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Veröffentlicht am 19.08.2022

Bretagne at it's best!

Bretonische Nächte
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In Dupins 11. Fall wird es persönlich, denn sein Kollege Kadeg hat nur knapp einen lebensgefährlichen Angriff überlebt. Kommissar Dupin und sein Team sind erschüttert und beginnen sofort mit dem Ermitteln. ...

In Dupins 11. Fall wird es persönlich, denn sein Kollege Kadeg hat nur knapp einen lebensgefährlichen Angriff überlebt. Kommissar Dupin und sein Team sind erschüttert und beginnen sofort mit dem Ermitteln. Kadeg wurde im Garten der historischen Abtei seiner jüngst verstorbenen Tante niedergeschlagen und schon bald ergeben sich erste Hinweise und Unstimmigkeiten – was für Interessen verfolgen die Erben? Und was hat es mit einem möglicherweise spektakulären Vogelfund auf sich?

„Bretonische Nächte“ ist der neue Kriminalfall mit Kommissar Dupin. Ich liebe die Reihe und habe jeden Roman verschlungen. Um die Figurentwicklung des Kommissars und seines Teams mitzuerleben, empfehle ich, die Reihe chronologisch zu genießen. Den Krimi kann man grundsätzlich jedoch auch ohne Vorwissen gut verstehen und lesen.

Für mich gehört zu einem heißen, knackigen Sommertag neben einem Eis der jeweils neue Dupin einfach dazu! Der flüssige Schreibstil ist von hohem Tempo gekennzeichnet und der zwar mürrische, aber im Grunde seines Herzens ganz liebe Kommissar, haben es mir einfach angetan! Hinzu kommt das nette Team, das den Kommissar umgibt – Riwal, der mit seinem Nationalstolz nie um eine gute bretonische Geschichte verlegen ist, der pflichtbewusste Kadeg und Nolwenn, die immer alles ganz genau im Blick hat – sie runden die Personalie ab, die mir jedes Mal ein Gefühl von „Heimkehr“ vermittelt. Auch im neuen Roman werden dem Leser wieder die bretonischen Sitten, Geschichten und Natur nahegebracht. Der Kriminalfall selbst war in diesem Roman für mich erstaunlich schnell und unerwartet vorhersehbar. Das ging mir sonst anders. Nichtsdestotrotz habe ich die atemberaubende Kulisse, in der man unfassbar großes Fernweh entwickelt, die humorvollen Interaktionen und den eigensinnigen Kommissar sehr genossen. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall für Dupin und sein Team!

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Veröffentlicht am 13.08.2022

Umfassendes Epos

Violeta
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Inhalt: Eine außergewöhnliche Frau. Ein turbulentes Jahrhundert. Eine unvergessliche Geschichte. An einem stürmischen Tag des Jahres 1920 kommt sie zur Welt, jüngste Schwester von fünf übermütigen Brüdern, ...

Inhalt: Eine außergewöhnliche Frau. Ein turbulentes Jahrhundert. Eine unvergessliche Geschichte. An einem stürmischen Tag des Jahres 1920 kommt sie zur Welt, jüngste Schwester von fünf übermütigen Brüdern, Violeta del Valle. Die Auswirkungen des Krieges sind noch immer spürbar, da verwüstet die Spanische Grippe bereits ihre südamerikanische Heimat. Zum Glück hat der Vater vorgesorgt, die Familie kommt durch, doch schon droht das nächste Unheil, die Weltwirtschaftskrise wird das vornehme Stadtleben, in dem Violeta aufwächst, für immer beenden, die del Valles ziehen sich ins wild-schöne Hinterland zurück. Dort wird Violeta volljährig, und schon steht der erste Verehrer vor der Tür …

Violeta erzählt uns selbst ihr Leben, am Ende ihrer Tage schreibt sie ihrem geliebten Enkel einen langen Brief – sie schreibt von ihren halsbrecherischen Affären, den Jahren der Armut, von schrecklichen Verlusten und tiefempfundener Freude, von historischen Vorkommnissen, die ihr Leben geprägt haben: von dem Kampf für die Rechte der Frauen, dem Aufstieg und Fall von Tyrannen und von zwei schrecklichen Pandemien.

