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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2026

Zwischen Verlust, Ostsee und Neuanfang

Windstärke 17
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Kurz nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Ida ohne großen Plan ihre Heimatstadt. Mit wenig Gepäck und viel ungeklärter Trauer steigt sie in den Zug, der sie weit weg nach Rügen bringt. Dort trifft sie auf ...

Kurz nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Ida ohne großen Plan ihre Heimatstadt. Mit wenig Gepäck und viel ungeklärter Trauer steigt sie in den Zug, der sie weit weg nach Rügen bringt. Dort trifft sie auf Menschen, die ihr Halt geben, ohne viele Fragen zu stellen. Zwischen Ostseewind, stillen Routinen und neuen Begegnungen beginnt Ida langsam, sich ihrer Trauer zu stellen und vorsichtig wieder Boden unter den Füßen zu finden.

Als Hörbuch hat mich Windstärke 17 vor allem durch die Sprecherin begeistert. Maximiliane Häcke passt mit ihrer ruhigen, eindringlichen Stimme perfekt zur melancholischen Grundstimmung der Geschichte. Sie transportiert Idas Gedanken und Gefühle so authentisch, dass es sich anfühlt, als würde Ida selbst ihre Geschichte erzählen.

Da ich die Vorgeschichte 22 Bahnen nicht gelesen habe, bin ich recht unvoreingenommen an das Hörbuch herangegangen. Für mich ließ sich Windstärke 17 sehr gut unabhängig davon hören. Bezüge zur Vergangenheit werden nachvollziehbar eingeordnet, ohne dass man das Gefühl hat, etwas Wichtiges zu verpassen oder verwirrt zurückzubleiben.

Die Handlung an sich hat mich sehr berührt – vor allem durch die dichte Melancholie, die über der gesamten Geschichte liegt. Trauer, Wut und Schuld sind jederzeit spürbar. Es war ergreifend, Ida auf ihrem Weg des Abschieds und des vorsichtigen Neuanfangs zu begleiten. Nicht jede ihrer Entscheidungen konnte ich vollständig nachvollziehen. Manche Verhaltensweisen wirkten auf mich etwas naiv, vor allem, wenn man ihren Hintergrund bedenkt.

Umso mehr haben mich die Menschen um Ida herum berührt. Knut, Marianne und Leif bringen Wärme, Alltag und Hoffnung in Idas Geschichte. Sie begegnen ihr mit Geduld und Offenheit, ohne sie verändern zu wollen. Hier hätte ich mir jedoch stellenweise noch etwas mehr Tiefe und Hintergrundinformationen zu den Nebenfiguren gewünscht, um sie noch intensiver kennenzulernen.

Fazit:
Windstärke 17 ist ein ruhiges, melancholisches Hörbuch über Trauer, Verlust und das langsame Wiederankommen im Leben. Getragen von einer großartigen Sprecherleistung entfaltet die Geschichte vor allem durch ihre Stimmung und Atmosphäre ihre Wirkung. Trotz kleiner Schwächen in der Figurenzeichnung bleibt ein nachdenkliches, warmes Hörerlebnis, das lange im Herzen nachklingt.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wenn Gefühle alles komplizierter machen

Broken Prince
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Sofia ist tiefer in das Leben von Kronprinz Maximilian verstrickt, als sie je geplant hatte. Die Suche nach ihrer verschwundenen besten Freundin Alva rückt immer stärker in den Mittelpunkt und bringt gefährliche ...

Sofia ist tiefer in das Leben von Kronprinz Maximilian verstrickt, als sie je geplant hatte. Die Suche nach ihrer verschwundenen besten Freundin Alva rückt immer stärker in den Mittelpunkt und bringt gefährliche Wahrheiten ans Licht. Gleichzeitig geraten Sofias Gefühle für Maximilian und das fragile Gleichgewicht des Königshauses zunehmend unter Druck. Einmal angestoßen, lassen sich die Folgen dieser Enthüllungen nicht mehr aufhalten.

