Profilbild von ChattysBuecherblog

ChattysBuecherblog

Lesejury Star
offline

ChattysBuecherblog ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ChattysBuecherblog über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2019

Schönheit ist nicht alles

Die Klosterbraut
0


Besonders gut gefällt es mir, wenn, wie im vorliegenden Fall, das Personenverzeichnis mit Herausstellung der historischen Persönlichkeiten vorangestellt wird. Toll fand ich auch das Verzeichnis der Städte- ...


Besonders gut gefällt es mir, wenn, wie im vorliegenden Fall, das Personenverzeichnis mit Herausstellung der historischen Persönlichkeiten vorangestellt wird. Toll fand ich auch das Verzeichnis der Städte- und Flussnamen von damals und heute.

Aber dem war noch nicht genug, es folgte ein Glossar mit den gängigsten Begriffen aus dem Klosterleben.

Aber kommen wir nun zum Inhalt. Der Roman beginnt im 1. Teil mit dem Zeitabschnitt: Mai bis September 1226 und umfasst eigentlich das Kennenlernen der Protagonisten untereinander bis hin zur Hochzeit und dem Eintritt ins Kloster.

Auf den ersten Seiten lernen wir direkt Franka kennen. Sie zeigt sich kämpferisch und klug, aber manchmal auch ein kleines bisschen naiv. Obwohl die stellenweise einen sehr rauen und fordernde Kommandoton anschlägt, scheint sie bei der Männerwelt damit Erfolg zu haben, na ja, zumindest bei Wulf. Aber dazu später mehr.

Ihre Schwester Melinda hingegen, ist einfach nur schön und weiß das auch. Ihr Verhalten ist äußerst fragwürdig, aber wenn man immer nur auf die Schönheit reduziert wird, muss man ja auch nicht mehr können.

Stellenweise hatte mich die Geschichte der beiden Mädchen an ein Märchen erinnert. Schneeweißchen und Rosenrot? Oder gar Aschenputtel? Für mich hatte hier der Roman die Historie verlassen um in die Märchenwelt abzutauchen.

Auch das Verhalten der Eltern fand ich stellenweise wirklich merkwürdig und nur sehr wenig oder gar nicht nachvollziehbar. Gerade im Hinblick auf den Handlungszeitraum (im Jahr 1226) hatten die Kinder respektive die Töchter, wohl nicht diese verbalen Freiheiten, wie sie beschrieben wurden. Ich darf hier einfach nur an die respektlosen Kommentare beim Essen erinnern. So was geziemt sich doch für eine Tochter aus gutem Hause einfach nicht. Aber bei Franka haben sie einfach alles durchgehen lassen. Hauptsache sie packt ihre Sachen und geht endlich ins Kloster.

Einen Aufreger fand ich ebenfalls, als der Vater Franka als die "hässliche" Wulf borstellte. Er hatte zwar nicht das Wort hässlich verwendet, sondern eher so drumrum. Aber ganz ehrlich, welcher Vater (zu damaliger Zeit) spricht so voller Überzeugung von seiner liebenden Tochter? Gut, solches Verhalten fördert natürlich den Wunsch ins Kloster zu gehen. Aber klar war auch, dass weder Wulf noch Franka mit dieser Entscheidung wirklich glücklich sein würden.

Der 2. Teil spielt von Februar 1227 bis Frühjahr 1229 und umfasst das Klosterleben und die Reise ins Heilige Land.

Hier scheint mir Franka um einiges reifer. Ihre Gedanken sind nun klarer und somit auch nachvollziehbarer. Auch das Klosterleben mit seinen Höhe und Tiefen und den unterschiedlichen Charakteren, kann die Liebe zu Wulf nicht zum erlöschen bringen. Man spürt beim Lesen, welch tiefer Schmerz ihr die Liebe zusetzt und wie sehr sie mit der Situation hadert. Dennoch hat sie ihr Ziel vor Augen, das sie auch weiterhin verfolgt.


