingt glücklich gewählt, der Grund hierfür erschließt sich nicht wirklich. Teilweise entsteht der Eindruck, dass autobiographische Details aus dem Leben des Autors eingeflochten worden sind.

Diese Art von Büchern entspricht nicht meiner sonst beliebten Literatur, die Geschichte vermochte es trotzdem, mich gut zu unterhalten. Für Liebhaber speziellerer zwischenmenschlicher Beziehungen bzw. auch als Literatur für das männlich geprägte Geschlecht ist dieses Buch jedoch als empfehlenswert zu betrachten.

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Cosy Crime aus Baden-Baden in 1924

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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Nach einer glanzvollen Aida-Aufführung im Kurhaus von Baden-Baden wird der Tenor des Ensembles, Josef Wittich, erschlagen aufgefunden. Ein Fräulein vom Amt, Alma Täuber, will sich zwar vorerst aus den ...

Nach einer glanzvollen Aida-Aufführung im Kurhaus von Baden-Baden wird der Tenor des Ensembles, Josef Wittich, erschlagen aufgefunden. Ein Fräulein vom Amt, Alma Täuber, will sich zwar vorerst aus den Ermittlungen heraushalten, begibt sich aber später dennoch auf Spurensuche und taucht ein in eine Gesellschaft voller Egoismus, Starallüren, perfider länderübergreifender Machenschaften und lange aufgestauter Rache. Nicht zuletzt dank der zarten Liebesbande zu Kriminalkommissar Ludwig Schiller gewinnen die Handlung und die dazwischen geflochtenen Ermittlungen an Fahrt und die ein oder andere unschöne menschliche Eigenschaft tritt zutage.

Der zweite Roman des Autorinnenduos Regine Bott und Dorothea Böhme, welche sich unter dem Pseudonym Charlotte Blum bereits einen Namen gemacht haben, schafft es leicht, an den ersten Teil rund um eine junge emanzipierte Frau aus den Jahren zwischen den Weltkriegen anzuknüpfen. Mit Alma Täuber wurde eine interessante Figur geschaffen, mit der man sehr leicht in die Zeit um 1924 reisen und beobachten kann, welche teils schweren Entscheidungen getroffen werden mussten, die in der heutigen Zeit glücklicherweise zu Selbstverständlichkeiten gehören. Baden-Baden als Rahmen, zwischenmenschliche Bande und ägyptische Artefakte runden diese sehr gelungene Geschichte ab.

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus ist ein leicht und angenehm zu lesender Cosy Crime, der Vieles bietet: interessante geschichtliche Hintergrundinformationen mit einem düsteren Mordfall umrahmt von einer zarten Liebesgeschichte: als Feierabendlektüre sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Ein Serienkiller erpresst seine Memoiren von einer erfolgreichen Krimiautorin

Das Buch - Schreib um dein Leben!
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Ein seit über einem Jahrzehnt tätiger Serienkiller möchte sein Leben in einem Buch der Nachwelt zur Verfügung stellen und kidnappt hierfür die erfolgreiche Krimiautorin Kara Bender. Er hält die unter Klaustrophobie ...

Ein seit über einem Jahrzehnt tätiger Serienkiller möchte sein Leben in einem Buch der Nachwelt zur Verfügung stellen und kidnappt hierfür die erfolgreiche Krimiautorin Kara Bender. Er hält die unter Klaustrophobie leidende junge Frau in einem Kellerverlies gefangen und zwingt sie unter Todesdrohungen das perfekte Buch über sein Leben zu schreiben.

Der mittlerweile 6. Thriller der Autorin Patricia Walter besticht durch kurzweilige Kapitel die wechselseitig als Buch im Buch oder als Geschichte selbst zu lesen sind, wodurch die Handlung selbst sehr schnell an Fahrt gewinnt. Es wird sehr präzise und detailliert herausgearbeitet, warum der Killer zu dem wurde, was er heute ist: ein durch und durch psychisch gestörter Mensch, der auch aufgrund seiner hohen Intelligenz es bisher schaffen konnte, nicht gefasst zu werden. Durch die meisterhaft dargestellte beklemmende Situation, in der sich die heldenhafte Autorin Kara Bender befindet, wird man als Leser von der ersten bis zur letzten Seite regelrecht durch das Buch getragen.

