Nach der Divine-Rivals-Dilogie, die für mich ein absolutes Highlight war, habe ich mich unglaublich auf "Wild Reverence" gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb einfach zu hoch – denn dieses ...
Nach der Divine-Rivals-Dilogie, die für mich ein absolutes Highlight war, habe ich mich unglaublich auf "Wild Reverence" gefreut. Vielleicht waren meine Erwartungen deshalb einfach zu hoch – denn dieses Prequel ist ein ganz anderes Buch, als ich es mir vorgestellt hatte.
Statt der Götter aus dem Oben bzw. Unten Enva bzw. Dacre stehen hier die Göttin Matilda und der Mensch Vincent im Mittelpunkt. Es entspinnt sich eine leise, zarte Liebesgeschichte, die sich viel Zeit für Emotionen, Atmosphäre und innere Entwicklungen nimmt. Rebecca Ross’ Schreibstil ist dabei wie gewohnt wunderschön: melodisch, bildhaft und angenehm zu lesen. Trotzdem habe ich erstaunlich lange für die rund 800 Seiten gebraucht.
Vor allem im ersten und mittleren Teil hatte die Geschichte für mich einige Längen. Zudem spielt sich Vieles im Reich der Menschen ab, während ich mir noch deutlich mehr Fokus auf die Götterwelt gewünscht hätte. Auch mit den beiden Hauptfiguren bin ich lange nicht richtig warm geworden, wodurch mich die Lovestory emotional nicht so erreicht hat wie in "Divine Rivals". Erst zum Ende hin wurde es spürbar spannender und einige Szenen haben dann doch dieses vertraute Gefühl geweckt, das mich an die Dilogie erinnert und schließlich auch berührt hat.
Besonders Matilda ist eine sehr zerbrechliche, stille Hauptfigur, die im Laufe der Geschichte eine klare Wandlung durchmacht. Diese Entwicklung ist schön ausgearbeitet, auch wenn sie für mich emotional eher auf Distanz blieb. Insgesamt ist Wild Reverence eine ruhige, gefühlvolle Fantasygeschichte, die bewusst auf große Action, viele Wendungen oder episches Worldbuilding verzichtet.
Der Roman ist eine nette Ergänzung zum Universum der Autorin, aber kein Muss – selbst für Fans der Divine-Rivals-Dilogie, da die Verbindung inhaltlich geringer ist als erwartet. Wer jedoch Lust auf eine sanfte, langsame Fantasy mit Fokus auf Atmosphäre und Charaktere hat, könnte hier genau das finden, was er/sie sucht.
Inez lebt im Elendsviertel Westcliff und wünscht sich eine finanziell sichere und erfolgreiche Zukunft. Um diese zu erreichen, nimmt sie das Erbe ihrer Großmutter in Anspruch, das ihr einen der begehrten ...
Inez lebt im Elendsviertel Westcliff und wünscht sich eine finanziell sichere und erfolgreiche Zukunft. Um diese zu erreichen, nimmt sie das Erbe ihrer Großmutter in Anspruch, das ihr einen der begehrten Plätze am St. Clair College finanziert. Doch kaum angekommen merkt sie schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, denn am College regieren die Söhne des Königs und treiben Machtspiele und Unterwerfung auf die Spitze. Insbesondere Calix, der jüngste Bruder der sogenannten X-Boys, hat Inez von Beginn an auf dem Kieker und macht ihr das Leben schwer. Für ihre Zukunft und um das Rätsel um den mysteriösen Unfalltod ihrer Großmutter zu lösen, versucht Inez, in den Royal Clair Club der X-Boys aufgenommen zu werden und erlebt einen albtraumhaften Wettbewerb und toxisches Machtgefälle, zugleich aber auch unerklärbare Anziehung und faszinierende Begegnungen.
Royal Clair Club hat mich atmosphärisch sehr schnell abgeholt. Das düstere Setting funktionierte hervorragend, genauso wie der Weltenbau, der durch Details wie die Karte im Einband und die Illustrationen zwischen den Kapiteln zusätzlich an Tiefe gewann. Besonders positiv hervorheben möchte ich den aufgebrochenen Text mit Artikeln und Briefen – solche Elemente erhöhen für mich enorm den Lesefluss. Trotz seines Umfangs las sich der Roman überraschend schnell, was definitiv ein Pluspunkt ist, da mich die fast 700 Seiten anfangs eher abgeschreckt haben.
