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Veröffentlicht am 09.09.2020

Spannender, etwas zu kurzer Auftaktband der Reihe

Silver Crown - Forbidden Royals
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Diese Geschichte wird aus Emilias Perspektive geschildert.
Emilia, eine gewöhnliche junge Frau, die Psychologie studiert und bei ihrer Mutter aufwuchs, befindet sich mit ihrem besten Freund Owen in einer ...

Diese Geschichte wird aus Emilias Perspektive geschildert.
Emilia, eine gewöhnliche junge Frau, die Psychologie studiert und bei ihrer Mutter aufwuchs, befindet sich mit ihrem besten Freund Owen in einer Bar, als sie von der schrecklichen Nachricht erfährt: Der König ist tot, der Kronprinz schwebt in Lebensgefahr und der Bruder des Königs muss vorläufig die Leitung des Landes übernehmen. Emilia hat niemandem außer Owen von ihrer Herkunft erzählt und vermeidet normalerweise, an ihre Verbindung zum Königshaus zu denken - ihr Schmerz über die Zurückweisung ist zu groß. Doch diese Nachricht stellt Emilias Leben innerhalb von wenigen Minuten komplett auf den Kopf, ohne dass sie ein Mitspracherecht hätte.

Emilia ist eine selbstbewusste, sympathische junge Frau, die ihre Freiheit und ihre Individualität liebt. Ich mochte sehr, wie sie für ihre Meinung und ihre Rechte eintritt und sich nicht so schnell mit Situationen abfindet. Zugleich hat sie etwas rebellisches, stures an sich, das ihrem Alter entspricht. In wenigen emotionalen Momenten wird deutlich, wie sehr sie unter der Ablehnung ihres Vaters leidet und wie sehr sich das Kind in ihr wünscht, eine echte Beziehung zu ihm aufzubauen und Antworten zur Vergangenheit zu erhalten.
Carter, Emilias Stiefbruder, fand ich als Charakter wahnsinnig interessant. Er hat in der Presse ein Playboy-Image, doch gegenüber Emilia zeigt er sich vollkommen anders. Zwar verhält er sich gelegentlich arrogant, doch sein Interesse an Emilia und seine Sympathie für sie sind deutlich erkennbar. Ich hatte mehrfach den Eindruck, dass Carters alles andere als leichte Kindheit seine Spuren bei ihm hinterlassen haben, und dass er eine Sicherheitsmauer um sich gebaut hat. Ich bin sehr gespannt, in den nächsten Teilen mehr über ihn zu erfahren.
Chloe, Carters Schwester, mochte ich ebenfalls sehr. Sie bringt Schwung und Leichtigkeit in die Geschichte, etwas, das sowohl Emilia als auch ich dringend brauchten. Emilias Stiefmutter hingegen... diese Frau hat mich jedes Mal zum Kochen gebracht, wenn sie den Mund aufmachte.

Gut gefallen an der Geschichte hat mir, mit welchem Tempo sie voranschreitet und von einer spannenden Szene zur nächsten jagt. Es wird keine Zeit mit einer langen Einleitung verschwendet; stattdessen wird der Leser direkt mitten in die Geschichte des Landes Caerleon geworfen. Bis auf wenige ruhigere Szenen wird Emilia von einer (emotionalen) Katastrophe in die nächste geworfen und es bleibt kaum Zeit, das Buch zur Seite zu legen. Auch fand ich sehr spannend, wie schwer die Figuren zu durchschauen sind; ähnlich wie Emilia weiß man nicht, wem man trauen kann und wer welches Ziel verfolgt.

Nicht so gut gefallen hat mir, dass durch diese Schnelligkeit die Charakterentwicklung ein wenig zu kurz kam. Ich hätte mir ein paar mehr Szenen mit Emilia und ihrem Vater gewünscht und ein bisschen mehr spionieren, tuscheln und Rätsel raten. Da das Buch recht schmal ist, wären hierfür noch einige Seiten übrig gewesen. Auch das große Hindernis, das zwischen Emilia und Carter steht, ist in meinen Augen gar nicht so dramatisch, weshalb ich Emilias Reaktionen teilweise nicht nachvollziehen konnte und übertrieben fand.

Fazit:
Ein sehr fesselnder Auftaktband der Trilogie, mit vielen Geheimnissen und interessanten Figuren. Ich bin sehr gespannt, was mich in den nächsten Büchern erwarten wird und welche Figuren Emilia am Ende hintergehen werden. Ich vergebe empfehlenswerte 4 Sterne.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.08.2020

Wunderschöne Liebesgeschichte mit starken Protagonisten

An Ocean Between Us
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Diese Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Avery und Theo erzählt.