„Violetta“ ist der neue Roman von Isabel Allende und mein erster Roman der Autorin. Das Leben der Protagonistin Violeta ist sehr intensiv und geprägt von vielen Schicksalsschlägen. Der Roman ist als Brief aus Sicht der Protagonistin an ihren Enkel geschrieben worden. Violeta erzählt ihm dabei ungeschönt von ihren Erlebnissen aus jüngster Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter. Vor allem der wort- und bildgewaltige Sprachstil der berühmten Autorin übte dabei einen unglaublichen Sog auf mich aus. Auch, wenn ich nicht alle Handlungen der Figur nachvollziehen konnte, imponiert Violetta mit einer beeindruckenden Willensstärke, Lebensmut und Eigensinnigkeit. Keine Figur wird geschönt dargestellt, keine Tat übersehen. Die Eindringlichkeit und die unverblümte Art haben mir bei diesem Roman am besten gefallen. Obwohl er auf mich stellenweise etwas ausufernd wirkte, ist der Roman ein spannendes Epos einer jungen Chilenin im 20. Jahrhundert.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Für alle Fans romantischer Komödien!

Kein Sommer ohne dich
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Poppy und Alex sind trotz ihrer Unterschiede schon seit ihrer Studienzeit beste Freunde. Ihr jährliches Ritual ist ein gemeinsamer Sommerurlaub. Seitdem sich vor zwei Jahren in ihrem Sommerurlaub ein Zwischenfall ...

Poppy und Alex sind trotz ihrer Unterschiede schon seit ihrer Studienzeit beste Freunde. Ihr jährliches Ritual ist ein gemeinsamer Sommerurlaub. Seitdem sich vor zwei Jahren in ihrem Sommerurlaub ein Zwischenfall ereignet hat. Haben sie nicht mehr miteinander gesprochen. Als sich Poppy sich ein Herz fasst und Alex nach erster gelungener Kontaktaufnahme einen spontanen Urlaub zu zweit vorschlägt, setzt sie alles daran, dass ihre Freundschaft wieder so wird wie früher. Zunächst scheint dies zu funktionieren, nachdem es aber am Urlaubsort zu einer Ferienkatastrophe nach der nächsten kommt, können die beiden den Elefanten im Raum nicht mehr ignorieren.

„Kein Sommer ohne dich“ ist der neue Sommerroman von Emily Henry. Ich kannte die Autorin zuvor noch nicht und bin sehr positiv überrascht worden. Dieser Roman ist perfekt für Fans klassischer romantischer Komödien. Obwohl die Thematik fast schon profan erscheint, schafft es die Autorin, einen mit ihrem modernen Schreibstil und den vielen, detailreichen und besonderen Situationen und zwischenmenschlichen Begegnungen in den Bann zu ziehen. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe stets mitgefiebert, wie es mit Alex und Poppy weiter geht. Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass lange Zeit nicht klar war, wie die beiden aus dieser Situation heraus gehen werden – Freunde? Liebespaar? Fremde? Hinzu kommt ein zarter Humor, der es mir angetan hat. Der Roman erinnerte mich von seiner positiven, lebensfrohen, zugleich aber auch intimen Wohlfühlart an den Film „Was das Herz begehrt“. Sicherlich nicht der letzte, den ich von der Autorin gelesen haben werde!

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Donnerstags am Küchentisch

Am liebsten sitzen alle in der Küche
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Die frisch geschiedene Hausfrau Almut, die Erfolgsfrau Yeliz und die Urologin Tille freunden sich durch einen Zufall miteinander an. Gemeinsam genießen sie ihre donnerstäglichen Frauenabende und plaudern ...

