Geheimnisvoll und düster
WeavingshawManchmal merke ich schon nach wenigen Seiten, dass mich ein Buch nicht einfach nur unterhalten wird, sondern regelrecht in seinen Bann zieht. Genau so ging es mir mit Weavingshaw. Diese Geschichte hat ...
Manchmal merke ich schon nach wenigen Seiten, dass mich ein Buch nicht einfach nur unterhalten wird, sondern regelrecht in seinen Bann zieht. Genau so ging es mir mit Weavingshaw. Diese Geschichte hat mich mit ihrer düsteren, fast greifbaren Atmosphäre sofort eingesogen: nebelverhangene Moore, ruhelose Tote und ein Anwesen, das sich anfühlt, als würde es jeden Schritt beobachten. Weavingshaw ist dabei nicht nur ein Schauplatz, sondern wirkt wie eine eigene, unheilvolle Figur, die ständig im Hintergrund lauert.
Besonders Leena hat mich schnell gepackt. Sie ist keine klassische Heldin, die blind in ihr Schicksal stolpert, sondern eine Frau, die aus Liebe zu ihrer Familie Entscheidungen trifft, die sie immer tiefer in eine Welt ziehen, die ebenso faszinierend wie gefährlich ist. Gerade diese Mischung aus Verletzlichkeit und innerer Stärke macht sie unglaublich nahbar. Und dann ist da noch Saint – geheimnisvoll, kalt, gefährlich und trotzdem unmöglich zu ignorieren. Zwischen den beiden entwickelt sich keine überhastete Romanze, sondern ein intensives Knistern, das sich Seite für Seite langsamer aufbaut, bis man selbst kaum noch weiß, ob man mehr Angst vor den Geistern oder vor dieser Spannung haben soll.
Was mich besonders begeistert hat, ist, wie ruhig sich die Geschichte zunächst entfaltet, nur um gegen Ende mit voller Wucht zuzuschlagen. Stück für Stück werden Geheimnisse freigelegt, während unter der Oberfläche ständig das Gefühl bleibt, dass etwas Dunkles auf seinen Moment wartet. Dabei verbindet das Buch Gothic Fantasy mit einer emotionalen Tiefe, die weit über eine reine Geistergeschichte hinausgeht.
Für mich war Weavingshaw eine dieser seltenen Geschichten, die gleichzeitig düster, sinnlich und fesselnd sind – und bei denen ich am Ende nur dachte: Wie soll ich bitte auf den nächsten Band warten?