Avery war mir von der ersten Seite an sehr sympathisch. Sie hat ihr ganzen Leben dem Ballett gewidmet, doch bei einem ...

Diese Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Avery und Theo erzählt.

Avery war mir von der ersten Seite an sehr sympathisch. Sie hat ihr ganzen Leben dem Ballett gewidmet, doch bei einem Unfall erleidet sie so schwere Verletzungen an der Wirbelsäule, dass sie nie wieder professionell tanzen kann. Nach einigen schweren Monaten im Krankenhaus beginnt sie ein Studium am selben College wie ihre beste Freundin Lizzy, ohne eine Idee, wie ihr Leben weitergehen soll. Sie tat mir unglaublich leid, aber zugleich habe ich sie sehr bewundert. Man merkt Avery an, wie sehr sie unter den Folgen des Unfalls leidet und wie mutlos sie ist, aber dennoch ist sie fest entschlossen, eine neue Perspektive für sich zu finden und das bestmögliche aus der Situation zu machen. Avery ist tough, zäh und steht zu ihrer Meinung. Kleine Unsicherheiten versteckt sie vor anderen, außer vor ihrer engsten Freundin.
Theo wirkt in der ersten Szene, in der man ihn kennen lernt, wie ein arroganter, ignoranter Frauenheld - und wirkte daher auf mich genauso unsympathisch, wie er auf Avery gewirkt hat. Zum Glück stellt sich sehr schnell heraus, dass dieser Eindruck komplett falsch war. Im Gegenteil ist Theo sehr lieb und umgänglich. Aufgrund seiner Beliebtheit musste er schon einige negative Erfahrungen machen, weshalb er sich nur seinen engsten Freunden gegenüber öffnet. Mit seiner Leidenschaft fürs Schwimmen, seiner Disziplin und seiner Zielstrebigkeit ist er Avery sehr ähnlich.

Ich war sehr überrascht davon, wir schnell mich die Geschichte fesseln konnte und wie sehr ich die Momente zwischen Avery und Theo genoss. Avery erregt von Anfang an Theos Aufmerksamkeit, und ich konnte spüren, wie die beiden zunehmend voneinander beeindruckt und fasziniert waren. Ich mochte, wie sich durch das Schwimmen eine Kameradschaft und schließlich eine enge Freundschaft zwischen den beiden entwickelte, wie sie miteinander sprachen, sich neckten und scherzten und dabei immer mehr Zuneigung zueinander entwickelten. Zugleich war ich aufgrund einiger Rätsel, die Theos Vergangenheit betreffen, sehr gespannt und gefesselt und konnte ähnlich wie Avery lange nicht einschätzen, wie Theos Ruf und der Eindruck, den er auf Avery machte, zusammen passen. Auch hat mir gefallen, wie Averys und Theos Freunde in die (Liebes-)Geschichte eingebunden wurden und welche weiteren Thematiken sich dabei ergaben.

Das Ende fand ich etwas schwächer als den Rest des Buches, da ich bis zuletzt gehofft hatte, die Autorin würde mich überraschen und nicht auf den Zug des offensichtlichen Dramas aufspringen. Leider hat sie es doch getan. Auch wenn ich die Auflösung gelungen fand, war diese Entwicklung sehr schade.

Fazit:
Eine wunderschöne, humorvolle, süße und aufregende Liebesgeschichte mit tollen, sympathischen Charakteren, die mich durchgehend an den Seiten kleben ließ. Das absehbare Drama am Ende hätte ich mir anders gewünscht; dennoch ändert dies nichts daran, dass ich dieses Buch absolut empfehlen kann und mich schon sehr auf den zweiten Band freue, in dem Lizzys Geschichte erzählt wird. 4,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2020

Berührender, süßer Abschluss der Reihe

Liebe mich. Für immer
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Auch der dritte und letzte Band dieser Reihe wird wieder abwechselnd aus den Perspektiven von Amy und Sam erzählt.

Beide Charaktere kennt man bereits aus den vorherigen Bänden. Amy ist Sozialarbeiterin ...

Auch der dritte und letzte Band dieser Reihe wird wieder abwechselnd aus den Perspektiven von Amy und Sam erzählt.