"Broken Prince" holt einen genau dort ab, wo Dark Cinderella endet. Der Einstieg gelingt mühelos, und man ist sofort wieder mitten im Geschehen. Atmosphäre, Spannung und emotionale Konflikte knüpfen nahtlos an den ersten Band an.
Besonders positiv fand ich, dass das Verschwinden von Alva nun deutlich stärker in den Fokus rückt. Endlich erfährt man mehr über sie, ihre Verbindung zum Königshaus und ihre Beziehung zu Sofia. Diese neuen Informationen verleihen der Handlung mehr Tiefe und sorgen für zusätzliche Spannung.

Als besonders gut gelungen fand ich die Darstellung des Vertrauensbruchs zwischen Sofia und Maximilian. Nach der ganzen Vorgeschichte musste dieser einfach kommen. Der Konflikt zwischen ihnen wirkt ehrlich und authentisch, vor allem, weil das verlorene Vertrauen nicht nach ein paar Liebesbekundungen einfach zurückkehrt. Der langsame, vorsichtige Wiederaufbau ist emotional nachvollziehbar und gibt der Beziehung Raum, sich realistisch weiterzuentwickeln. Genau hier zeigt sich auch die besondere Dynamik zwischen den beiden. Die Dialoge, das Knistern und der Liebeskummer sind jederzeit spürbar und nehmen einen emotional mit.
Gerade in der Phase der Trennung hat mich der Perspektivwechsel zwischen Sofia und Maximilian besonders abgeholt. Die wechselnden Blickwinkel machen ihre inneren Konflikte greifbar und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Die spannenden Wendungen rund um Alvas Verschwinden haben mir sehr gut gefallen. Gleichzeitig hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass sich die Geschichte hier wieder unnötig in die Länge zieht. Im Kontrast dazu wirkte das Ende dann auf mich etwas zu knapp. Nach dem intensiven Aufbau hätte ich mir für die Auflösung mehr Raum gewünscht. Das lässt mich ein bisschen enttäuscht zurück.

Ein kleines persönliches Highlight war für mich Sofias Großmutter, die man einfach mit ihrer Art und ihren Kochkünsten ins Herz schließen muss. Umso schade fand ich es allerdings, dass die Auflösung ihres Geheimnisses recht banal ausfiel und hinter meinen Erwartungen zurückblieb.

Fazit:
Broken Prince ist eine emotionale und spannende Fortsetzung, die Figuren, Beziehungen und zentrale Konflikte konsequent weiterentwickelt. Trotz kleiner Längen, eines etwas zu kurzen Endes und einzelner enttäuschender Auflösungen überzeugt der Band durch starke Emotionen, und authentischen Beziehungsdynamiken.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Royals, Geheimnisse und große Gefühle

Dark Cinderella
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Als Sofias beste Freundin Alva nach der Begegnung mit einem echten Prinzen spurlos verschwindet, glaubt Sofia nicht an Zufälle. Um sie zu finden, schleust sie sich undercover in den Palast ein. Dort trifft ...

Als Sofias beste Freundin Alva nach der Begegnung mit einem echten Prinzen spurlos verschwindet, glaubt Sofia nicht an Zufälle. Um sie zu finden, schleust sie sich undercover in den Palast ein. Dort trifft sie auf Kronprinz Maximilian, der so gar nicht dem Bild entspricht, das sie von ihm hatte. Zwischen Geheimnissen, Intrigen und wachsender Anziehung gerät Sofias Plan ins Wanken und mit ihm ihr Herz.

"Dark Cinderella" war mein erstes Buch von Anya Omah und ihr Schreibstil hat mich sofort gepackt. Die Geschichte liest sich flüssig und leicht, mit einem Tempo, das dafür sorgt, dass man nur so über die Seiten fliegt.

Ich liebe Geschichten, die einen in die Welt der Royals entführen. Hier hat mich vor allem der moderne Blick auf Monarchie und Macht überzeugt. Das fiktive Königreich Skonien ist so anschaulich beschrieben, dass ich die rauen Küsten, das Meer und das Schloss sofort vor Augen hatte. Auch die Intrigen und Geheimnisse sind geschickt eingefädelt, sodass man unbedingt erfahren möchte, was mit Alva passiert ist und warum sie verschwunden ist.

Besonders gut gefallen hat mir, dass zwischen Herzklopfen, Geheimnissen und der Suche nach Alva auch ernste Themen ihren Platz finden. Die Einbindung von Aspekten wie Rassismus und Kolonialismus wirkt ernsthaft, respektvoll und gut recherchiert. Diese Themen werden nicht nur angerissen, sondern sinnvoll in die Handlung integriert, ohne dabei belehrend zu wirken.

