Profilbild von ChemAngel

ChemAngel

Lesejury Profi
offline

ChemAngel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ChemAngel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2025

Hilfe zur Selbstheilung

Trauma ENDLICH überwinden
0

Das Buch hat mir einen ruhigen, verständlichen Zugang zu einem schwierigen Thema eröffnet. Ohne überladen zu wirken, vermittelt es grundlegendes Wissen über Entwicklungstraumata und deren Auswirkungen. ...

Das Buch hat mir einen ruhigen, verständlichen Zugang zu einem schwierigen Thema eröffnet. Ohne überladen zu wirken, vermittelt es grundlegendes Wissen über Entwicklungstraumata und deren Auswirkungen. Die Autorin bleibt sachlich und empathisch, was ich als angenehm empfand. Besonders hilfreich waren für mich die Reflexionsfragen, durch die ich bestimmte Verhaltensmuster besser einordnen konnte. Auch die Übungen regen zum Nachdenken an, ohne Druck auszuüben. Es ist kein Ersatz für eine Therapie, das wird deutlich, aber als Einstieg oder begleitende Lektüre kann es durchaus sinnvoll sein. Manche Abschnitte wirkten auf mich etwas langgezogen, trotzdem bleibt der Aufbau übersichtlich. Insgesamt ist es ein durchdachtes Arbeitsbuch, das nicht zu viel verspricht, aber ehrliche Impulse für den Umgang mit alten Verletzungen geben kann. Es hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist, Schritt für Schritt, in eigenem Tempo.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Zusammenhalt war ihr einziger Halt

Um jeden Preis
0

Dieses Buch hat mich tief erschüttert und zugleich beeindruckt. Die wahre Geschichte von Lydia, die mit ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg alles verliert und in die eisige Hölle Sibiriens verschleppt wird, ...

Dieses Buch hat mich tief erschüttert und zugleich beeindruckt. Die wahre Geschichte von Lydia, die mit ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg alles verliert und in die eisige Hölle Sibiriens verschleppt wird, lässt mich nicht mehr los. Ich konnte kaum fassen, mit welcher Stärke, Liebe und Aufopferung Lydia und ihre Mutter ihre Kinder durch diese entbehrungsreiche Zeit gebracht haben. Trotz Hunger, Kälte, Zwangsarbeit und menschenunwürdiger Behandlung haben sie nie den Mut verloren. Immer stand die Familie an erster Stelle. Zusammenhalt war ihr einziger Halt. Der Glaube an eine Zukunft als Familie in der BRD gab ihnen Kraft in Momenten, in denen es eigentlich keine Hoffnung mehr gab.

Hera Linds Schreibstil ist fesselnd, klar und bewegend, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders beeindruckend war, wie vielschichtig erzählt wird: Lydias Perspektive, später auch Stimmen ihrer Kinder, machen das Erlebte noch greifbarer. Es ist keine leichte Lektüre! Manchmal war ich kurz davor, abzubrechen, so sehr ging mir das Leid unter die Haut. Aber genau deshalb sollte man es lesen: als Mahnmal gegen das Vergessen, als Erinnerung daran, wie privilegiert wir heute leben. Am Ende bleibt ein Gefühl tiefer Dankbarkeit, Entsetzen darüber wozu Menschen fähig sind und großer Bewunderung für eine Frau, deren Lebenswille und Mut unerschütterlich waren.

Ein Buch, das bleibt. Unbedingt lesen!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Leben, Liebe und Verrat

Verheiratete Frauen
0

Anfangs hatte ich Mühe, in den Roman hineinzufinden, die Sprache wirkte schlicht und manche Szenen klischeehaft. Doch mit der Zeit haben mich die Figuren berührt, Gabriela, Silvia, Cosima und ...

