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Veröffentlicht am 27.06.2022

New Adult Krimi

Was ich dir bedeute - Burlington University
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Inhalt: Als Daphne Shipley den attraktiven Rickie bei einer Mitfahrgelegenheit vom College nach Hause kennenlernt, fühlt sie sich sofort zu ihm hin gezogen - bis er sie bei ihrem ersten Date versetzt. ...

Inhalt: Als Daphne Shipley den attraktiven Rickie bei einer Mitfahrgelegenheit vom College nach Hause kennenlernt, fühlt sie sich sofort zu ihm hin gezogen - bis er sie bei ihrem ersten Date versetzt. In Burlington treffen sich die beiden zufällig wieder - aber Rickie kann sich nicht mehr an sie erinnern! Zwar ist die Anziehung zwischen ihnen größer denn je, doch Daphne hat Angst, ihr Herz zu riskieren. So leicht gibt Rickie jedoch nicht auf, aber je mehr Zeit er mit Daphne verbringt, desto stärker kommt die Erinnerung an etwas zurück, das ihre Liebe zerstören könnte, bevor sie überhaupt angefangen hat ...

„Was ich dir bedeute“ ist Teil 2 der Burlington-Universitätsreihe von Sarina Bowen. Ich kannte bereits Band 1, dieser ist jedoch keine Voraussetzung für das Verständnis für die folgenden Bände. Während ich den ersten Teil ab Seite 1 nur so verschlungen habe, benötigte ich für Band 2 einen zweiten Anlauf. Ich hatte Schwierigkeiten, in der Geschichte anzukommen und war zunächst gelangweilt von der ausschließlichen Beschreibung der Anziehung zwischen Daphne und Rickie ohne weiteren Inhalt der Geschichte. Nach einem erneuten Versuch kam ich jedoch nach ca. 1/3 des Romans in der Geschichte an und war hellauf begeistert. Der Roman entfaltet sich und die Hintergrundgeschichte wird richtig spannend. Sowohl Daphnes als auch Rickies Vorgeschichten, die sich zum Ende hin überschneiden, sind unglaublich fesselnd geschrieben und wirkten auf mich fast krimihaft mit einem skrupellosen Gegenspieler. Entgegen typischer New Adult Romane gibt es hier neben der klassischen Liebesgeschichte und dem Pfad der Selbstfindung auch eine spannende Hauptgeschichte, was mir wirklich gut gefällt. Die beiden Protagonisten Daphne und Rickie waren mir retrospektiv fast sympathischer als Chastity und Dylan aus Band 1. Der Sprachstil während der Liebesszenen ist mir manchmal etwas zu vulgär, außerhalb dieser aber angenehm, leicht und jugendlich.

Fazit: Ein fesselnder, zugleich aber auch prickelnder NA Roman, der vor allem mit seiner krimihaften Haupthandlung bei mir punkten konnte.

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Veröffentlicht am 27.06.2022

Vor Problemen fliehen

Ein unendlich kurzer Sommer
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Lale braucht eine Auszeit und packt kurzerhand ihre Tasche. Ohne Ziel landet sie auf einem Campingplatz in Deutschland und freundet sich mit dessen Besitzer Gustav an. Dieser ist vom Leben gezeichnet und ...

Lale braucht eine Auszeit und packt kurzerhand ihre Tasche. Ohne Ziel landet sie auf einem Campingplatz in Deutschland und freundet sich mit dessen Besitzer Gustav an. Dieser ist vom Leben gezeichnet und meist eher grummelig und abweisend seinen Mitmenschen gegenüber. Als eines Tages Christophe auf dem Campingplatz auftaucht, der auf der Suche nach seinem leiblichen Vater ist, beginnt ein unendlich kurzer Sommer.

„Ein unendlich kurzer Sommer“ von Kristina Pfister ist ein leichter, aber auch trauriger Sommerroman. Mit schönem und zeitweise auch atmosphärischem Schreibstil begleitet der Leser in wechselnden Abschnitten die Protagonisten Lale, Christophe und Gustav. Während mir Lale und Christoph durchweg zu kindisch und teilweise auch sehr unsympathisch waren, hat der grummelige Gustav recht schnell mein Herz erobert. Mein Favorit war aber die Figur des 17-Jährigen Florians, der mit seiner positiven, jungenhaften und ungestümen Art den Roman auflockerte.