Mit Sofia als Protagonistin bin ich allerdings nicht vollständig warm geworden. Ihr Schicksal ist tragisch und nachvollziehbar, dennoch konnte ich einige ihrer Entscheidungen emotional nicht ganz nachempfinden. Maximilian hingegen hat mich deutlich mehr abgeholt. Seine innere Zerrissenheit und seine persönliche Entwicklung fand ich spannend. Allerdings hätte ich mir gewünscht, noch mehr aus seiner Perspektive zu erfahren. Insgesamt ist der Perspektivwechsel zwischen den beiden jedoch sehr gelungen und trägt viel zur Dynamik der Geschichte bei.

Als kleinen Kritikpunkt empfand ich, dass die Suche nach Alva zeitweise in den Hintergrund geriet. Gerade in den ruhigeren Passagen hätte ich mir gewünscht, dass schneller zur eigentlichen Handlung zurückgekehrt wird. Dafür endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, der die Spannung dann für den nächsten Teil noch einmal enorm steigert. Zum Glück hatte ich den zweiten Band direkt griffbereit.

Fazit:
Der Titel "Dark Cinderella" weckt Märchenerwartungen, die die Geschichte bewusst nicht erfüllt. Stattdessen erzählt der Roman eine moderne Royals-Story mit Spannung, ernsten Themen und viel Gefühl. Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch sehr gut unterhalten und neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Zwischen Abschied und Neubeginn - Wenn das Blaulicht den Weg zurück ins Leben weist

Anatomy of a Broken Heart
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Nach dem Unfalltod ihrer großen Liebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Leben retten, um den eigenen Verlust irgendwie zu bewältigen. Als angehende Notfallsanitäterin absolviert sie ihr Praxissemester ...

Nach dem Unfalltod ihrer großen Liebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Leben retten, um den eigenen Verlust irgendwie zu bewältigen. Als angehende Notfallsanitäterin absolviert sie ihr Praxissemester auf einer Rettungswache und trifft dort ausgerechnet Holden wieder, Flynns früheren besten Freund. Zwischen Einsätzen, alten Wunden und unausgesprochenen Schuldgefühlen entsteht langsam eine neue Nähe, die beide vor die Frage stellt, ob Liebe nach so viel Schmerz überhaupt möglich ist.

Schon äußerlich hat mich Anatomy of a Broken Heart sofort angesprochen. Das Cover mit der DNA-Doppelhelix ist wunderschön gestaltet und passt perfekt zum medizinischen Thema sowie zur emotionalen Tiefe der Geschichte.

Als großer Fan von Serien wie Emergency Room oder Grey’s Anatomy hat mich vor allem das Setting auf der Rettungswache begeistert. Die Einsätze, der Arbeitsalltag und das Zusammenspiel des Teams werden sehr bildhaft und authentisch geschildert. Man fühlt sich mitten ins Geschehen versetzt, spürt die Anspannung der Notfälle und die besondere Dynamik innerhalb der Wache – das hat mich vollkommen abgeholt.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, was mir sehr gefallen hat. Dadurch entsteht ein tieferes Verständnis für die Figuren, ihre Gedanken und ihre Verletzlichkeit. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie Trauer und Schuldgefühlen ist dieser Perspektivwechsel besonders wertvoll.

Mit Gracie als Protagonistin bin ich allerdings nicht sofort warm geworden. Ihre Motivation und ihre Gedankengänge sind nachvollziehbar, und ihr Wunsch, Leben zu retten, ergibt sich logisch aus ihrer Vergangenheit. Dennoch fehlte mir ein gewisses Maß an emotionaler Nähe, um mich ihr wirklich verbunden zu fühlen. Holden hingegen ist für mich ein sehr starker, einfühlsamer Charakter. Umso schade fand ich, dass seine Kapitel oft recht kurz gehalten sind. Gerade sein Umgang mit dem Verlust seines besten Freundes hätte aus meiner Sicht noch mehr Raum verdient. Hier bleibt meiner Meinung nach spürbares Potenzial ungenutzt.