Der Schreibstil war dabei insgesamt sehr flüssig, wenn auch stellenweise deutlich vulgärer, als ich es persönlich brauche. Das soll natürlich Rauheit und Härte unterstreichen, wäre für mich aber nicht zwingend notwendig gewesen. Am Ende bleib dies jedoch Geschmackssache. Grundsätzlich hatte das Buch einen starken Sog und schaffte es gut, Spannung aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Inhaltlich überzeugte mich vor allem die zentrale Handlung rund um Geheimnisse, Machtstrukturen und den Weltenbau. Die vielen offenen Fragen sorgten dafür, dass ich ständig weiterlesen wollte. Mit den Dark-Romantasy-Elementen hatte ich dagegen häufiger meine Schwierigkeiten. Als jemand, der in diesem Genre noch recht neu ist, konnte mich dieser Anteil nicht durchgehend begeistern. Manche Dynamiken wirkten auf mich eher abschreckend als faszinierend, auch wenn sie offensichtlich bewusst provokant angelegt sind.
Das am College etablierte Machtsystem war düster, grotesk und für mich stellenweise schwer zu ertragen – erzählerisch aber durchaus effektiv! Gerade deshalb war mir die Hauptfigur Inez schnell sympathisch: Ihr Widerstandsgeist und der Versuch, sich nicht vollständig unterzuordnen, setzten einen wichtigen Kontrapunkt zu der allgegenwärtigen Unterdrückung. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen emotional realistischere Reaktionen gewünscht, insbesondere im Umgang mit Bedrohung und Grenzüberschreitungen.
Die Beziehung zwischen den beiden zentralen Figuren Inez und Calix ist spannend konzipiert, für mich aber ambivalent. Die Anziehung war direkt spürbar, gleichzeitig blieb ein starkes Ungleichgewicht bestehen, das ich kritisch sehe. Genau hier liegt für mich auch der größte Schwachpunkt des Romans: Der Dark-Romance-Anteil war oft sehr präsent, teilweise stark sexualisiert und nicht immer von echtem Einvernehmen getragen. Die Content-Warnung und die Altersempfehlung ab 18 halte ich daher für absolut gerechtfertigt und sinnvoll.
Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, sind die vielen Popkultur-Anspielungen, die Gossip-Girl-Vibes sowie literarische und feministische Bezüge. Diese gaben der Geschichte zusätzliche Ebenen und bildeten ein spannendes Gegengewicht zum toxischen Machtgefüge. Besonders stark wurde der Roman für mich dann, wenn er sich stärker in Richtung Dark Fantasy mit leichten Horror-Elementen bewegte – hier entfaltet die Geschichte in meinen Augen ihr größtes Potenzial.
Zum Ende hin hatte ich stellenweise das Gefühl, dass einige Aspekte zu schnell abgehandelt wurden und Figuren etwas oberflächlich blieben, während andere Elemente, insbesondere Spice-Szenen, recht viel Raum einnahmen. Trotzdem blieb der Roman durchgehend unterhaltsam, unvorhersehbar und endete so, dass ich neugierig auf die Fortsetzung bleibe.
Unterm Strich ist Royal Clair Club ein atmosphärisches, spannendes Buch mit starkem Rätselcharakter, gelungenem Weltenbau und effektiven Fantasy-Momenten. Auch wenn ich persönlich mit Dark Romance nur begrenzt etwas anfangen kann und mir hier insbesondere mehr eindeutiges Einvernehmen gewünscht hätte, hat mich die Geschichte konstant am Lesen gehalten. Nun heißt es Warten auf Band 2.
Inhalt: In dem von Dämonen bedrohten Königreich Lethia hält sich Gestaltwandlerin Scarlett mit Diebstählen über Wasser. Als sie bei einem Einbruch in die königlichen Gemächer erwischt wird, scheint ihr ...
Inhalt: In dem von Dämonen bedrohten Königreich Lethia hält sich Gestaltwandlerin Scarlett mit Diebstählen über Wasser. Als sie bei einem Einbruch in die königlichen Gemächer erwischt wird, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch ausgerechnet in jener Nacht wird die Verlobte des Königs ermordet, und statt Scarlett hinrichten zu lassen, bietet König Ren ihr einen Deal an: Sie darf leben, wenn sie mithilfe ihrer Magie in die Rolle seiner künftigen Ehefrau schlüpft. Während die Dunkelheit über Lethia aufzieht, kommen sich die beiden gefährlich nahe. Doch Ren hütet ein finsteres Geheimnis. Und eine Diebin kann es sich nicht erlauben, ihr Herz zu verlieren.