Wulf macht seinen Traum wahr und schließt sich dem Kreuzzug an. Klar, dass er auch hier so manches Abenteuer bestehen muss, aber auch neue Kontakte und Freundschaften können geknüpft werden. Er scheint mir in dieser Zeit auch etwas bodenständiger geworden zu sein.
Schade fand ich, dass in diesem 2. Teil Melinda etwas kurz kommt. Sie bleibt für mich zwar weiterhin gefühlskalt und eine Zicke, jedoch hatte sich die Autorin nun mehr auf Franka, die kleine Krimigeschichte im Kloster und Wulf eingeschossen, so dass von Melinda keine Rede mehr war. Her hätte ich mir gewünscht, dass auch ihr Leben (ohne Wulf) ab und an ins Licht gerückt wäre. Ist sie Wulf treu geblieben? Wie verlief ihr Leben weiter?

Der 3. Teil umfasst den Zeitraum Frühjahr 1231 bis Mai 1232 und somit die Rückkehr und den Austritt aus dem Kloster.

Im letzten Teil hatte die Autorin nochmal alles gegeben. Die anfänglichen Schwierigkeiten waren hier komplett vergessen und alle Rätsel wurden gelöst. Meine Vermutung der Tatverdächtigen hatte sich bewahrheitet und die Geschichte nahm ein gutes Ende.

? Fazit ?

Obwohl der Roman anfangs noch etwas holprig war und die Geschichte ziemlich unrund wirkte, hatte die Autorin im 2. Teil einen kräftigen Zahn zugelegt. Mir kam es auch so vor, als wäre dort das ganze Herzblut hingeflossen. Der 1. Teil wurde so ein bisschen halbherzig gemacht, denn aller Anfang ist schwer.

Für den 1. Teil muss ich leider zwei Punkte abziehen, da ich wirklich große Mühe hatte, ihm etwas angenehmes abzugewinnen. Allerdings machen der 2. Teil und dann der Schluß einen Punkt wieder gut.

Bei einem Preis von 9,99 € für 352 Seiten (Verlagsangabe) kann man hier nichts falsch machen. Gute Unterhaltung und interessante Protagonisten.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Ein gelungener Auftakt

Treibts zua!
0


Ganz klar, was so schon so einen Titel trägt, verspricht viel ländliches, bayrisches und heimatliches, aber auch jede Menge Spannung. Mit dieser Erwartung bin ich an den Krimi gegangen und .... aber lest ...


Ganz klar, was so schon so einen Titel trägt, verspricht viel ländliches, bayrisches und heimatliches, aber auch jede Menge Spannung. Mit dieser Erwartung bin ich an den Krimi gegangen und .... aber lest einfach mal weiter!

Schon auf den ersten Seiten lernte ich die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, Lilly Engel kennen. Lilly stammt zwar aus dem hohen Norden, ist aber für die Liebe in den wilden Süden gezogen. In den Süden? Ja, genau genommen an die Grenze zwischen Bayern und Österreich. Und genau da wären wir dann auch schon beim Thema. Die Grenznähe zu Österreich bedeutet nämlich auch, dass sie hin und wieder auf ihren österreichischen Kollegen Major Sigmund Huber trifft. Huber ist nicht gerade der smarteste alle Polizisten und geht mit seiner Art und Weise Lilly ziemlich auf die Nerven. Ob sich hier schon eine gewisse Anziehung, Annäherung, Liebelei nach dem Motto: Was sich liebt, das neckt sich, anbahnt.... nun ja, lest einfach mal weiter.

Sehr gut hatte mir auf Seite 69 die Darstellung der heutigen Sichtweise gefallen. Da ist u.a. die Rede davon, dass heute nur noch einzelne Fragmente aufgezeigt werden und man sich daraus dann sein eigene Bild konstruiert. Würde man jedoch die Sache im Ganzen, Gesamten betrachten, brächte dieses dann oft ein ganz anderes Bild. Die Schuld daran, ist größtenteils bei den Medien zu suchen, die die Menschen immer mehr manipulieren (können).