Inhaltlich habe ich nach dem Klappentext deutlich mehr Tiefe und auch Atmosphäre erwartet. Letztendlich handelt es sich bei dem Roman um einen eher typischen Sommerroman für Frauen mit einer Atmosphäre, die zu Melancholie und Trägheit neigt. Das Ende war mehr oder weniger vorhersehbar und es gab keine großen Überraschungen. Das hat mich enttäuscht. Zudem haben mir Lale und Christophe mit ihrem egoistischen Verhalten unfassbar genervt. Gustavs Geschichte und seine Entwicklung haben mir jedoch gut gefallen und ein bisschen den Roman „gerettet“. Auch die vielen niedlichen Situationen und kleinen Details, der die Autorin Aufmerksamkeit schenkt, sowie der angenehme Sprachstil haben letztendlich für einen kurzweiligen Sommerroman gesorgt. Der Roman bleibt insgesamt aber wohl einer derjenigen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn mochte oder nicht.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Gelungener Generationenroman

Über Carl reden wir morgen
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„Über Carl reden wir morgen“ ist der neue Roman der Autorin Judith W. Taschler. Gleich zu Beginn möchte ich erwähnen, dass der Klappentext des Romans etwas in die Irre führt. Carl und sein Bruder Eugen ...

„Über Carl reden wir morgen“ ist der neue Roman der Autorin Judith W. Taschler. Gleich zu Beginn möchte ich erwähnen, dass der Klappentext des Romans etwas in die Irre führt. Carl und sein Bruder Eugen kommen zwar wie erwähnt vor, allerdings stehen sie nicht im Mittelpunkt des Romans. Vielmehr handelt es sich um einen Familienroman, der mehrere Generationen umfasst. Carl und Eugen tauchen daher erst im letzten Drittel des Romans auf, weshalb ich mich zunächst oft fragte, wo die beiden bleiben.

Insgesamt bin ich vom Roman aber positiv überrascht worden. Der Schreibstil ist nüchtern, wodurch ich mich zwar mit den einzelnen Figuren nicht so identifizieren oder emotional verknüpfen konnte wie erhofft, hat aber dafür gesorgt, dass ich aufmerksam alles verfolgen konnte. Die Schilderungen der Autorin, um die Familiensage aufzubauen, waren hierdurch sehr gut nachzuvollziehen. Der Aufbau des Romans war sehr spannend und ich konnte den Roman nur schwer weglegen. Dies war auch der elliptischen Erzählweise zu verdanken. Hierdurch ergaben sich immer wieder neue Fragen und Cliffhanger, die nachfolgend aufgeklärt wurden. Besonders gut hat mir auch die immer wieder wechselnde Erzählperspektive gefallen. So hat man aus Sicht anderer, weiterer Personen immer neue Bruchstücke und Eindrücke zum jeweiligen Ereignis erhalten. Eine wirklich interessante und in den Bann ziehende Erzählweise. Die elliptische Erzählweise hat allerdings an manchen Stellen dafür gesorgt, dass ich mich etwas außen vor/verloren hergeführt habe, weil ich zu wenig Informationen hatte. Zuletzt schloss sich aber stets der Kreis und keine Fragen blieben unbeantwortet!

Obwohl ich mich mit den Figuren nicht so intensiv emotional verknüpfen konnte, wuchsen mich doch einige ans Herz. Besonders die junge Generation ist sympathisch und charaktervoll. Inhaltlich kamen mir manchmal zu viele Katastrophen aufeinander, sie wirkten aber stets sehr realitätsnah. Der Roman hat ein offenes Ende und die Autorin kündigte bereits eine Fortsetzung an.

Besonders gut gefallen und deshalb unbedingt erwähnen möchte ich die offensichtlich ausführliche Recherche der Autorin. Immer wieder gab es Details zu Gegenständen, Ereignissen oder Informationen zu den jeweiligen Lebenssituationen der Personen, die dafür gesorgt haben, dass ich das Gefühl hatte, hier eine Art „Zeitzeugnis“ zu lesen! Ein insgesamt wirklich gelungener Roman, dessen Fortsetzung ich gerne lesen werde.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Entschleunigter Krimi

Tiefes, dunkles Blau
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Inhalt: Eigentlich ist Rosa Zambrano Seepolizistin geworden, weil sie lieber über den Zürichsee blickt als in menschliche Abgründe. Doch in einem Fischernetz wird eine Leiche geborgen, die ihr unheimlich ...

