Darüber, wie man Mut fasst - So macht das Freibad Spaß!
SchwimmbadKurzmeinung: Eine unwiderstehliche Mischung aus geballtem Wissen, sinnlichem Erleben und einer unschlagbaren Geschichte über das Thema Angst überwinden
Natürlich kennt fast jeder Freibäder, aber in so ...
Kurzmeinung: Eine unwiderstehliche Mischung aus geballtem Wissen, sinnlichem Erleben und einer unschlagbaren Geschichte über das Thema Angst überwinden
Natürlich kennt fast jeder Freibäder, aber in so einer umfassenden Art nicht unbedingt, hier lernt jeder noch etwas. Der Illustratorin Eilika Mühlenberg ist pünktlich zur Hitzewelle ein besonderes Meisterstück gelungen. Im Gerstenberg Verlag ist das von ihr gestaltete Bilderbuch „Schwimmbad“ erschienen. Es ist umfangreicher als die üblichen Bilderbücher und ist sowohl Sachbuch als auch Erzählbuch.
Wie in anderen Wimmelbüchern auch, jede Doppelseite funktioniert nämlich wie ein Wimmelbuch, entdecken die geübten Bilderbuch-Leser die durchgehende Geschichte, die mit Papa, Tomi und Lino an der Kasse beginnt. Sie ziehen sich in der Umkleidekabine um, sehen sich verschiedene Schwimmstile an, unternehmen Schwimmversuche, gehen nach einer Weile lieber ins Nichtschwimmerbecken, tauschen die Rollen und zögern beim Springen. Dann haben sie Spaß im Ruhebereich, Erlebnisbad und bei den Rutschen. Bis zum finalen Abbrausen unter der Dusche und dem Haare föhnen hat Tomi doch noch ein paar Schwimmstöße gelernt und will demnächst unbedingt wieder ins Schwimmbad gehen.
Dabei beweist Mühlenberg viel Witz und Beobachtungsgabe sowie ein untrügliches Gespür für Situationskomik. Auf der Eistafel gibt sie einigen Eissorten lustige Fantasienamen und zu den echten Schwimmabzeichen kombiniert sie welche, die es geben sollte. Bei all dem linearen Erzählen werden immer wieder auch neue Aspekte behandelt und Fragen beantwortet wie: Wie sah ein Schwimmbad früher aus? Was gibt es für technische Apparaturen im Keller des Bades? Sogar solche Fragen wie: Wie hat die Malerin Katherine Bradfort das Thema Schwimmen dargestellt? Und wie hat Mühlenberg selbst mit verschiedenen Techniken das Buch illustriert? Zum Beispiel erfährt man, dass sie mit Wellpappe-Abdruck gearbeitet hat, Aquarellfarben mit Salz kombiniert und mit Wachsstiften in feuchte Farbe gezeichnet hat.
Gearbeitet hat sie auch mit Foto-Collagenelementen. Da stößt der Betrachter auf grün schimmernde Fliesen, flauschige Handtücher, pralle Rettungsringe und grau gestrichene Filteranlagen, die perfekt ins Bild integriert worden sind. Sie hat wunderbar ansprechende Bilder für den Spaß im Wasser und alles drumherum gefunden. In den Grün-, Blau und Orangetönen schwelgt sie mit Stift und Pinsel und lässt das Wasser sich in Fontänen ergießen, es schillern und spritzen. Sie nähert sich dem Thema Wasser experimentell und erschafft ein sinnliches Erlebnis für die Betrachter. Ein Tipp: Wer die Originale sehen möchte, die Illustrationen werden vom 14.07. bis zum 23.07.2025 während der Kinder- und Jugendbuchwochen in der Stuttgarter Stadtbibliothek ausgestellt.
Das Buch kommt wie ein Silent Book ohne viele Worte aus. Einige Wörter hat Mühlenberg als Schilder eingefügt oder sie hat Wörter in Wortfeldern zusammengestellt, zum Beispiel zum Thema Bademode und Tauchen. Die Kinder bekommen neue ästhetische Bildwelten und Wortfelder an die Hand gegeben, um selbst ins Erzählen zu kommen und so ihren Sprachschatz zu erweitern. Da merkt man, dass sie zum Fach Kommunikationsdesign auch Kunstpädagogik studiert hat.
Fazit: Absolut empfehlenswert!