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Veröffentlicht am 22.03.2025

Wo bleibt die Spannung?

Haus Waldesruh
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David Krems’ Kammerspiel Haus Waldesruh (Picus Verlag, März 2025) erzählt die Geschichte von vier ehemaligen Schulfreunden, die sich 15 Jahre nach ihrem Abschluss in einem abgelegenen Forsthaus wiedersehen. ...

David Krems’ Kammerspiel Haus Waldesruh (Picus Verlag, März 2025) erzählt die Geschichte von vier ehemaligen Schulfreunden, die sich 15 Jahre nach ihrem Abschluss in einem abgelegenen Forsthaus wiedersehen. Eigentlich wollen sie in Ruhe alte Zeiten aufleben lassen, doch schnell wird klar, dass nicht alle Wunden verheilt sind. So hat jede und jeder sein Päckchen zu tragen und mit Problemen zu kämpfen. Geheimnisse kommen ans Licht, die Stimmung kippt – und als ein unerwarteter Gast auftaucht, eskaliert die Situation endgültig.
Leider hat mich der Roman nicht wirklich gepackt. Die Sprache wirkt oft hölzern, und es hat mich irritiert, dass ein Protagonist mal „Ferdinand“ und mal „Ferdi“ genannt wird – das fühlt sich stilistisch unentschlossen an. Auch die Erzählweise war für mich eher hinderlich als fesselnd. Der Erzähler gibt die Interpretation der Figuren und ihrer Emotionen gleich mit, statt sie durch Handlung oder Dialoge spürbar zu machen. Das hat mir als Leser wenig Raum für eigene Gedanken gelassen.
Auch die Spannung hat für mich nicht funktioniert. Selbst dramatische Momente plätschern eher dahin, weil die Figuren trotz vieler Beschreibungen seltsam blass bleiben. Ihr Handeln wird zwar erklärt, aber nicht wirklich erlebbar. Die Dialoge wirken oft gekünstelt, fast so, als würden die Figuren ein Drehbuch abarbeiten.
Was mir gefallen hat: Das Buch ist hochwertig verarbeitet und hat ein wirklich schönes Cover. Aber inhaltlich konnte es mich leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Konnte mich leider nicht komplett überzeugen

Don't Let Her Stay
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Der Thriller „Don’t let her stay” von Nicola Sanders, erschienen bei HarperCollins im Februar 2025, handelt von der jungen Joanne, die mit ihrer Mann Richard und ihrer kleinen Tochter Evie glücklich in ...

Der Thriller „Don’t let her stay” von Nicola Sanders, erschienen bei HarperCollins im Februar 2025, handelt von der jungen Joanne, die mit ihrer Mann Richard und ihrer kleinen Tochter Evie glücklich in einem Haus auf dem Land außerhalb Londons lebt. Das Familienglück scheint perfekt, bis Chloe, Richards 20jährige Tochter aus erster Ehe, auftaucht. Joanne wünscht sich sehr eine harmonische und freundschaftliche Beziehung mit Chloe. Doch Chloe macht Joanne das Leben schwer und lässt sie immer wieder auflaufen.
Mich haben weder die Charaktere, die ich zum Teil unsympathisch fand, noch der Plot überzeugt. Die Protagonistin Joanne habe ich als äußerst naiv wahrgenommen und ich hätte ihr zwischendurch am liebsten gesagt, dass sie sich zusammenreißen und Tacheles reden soll. Richard und Chloe haben mir nicht besser gefallen. Die Art wie Richard seine Frau behandelt, hat mich ganz kribbelig gemacht. Joanne hingegen hebt ihren Mann regelrecht auf ein Podest. Von Augenhöhe ist bei den beiden nichts zu spüren.
Leider waren auch der Showdown und das Ende nicht besonders überraschend oder neu. Nichts, was man in einem (PsychThriller so nicht erwartet hätte. Ein Pluspunkt ist jedoch der flüssige Schreibstil, der die Geschichte kurzweilig und stellenweise spannend macht."
Alles in allem ein solider Thriller mit flüssigem Schreibstil, dem es jedoch an Überraschungen und überzeugenden Charakteren mangelt. Leider konnte mich die Geschichte nicht fesseln, da die Figuren unsympathisch blieben und der Plot wenig Neues bot. Wer gerne klassische Spannungsromane liest, könnte hier dennoch auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Ein süßes Bilderbuch mit kleiner Mut- und Mitmach-Botschaft

Mach mit, Mausi Maus!
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"Mach mit, Mausi Maus!" ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch von der bekannten Kinderlieder-Sängerin Simone Sommerland, in dem Mausi Maus und seine Freunde aus dem Wald ein fröhliches Konzert planen. ...

"Mach mit, Mausi Maus!" ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch von der bekannten Kinderlieder-Sängerin Simone Sommerland, in dem Mausi Maus und seine Freunde aus dem Wald ein fröhliches Konzert planen. Die Geschichte vermittelt auf spielerische Weise die Freude am gemeinsamen Singen und Tanzen. Besonders schön ist die Botschaft, dass man Lampenfieber nicht alleine bewältigen muss – Mausi Maus’ Freunde stehen ihm sofort zur Seite, als er unsicher wird. Wie der kleine Bär so treffend sagt: „Singen und Tanzen macht zusammen mehr Spaß als allein.“
Allerdings fehlte uns insgesamt etwas Spannung. Der einzige aufregende Moment entsteht, als Mausi Maus überlegt, ob er sich nicht doch lieber verstecken und dem Konzert aus der Ferne lauschen soll. Doch schnell fasst er durch die Unterstützung seiner Freunde neuen Mut.
Schön ist, dass Kinder immer wieder zum Tanzen und zur Bewegung ermutigt und aufgefordert werden. So müssen sie nicht nur zuhören, sondern können selbst mitmachen
Ein großes Plus sind die liebevollen und kindgerechten Illustrationen von Tina Nagel. Auf jeder Seite gibt es viele kleine Details zu entdecken, die zum gemeinsamen Betrachten und Erzählen einladen.
Ein schönes Buch für kleine Musikliebhaber:innen, das Gemeinschaftssinn und Mut stärkt – wir hätten uns jedoch ein wenig mehr Abenteuer gewünscht.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Spannender Jugendthriller mit kleinen Schwächen