"Heart of the Damned" ist Teil 1 der neuen Dilogie von Julia Pauss. Das Cover und der Farbschnitt sind sehr stimmig geworden und gefallen mir richtig gut. Auch inhaltlich hatte die Geschichte einiges zu bieten, denn wir begleiten im Wechsel die beiden Hauptfiguren Scarlett und Ren. Von Beginn an beinhaltete diese Geschichte viel Action und hat mich damit sofort in ihren Bann gezogen. Man stolperte dabei allerdings auch von einer gefühlt epischen Szene in die nächste und diese Atemlosigkeit ließ leider wenig Raum für Emotionen. Scarlett ist zwar tough und war mir von Anhieb sympathisch, richtig mitfühlen konnte ich aber leider nicht. Ren blieb für mich leider eher blass. Einiges war für mich "typisch Romantasy", insbesondere die Anziehung und das letztendliche Nachgeben der aufkommenden Gefühle zwischen den beiden Hauptfiguren. Das Konzept der Dämonenmagie empfand ich aber als fantasievoll und zum Ende gab es einen bösen Cliffhanger. Zudem blieben viele Fragen offen. Auch, wenn ich mir emotional mehr gewünscht hätte und es mich nicht komplett umgehauen hat, werde sicherlich auch Bd. 2 lesen und die Geschichte passt für meinen Geschmack sehr gut in die Herbst- und Winterzeit.
Die „Große Leseraben-Box“ von Ravensburger ist ein liebevoll zusammengestelltes Set, das sich ideal zur Begleitung des Lesestarts in der 1. Klasse eignet. In der Box befinden sich zwei Bücher bzw. Hefte ...
Die „Große Leseraben-Box“ von Ravensburger ist ein liebevoll zusammengestelltes Set, das sich ideal zur Begleitung des Lesestarts in der 1. Klasse eignet. In der Box befinden sich zwei Bücher bzw. Hefte für Erstleser, ein Rätselheft zum Buchstabenlernen bzw. -verinnerlichen, ein ABC-Poster, ein Memory aus stabilem Karton, ein Silben-Quartett, ein Leselineal, ein Stickerbogen, zwei Ausmal-Postkarten, ein Bitte-nicht-stören-Türschild sowie eine kleine Überraschungsfigur zum Zusammenstecken.
Das Hauptlesebuch ist zwar nicht gebunden, überzeugt aber durch seine klare Gestaltung mit durchgängiger Silbentrennung in Schwarz und Rot, was das Lesenlernen und das Leseverständnis erleichtern soll. Inhaltlich geht es um drei kurze Baumhausgeschichten, die mit wirklich schönen, kindgerechten Illustrationen versehen sind. Am Ende laden zusätzliche Rätsel zum Mitmachen ein. Auch das kleine Erstleseheft zum Thema erster Schultag ist thematisch sehr passend und ebenso liebevoll gestaltet.
Besonders positiv fällt auf, wie durchdacht die Box insgesamt ist: Neben dem Lesen stehen spielerische Lernangebote im Vordergrund, deren Schwierigkeitsgrad sich voneinander unterscheidet. Das Memory und das Silben-Quartett sollen das Lesen auf spielerische Weise fördern, wobei man für das Memory bereits einfache Wörter erkennen können muss. Das Rätselheft und das ABC-Poster eignen sich meiner Meinung nach auch gut zur behutsamen Vorbereitung vor der Einschulung.
Ob man die Materialien schon vor der Schule nutzt, hängt stark vom Kind ab – hier scheiden sich bekanntlich die Geister. Insgesamt überzeugt die Box jedoch durch ihre kindgerechte Gestaltung, das gute Preis-Leistungs-Verhältnis und den niedlichen Leseraben. Eine sehr schöne Idee für die Schultüte und ein motivierender Begleiter für das erste Schuljahr unseres Neffen.
Snowboarderin Amie macht ihren Kindheitstraum wahr und tritt bei den Olympischen Spielen an. Als sich ihre stärkste Konkurrentin verletzt, wird Amie jedoch plötzlich zur US-amerikanischen Hoffnung auf ...