Beide Charaktere kennt man bereits aus den vorherigen Bänden. Amy ist Sozialarbeiterin mit Leib und Seele und ein richtiger Workaholic. Im Rahmen ihres Projektes gibt sie jungen Straftätern eine zweite Chance, so hat sie auch schon Rhys und Malik wieder auf die Beine geholfen. Sam ist Tamsins Jugendfreund und war lange in sie verliebt. Er sieht sehr gut aus und ist sehr beliebt bei seinen Studentinnen. Um Tamsin zu vergessen, hat er sich in den letzten Monaten mit zahlreichen Frauen verabredet, doch keine konnte sein Interesse wecken.
Amy und Sam mochte ich bereits in den vorherigen Bänden sehr. Amy hat ein großes Herz und versucht, alle Menschen in ihrer Umgebung zu retten - so hat sie bspw. auch Rhys kleine Schwester als Pflegekind bei sich aufgenommen. Es wurde aber auch schon angedeutet, dass sie selbst es nicht leicht als Kind hatte, was mich sehr neugierig auf sie gemacht hat. Sam ist ein lieber, verständnisvoller Kerl und tat mir wirklich leid, als er mit ansehen musste, wie Tamsin und Rhys zusammen kamen. Seither habe ich mir ein schönes Happy End für ihn gewünscht.

Das Buch beginnt mit einer sehr skurrilen Begegnung der beiden, die ganz anders verläuft, als man zuerst vermutet. Anschließend gehen beide wieder getrennte Wege, schaffen es aber auch nicht so richtig, den jeweils anderen wieder aus dem Kopf zu bekommen. Ich fand sehr süß, dass Sam ein echter Romantiker ist, an die einzig wahre Liebe glaubt und diese ziemlich schnell in Amy erkennt. Er spürt, dass Amy ihn trotz aller Ängste mag, und kämpft daher um sie. Die Annäherung der beiden, in der es immer wieder Fortschritte und Rückschläge gab, war sehr süß zu erleben.

Auch haben mir die Nebenhandlungen sehr gut gefallen - Amy bekommt ein Erbe, das zugleich eine Ehre und eine zusätzliche Belastung darstellt, und Sam als großer Filmeliebhaber setzt sich mit all seinen Freunden für ein Herzensprojekt ein. Diese Nebenhandlungen haben mich nicht nur sehr gut unterhalten, sondern auch gezeigt, was für Menschen Amy und Sam sind - und wie gut sie harmonieren und zusammen passen. Zum Ende hin gab es dann den üblichen dramatischen Konflikt, der für meinen Geschmack gerne etwas schneller hätte aufgelöst werden können. Gut fand ich aber sowohl Sams Herangehensweise, als auch Amys Charakterentwicklung und Selbstreflexion.

Als Sozialarbeiterin muss ich abschließend allerdings noch los werden, dass mir der Eindruck von Pflegefamilien und vom Hilfesystem, der hier dem Leser vermittelt wird, nicht gut gefallen hat. Wie üblich ist dieser sehr negativ und verursacht eher Angst und Misstrauen als Zuversicht. Und auch Amy stellt wieder einmal eine Sozialarbeiterin mit Helfersyndrom dar, statt eine normale Sozialarbeiterin mit Freude an ihrem Beruf zu sein. Natürlich spielt die Geschichte in den USA, und da mag das System noch mal anders als hier in Deutschland sein. Dennoch finde ich so etwas immer schade.

Fazit:
Insgesamt eine sehr schöne, berührende Liebesgeschichte und ein gelungener Anschluss der Trilogie. Empfehlenswerte 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Eine sehr enttäuschende Liebesgeschichte

Truly
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Diese Geschichte wird aus den Perspektiven von Andie und Cooper erzählt und ist der erste Teil einer Trilogie, in der jedoch in jedem Band andere Charaktere im Mittelpunkt stehen.

Andie musste in den ...

Diese Geschichte wird aus den Perspektiven von Andie und Cooper erzählt und ist der erste Teil einer Trilogie, in der jedoch in jedem Band andere Charaktere im Mittelpunkt stehen.

Andie musste in den letzten Jahren viel durchmachen und konnte deshalb auch nicht pünktlich mit ihrer besten Freundin June ihr Studium beginnen. Als sie nun in Junes Studentenwohnheim ankommt, hat sie zwar einen Studienplatz, allerdings keine Wohnung und keinen Job. Zufällig ergibt sich eine Stelle als Barkeeperin in einer beliebten Bar - allerdings hat Andie in dieser Hinsicht keinerlei Erfahrung, und der Kollege, der sie einarbeiten soll, scheint alles andere als begeistert von ihr zu sein. Aber Andie ist fest entschlossen, diese Herausforderung zu meistern und sich ihren gemeinsamen Traum mit June zu erfüllen...

