Eira und Dax
Dies ist der fünfte Band der Doctor-Reihe um die Ärztefamilie Cove.
Dax wird plötzlich ganz unverhofft alleinerziehender Vater und stellt Eira als Nanny ein. Diese braucht das Geld, da sie ...
Eira und Dax
Dies ist der fünfte Band der Doctor-Reihe um die Ärztefamilie Cove.
Dax wird plötzlich ganz unverhofft alleinerziehender Vater und stellt Eira als Nanny ein. Diese braucht das Geld, da sie ihre beiden Geschwister finanziell und auch emotional unterstützt.
Auch diesen Band mochte ich wieder gerne.
Es gab ein Wiedersehen mit den anderen Cove-Brüdern und der herzlichen Familiengemeinschaft. Auch ein Neugeborenes macht sich in einer Liebesgeschichte immer hervorragend.
Hat mir gut gefallen. 4 Sterne.
Vergiss mich – Alex Schulman
Dies ist die sehr persönliche, autobiographische Familiengeschichte Alex Schulmans – die insbesondere die Beziehung zu seiner Mutter Lisette thematisiert. Eine Mutter-Sohn-Beziehung, ...
Vergiss mich – Alex Schulman
Dies ist die sehr persönliche, autobiographische Familiengeschichte Alex Schulmans – die insbesondere die Beziehung zu seiner Mutter Lisette thematisiert. Eine Mutter-Sohn-Beziehung, die von vielen Rückschlägen und Verletzungen geprägt ist, denn Lisette ist über 30 Jahre lang schwer alkoholabhängig, der Vater überfordert. So gibt es ein Vorher und ein Nachher in dieser dysfunktionalen Familienkonstellation und in der Kindheit der Brüder.
Alex Schulman schreibt hier nicht zum ersten Mal über die eigene, zugegebenermaßen spannende Geschichte. Den ein oder anderen Schauplatz bzw. Situation kann man als Leser also durchaus wiedererkennen. Der Autor überzeugt durch seine ehrliche, authentische Erzählweise, wie bereits in seinen anderen Romanen. Es ist eine ergreifende, alles erdrückende Co-Abhängigkeit, die weit bis ins Erwachsenenalter reicht und sein Leben wesentlich beeinflusst, welche hier geschildert wird. Denn Kind seiner Mutter bleibt man wohl immer.
Eine eindringliche Geschichte über komplexe Mutter-Sohn-Beziehungen und die Verletzlichkeit von Kindern, die so sehr auf ein intaktes Familienleben angewiesen sind.
5 Sterne.
Ocean – Gefangen im Blau – Polly Clark
Diesen Roman fand ich leider ziemlich enttäuschend. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei nicht um einen Abenteuerroman, wie angepriesen. Der Schauplatz „Hohe ...
Ocean – Gefangen im Blau – Polly Clark
Diesen Roman fand ich leider ziemlich enttäuschend. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei nicht um einen Abenteuerroman, wie angepriesen. Der Schauplatz „Hohe See“ taucht auch überhaupt erst nach der Hälfte des Buches auf.
Die nach einem schweren Schicksalsschlag schwer traumatisierte Protagonistin Helen ist leider eine selten unsympathische Figur, die ihresgleichen sucht. Ihr Verhalten mag teilweise auf ihre psychischen Probleme nach dem Trauma zurückzuführen sein, so als einfache Begründung reicht mir das aber hier nicht. Sie führt sich immer wieder ganz unmöglich und verantwortungslos auf, gefährdet sich selbst und andere.
In ihrem instabilen Zustand versucht Helen nun ihre Ehe zu retten, die auch vor dem Ereignis bereits völlig zerrüttet war. Es stellt sich schon die Frage, warum der Ehemann das Theater mitmacht… Ist es nun nicht völlig logisch, Hab und Gut zu verkaufen, gesicherte Arbeitsstellen aufzugeben, um mit zwei Kindern auf einem maroden Segelboot zu leben und natürlich gleich eine größere Fahrt zu planen??? Nun ja, eine hanebüchene Entwicklung jagt die nächste und macht die Handlung immer unglaubwürdiger bis hin zur Orca-Hirnmasse in den Haaren… Frau Clark scheint sich immer wieder selbst übertreffen zu wollen. Mit zunehmender Entwicklung wird deutlich, dass auch Frank, der Ehemann und Sindi, die Pflegetochter, scheinbar einen an der Waffel haben. Anders lässt sich der geradezu fiese Umgang miteinander, den alle sich schönzureden versuchen, kaum erklären.
Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich Helen in ihrer Egozentrik absolut nichts abgewinnen konnte, auf jeden Fall kam ich aus dem Augenrollen kaum mehr heraus. Dabei sind es so viele (zu viele!) hochinteressante Themen, die die Autorin hier zu verarbeiten versucht. Für mich leider nicht überzeugend.
Auch sprachlich war ich von diesem Werk nicht überzeugt.
Das Ende schießt dann noch den Vogel ab und macht diesen Roman zum Anwärter auf den Flop des Jahres.
2 Sterne.
Junge Frau mit Katze – Daniela Dröscher
Hierbei handelt es sich quasi um die Weitererzählung des Romans „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher, der es bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises ...
Junge Frau mit Katze – Daniela Dröscher
Hierbei handelt es sich quasi um die Weitererzählung des Romans „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher, der es bis auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Damals stand die Mutter und deren Gewichts- und Eheprobleme im Vordergrund. Nun ist die Tochter Ela erwachsen und kämpft ebenfalls gegen ihren Körper – wenn auch ein wenig anders.
Ela hat keinen dicken, sie hat einen kranken Körper, der sie bis zur Verzweiflung treibt. Immer wieder tauchen neue, teils diffuse Symptome oder allergische Reaktionen auf, die Ela zu immer neuen Ärzten und Therapeuten treiben – meist mit mäßigem Erfolg. Die junge Frau versucht sich mit der Arbeit an ihrer Dissertation abzulenken und hat doch immer das Gefühl nirgendwo gut genug zu sein.
Die Beziehung zu Mutter und Bruder wird immer wieder thematisiert. Da diese aber zumindest teilweise ursächlich für Elas Probleme zu sein scheinen, fand ich diese Passagen fast ein bisschen zu wenig und kurz. Ich denke, man kann diesen Roman problemlos auch ohne seinen Vorgänger lesen.
Eine sehr flüssige und einnehmende Erzählweise ist auch hier wieder die große Stärke dieses Romans. Man ist schnell in der Geschichte angekommen und erkennt sich auch im ein oder anderen wieder. Überflüssig fand ich einige unnötige und absichtlich ekelerregende Szenen – das hätte die Autorin nun wirklich nicht nötig gehabt.
Zahlreiche Arztbesuche und auch Symptome werden sehr detailliert beschrieben. Wer dafür kein Interesse aufbringt, sollte vielleicht die Finger vom Buch lassen. Durchaus interessant fand ich die Aspekte der vernachlässigten Frauenmedizin. Denn nach wie vor ist es so, dass Frauen beim Arzt oft nicht wirklich ernst genommen werden.
Im Prinzip ist dies eine sehr persönliche Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Dennoch fand ich den ersten Roman besser. Hier fehlten mir ein wenig die Verbindungen und psychologischen Hintergründe von Elas Problemen mit ihrem Körper.
Ok, aber sicherlich kein Muss.
3 Sterne.
Das Geschenk – Gaea Schoeters
20 000 afrikanische Elefanten treiben plötzlich mitten in Berlin ihr Unwesen. Es ist ein „Geschenk“ des erzürnten Präsidenten von Botswana, als Antwort auf das beschlossene ...
Das Geschenk – Gaea Schoeters
20 000 afrikanische Elefanten treiben plötzlich mitten in Berlin ihr Unwesen. Es ist ein „Geschenk“ des erzürnten Präsidenten von Botswana, als Antwort auf das beschlossene Einfuhrverbot von Jagdtrophäen der deutschen Regierung.
Die beinahe schon apokalyptische Situation ist fast witzig zu lesen, denn wie zu erwarten, bekleckert sich die deutsche Politik in Berlin nicht gerade mit Ruhm bei dem Versuch, diese Katastrophe irgendwie in den Griff zu bekommen… Schoeters nimmt die Politiker ordentlich auf die Schippe und verarbeitet auch ganz viele mehr oder weniger aktuelle Zustände und Begebenheiten aus unserer politischen Landschaft. So einige Personalien und Parteien sind deutlich zu erkennen, wobei ich sicherlich nicht alle Bezüge erkannt habe.
Dieser sehr schmale Roman ist so etwas wie eine Weiterführung des Themas aus dem Bestseller „Trophäe“. Nur dass wir uns nun nicht im tiefen Afrika befinden, sondern uns nun mitten in Deutschland mit den großen Problemen der Globalisierung auseinandersetzen müssen und aus diesem neuen Blickwinkel vielleicht manche Dinge besser verstehen lernen.
Im Grunde ist dies ein sehr ernstes Thema aus dem die Autorin mit ihrer knappen, immer treffenden Sprache eine groteske Satire mit feinem Humor gemacht hat. Afrikanische Elefanten bringen das politische Gefüge in Deutschland und in Europa durcheinander und die Staatschefs an ihre Grenzen.
Sehr kurzweilig und unterhaltsam, was aber nicht über den tiefen Sinn dahinter hinwegtäuscht. Ich habe mich köstlich amüsiert, aber auch viel über diese Geschichte nachgedacht.
Eine grandiose Autorin! 5 Sterne