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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein ehrlicher Blick auf innere Stärke und Selbstakzeptanz

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun ist ein Ratgeber, der sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sehr unser Selbstbild von äußeren Bewertungen geprägt ist. Das Buch vermittelt psychologische ...

Deinen Selbstwert bestimmst nur du von Yoon Hong Gyun ist ein Ratgeber, der sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sehr unser Selbstbild von äußeren Bewertungen geprägt ist. Das Buch vermittelt psychologische Zusammenhänge in einer klaren und gut verständlichen Sprache, ohne kompliziert oder schwer zugänglich zu wirken. Besonders gelungen finde ich, dass der Autor nicht mit schnellen Lösungen arbeitet, sondern dazu anregt, eigene Denk und Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen. Viele der geschilderten Situationen wirken sehr lebensnah und machen es leicht, Parallelen zum eigenen Alltag zu ziehen. Dadurch entsteht ein hohes Maß an Identifikation. Die Übungen sind sinnvoll eingebettet und laden dazu ein, das Gelesene direkt praktisch umzusetzen. Gleichzeitig bleibt der Inhalt an einigen Stellen eher allgemein und kratzt Themen nur an, die man sich vielleicht etwas vertiefter wünschen würde. Für Leserinnen und Leser mit viel Vorerfahrung im Bereich Persönlichkeitsentwicklung könnte das Buch daher stellenweise zu wenig in die Tiefe gehen. Dennoch bietet es zahlreiche Impulse, um das eigene Selbstbild bewusster wahrzunehmen und neue Perspektiven zu entwickeln. Insgesamt ist es eine zugängliche und motivierende Lektüre, die besonders für Einsteigerinnen und Einsteiger gut geeignet ist.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Ein erschütternder Blick in die Abgründe der Menschheit

Protokoll eines Verschwindens
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„Protokoll eines Verschwindens“ von Alexander Rupflin erzählt die wahre Geschichte des Brasilianers Gabriel, der in Hamburg spurlos verschwindet. Seine Schwester Isabella kämpft verzweifelt darum, die ...

„Protokoll eines Verschwindens“ von Alexander Rupflin erzählt die wahre Geschichte des Brasilianers Gabriel, der in Hamburg spurlos verschwindet. Seine Schwester Isabella kämpft verzweifelt darum, die Polizei zu überzeugen, dass ihr Bruder nicht freiwillig verschwunden ist. Zugleich verfolgt der Leser das Leben von Fabio, dem Täter, der sein Verbrechen über Monate hinweg verbirgt und versucht, seinen Alltag wie gewohnt fortzuführen.

Rupflin gelingt es auf beeindruckende Weise, nahe an den Beteiligten zu bleiben. Sein Bericht wirkt wie eine literarische Reportage, die trotz fiktionaler Elemente die Realität spürbar macht. Besonders eindringlich sind die Einblicke in die Psyche des Täters und die Gedanken der Angehörigen, die zwischen Hoffnung, Ohnmacht und Trauer schwanken. Der Autor scheut sich nicht, die menschliche Seite aller Beteiligten zu zeigen, ohne die Grausamkeit der Tat zu verharmlosen.

Das Buch vermittelt, wie eng Täter und Opfer oft miteinander verbunden sind und wie sehr Verdrängung, Leugnung und Schuldgefühle die Ereignisse prägen. Rupflins Sprache ist klar, sachlich und dennoch zutiefst berührend, sodass man die Geschehnisse fast selbst miterlebt.

„Protokoll eines Verschwindens“ ist ein intensives, erschütterndes Buch, das weit über die übliche True-Crime-Lektüre hinausgeht. Es fordert emotionale Aufmerksamkeit, öffnet die Augen für menschliche Abgründe und bleibt lange im Gedächtnis. Ein Buch für alle, die sich auf eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Realität hinter Verbrechen einlassen möchten.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Eine Liebesgeschichte, die bleibt

Versprich mir, dass du tanzt
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„Versprich mir, dass du tanzt“ von Dani Atkins erzählt auf sehr gefühlvolle Weise die Geschichte von Lily, die ihren Mann Adam verliert und sich nach seinem Tod einem besonderen Versprechen stellen muss. ...

„Versprich mir, dass du tanzt“ von Dani Atkins erzählt auf sehr gefühlvolle Weise die Geschichte von Lily, die ihren Mann Adam verliert und sich nach seinem Tod einem besonderen Versprechen stellen muss. Adam hat sie gebeten, Josh wiederzufinden, den Jungen aus ihrer Kindheit, zu dem sie einst eine enge Bindung hatte.