Aber zurück zum Krimi und den Wiederholungen und schier endlosen Plänkeleien. Wiederholungen? Oh ja, leider! Gerade das Thema Minirock tritt immer und immer wieder auf. Lilly ärgert sich dann zwar über die Machokommentare, zieht aber weiterhin den Minirock an. Und ob dieses und hochhackige Schuhe bei den Polizeiermittlungen bzw. -Einsätzen förderlich sind? Darüber mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

Am Ende war ich irgendwie so ein bisschen enttäuscht. Gut, den Täter hatte ich vorher schon im Visier, dennoch kam es etwas hopplahopp. Da schien den beiden Autoren so ein bisschen die Luft ausgegangen zu sein.

? Fazit ?

Mit ihrem Auftakt haben sich die beiden Autoren so richtig ins Zeug gelegt. Viele Irrungen und Wirrungen, spannende Hinweise und ein eingängiges Ermittlerpaar. Eigentlich alles, was der Krimileser haben möchte. Nun gut, ein paar klitzekleine Schwächen waren auch vorhanden, aber im Großen und Ganzen hat mich der Krimi von der ersten bis zur letzten Seiten begeistert.

Ich hoffe, dass die Autoren schnell eine Fortsetzung zu Papier bringen werden, da ich unbedingt wissen möchte, wie sich die Sache zwischen Lilly und Huber entwickelt und ob es nicht doch noch eine große Deutsch/Österreichische Freundschaft (oder sogar mehr) gibt.

Veröffentlicht am 21.01.2019

Konnte mich leider nicht überzeugen

Der Turm der Welt
0

Aufgrund einer Challenge habe ich mich an das mehr als 27stündige Hörbuch gewagt. Und da ich Hörbücher eigentlich nur abends, als Einschlafhilfe verwende, puh...da war das nicht die einfachste Kost.

Aber ...

Aufgrund einer Challenge habe ich mich an das mehr als 27stündige Hörbuch gewagt. Und da ich Hörbücher eigentlich nur abends, als Einschlafhilfe verwende, puh...da war das nicht die einfachste Kost.

Aber beginnen wir von vor. Es ist zweifelsohne eine sehr interessante Story, die aus Historie und ein bisschen Krimi besteht. (Da schon sehr vieles über den Inhalt in den bisherigen Rezensionen verraten wurde, möchte ich mich gerne auf das wesentliche beschränken)

Auffällig ist die doch etwas gestelzte Sprache, die zwar sehr gut in die Story und die damalige Zeit passt, aber zum Hören etwas ansprechend wird. Gut, der Sprecher (Wolfgang Berger, bekannt durch die Vertonung von z.B. Die Legenden des Krieges, oder auch einigen Val McDermid Thrillern) gibt sich wirklich große Mühe und setzt auch seine Betonungen sehr gezielt ein, jedoch ist der Funke bei mir einfach nicht übergesprungen. In der Zeugnissprache würde man wohl "hat sich stets bemüht" verwenden, aber wenn die Geschichte nicht mehr hergibt, ist es für den Sprecher natürlich auch schwer.

Die Sprechpausen waren gut gesetzt und auch die Aussprache war sehr gut.

Die Story selbst würde ich mit 2 Sternen bewerten, alleine dem Sprecher ist es zu verdanken, dass ich diesem Werk 3 Sterne vergebe.

Veröffentlicht am 21.01.2019

Agatha zeigt Emotionen

Agatha Raisin und die tote Geliebte
0


Nun war er endlich da, der elfte Band und damit die Fortsetzung mit der "liebreizenden" Agatha, auf den ich solange gewartet hatte.

Was der letzte Band vermuten ließ, wird nun Gewissheit. Agatha sieht ...


Nun war er endlich da, der elfte Band und damit die Fortsetzung mit der "liebreizenden" Agatha, auf den ich solange gewartet hatte.