Snowboarderin Amie macht ihren Kindheitstraum wahr und tritt bei den Olympischen Spielen an. Als sich ihre stärkste Konkurrentin verletzt, wird Amie jedoch plötzlich zur US-amerikanischen Hoffnung auf Gold und befindet sich in einer Rolle, die sie stark unter Druck setzt. Doch im Gepäck hat sie viele Unsicherheiten und traut sich den kühnsten Sprung der Snowboarder, einen Double Cork, nicht so recht zu. Als die Presse sich auf sie stürzt und sie vom Rummel überwältigt wird sucht sie schließlich Hilfe bei Eishockeystar Hunter, der ihr Unterstützung durch sein PR-Team anbietet, allerdings nur unter der Bedingung, dass Amie sich als seine Fake-Dating-Partnerin ausgibt, um ihn als verlässlichen Teamkapitän darzustellen. Neben vorgetäuschten Gefühlen entstehen dabei bald auch echte und das Chaos nimmt seinen Lauf...
Mit der Hauptfigur Amie musste ich erst warm werden. Sie wirkte auf mich zu Beginn recht kratzbürstig, vor allem Hunter gegenüber, obwohl er früh signalisierte, dass er sich mit ihr einfach nur gut verstehen möchte. Die Kratzbürstigkeit mit Neigung zur Zickigkeit hat mich anfangs etwas gestört, wurde aber im Verlauf der Geschichte deutlich besser. Gut gefallen hat mir hingegen, dass Amie die Fake-Dating-Idee zunächst ablehnte und erst zustimmte, als sie Hunter besser kennenlernte und selbst einen Nutzen darin sah. Das wirkte auf mich nachvollziehbar.
Hunter habe ich hingegen sofort ins Herz geschlossen. Er ist eine wandelnde Green Flag, herzlich, loyal und mit ehrlichen Absichten, auch wenn er gelegentlich fragwürdige oder etwas unüberlegte Entscheidungen und Aussagen traf. Besonders gelungen fand ich, dass die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive beider Hauptfiguren erzählt wurde. Dadurch bekam ich einen sehr guten Einblick in ihre Gefühlswelten und fühlte mich den Charakteren näher.
Die olympische Atmosphäre wurde insgesamt stark eingefangen: Setting, Ablauf und das besondere Flair der Spiele machten Lust auf Olympia und zeigten gleichzeitig das Chaos, das mit einem solchen Großereignis einhergeht. Dieses Chaos übertrug sich allerdings stellenweise auch auf das Leseerlebnis und das Buch war deutlich weniger ruhig und cozy als ich erwartet habe. Dafür punktete es mit vielen wichtigen Themen: der Einfluss von Profisport auf familiäre, freundschaftliche und romantische Beziehungen, die Opfer, die Hochleistungssport erfordert, der Umgang mit Öffentlichkeit und Presse sowie die Frage, wie weit Menschen für sportlichen Erfolg zu gehen bereit sind.
Leider gab es auch einige Schwächen. Die Dialoge wirkten auf mich stellenweise gestelzt, der Aufbau der Geschichte war nicht immer sauber, und es häuften sich Logikfehler sowie Rechtschreib- und Grammatikfehler. Ein gründlicheres Lektorat hätte dem Buch sehr gutgetan – persönlich hätte ich im Vergleich lieber auf einen Farbschnitt verzichtet.
Einige Entscheidungen der Figuren, etwa warum Amie bei Aufstellung der Fake-Dating-Regeln an auf ein echtes Date bestand, obwohl es nur um Fake-Dating gehen sollte, waren für mich nicht nachvollziehbar. Zudem entwickelten sich manche Situationen zu schnell, wurden nur oberflächlich behandelt und dann abgehakt, was zu spürbaren Verhaltenssprüngen bei den Charakteren führte.
Trotzdem war die Geschichte für mich überraschend fesselnd und ich wollte immer weiterlesen. Das humorvolle Geplänkel zwischen Amie und Hunter sorgte für viele unterhaltsame und süße Momente, und auch Nebenfiguren, besonders Hunters Schwester Evie, bekamen Raum, was dafür sorgte, dass nicht ausschließlich die Romance im Vordergrund stand.
Fazit: Insgesamt ist "One Date to Gold" keine perfekt runde Geschichte und in vielem vorhersehbar, bietet aber eine gelungene Mischung aus Sports-Romance, ernsteren Themen und emotionalen Momenten. Trotz aller Kritikpunkte hat mich das Buch gut unterhalten und bleibt vor allem wegen der besonderen Olympia-Atmosphäre im Gedächtnis.