Andie mochte ich von Beginn an sehr gerne. Ich konnte mich in vielerlei Hinsicht mit ihr identifizieren; mit ihren ruhigen, manchmal schüchternen Art, aber auch mit ihrem inneren Mut und ihrer Entschlossenheit, mit der sie ihre Ziele verfolgt.Sie stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen auch außerhalb ihrer Komfort-Zone, und das hat mich sehr beeindruckt. Ihre Freundschaft mit June reicht tief und man spürt die Liebe, die beide füreinander empfinden, in jeder Interaktion zwischen ihnen. Solch eine Freundschaft ist sehr selten und es hat mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, die beiden miteinander zu beobachten. Sie sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber hervorragend.

Damit muss ich aber auch schon zu meinem ersten großen Kritikpunkt kommen: Sehr sehr oft hatte ich das Gefühl, dass June Andie die Show stiehlt. Zum Einen durch ihre lockere, freche Art, durch die sie immer in den Mittelpunkt gerät; zum Anderen durch ihre sehr amüsanten und aufregenden Interaktionen mit Mason. Es kam mir so vor, als ob die Autorin sich wahnsinnig auf die Geschichte von June und Mason freut, die im zweiten Band erzählt wird, und darüber ihre aktuellen Protagonisten in den Schatten stellt. In vielen gemeinsamen Szenen wirkte es, als ob Andie lediglich die Beobachterin von Junes Leben ist und nicht die Erzählerin ihrer eigenen Geschichte.

Mein zweiter großer Kritikpunkt ist die Liebesgeschichte zwischen Andie und Cooper. Denn, ehrlich gesagt: es gab keine. Andie und Cooper haben im gesamten Buch nur 2 Szenen, in denen sie sich ernsthaft miteinander unterhalten, und auch da erfahren sie kaum etwas voneinander. Alle anderen Szenen, in denen sie aufeinander treffen, bestehen aus gegenseitigem sprachlosen Anstarren, heimlichen Anschmachten oder zickigen Streitereien. Es gab einfach keine richtige Interaktion zwischen ihnen. Es ist mir leider vollkommen unverständlich geblieben, wie die beiden Gefühle füreinander entwickeln konnten, die über körperliche Anziehung hinaus gehen – und schließlich sogar von Liebe sprechen können.

Das Buch wird zwar zur Hälfte aus Coopers Perspektive erzählt, aber dennoch konnte ich keine Verbindung zu ihm aufbauen. Auch in den Szenen aus seiner Sicht erfährt man nicht viel mehr über ihn, als man so schon wusste. Er blieb mir zu blass und nichtssagend. Und ich mochte sein teilweise extrem eifersüchtiges, machohaftes, besitzergreifendes Verhalten nicht, insbesondere in Anbetracht dessen, dass er keine Beziehung mit Andie hatte – im Prinzip ja noch nicht mal mit ihr befreundet war.

Zum Ende hin hatte ich die Hoffnung auf einen Wendepunkt, auf eine emotionale Szene, in denen endlich das große Geheimnis um Coopers Verhalten gelüftet wird und er und Andie sich ENDLICH ernsthaft und tiefgründig unterhalten. Leider wurde ich auch in dieser Hinsicht komplett enttäuscht, und erneut standen June und Mason viel mehr im Vordergrund, als sie es sollten.
Ich bin auf ihre Geschichte gespannt und auch auf den dritten Band, weshalb ich dieser Reihe wahrscheinlich noch eine Chance geben werde. Aber ich kann dieses Buch nicht als Liebesgeschichte betrachten; es ist eher eine Geschichte über Andie, über einen Neuanfang und darüber, sich durchzubeißen.

Fazit:
Eigentlich hat es mir Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen; allerdings lag dies nicht an Cooper oder der Liebesgeschichte, sondern ausschließlich an der wunderschönen Freundschaft zwischen Andie und June. Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch und diese wurden SEHR enttäuscht, was mir beim Schreiben dieser Rezension noch einmal sehr deutlich wurde. Leider kann ich nur 2,5 Sterne vergeben und hoffe sehr, dass mich die Autorin mit anderen Büchern mehr überzeugen wird.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 29.05.2020

Liebesgeschichte mit K-Pop-Star

When We Dream
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"When we dream" ist der erste Teil einer Trilogie, die sich um die Figuren Ella und Jae-yong ("Jay") dreht. Die Liebesgeschichte wird aus Ellas Perspektive erzählt und dreht sich um die K-Pop-Kultur, Vorwissen ...