Die frisch geschiedene Hausfrau Almut, die Erfolgsfrau Yeliz und die Urologin Tille freunden sich durch einen Zufall miteinander an. Gemeinsam genießen sie ihre donnerstäglichen Frauenabende und plaudern über Gott und die Welt. Aufgrund ihrer starken Unterschiede gibt es dabei auch hin und wieder mal ordentlich Zündstoff. Eines Tages stellen sie jedoch fest, dass sie alle eins gemeinsam haben: Sie wurden von demselben Mann reingelegt, wenn auch auf unterschiedliche Arten. Gemeinsam vereinen sie ihre Unterschiede und schmieden einen Racheplan…

„Am liebsten sitzen alle in der Küche“ ist Julia Karnicks Debütroman. In einer herzlichen und humorvollen Geschichte wird vermittelt. Dass man auch ab 50 noch einmal von vorne beginnen und ein neues zu Hause finden kann. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und verschiedene Lebensmodelle. Der Roman wird in Kapiteln wiedergegeben, bei denen man jeweils eine der Protagonistinnen begleitet. Der Sprachstil ist angenehm, pointiert und leicht. Der Autorin eigen sind Detailerläuterungen, die in Klammern gesetzt wiedergegeben werden, was ich zunächst als humorvoll, zuletzt als etwas zu redundant empfunden habe. Die Protagonistinnen sind jede für sich gut charakterisiert. Sie waren für mich gut greifbar und mir hat gefallen, dass trotz ihrer großen Unterschiede eine tiefe Freundschaft möglich ist. Almut ist sehr lieb und fürsorglich, Tille frech und abgeklärt, Yeliz tough und rational- Die Kombination hat es mir angetan und immer wieder für ein Schmunzeln gesorgt. Die Haupthandlung rund um den „Bösewicht“ Frederik ist insgesamt etwas kurz geraten und wurde mir persönlich zum Ende hin zu schnell abgehandelt. Zu gerne wäre ich dabei gewesen, wie die 3 die Details des Plans ausarbeiten. Mir haben aber an der Geschichte vor allem die zwischenmenschlichen Begegnungen, die Art wie die Figuren miteinander umgehen und wie sie sich selbst sehen, gefallen. Ich habe mich durchweg sehr gut unterhalten gefühlt und empfand die Lektüre als perfekt passend zu den aktuell sehr warmen Sommertagen. Zu gerne hätte ich mich mit an den Küchentisch gesetzt. Gerne wieder!

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Überzeugender Cozy-Crime

Mord in Montagnola
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Inhalt: Kaum kehrt Moira, Übersetzerin und frisch getrennt, nach Jahren in das Tessiner Dörfchen Montagnola zurück, wird ein Toter in einer Nevèra, einem der dort typischen historischen Eiskeller, gefunden. ...

Inhalt: Kaum kehrt Moira, Übersetzerin und frisch getrennt, nach Jahren in das Tessiner Dörfchen Montagnola zurück, wird ein Toter in einer Nevèra, einem der dort typischen historischen Eiskeller, gefunden. An den polizeilichen Ermittlungen beteiligt ist auch Moiras Jugendliebe Luca Cavadini, inzwischen leitender Rechtsmediziner des Kantons, der sie bald als Dolmetscherin um Hilfe bittet. Die Befragungen in der Dorfgemeinschaft gestalten sich schwierig, doch bald wird klar, dass es im beschaulichen Tessin nicht gar so friedlich zugeht, wie es zunächst den Anschein hat.

Im ersten Krimi der neuen Reihe "Mord in Montagnola" begleitet der Leser/die Leserin die Protagonistin Moira, die mehr durch Zufall in die Ermittlungsarbeit gerät. Mit einem angenehmen und gut verständlichen Sprachstil deckt Moira ein Geheimnis nach dem nächsten auf. Die Protagonistin ist mir dabei auf Anhieb sympathisch gewesen. Sie wirkt nahbar und steht mit beiden Beinen im Leben. Auch die Begleitfiguren wie ihren ulkigen Vater, auf den man gefühlt immer aufpassen muss, und ihre Jugendliebe Luca sind gut gelungen. Die Kombination ist erfrischend und es gibt immer wieder lustige Situationen zum Grinsen. Der Kriminalfall selbst ist eher gemütlich gestaltet worden, auch wenn es die ein oder andere spannende Passage gibt. Mir hat vor allem das angenehme Urlaubsflair und die immer wieder aufkommenden knisternden Momente zwischen Moira und Luca gefallen. Die Ausgewogenheit der einzelnen Bestandteile des Krimis hat mich überzeugt und ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Teil!

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