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Veröffentlicht am 10.05.2017

Faszination Appalachian Trail

The Distance from me to you
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Kendras großer Traum ist es, nach dem Schulabschluss zusammen mit ihrer Freunden den Appalaichian Trail von Norden nach Süden durch 14 amerikanische Bundesstaaten hindurch zu wandern. Doch kurz bevor es ...

Kendras großer Traum ist es, nach dem Schulabschluss zusammen mit ihrer Freunden den Appalaichian Trail von Norden nach Süden durch 14 amerikanische Bundesstaaten hindurch zu wandern. Doch kurz bevor es losgeht, sagt ihre Freundin ab und Kendra macht sich - ohne dass ihre eltern von dieser Tatsache wissen - alleine auf den Weg. Es ist ein großes Abenteuer und nicht ganz ungefährlich, doch Kendra hat keine Angst. Und dann trifft sie auch noch Sam, der den Trail ebenfalls alleine wandert.

Das Thema „Jugendliche wandern auf dem Appalachian Trail“ hat mich von Anfang an gereizt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein deutscher Leser dieses einmal tun wird, äußerst gering ist. Dennoch finde die Idee, die dahinter steckt, nämlich nach der Schule etwas anderes zu tun, statt sofort mit seiner Ausbildung weiter zu machen, etwas ist, mit dem sich viele Schüler, besonders im G8-Zeitalter beschäftigen sollten (und es meiner Erfahrung nach auch tun). Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Thema und gibt somit Anreize, was ich sehr gelungen finde.
Weniger gelungen finde, ich dass die Geschichte oft im Geschehen springt und der Leser gar nicht alle Widrigkeiten des Trailwanderns kennenlernt. Auch die Tatsache, dass die Geschichte im Präsens verfasst ist, statt im erzählenden Präteritum, hat mich manches Mal doch sehr irritiert. Aber das wird ja immer mehr Mode und viele Jugendliche sind daran eher gewöhnt.
Dass die Probleme von Sam teilweise nur oberflächlich behandelt wurden, sehe ich als Problem an. Da hätte die Geschichte gerne mehr Tiefgang haben können. Kendra als auch Sam bleiben dem Leser irgendwie fremd. Auch der Spannungsaufbau wirkt an manchen Stellen zu oberflächlich.

Trotzdem ist dieses ein Buch zu einem Thema, dass ich für junge Menschen sehr interessant finde. Vor Allem G8-Schüler, die teilweise schon mit 17 Abitur machen, fragen sich oft, was sie nach der Schule tun sollen. Ein Jahr (oder ein paar Monate) Work und Travel oder vielleicht mal auf Wandertour gehen, wie in diesem Buch, sich die Welt ansehen, erwachsen werden (weil in der Schulzeit heute dafür keine Zeit mehr bleibt) sind da gute Alternativen zum direkten Sprung in die Ausbildung oder ins Studium. Vielleicht bietet diese Geschichte dem einen oder anderen Schüler einen Anreiz, ähnliches auszuprobieren.
Insgesamt ein tolles Thema, das nicht immer ganz so gelungen umgesetzt worden ist.

Veröffentlicht am 19.07.2017

Amore und die Suche nach der Vergangenheit in Italien

Love & Gelato
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Love & Gelato von Jenna Evans Welch

Zum Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter soll Lina den Sommer in Italien verbringen. Bei einem Mann, der ihr völlig fremd ist und zudem noch auf einem Friedhof(!) wohnt.
Natürlicherweise ...

Love & Gelato von Jenna Evans Welch

Zum Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter soll Lina den Sommer in Italien verbringen. Bei einem Mann, der ihr völlig fremd ist und zudem noch auf einem Friedhof(!) wohnt.
Natürlicherweise ist Lina davon nicht besonders begeistert zumal sie um ihre Mutter trauert und lieber bei ihrer besten Freundin in den USA geblieben wäre.
Sie versteht nicht, was sie eigentlich in Italien soll. Doch plötzlich taucht ein altes Tagebuch ihrer Mutter auf und Lina macht sich auf die Suche die Vergangenheit zu ergründen. Außerdem ist da noch Lorenzo, der nette Junge, der fast nebenan wohnt.

Das Cover:

Das Cover ist ziemlich einfach gehalten. Man sieht zwei Eis in der Waffel, von denen eins auf dem Kopf steht, so dass beide gut zusammenpassen.Ein Eis ist rosa das andere hellblau, was den Effekt des Ergänzen noch verstärkt.
Mich spricht dieses Cover durch seine Einfachheit sehr an.

Der Schreibstil:

Der Autorin gelingt es mit ihrem Stil, den Leser für die Geschichte zu begeistern. Kurzweilig und leicht zu lesen, hatte ich das Buch in einem Rutsch schnell durch. Für mich ein Merkmal eines gutes Sommerbuches.

Die Story:

Trotz des traurigen Themas, nämlich des Verlustes der Mutter und das Nichtvorhandensein eines Vaters, liest sich die Geschichte eher wie ein leichter Liebesroman, was ich sehr schade finde, denn hier wäre sicherlich noch etwas mehr Tiefgang drin gewesen. Zum Ende hin gleitet die Story zu sehr in die Liebesgeschichte ab, die sich meiner Meinung nach auch etwas zu einfach auflöst. Hier hatte ich mir etwas mehr erhofft - auch von einem Jugendbuch.

Fazit:

Ein schönes, leicht zu lesendes Buch mit einer interessanten Geschichte, des Highlight die Beschreibungen der Toskana und Florenz sind. Man bekommt sofort Lust loszureisen und sich alles mit eigenen Augen anzusehen. Einen Stern Abzug gibt es, da ich ein bisschen mehr Tiefe bei den Themen erwartet hatte. Dennoch empfehlenswert.

Veröffentlicht am 17.07.2017

YA mal anders

Stell dir vor, dass ich dich liebe
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"Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven

Zum Inhalt:

Libby ist anderes. Libby ist dick. Nicht nur etwas, sondern so richtig. Libby war vor nicht allzu langer Zeit "Amerikas dickster Teenager" ...

"Stell dir vor, dass ich dich liebe" von Jennifer Niven

Zum Inhalt:

Libby ist anderes. Libby ist dick. Nicht nur etwas, sondern so richtig. Libby war vor nicht allzu langer Zeit "Amerikas dickster Teenager" und ist immer noch weit davon entfernt, was andere als "normal" bezeichnen würden. Doch Libby ist auf einem guten Weg und kann sogar wieder auf eine High-School gehen, was die letzten Jahre nicht möglich war.

Sie hatte jedoch nicht mit Jack gerechnet. Jack, einer von den coolen und angesagten Jungen an ihrer Schule, der gut aussieht und beliebt ist und von dem keiner weiß, dass auch er sein Päckchen zu tragen hat.

Als die beiden unter denkbar unglücklichen Umständen zusammentreffen, kann keiner erwarten, dass sie in dem anderen denjenigen finden, der sie wirklich versteht.

Das Cover:

Das Cover spricht mich nicht besonders an. Im Gegenteil: das grelle Pink hätte im Buchladen eher dazu geführt, dass ich mir das Buch kaum näher angesehen hätte. Zum Glück habe ich die kurze Beschreibung hier gelesen und bin neugierig geworden.
Die Farben tun wirklich in den Augen weh und dieser schreckliche "Spiegelbestselleraufkleber" der nicht abgeht, hat mir den Rest gegeben. Aber man sollte nie ein Buch nach seinem Cover beurteilen. Auch dieses nicht!

Der Stil:

Die Autorin schreibt so, dass das Lesen einfach Spaß macht. Flüssiggeschriebene Kapitel, teilweise kurze Kapitel, wechselnde Perspektiven machen das Buch zu einem richtigen Pageturner.


Meine Meinung:

„Stell dir vor, dass ich dich liebe“ ist einer dieser Jugendromane, der anders ist, der besonders ist, da seine Protagonisten besonders sind. Libby und Jack haben andere Probleme als man es sonst von den üblichen Jugendromanen kennt. Das hat mir an diesem Roman sehr gefallen.

Nachdem ich erstmal mit dem Lesen angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören.

Für mich ein absolut empfehlenswertes Buch.

Veröffentlicht am 14.06.2017

Anders sein...