Was der letzte Band vermuten ließ, wird nun Gewissheit. Agatha sieht sich nämlich schon am Ziel ihrer Träume und freut sich auf das Leben mit ihrem Ehemann James. Ja, die beiden habe es wirklich getan und sind wahrhaftig verheiratet. Und wie sollte es anders sein, nicht wirklich glücklich damit. Agatha, die ja immer bestrebt war, eigenständig und unabhängig zu sein, fühlt sich in der Rolle der treusorgenden Ehefrau nicht wohl. Nun gut, man könnte es auch so sagen, sie scheint für diese, ihre neue Rolle auch nicht geeignet. Zumindest wird ihr dieses Gefühl von James vermittelt. Klar, dass das nicht lange gutgehen kann. Ich hatte mich anfangs auch sehr über James Verhalten gewundert. Bis dann aber klar wurde, was wirklich hinter seiner Unzufriedenheit steckt.

Dieses Mal hatte sich die Autorin zwei ganz besondere Handlungsstränge ausgesucht. Zum Einen ist es der Mord an Melissa und zum Anderen James. Beide Stränge sind sehr ausgeprägt, wobei die Ermittlungen im Mordfall klar im Vordergrund stehen. Dennoch fand ich James Einzug ins Kloster schon etwas irritierend, da mir aus den Vorgängerbänden nicht klar war, dass James gläubig war. Also ich meine, so richtig gläubig. Aber nun gut, eben noch verheiratet....schwupps....schon wieder geschieden.

? Fazit ?

M.C. Beaton ist nur eines der zahlreichen Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney, die lange zeit als Theaterkritikerin und Journalistin tätig war. Mit ihrer englischen Detektivin Agatha Raisin feiert sie bis heute große Erfolge in über siebzehn Länder. Wen wundert es da, dass sie auch in Deutschland eine große Fangemeinde gewonnen hat, zu der ich mich inzwischen auch zugehörig fühle.

Sie hat in diesem Krimi mal wieder ihr wahres Können gezeigt, in dem sie zwei völlig konträre Handlungssträngen die ganze Zeit parallel laufen lässt und Agatha sogar etwas mehr Gefühl einhaucht.

Für mich war dieses einer der besten Bände der Reihe und freue mich schon auf die baldige Fortsetzung, in der hoffentlich James auch wieder eine Rolle erhält.

Veröffentlicht am 17.01.2019

Ein sehr tiefgründiger Roman

Vielleicht tanzen wir morgen
0


Gefühlvoll und lebendig..., so beschreibt The Guardian diese sehr melancholische Geschichte. Gefühlvoll, ja, da kann ich zustimmen. Aber lebendig? Auf mich wirkte der Roman eher depressiv.
Möglicherweise ...


Gefühlvoll und lebendig..., so beschreibt The Guardian diese sehr melancholische Geschichte. Gefühlvoll, ja, da kann ich zustimmen. Aber lebendig? Auf mich wirkte der Roman eher depressiv.
Möglicherweise bin ich aber auch einfach nicht die richtige Zielgruppe für solche tiefgründigen Geschichten.
Die wechselnden Geschichten zwischen Mascha und Alice fand ich ziemlich verwirrend, zumal mir auch lange nicht klar war, wer denn nun Alice ist.
Irritierend fand ich auch, welche Rolle Sally in diesem Roman hatte. Lange Zeit war von der Namensgeberin des Titels nämlich gar nichts zu lesen.

Fazit ?

Die Autorin Ruth Hogan, auch bekannt durch ihren Roman "Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge", zeigt sich in diesem Roman mal wieder von ihrer tiefgründigen Seite. Der vorliegende Roman ist keine Geschichte, die man mal eben so zwischendurch lesen kann. Mich hatten jedoch weder Protagonisten noch die Geschichte angesprochen, weshalb ich auch nur 2 Sterne vergeben kann.