Anfangs hatte ich Mühe, in den Roman hineinzufinden, die Sprache wirkte schlicht und manche Szenen klischeehaft. Doch mit der Zeit haben mich die Figuren berührt, Gabriela, Silvia, Cosima und Eugenia, vier Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen, verbunden durch Freundschaft, ihre Arbeit bei einer Frauenzeitschrift und das Gefühl, in ihren Ehen nicht wirklich gesehen zu werden. Es geht um Liebe, Verrat, Erwartungen, Sehnsucht und den Versuch, sich selbst treu zu bleiben. Was mich jedoch gestört hat, war die häufige Darstellung von Sexualität als scheinbar einziger Weg weiblicher Selbstbestimmung. Vieles erinnerte mich an eine Mischung aus "Desperate Housewives" und "Sex and the City", unterhaltsam, stellenweise tiefgründig, aber oft auch oberflächlich. Der Fokus auf Gabi und ihre Affäre zieht sich durch das ganze Buch und lässt wenig Raum für die anderen, teils spannenderen Geschichten. Trotzdem ist es ein lesenswerter Roman für alle, die Lust auf emotionale Geschichten mitten aus dem Leben haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2025

Toller Auftakt

A City of Flames
0

„A City of Flames“ hat mich von der ersten Seite an gepackt. Nara, eine starke und entschlossene Protagonistin, will Rache für ihren Vater, der von einem Drachen getötet wurde. Sie tritt den Venatoren ...

„A City of Flames“ hat mich von der ersten Seite an gepackt. Nara, eine starke und entschlossene Protagonistin, will Rache für ihren Vater, der von einem Drachen getötet wurde. Sie tritt den Venatoren bei, doch schnell merkt sie, dass die Dinge nicht so sind, wie sie gedacht hat. Die Geschichte ist spannend, mit viel Magie, Geheimnissen und echten Gefühlen. Nara ist nicht nur eine Kämpferin, sie macht Fehler und wächst an ihnen. Ihre Beziehungen zu den anderen Charakteren, besonders zu Lorcan und dem geheimnisvollen Darius, geben der Geschichte noch mehr Tiefe. Die Mischung aus Action, emotionalen Momenten und einer Prise Romantik passt einfach perfekt. Das Worldbuilding ist faszinierend und lässt die Welt lebendig und gefährlich wirken. Auch wenn es hier und da an ein paar Beschreibungen fehlt, hat mich das Buch trotzdem total gefesselt und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2025

Die Kraft der Worte

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
0

Ito Ogawas "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" erzählt eine leise, aber tief berührende Geschichte, die mich sowohl emotional als auch geistig angesprochen hat. Im Mittelpunkt steht Hatoko, ...

Ito Ogawas "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen" erzählt eine leise, aber tief berührende Geschichte, die mich sowohl emotional als auch geistig angesprochen hat. Im Mittelpunkt steht Hatoko, die nach Jahren der Abwesenheit in das Schreibwarengeschäft ihrer verstorbenen Großmutter zurückkehrt. Dort übernimmt sie die Aufgabe, für ihre Kundinnen und Kunden Briefe zu verfassen – feinfühlige, persönliche Botschaften, die weit mehr sind als nur Worte auf Papier. In jeder Zeile taucht sie in die Gedankenwelt der Menschen ein, die sich ihr anvertrauen, und gleichzeitig beginnt ihre eigene Geschichte, sich nach und nach zu entfalten.

Besonders bewegend ist die Auseinandersetzung mit Hatokos schwieriger Beziehung zu ihrer Großmutter, die sie aufgezogen hat. Die Erzählweise ist still und intensiv, fast poetisch, und im Laufe des Buches gewinnt die Großmutter eine neue, unerwartete Bedeutung. Hatoko blickt auf ihre Vergangenheit zurück, lernt, loszulassen und ihre Geschichte anzunehmen. Japanische Traditionen, die Kunst der Kalligrafie und die Bedeutung von Aufmerksamkeit und Zuhören fließen dabei auf subtile Weise in die Erzählung ein.

Dieses Buch ist kein lauter Roman, sondern eine sanfte Einladung zum Innehalten, ein stiller Begleiter für jene, die nach etwas Wahrem suchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere