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Veröffentlicht am 03.11.2025

Alles beginnt mit einem Sack Zucker

Haribo - So schmeckt das Glück
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Wer kennt nicht das berühmte Sprichwort „Vom Tellerwäscher zum Millionär“? In dem vorliegenden Roman, der uns in die faszinierende Welt der Süßigkeiten entführt, wird jedoch nicht von einem Tellerwäscher, ...

Wer kennt nicht das berühmte Sprichwort „Vom Tellerwäscher zum Millionär“? In dem vorliegenden Roman, der uns in die faszinierende Welt der Süßigkeiten entführt, wird jedoch nicht von einem Tellerwäscher, sondern von einem Bonbonkocher erzählt: Hans Riegel! Ja, genau – der Gründer von HaRiBo, der uns die köstlichen Gummibärchen beschert hat. Ich bin mir sicher, jeder hat schon einmal in ein Tütchen seiner Lieblingsgummibärchen gegriffen!


Hans begann seine Karriere ganz unten und musste sich seinen Weg nach oben hart erkämpfen. Fleiß, Ehrgeiz und auch der ein oder andere Verzicht prägten seinen Aufstieg. Der erste Band dieser spannenden, aber auch unterhaltsamen Haribo-Reihe nimmt uns mit auf die Reise von 1908 bis hin zur Machtergreifung Hitlers, und neben der persönlichen Geschichte von Hans werden auch die großen weltpolitischen Ereignisse aufgezeigt. Es ist ein faszinierender Kontrast zwischen dem Streben nach Erfolg und den düsteren Zeiten, die viele Ängste und Verluste mit sich brachten.


Ein besonderer Nebenstrang ist die Geschichte von Jane, die die moralischen Dilemmata der damaligen Gesellschaft reflektiert und einen emotionalen Zugang zur Handlung bietet.


Der bildhafte Schreibstil zieht sofort in den Bann und lässt die Charaktere lebendig werden. Ich konnte mich schnell in die Geschichte vertiefen, doch ich hätte mir gewünscht, mehr über die Kunst der Bonbonherstellung zu erfahren. Schließlich war es sicher eine Herausforderung, die benötigten Zutaten während dieser turbulenten Zeit zu bekommen!


Anschließend kann ich sagen, dass mir der vorliegende erste Band der HARIBO-Saga sehr gut unterhalten hat und ich bin auf die Fortsetzung freue.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Tod im Gasteiner Tal

Leichenschmaus mit Kaiserschmarrn
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Mit diesem Krimidebüt wagt sich die Autorin in die glamouröse Welt des Grand Hotels in Bad Gastein, einem Ort, der schon zahlreiche Prominente beherbergt hat. Diskretion ist hier das A und O, und so wird ...

Mit diesem Krimidebüt wagt sich die Autorin in die glamouröse Welt des Grand Hotels in Bad Gastein, einem Ort, der schon zahlreiche Prominente beherbergt hat. Diskretion ist hier das A und O, und so wird auch die Spannung in der Geschichte lange zurückgehalten – vielleicht sogar ein wenig zu lange.


Der Schreibstil der Autorin wirkt anfangs gehemmt, was den Einstieg in die Geschichte erschwert. Die Vielzahl der Namen bzw. Protagonisten trägt nicht gerade zu einem flüssigen Leseerlebnis bei. Man fragt sich unweigerlich: Wer ist hier eigentlich wer? Ein wenig mehr Klarheit hätte nicht geschadet!


Ein weiteres Manko ist das Fehlen von Lokalkolorit. Die schöne Kulisse von Bad Gastein hätte so viel mehr hergeben können! Ein bisschen Dialekt oder eigene Eigenheiten der Region hätten der Geschichte mehr Tiefe und Authentizität verliehen. Stattdessen bleibt der Krimi eher farblos und neutral, was ich wirklich schade finde.


Insgesamt hat die Autorin ein interessantes Setting gewählt, allerdings fehlt der gewissen Pfiff für einen richtig fesselnden Krimi. Vielleicht beim nächsten Mal? Auf jeden Fall bleibt zu hoffen, dass wir in zukünftigen Werken mehr von dem einzigartigen Flair Bad Gasteins erleben dürfen!

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Veröffentlicht am 03.11.2025

272 Seiten voller Erinnerungen und Spürsinn

Tod am Semmering
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Der historische Kriminalroman startet seinen Prolog im Herbst 1917, in dem das Land durch den ersten Weltkrieg beherrscht wurde.  Nationalstolz und die Rivalität der europäischen Großmächte dominierten ...