„Das Buch – Schreib um dein Leben!“ ist ein packender und meisterhaft geschriebener Psychothriller mit der brillant inszenierten Idee der ‚Buch im Buch‘ - Schreibweise: sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.01.2023

Kein Wort zu viel: Norddeutsch prägnant mit sympathischem Ermittlerduo

Küstenmord: Kein Wort zu viel
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Eine bereits seit mehreren Monaten tote junge Frau wird aus einer Klärgrube geborgen. Allein dieser Umstand verleitet sofort zu Fragen: Wer und vor allem warum ist jemand zu so etwas in der Lage? Die beiden ...

Eine bereits seit mehreren Monaten tote junge Frau wird aus einer Klärgrube geborgen. Allein dieser Umstand verleitet sofort zu Fragen: Wer und vor allem warum ist jemand zu so etwas in der Lage? Die beiden Ermittler Katja Greve und Daniel Kowalski vermuten schnell einen Zusammenhang zu einem früheren Verbrechen. Die schwierige Identifizierung der Leiche aber auch das bereits bekannte mutmaßliche Verbrechensumfeld lassen dem Ermittlerduo kaum Zeit zum Atmen.

Der vorliegende 2. Teil der Küstenmord-Reihe der schleswig-holsteinischen Autorin Eva Jensen besticht durch einen vielschichtigen Aufbau: die private Entwicklung der beiden Hauptermittler, Verbrechen, bei denen sich auch im 2. Buch eine der mutmaßlichen zwielichtigen Gestalten des ersten Teiles wiederfindet und von dem auch viel Potential in künftige Teile überführt und weiter ausgebaut werden kann. Weiterhin ein solide in sich abgeschlossenes Verbrechen, bei dem die wahren Hintergründe am Ende aufgeklärt, im gesamten Buch jedoch die Spannung gut aufrechterhalten werden kann.

„Küstenmord: kein Wort zu viel“ ist ein lesenswerter Krimi, auch, wenn man erst mit dem 2. Band einsteigt, bleiben keine Fragen unbeantwortet. Der Autorin gelingt es sehr gut Neugierde auf den ersten Band bzw. folgende Bände zu wecken, der Leser wird an vielen Stellen gut von der Handlung mitgerissen. Kurzum: Das Buch ist ein guter lesenswerter Krimi und in jedem Fall absolut geeignet, um es in einem Rutsch durchzulesen.

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Veröffentlicht am 15.12.2022

Agatha Christies Haushälterin auf einem Level mit Miss Marple und Hercule Poirot

Die Dreitagemordgesellschaft
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Eine illustre Gästeschar findet sich im herrschaftlichen Anwesen von Agatha Christie / Mallowan und ihrem zweiten Ehemann Max ein und nichts Geringeres als ein delikater Mord geschieht in der Bibliothek. ...

Eine illustre Gästeschar findet sich im herrschaftlichen Anwesen von Agatha Christie / Mallowan und ihrem zweiten Ehemann Max ein und nichts Geringeres als ein delikater Mord geschieht in der Bibliothek. Die smarte Haushälterin Phyllida Bright findet die Leiche und begibt sich, auch aufgrund der augenscheinlichen Schwerfälligkeit der örtlichen Polizei, sofort auf Tätersuche und läuft zu einer unwiderstehlichen Höchstform auf.

Der kriminalistische Auftakt der amerikanischen Autorin Colleen Cambridge besticht mit englischem Witz und kriminalistischem Feingeist rund um die Hausangestellten und deren Herrschaft von Mallowan Hall. Ganz zeitgenössisch gelingt, selbst der hohen Erwartungshaltung zum Trotz, mit einer Leichtigkeit und Komplexität die Aufklärung der völlig unvorhersehbaren menschlichen Abgründe, in die Täter und Opfer hineingestolpert sind. Die Recherche und geistige Brillanz wurde von der Autorin in die mehr als fähigen Hände der mit viel Esprit ausgestatteten Haushälterin gelegt. Kurz gesagt: In Phyllida Bright haben die Helden von Agatha Christie eine ebenbürtige Nachfolgerin gefunden.

Die mit einem messerscharfen Verstand gesegnete Mrs Bright schafft scheinbar mühelos den Spagat zwischen der geistigen Höchstleistung des Mordaufklärens und der Führung eines mannigfaltigen Haushaltes. Häubchen ab: sowohl vor Colleen Cambridge als auch vor ihrer mit raffinierter Finesse ausgestatteten Protagonistin Phyllida Bright – diese Namen sollte man sich in jedem Fall gut einprägen!

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