Was folgt, ist eine berührende Reise durch Erinnerungen, voller Schmerz, Liebe und Hoffnung. Schritt für Schritt entdeckt Lily nicht nur die Vergangenheit neu, sondern auch sich selbst. Die Autorin beschreibt ihre Gefühle so fein und eindringlich, dass man beim Lesen unweigerlich mit ihr mitfühlt.

Die Geschichte zeigt, dass Trauer und Liebe oft nebeneinander bestehen können und dass das Leben selbst nach schweren Verlusten neue Wege bereithält. Besonders gelungen ist die Verbindung von Gegenwart und Rückblick, wodurch die Figuren lebendig und nahbar wirken.

Ein stiller, gefühlvoller Roman, der ans Herz geht und lange nachklingt. Eine Geschichte über Abschied, Vergebung und den Mut, wieder zu tanzen, wenn das Leben einen dazu auffordert.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein zarter Roman über Neuanfänge

Wilder Honig
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Wilder Honig von Caryl Lewis hat mich von der ersten Seite an in eine ruhige, fast magische Welt gezogen. Die Geschichten von Hannah, Sadie und Megan entfalten sich behutsam und lassen die Leserinnen und ...

Wilder Honig von Caryl Lewis hat mich von der ersten Seite an in eine ruhige, fast magische Welt gezogen. Die Geschichten von Hannah, Sadie und Megan entfalten sich behutsam und lassen die Leserinnen und Leser die Herausforderungen und kleinen Freuden des Lebens hautnah miterleben. Besonders berührt haben mich die feinen Naturbeschreibungen wie das Summen der Bienen, der Duft von Honig und die Apfelblüten in voller Pracht. Die Autorin schafft es, die Verbindung zwischen Mensch und Natur so lebendig zu schildern, dass man fast selbst Teil dieses Gartens wird.

Die Figuren sind auf subtile Weise gezeichnet, jeder mit eigenen Kämpfen und Hoffnungen, die sich langsam entfalten. Es gibt Momente, in denen man sich wünscht, tiefer in ihre Gedanken einzutauchen, doch gerade diese leichte Distanz macht die Beobachtungen und kleinen Offenbarungen besonders intensiv. Die Briefe, die im Laufe der Geschichte auftauchen, bringen zusätzlich eine berührende, fast poetische Tiefe.

Alles in allem ist Wilder Honig ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der zum Innehalten einlädt, Trost spendet und die Kraft von Natur, Freundschaft und Neuanfängen eindrucksvoll vermittelt.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Eine Geschichte mit sehr viel Tiefe

Der Garten der kleinen Wunder
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Der Garten der kleinen Wunder ist ein feinfühlig erzählter Roman, der durch Tiefe überzeugt. Patricia Koelle erzählt die Geschichte zweier Menschen, die sich zufällig begegnen und auf besondere Weise gegenseitig ...

Der Garten der kleinen Wunder ist ein feinfühlig erzählter Roman, der durch Tiefe überzeugt. Patricia Koelle erzählt die Geschichte zweier Menschen, die sich zufällig begegnen und auf besondere Weise gegenseitig bereichern.

Toja, eine ruhige und eher zurückgezogene Frau, trifft auf die vierzehnjährige Vica, die sich in einer unsicheren Lebensphase befindet. Zwischen den beiden entwickelt sich ein vertrauensvolles Verhältnis, das viel Raum für persönliche Themen lässt. Es geht um das Gefühl, anders zu sein, um das Ringen mit Erwartungen von außen und um die Frage, wie man seinen eigenen Weg findet, ohne sich selbst zu verlieren.

Die Autorin beschreibt diese Entwicklung mit großer Sensibilität und einem sehr klaren Blick für Zwischentöne. Die Sprache ist ruhig, dabei aber präzise und wirkungsvoll. Nichts wirkt aufgesetzt oder übertrieben, sondern glaubwürdig und stimmig.

Der Garten, in dem ein Großteil der Handlung spielt, wird nicht nur als Schauplatz genutzt, sondern als Spiegel innerer Prozesse. Er steht für Rückzug, Heilung und langsames Wachstum. Diese symbolische Ebene ist gut integriert und verleiht der Erzählung zusätzlich Tiefe.

Ein empfehlenswertes Buch, das auf eine sehr persönliche Art berührt. Wer sich Zeit dafür nimmt, wird vieles darin wiedererkennen.

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