Der historische Kriminalroman startet seinen Prolog im Herbst 1917, in dem das Land durch den ersten Weltkrieg beherrscht wurde.  Nationalstolz und die Rivalität der europäischen Großmächte dominierten das Weltgeschehen. 


Dann erfolgt der Sprung ins Jahr 1922 und der Leser lernt Ernestine und Anton kennen. Man spürt direkt, dass sich die Autorin sehr viel Mühe mit der Ausarbeitung und Charakterisierung der Protagonisten gegeben hat, aber leider ist der Funkeln bei mir nicht übergesprungen. Ernestine erinnerte mich sehr an Miss Marple, vielleicht sogar ein bisschen zu sehr. Ihre altkluge Art ist zwar interessant, aber leider auch nicht besonders unterhaltsam. Anton zeigt sich sehr zurückhaltend, so dass auch hier wieder eine Parallele zu finden ist. 


Das Setting wurde gut gewählt und auch hier ist erkennbar, dass die Autorin gut recherchiert hat. Näheres hierzu wird im Nachwort aufgeführt.


Abschließend kann ich sagen, dass die Nachkriegszeit gut verknüpft wurde und über der gesamten Geschichte wie ein Damoklesschwert hing. Ich würde mir für die Nachfolgebände wünschen, dass die beiden Hauptprotagonisten ein Eigenleben entwickeln um mehr Sympathiepunkte erhalten.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

384 Seiten voller Geheimnisse und Erkenntnisse 

Die Psychoanalytikerin
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In den schillernden 1920er Jahren in Hamburg, wo Zigarettenrauch und das Klingen von Jazznoten durch die Straßen wehten, wäre der Gedanke an eine Psychoanalytikerin wie Vera fast schon revolutionär. Nachdem ...

In den schillernden 1920er Jahren in Hamburg, wo Zigarettenrauch und das Klingen von Jazznoten durch die Straßen wehten, wäre der Gedanke an eine Psychoanalytikerin wie Vera fast schon revolutionär. Nachdem ihr Mann aus dem Krieg nicht wieder heimkehrte, übernahm sie die Praxis um den Menschen mit ihren Traumata zu helfen.

Doch mit der Psychoanalyse kommt nicht nur das Verstehen der menschlichen Psyche, sondern auch die Zusammenarbeit mit der Polizei wegen eines rätselhaften Todesfalls. Und schon bald taucht die nächste Herausforderung auf: eine vermisste Person, die anscheinend mehr über geheimnisvollen Toten wusste.

Der Roman entfaltet die Vorurteile und Stolpersteine, auf die Frauen seinerzeit stießen – während Vera mit einer Mischung aus Feingefühl und Neugier ihre Mitmenschen analysiert. Ich hätte mir gewünscht, manchmal noch tiefer in die Abgründe der Psyche einzutauchen! Das Setting wirkt realistisch, so dass die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar erscheinen. 

Ein großartiger Roman, der durchaus als Krimi bezeichnet werden könnte und den Wunsch nach einer Fortsetzung weckt.



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Veröffentlicht am 11.10.2025

288 Seiten voller (Dis)Harmonie in Niederkaltenkirchen 

Steckerlfischfiasko
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Der Franz auf dem Golfplatz. Dieses alleine ist schon ein Gedanke, der schwer nachvollziehbar ist. Aber wenn es doch dort einen Toten gibt, dann hat auch der Eberhofer Franz keine Chance und muss sich ...

Der Franz auf dem Golfplatz. Dieses alleine ist schon ein Gedanke, der schwer nachvollziehbar ist. Aber wenn es doch dort einen Toten gibt, dann hat auch der Eberhofer Franz keine Chance und muss sich dem Vergnügen der Reichen und Schönen stellen. 

Aber das ist nicht sein einziges Problem. Susi kandidiert für die Bürgermeisterwahl, Pauli tanzt Ballett und die Oma ist in Kur.

Es ist also wiedermal viel los bei Eberhofers.


Ich mag den lockeren Schreibstil der Autorin sehr. Er bringt mir das Familienleben,  Regionalität und noch Krimispannung, fast wie in einem Überraschungsei. Die kleinen dialektischen Einwürfe runden das bayrische Dorfidyll perfekt ab. 


Ich hoffe, dass der Autorin die Ideen noch lange nicht ausgehen, auch, da ich die Kochrezepte im Anhang schmerzlich vermissen würde.


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