Inhalt: Eigentlich ist Rosa Zambrano Seepolizistin geworden, weil sie lieber über den Zürichsee blickt als in menschliche Abgründe. Doch in einem Fischernetz wird eine Leiche geborgen, die ihr unheimlich bekannt vorkommt: Erst wenige Tage zuvor hatte Rosa einen Termin in Dr. Jansens Kinderwunschpraxis. Dr. Jansen hatte viele Frauen um sich herum: Von seiner Ehefrau wollte er sich gerade scheiden lassen. Seine Geschäftspartnerin ist nicht gut auf ihn zu sprechen. Und von seiner jungen Geliebten fehlt jede Spur. An der Seite des attraktiven Martin Weiss von der Kriminalpolizei Zürich ermittelt Rosa in einem vertrackten Fall, der in verborgene Ecken Zürichs und in die moralischen Zwickmühlen der Genforschung führt.

„Tiefes, dunkles Blau“ ist das Kriminalromandebüt der Autorin Seraina Kobler. Da in diesem Krimi in Zürich ermittelt wird, musste ich das Buch unbedingt lesen. Der Autorin ist es mit einem leider recht ausufernden, aber sehr bildlichen Sprachstil gelungen, den Leser nach Zürich zu entführen. Die Atmosphäre des Romans war durchweg sehr entschleunigt und entspannt, was ich nicht als Manko empfand. Allerdings hatte ich durch die diversen Beschreibungen der Autorin oft das Gefühl, das Geschehen von außen her zu betrachten. Emotional konnte ich mir die Figuren hierdurch leider nicht erschließen. Richtige Emotionen oder Spannung kamen bei mir daher nicht auf und ich musste mich mehrfach motivieren, weiterzulesen, obwohl ich herausfinden wollte, wer der Täter war.

Die Protagonistin Rosa war mir dennoch auf Anhieb sympathisch, wenn mir auch zu oft geschildert wurde, was und wie sie kocht. Dass hier ein Kriminalroman aus Sicht der Seepolizei geschildert wird, war mir so noch nicht begegnet und hat mein Interesse geweckt. Die Ermittlungen und deren Ergebnisse wirkten jedoch oft etwas zu zufällig auf mich. Zudem hätte ich weniger (Essens-) Beschreibungen und dafür mehr Kriminalanteil favorisiert. Der Hintergrund, der sich um Genmanipulation drehte, ist eigentlich sehr spannend und hätte für mich deutlich intensiviert werden können. Deshalb zwar ein insgesamt entspannter und unaufgeregter Roman mit einer sympathischen Protagonistin, der aber noch Luft nach oben hat.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Solide Fortsetzung

Nordwestnacht (ungekürzt)
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Inhalt: Als ein Filmteam St. Peter-Ording als Drehort auswählt, ist die Freude bei den Anwohnern groß. Besonders der junge Polizeiobermeister Nils Scheffler genießt den Trubel und seine damit verbundene ...

Inhalt: Als ein Filmteam St. Peter-Ording als Drehort auswählt, ist die Freude bei den Anwohnern groß. Besonders der junge Polizeiobermeister Nils Scheffler genießt den Trubel und seine damit verbundene Stellung als Polizeiberater am Set sehr. Doch dann wird einer der Aufnahmeleiter tot aufgefunden, spektakulär an die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet. Als außerdem die zweite Hauptdarstellerin verschwindet, drängt Nils, der sich in sie verliebt hat, darauf, dass hier etwas nicht stimmen kann. Gemeinsam mit den Kommissaren Hendrik Norberg und Anna Wagner beginnt er im Fall der Vermissten zu ermitteln. Und dieser ist verworrener, als es zunächst scheint ...

„Nordwestnacht“ ist bereits der 3. Fall für die SOKO Sankt Peter-Ording von der Autorin Svea Jensen. Ich kenne bereits die Vorgänger und habe auch diesen Fall wieder als Hörbuch gehört. Dieses wurde von Katja Körber gesprochen, die eine sehr angenehme Stimme hat. Der Krimi ist unterhaltsam und der Sprachstil leicht und flüssig. Die Figuren – Hendrik Norberg und seine beiden Jungs, seine Schwiegereltern, die Kommissarin Anna Wagner und auch Nils Scheffler sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Es ist sehr nett mitzubekommen, wie sich die einzelnen Charaktere weiterentwickeln und miteinander umgehen. Auch das Setting in Sankt Peter-Ording ist gelungen und schön dargestellt. Man bekommt immer wieder das Gefühl, mit vor Ort zu sein. Auch leichte Urlaubsgefühl keimen immer mal wieder auf. Der Kriminalfall selbst hat mich diesmal jedoch nicht ganz so begeistert. Recht schnell hatte ich die Vermutung zum Hintergrund und auch der Mörder war für mich nicht überraschend. Insgesamt wirkte es auf mich etwas zu betulich. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich gut unterhalten und reise auch in Zukunft, wenn auch nur in Gedanken, gerne wieder nach Sankt Peter-Ording.

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