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Protagonistin des Thrillers ist die 17jährige Robyn, die an ME/CFS leidet. Dabei handelt es sich um eine wenig erforschte schwere neuroimmunologische Erkrankung. Patient:innen leiden an grippeähnlichen ...

Protagonistin des Thrillers ist die 17jährige Robyn, die an ME/CFS leidet. Dabei handelt es sich um eine wenig erforschte schwere neuroimmunologische Erkrankung. Patient:innen leiden an grippeähnlichen Symptomen und starker Erschöpfung, haben Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Da Robyn zu schwach ist, um aufzustehen, verbringt sie die meiste Zeit im Rollstuhl – ihr Leben spielt sich in ihrem Zimmer und der Wohnung ab. Weil Robyns Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind als sie noch ein Baby war, kümmert sich ihre Großtante Nelly aufopferungsvoll um sie.
Robyns große Leidenschaft ist True Crime, und sie ist ein besonderer Fan des Podcasts Wispering Ivy. Robyn und Großtante Nelly wohnen gegenüber dem Hotel Ambrosia, um das sich zahlreiche düstere Gerüchte von vermeintlichen Verbrechen ranken. Robyn größter Wunsch ist es, Investigativjournalistin zu werden – daher beginnt sie, in die Vergangenheit des Hotels und seiner Bewohner einzutauchen. Als sie eines Tages glaubt, in einem der Fenster zu sehen, wie eine junge Frau betäubt und entführt wird, überschlagen sich die Ereignisse.
Katie Kento schreibt flüssig und mitreißend. Sie versteht es, Spannungsbögen aufzubauen und lose Enden zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufügen. Allerdings waren für mich viele Wendungen nicht so überraschend, wie ich es mir gewünscht hätte und meine Vorahnungen haben sich mehr und mehr bewahrheitet. Das bedeutet aber nicht, dass ich keinen Spaß an der Lektüre dieses Thrillers hatte.
Besonders gute gefiel mir, dass immer wieder Email oder Kurznachrichten in den Fließtext eigearbeitet sind, die Robyn mit anderen austauscht. Das trug sehr zur Spannung bei. Auch die Skizzen des Hotels Ambrosia, die Robyn anfertigt, sind eine gelungene visuelle Ergänzung.
Insgesamt ein empfehlenswerter Thriller mit einem spannenden Setting und einer interessanten Protagonistin – allerdings ziehe ich einen Stern ab, weil mir der Verlauf der Handlung zu vorhersehbar war.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

Demokratie für Kinder erklärt: wer zu laut brüllt, hat nicht immer recht

Das Trumpeltier
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Das Trumpeltier – nicht mit uns von Thea Dorn, mit Illustrationen von Nadine Reitz, erschienen bei Bastei Lübbe 2024, ist ein farbenfrohes und unterhaltsames, doch auch ein nachdenkliches Kinderbuch über ...

Das Trumpeltier – nicht mit uns von Thea Dorn, mit Illustrationen von Nadine Reitz, erschienen bei Bastei Lübbe 2024, ist ein farbenfrohes und unterhaltsames, doch auch ein nachdenkliches Kinderbuch über Demokratie, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Der kleine Makake Maki und die anderen Tiere des Dschungels begegnen eines Morgens einem riesigen, orangehaarigen Orang-Utan – dem Trumpeltier. Durch geschickte Manipulation und Lügen bringt er die Tiere dazu, ihn zum König des Urwalds zu machen. Kaum an der Macht, zwingt er sie, für ihn zu arbeiten und eine hohe Mauer um den Dschungel zu errichten, um die „Bohner“ der Steppe und Wüste fernzuhalten. Maki wird misstrauisch und spürt, dass etwas nicht stimmt. Doch erst als sich die Tiere gemeinsam gegen das Trumpeltier erheben, gelingt es ihnen, gerechte Anführer zu bestimmen, die das Wohl aller im Blick haben.

Die humorvollen und bunten Illustrationen von Nadine Reitz lassen den Text von Thea Dorn zum Leben erwachen. Es macht großen Spaß, die detailreichen Seiten zu erkunden und die unterschiedlichen Tiere zu entdecken.

Das Buch vermittelt Kindern eine wichtige Botschaft: man darf nicht alles ungeprüft glauben und sollte die Aussagen anderer durchaus auch mal hinterfragen. Denn Betrüger gibt es immer wieder. Ist wirklich der derjenige der Stärkste, der es lautstark von sich behauptet? Oder bringt ein echtes Kräftemessen die Wahrheit ans Licht?

Doch auch für Erwachsene ist diese kleine Fabel nicht nur lustig anzuschauen, sondern weckt Hoffnung. Man hofft, dass sich auf der Weltbühne auch die Menschen zusammentun. Damit nicht die Lautesten und Skrupellosesten vermeintlich Recht haben und Könige werden, sondern diejenigen, die am geeignetsten sind. Diejenigen, die für das Allgemeinwohl eintreten und diejenigen, die großherzig und menschenfreundlich sind.

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