"When we dream" ist der erste Teil einer Trilogie, die sich um die Figuren Ella und Jae-yong ("Jay") dreht. Die Liebesgeschichte wird aus Ellas Perspektive erzählt und dreht sich um die K-Pop-Kultur, Vorwissen benötigt man allerdings nicht.

Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern in Chicago. Sie studiert und jobbt nebenbei, um die Haushaltskasse zu entlasten. Ella ist eine Leseratte, zeichnet sehr gerne oder schaut mit ihrer kleinen Schwester Liv Disney-Filme. Sie ist ein eher ruhiger Typ und mag keine Menschenmassen. Ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren und habe sie schnell in mein Herz geschlossen.
Ella trifft bei einer Veranstaltung auf Jay, ohne zu wissen wer er ist. Ein weiteres Treffen folgt, Nachrichten werden geschrieben und nach und nach lernen sich die beiden näher kennen. Was wie eine Freundschaft beginnt, wird schrittweise für beide mehr... das darf es jedoch nicht, da Jay Mitglied der erfolgreichsten K-Pop-Band der Welt ist und offiziell solo sein muss.

Obwohl die Geschichte wie eine typische Rockstar-Romance beginnt, ist sie doch ganz anders und erfrischend neu.
Zum Einen erfährt man innerhalb der Geschichte viel über die südkoreanische Kultur und die Musikindustrie, was allerdings nicht unbedingt FÜR K-Pop spricht. Im Gegenteil ist es teilweise sehr erschreckend, welche Auflagen die Musiker erfüllen müssen und welche Verträge sie unterschreiben; sie stehen unter enormen Druck und haben praktisch kein Privatleben. Es war dennoch interessant, dies zu erfahren und insbesondere die Geschichte von Ella und Jay wird mit diesen Hintergrundinformationen noch einmal dramatischer. Man wird mit Ella zusammen in die Welt des K-Pop eingeführt, sodass man nach und nach mehr erfährt und nicht das Gefühl bekommt, damit überhäuft zu werden.
Zum Anderen ist Jay als Charakter ganz anders, als es bei Männern in Rockstar-Geschichten meistens der Fall ist. Jay ist zurückhaltend, teilweise fast schüchtern, ein wahrer Gentleman und ebenfalls eine Leseratte. Hätte ich ihn nicht sowieso schon gemocht, hätte mich spätestens seine Leidenschaft für "Harry Potter" für ihn eingenommen. Man merkt ihm an, wie wichtig ihm die Musik ist und wie dankbar er für das ist, was er erleben darf; auch wenn er nicht mit allen Aspekten dieses Lebens glücklich ist.

"When we dream" ist eine sehr ruhige Geschichte, die nahezu ohne Dramen und ohne sexuelle Szenen auskommt, aber dennoch die gesamte Zeit über fesselt. Den Figuren wird Zeit gegeben, sich zu entwickeln und einander kennen zulernen, sodass die Szenen, in denen sie sich schließlich näher kommen, authentisch wirken und knistern. Die gegenseitigen Gefühle entwickelten sich in einem für mich plausiblen Tempo.
Ich mochte Ellas Beziehung zu Liv; zwar ist Ella etwas älter und reifer, doch die beiden verstehen sich wie beste Freundinnen und man spürt ihre emotionale Nähe zueinander. Mit ihrer älteren Schwester Melanie hingegen konnte ich leider nicht warm werden, da sie mir zu abweisend und abwesend vorkam und ich ihr Verhalten am Ende des Buches sehr unreif fand.

Das Ende dieses Buches war sehr traurig, aber zugleich auch sehr realistisch und nachvollziehbar. Mir hat sehr gefallen, wie der Cliffhanger zum zweiten Band gestaltet wurde. Ich würde fast sagen, das Ende war zwar traurig, aber auch wunderschön, und ich habe es selten erlebt, dass ich nach dem Beenden einer Geschichte mit Tränen in den Augen und einem Lächeln dasitze. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil und kann die Wartezeit kaum ertragen.

Fazit:
Eine süße, ruhige Liebesgeschichte, die mich fesseln und begeistern konnte und in der sich die Zeit genommen wird, Gefühle langsam entstehen zu lassen. Zugleich erfährt man als K-Pop-Neuling wie ich sehr viel über die südkoreanische Musikindustrie, und ich muss gestehen, dass mich dieses Buch dazu gebracht hat, mir zum ersten Mal diese Musik anzuhören - nun haben BTS einen neuen Fan. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzungen und vergebe empfehlenswerte 4,5 Sterne.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl