Das hatte weitaus mehr Potenzial
Wedding Season – Sieben Hochzeiten und ein TotalausfallFreya passiert mit das schlimmste, was einer Braut kurz vor ihrer Hochzeit passieren kann. Ihr wird von ihrem Verlobten Matthew einen Tag vorher der Laufpass gegeben und für sie bricht eine Welt zusammen. ...
Freya passiert mit das schlimmste, was einer Braut kurz vor ihrer Hochzeit passieren kann. Ihr wird von ihrem Verlobten Matthew einen Tag vorher der Laufpass gegeben und für sie bricht eine Welt zusammen. Ihre Trauung sollte die Hochzeitssaison einläuten und kurzerhand stellen ihre besten Freunde Aufgaben für die restlichen sieben Hochzeiten für sie zusammen. Nicht nur, damit sie Ablenkung bekommt, sondern auch vielleicht wieder zu sich findet. Aber wie soll sie mit gebrochenen Herzen das Glück anderer Leute ehrlich mitfeiern ?
Meine Meinung:
Der erste Teil von Katy Birchall war eine absolut Überraschung und begeisterte mich bis auf Kleinigkeiten total. Das Buch machte so einen Spaß und war herrlich drüber. Ich habe so viel gelacht, geschmunzelt und mich einfach köstlich amüsiert. Bei dem zweiten Teil habe ich jetzt nicht die gleiche Euphorie erwartet, aber zumindest, dass es mich ähnlich begeistern würde. Zwar hat die Autorin dies auch in gewissen Teilen geschafft und der Humor war einfach wieder so klasse, aber leider konnte es mich bei weitem nicht mehr so überzeugen wie zuvor. Der Klappentext ist für mich eine kleine Mogelpackung und die vielen Nebenhandlungen vertrugen sich nicht wirklich miteinander, sodass es viel zu langatmig und teilweise etwas langweilig wirkte.
Zu Beginn gefiel es mir noch sehr gut. Ich fand es interessant, dieses Mal aus der Sicht der Braut mit dabei zu sein und das ganze Chaos der Vorbereitungen von einem anderen Standpunkt zu erleben. Freyas Welt brach auf ziemlich unschöne Art und Weise zusammen und sie tat mir sehr Leid. Auch die Zeit danach, wo sie erst einmal die Scherben sammeln musste und es ihr schlecht ging, fand ich gut geschildert und ich mochte die Geschichte sehr gerne, weil sie mich auch berührte und Lust auf den weiteren Verlauf machte. Als es dann an die Zusammenstellung der Aufgaben ging, freute ich mich richtig, weil manche viel Mut erforderten, sowie sehr wild und nach so viel Chaos und Spaß klangen. Sieben Hochzeiten, sieben Aufgaben, damit Freya von ihrem Drama abglenkt wurde, ich war gespannt !
Und auch der Start der Hochzeitssaion machte noch Freude, denn Freya geriet doch in eine sehr peinliche Situation, die mir auch schon ähnlich passierte. Allerdings macht es dann einen abrupten Schnitt, den ich etwas irritierend fand, allerdings dachte ich mir nichts weiter dabei. Leider gerieten die Hochzeiten und ihre Aufgaben immer mehr und mehr in den Hintergrund. Sie kamen alle vor, wurden aber nur kurz angeschnitten, aber nie weiter ausgeführt, sodass es recht abgehackt wirkte und einfach kaum Spaß machte. Klar, dass nicht alles ins kleinste Detail beschrieben wird, aber ich hatte das Gefühl, dass Birchall selbst keine wirkliche Lust hatte, diesen Roman zu schreiben. Die Aufgaben ansich wurden erfüllt, aber wirkten oft langweilig, weil das drumherum mir fehlte. So wurde einfach nur von Hochzeit zu Hochzeit gesprungen, zwischendurch gab es dann einige Nebenhandlungen, die viel Luft rausnahmen und das Tempo unnötig entschleunigten, obwohl es durchaus interessante Aspekte gab. Oftmals wurde eine Hochzeit nur kurz zusammengefasst als Rückblende erzählt, aber man wie nie dabei.
Leider vertrugen sich diese ganzen Nebenhandlungen und die Haupthandlung wenig. Im Gegenteil...oft bremste das eine das andere aus und dadurch wirkte es oft zerstückelt. Ich denke, es wäre besser gewesen, wenn man sich entweder nur auf die Hochzeiten und wenig drumherum konzentriert hätte, oder auf Freyas Vergangenheit, die ja durchaus zu der Trennung führte. Und dabei gab es gerade bei der Nebenhandlungen Momente, die sehr interessant waren und für Tiefe sorgte. Jeweils waren es sehr interessante Plotts, zusammen passten sie aber leider gar nicht. Darunter litt auch die Liebesgeschichte, die zwar angenehm im Hintergrund lief, aber im Gegensatz zum Vorgänger, zu wenig Beachtung fand. Die Chemie zwischen Freya und diesem Mann stimmte, aber ich fand sie eher langweilig und ich fieberte kaum mit ihnen mit, was ich echt schade fand. Das Ende war ganz niedlich, riss aber auch nicht mehr viel raus.
Wovon dieser Roman wiederum aber lebt, ist zum einen der besondere Humor, der mich wieder so zum Lachen und Grinsen brachte und auch die Charaktere, die ich trotz ihrer Überfülle, gerne mochte. Vor allem dieser gewisse Mann, den ich aus Spoilergründen nicht namentlich nennnen möchte, gefiel mir mit seiner Art sehr. Er war definitiv eine echt verrückte Nudel, mit der man Pferde stehlen könnte und ich fand ihn sehr sympathisch. Es war interessant, ihn im Laufe der Geschichte immer näher kennenzulernen und sich überraschen zu lassen. Freya mochte ich an sich gerne, auch wenn sie manchmal etwas anstrengend wirkte. Mir gefiel es, dass sie sich viel mit sich selbst auseinander setzen musste und sich veränderte, einfach nicht mehr so festgesetzt wirkte, sondern endlich mal das machte, was ihr gut tat und Freude machte.
Der Schreibstil war ein wenig ein auf und ab für mich. Er las sich weitesgehend sehr flüssig und hatte diesen besonderen Humor, den ich schätze, aber zog sich auch recht oft und wirkte manchmal abgehackt. Die vielen Nebenhandlungen, die aufgemacht wurden, hätten nicht Not getan und weniger wäre mehr gewesen.
Fazit:
Puh, das Fazit ist ein wenig schwierig, weil ich einerseits gut unterhalten wurde und die Charaktere, sowie den Humor sehr geliebt habe, aber auch enttäuscht wurde, weil der Klappentext leicht irreführend ist und ich einfach etwas anderes erwartet habe. Es war sehr schade, dass die Aufgaben kaum Beachtung fanden und recht zerstückelt erzählt wurden. Hier wurde viel Potenzial verschwendet und es wäre besser gewesen, man hätte sich nur auf Freyas Vergangenheit oder die Hochzeiten konzentriert. Mir ist bewusst, was die Autorin erreichen wollte, aber es ist ihr leider nicht wirklich gelungen, da der Mix nicht so gut zusammen passte. Dennoch wurde ich aber durchaus gut unterhalten, auch wenn es bei weitem nicht an den Vorgänger herranreicht. Von mir gibt es:
3 von 5 Sterne