Ich, Eleanor Oliphant
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Eleanor Oliphant ist anders als ihre Mitmenschen. Und deswegen versteht sie oft nicht, wie diese denken und handeln. Elenor ist ehrlich, manchmal zu ehrlich. Sie hat keine Freunde und Familie und bei ihren ...

Eleanor Oliphant ist anders als ihre Mitmenschen. Und deswegen versteht sie oft nicht, wie diese denken und handeln. Elenor ist ehrlich, manchmal zu ehrlich. Sie hat keine Freunde und Familie und bei ihren Kollegen einen schweren Stand.
Doch dann verliebt sie sich. Das erste Mal und so richtig. Und plötzlich ist alles anders...

"Ich. Eleanor Oliphant" von Gail Honeyman ist ebenfalls anders. Anders als das Buch, das ich erwartet hatte. Anders als viele Bücher, die zur Zeit auf dem Buchmarkt zu finden sind,
Mein Dank gilt zunächst netgally.de, dass ich dieses andere, besondere Buch lesen durfte. Dass ich Eleanor kennen lernen durfte. Es war mir ein Vergnügen.

Zunächst sah es für mich gar nicht so aus, als ob ich Vergnügen an dem Buch haben könnte. Ich fand nur schwer den Einstieg zur Geschichte. Eleanor ist nicht unbedingt die auf Anhieb sympathischste Person. Doch je besser man sie kennenlernt, desto mehr versteht man, warum sie ist, wie sie ist und umso mehr mag man sie. Mir ging es auf jeden Fall so.
Am Ende des Buch fiel es mir sogar schwer von Eleanor und ihrer Geschichte Abschied zu nehmen.

Die Autorin Gail Honeyman hat ihre Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur geschrieben und so erlebt der Leser viele alltägliche Dinge aus Eleanors spezieller Sicht auf unseren normalen Alltag. Genau an diesen Stellen habe ich herrlich geschmunzelt und an anderen Stellen habe ich mit Eleanor mitgelitten. Zum Ende hin konnte ich mich kaum noch von der Geschichte lösen, die mir zu Beginn dort reichlich Schwierigkeiten bereitet hat.
Deshalb mein Tipp an alle, denen es ähnlich geht:

Durchhalten, es lohnt sich!

Veröffentlicht am 09.06.2017

Romantisch

Der letzte erste Blick
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Emery könnte glücklich sein. Endlich ist sie dem Horror und Stress ihrer Highschooljahre entflohen und möchte auf dem College ganz neu anfangen. Doch dann das: es gab eine Verwechslung und der Mitbewohner ...

Emery könnte glücklich sein. Endlich ist sie dem Horror und Stress ihrer Highschooljahre entflohen und möchte auf dem College ganz neu anfangen. Doch dann das: es gab eine Verwechslung und der Mitbewohner in ihrem Zimmer ist ein Mann. Und der grapscht ihr am allerersten Tag auch noch an den Hintern. Zum Glück weiß Emery sich zu wehren.
Zu ihrem Unglück muss sie trotzdem weiterhin mit diesem Kerl auf einem Zimmer wohnen. Und dann taucht auch noch sein Freund Dylan auf. Der kann zwar zum Glück seine Hände bei sich behalten, doch bringt er Emerys Gefühlswelt ordentlich durcheinander...

"Der letzte erste Blick" ist ein gefühlvoller, romantischer New Adult-Roman, der mit einem schönen Schreibstil und einer tollen Geschichte daherkommt.
Die beiden Hauptfiguren haben keinen konfliktfreien Hintergrund, was die Geschichte enorm bereichtert. Denn einfach vor sich hin plätschernde Love-Storys gibt es meiner Meinung schon mehr als genug.
Doch Emerys Vergangenheit mit dem ernsten Thema Cypermobbing und Dylans schwierige Kindheit regen zum Nachdenken an und machen aus diesem Roman etwas mehr als die 08/15-Geschichte, die ich anhand des Covers und des Titels anfangs erwartet hatte. Eine erfreuliche Überraschung.

Daher freue ich mich, dass es eine weitere Geschichte geben wird, die im Freundeskreis von Emery und Dylan spielt und die bereits am Ende des Buches angekündigt wird.