Die Liebesgeschichte zwischen Gracie und Holden empfand ich insgesamt als sehr stimmig. Ihre Annäherung ist vorsichtig, von Zurückhaltung und inneren Konflikten geprägt, aber die Spannung zwischen ihnen ist jederzeit spürbar. Nichts wirkt überstürzt, sondern dem emotionalen Hintergrund der beiden angemessen.

Besonders gelungen fand ich das Ende des Buches. Der kleine Schockmoment ist gut eingebaut und unterstreicht die zentrale Botschaft der Geschichte: Trauma braucht Zeit, Auseinandersetzung und manchmal auch professionelle Hilfe. Dass dieser Aspekt ernst genommen wird, verleiht dem Roman Tiefe und sorgt für einen stimmigen, hoffnungsvollen Abschluss.

Fazit:
Anatomy of a Broken Heart erzählt sensibel von Verlust, Schuld und dem langsamen Weg zurück ins Leben. Es ist eine emotionale Romance mit starkem medizinischem Setting, authentischen Einsätzen und der wichtigen Botschaft, dass Trauer ihren Platz haben darf, aber nicht das Ende der eigenen Geschichte ist. Für mich ein gelungener Auftakt, der Vorfreude auf Band zwei weckt.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Ein Schicksal, gewebt aus Liebe und Schmerz

Medea
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Medea wächst ausgegrenzt und gefürchtet am Hof von Kolchis auf. Wegen ihrer Hexenkraft wird sie gemieden, misshandelt und kontrolliert. Als Jason erscheint, um das Goldene Vlies zu erlangen, erkennt Medea ...

Medea wächst ausgegrenzt und gefürchtet am Hof von Kolchis auf. Wegen ihrer Hexenkraft wird sie gemieden, misshandelt und kontrolliert. Als Jason erscheint, um das Goldene Vlies zu erlangen, erkennt Medea darin eine Chance, ihrem grausamen Zuhause zu entkommen. Doch der Weg in die Freiheit fordert einen hohen Preis: Loyalität, Liebe und letztlich Entscheidungen, die alles verändern und unwiderruflich zerstören können.

Medea – Die Hexe von Kolchis hat mich von der ersten Seite an vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Geschichte und die mythologische Grundlage sind so intensiv erzählt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Tragisch, schön, spannend und zutiefst herzzerreißend – all diese Gefühle greifen hier ineinander und machen den Roman zu einem echten Leseerlebnis.

Rosie Hewlett gelingt etwas Besonderes: Sie erschafft eine tiefe, schmerzhafte Verbundenheit zur Protagonistin. Medea ist keine ferne Sagengestalt, sondern eine greifbare, verletzliche und zugleich unglaublich starke Frau. Man fühlt mit ihr, leidet mit ihr und ist innerlich zerrissen angesichts der Entscheidungen, die sie trifft. Ihre Handlungen sind nicht immer leicht zu ertragen, aber sie sind teilweise nachvollziehbar, menschlich und konsequent aus der Situation heraus erzählt. Und genau darin liegt die große Stärke des Romans.

Besonders beeindruckt hat mich, wie Hewlett Medeas innere Konflikte darstellt. Die Zerrissenheit zwischen Loyalität und Selbstbestimmung, Liebe und Verrat, Hoffnung und Verzweiflung ist jederzeit spürbar. Medeas Geschichte ist nicht einfach nur eine Neuerzählung eines Mythos, sondern eine intensive Charakterstudie über Macht, Ohnmacht und die Grenzen dessen, was ein Mensch ertragen kann.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und unglaublich packend. Die Sprache trägt die Emotionen mühelos und erzeugt eine dichte Atmosphäre, die sowohl die Magie als auch die Grausamkeit dieser Welt greifbar macht. Man fliegt durch die Seiten, ohne dass die Tiefe oder Schwere der Geschichte verloren geht.

Fazit:
Medea – Die Hexe von Kolchis ist eine tragische, kraftvolle und emotional aufwühlende Neuerzählung eines bekannten Mythos. Rosie Hewlett schenkt Medea eine Stimme, die lange nachhallt, und erzählt eine Geschichte über Liebe, Verrat, Schmerz und Selbstbestimmung, die unter die Haut geht. Für mich ein absolutes Highlight zum Jahresende!

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