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Veröffentlicht am 14.01.2021

Durch das Walddickicht an Erinnerungsbäumen: Halte durch – komm heim!

Der Mädchenwald
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Überlebenswichtig ist hier jeder Schachzug und jedes Erinnerungsmosaik – wirkt intensiv nach. Wendungsreich!


England, 2020:

Elissa Mirzoyan, eine hochbegabte 13jährige, findet sich von gerade eben einem ...

Überlebenswichtig ist hier jeder Schachzug und jedes Erinnerungsmosaik – wirkt intensiv nach. Wendungsreich!


England, 2020:

Elissa Mirzoyan, eine hochbegabte 13jährige, findet sich von gerade eben einem Grand-Prix-Turnier gezerrt in einen Lieferwagen aufs andere verschleppt in ein verschlossenes Kellergewölbe, unter einem verfallenen Cottage im Wald, wieder. Doch sie weiß nicht wo sie ist, alles ist völlig dunkel, sie ist angekettet.

Ihr heimlicher Besucher nennt sich Elijah und Elissa bald Gretel – warum sucht der Sonderbare so fasziniert die Konversation mit ihr, und, ist ihm zu trauen? Er entwickelt den innigen Wunsch Schach zu spielen.

Ob ihr Wärter, der von ihr gedanklich als Ghul bezeichnet wird, davon etwas ahnt?

Wird Elissa Elijah dazu bringen können, ihr zur Flucht zu verhelfen - denn, sie ist keineswegs die Erste von Verschwundenen, oder einzig Gefangene…


+ + + 🎧 + + +

SPRECHER

Dieses über 10 Stunden laufende Argon-Hörbuch ist unglaublich gut besetzt und schafft damit ausgeklügelte Übersicht über alle Charaktere, sodass beim konzentrierten Zuhören selbst die hin-und herpendelnden Zeitsprünge zwischen mehreren Tagen im Blick behalten werden können.

Gerrit Schmidt-Foß überrascht mit jugendlicher Stimme für den unberechenbaren Elijah, und gerade ihn als interpretierenden Sprecher für diese Rolle ausgewählt zu haben, erschließt sich im Laufe der Geschichte als absolut geniale Besetzung.

Dass Monika Oschek neben Elissa auch den Part des Ghuls übernimmt ist einfach perfekt entschieden worden, gerade auch im Rückblick. Ihr hauchiges Flüstern stellt beim Lauschenden die Härchen auf und gruselt derart, als ob wirklich der Entführer bedrohlich neben einem steht und man dessen übelriechenden Atem förmlich gezwungen ist zu inhalieren.

Tanja Gekes rauchige Stimme transportiert die Plagen rastloser Arbeit und unermüdliche Anstrengungen bis zur Erschöpfung der ermittelnden Detectiv Superintendant Mairéad MacCullagh auf den Punkt.

+ + + 🎧 + + +


Im bildgewaltigen und allegoriestarken Sprachstil ist die Rede von aasverzehrenden Krähen, einem Knöchelchensee, Bäume als Erinnerungsmarker stehen dicht an dicht. Die beschriebene Atmosphäre ist durchsogen von Fäulnisgeruch, Bleiche, Blut und Galle. Es gibt eine Schrottstadt, Zauber-Annie und das ferne Anwesen eines Lords.

Schach, ein Spiel, bei dem königliches Können der Kontrahenten und nicht der Zufall entscheidet, bei dem es um schwierige Entscheidungen geht. Und so stehen sich auch Elissa und Elijah gegenüber, die sich jeden ihrer Züge ganz genau überlegen müssen. Spielen sie wirklich gegeneinander oder vielmehr füreinander?

Beeindruckend wie Elissa einfallsreich und tapfer versucht, bedachtsam mit dem offensichtlich labilen und so rätselhaften Elijah umzugehen, mit welcher Vorsicht um ihn nicht zu verletzen. Und was sie an Scharaden entwickelt, um Hinweise an die Außenwelt zu verschlüsseln. Allerdings erkennt Elijah Manipulationen und ist selbst ein raffinierter Stratege, gerade in seinem Kampf GEGEN und FÜR Erinnerungen.

Was ist wahr und was ist real? Und was ist, wenn die Wahrheit unerträglich in ihrer Realität ist, weil dieser Wahnsinn einem sonst den Verstand raubt, und dennoch es so wichtig ist, dies zu begreifen, um in Wahrheit befreit und leben zu können.


Die memorierten Bibelzitate als stützende Kraft das Richtige zu tun, die Wahrheit zu erkennen, haben mir noch nie so gut gefallen wie hier, und sind womöglich für manche sogar nur durch dies Buch besonders vortrefflich zu verstehen!

„Zuletzt seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke
Zieht an die Waffenrüstung Gottes
Damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.“


(Epheser Kapitel 6, Vers 10)


F A Z I T:

Hänsel & Gretel als Schachfiguren in einem horriblen Spiel - wer wird diese Partie für sich entscheiden?
Hochinteressante Adaption der Grimmschen Vorlage, authentische True Crime Stories als Vorbilder nicht ausgeschlossen.
Ein Gänsehaut-Thriller um Auffaltung der Psyche von Menschen mit einem ungebrochenen Überlebenswillen samt unsagbar aufwühlenden Ende.

Ihr wisst nicht, wie Damengambit gespielt wird? Lest es hier nach… und nie werdet ihr es je wieder vergessen!

„Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch die kalte Welt aushalten.“ (Jean Paul)



Fetter Sterneabzug dafür dass...

- ⚠️ SPOILER


.... die Begriffe Gaslighting und DIS nicht gefallen sind und der Hintergrund der Monsterschaft unergründet bleibt.

SPOILER ⚠️

- 2 MP3-CDs im Pappschuber ohne Halterung, somit bereits vorhandene Schleifspuren möglich!

- Außerdem handelt es sich um eine gekürzte Fassung entgegen der ungekürzten Download-Variante ❗

⭐️⭐️⭐️⭐️

Hör- & Lese-empfehlung!

Bewertung: 4 bis 4 ½ Sterne


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2020

Gehe Deinen Weg – und lass Dich nicht aufhalten! Wie frau dafür die Schattenkriegerin in ihr aktivieren lernt 🏹

So sehen Siegerinnen aus
1

Setzt neue Impulse in puncto Selbstvertrauen, Konflikt-Begegnungen und Stärkung der Durchsetzungskraft – bereichernd & lesenswert!
Tolle Ergänzung und Nachschlagewerk nicht nur für HdR-fans 😉

+ + + + ...

Setzt neue Impulse in puncto Selbstvertrauen, Konflikt-Begegnungen und Stärkung der Durchsetzungskraft – bereichernd & lesenswert!
Tolle Ergänzung und Nachschlagewerk nicht nur für HdR-fans 😉

+ + + + +

Wie in Konfliktsituationen souverän und gewinnbringend reagiert werden kann, passend auf Deinen Typ, hilft Dir dieses Buch zu verstehen – laß es zu Deinem Personal Coach werden!

Die 1981 in Ingolstadt geborene Katrin Klewitz ist ausgebildete und versierte Kampfchoreografin, Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Fahrlehrerin, und, Ranger Field Guide(1) im afrikanischen Busch. Aus diesem ihrem gesammelten Erfahrungsschatz schöpft sie und versucht ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich Konfliktbewältigung dem Lesepublikum zu vermitteln und hält sogar Seminare dazu, denen manch eine‘r im Anschluß nach der Lektüre gerne beiwohnen wollte.

In überraschend umgangssprachlichen Erzählton liefert die erste dt. Allround-Expertin und Vollprofin für Bühnenkampf & Co. dazu ganz persönliche Anekdoten und spezielle Episoden aus ihrem privatem Leben, in denen sie sich Provokationen ausgesetzt sah und hier Lösungswege suchte, um proaktiv, zielführend auch deeskalierend, aber stets zu sich selbst stehend zu handeln.

Abwechslungsreich werden auf diese unterhaltsame Weise variantenreiche Techniken, Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zur Steigerung des Autodidakten, Fallbeispiele, Tipps, Merkkästchen, Tests/Fragekataloge, Schautafeln nebst Zeichnungen authentisch, anschaulich und einprägsam miteinander verknüpft, was die vermutlich sonst zu trockene Theorie sehr lebensnah, echt und nachvollziehbar übersetzt, bzw. in gelebter Praxis abbildet.
Auch Katrin Klewitzs besonderer trockener Humor blitzt immer wieder mal auf und beschenkt so den Lesefluß mit auflockernden Schmunzelmomenten.

Allein wegen der gelungenen und expliziten Darlegung des Standings und der der nonverbalen Kommunikation ist das Buch bereits lesenswert, in welchem es m.u. um sinnvolles Kämpfen bei Konfrontationen, das angemessene Reagieren auf Provokationen, dem Lösen von Konflikten, dem Leisten von Gegenwehr zum Schutz der eigenen Ziele geht.

Das Neuere und Bestechende an diesem Ratgeber ist die Einbindung von verschiedenen Konzepten der Kampfchoreografie und der Theaterwelt, den Methoden aus dem Darstellenden Spiel, -- besonders für die zwar sehr Interessierten dennoch eher Laien in diesen Metiers und Künsten,-- sowie, das Bewußtwerden um die Orientierungsvielfältigkeit an unterschiedlichen weiblichen Arche-Kämpfertypen (Die Kriegerin, Die Jägerin, Die Kampfelbe, Die Schützin, Die Knappin, Die Ritterin). All dies für sich ergibt bereits ein Kaleidoskop an Hilfestellungen, um sich selbst neu zu entdecken und Provokationsbegegnungen und Konfliktsituationen (egal ob im beruflichen Feld, Alltag, privaten Bereich od. mit sich selbst) adäquat und auch einmal ganz anders zu bewerten und anzugehen.

Neben dem Warum ein sicheres Standing Ausgangspunkt für den Erfolg ist und wie diese Basis eingeübt, verändert, verfeinert werden kann, und, dem Einsatz von nonverbaler Schlagfertigkeit, sowie dem Lernen aus dem Studium an Heroinnen werden außerdem u.a. auf folgende Bausteine gesetzt und diese aufschlussreich ausgeführt, damit sie zum Rüstwerkzeug werden, um die eigene Reaktion auf einen Angriff sich nicht aufzwingen zu lassen, sondern man selbst die Antwort darauf wählt und souveräner wird:

Die eigene Einstellung zur Konfrontationsbereitschaft.

Die vier Distanzzonen.

Grenzen definieren und artikulieren, sich positionieren, Raum nutzen und Claim abstecken.

Vorstellung der 3 Grundreaktionsmuster (Flight/Angsthase – Freeze/Schneefrau – Fight/Gorilla) – wie und wann welche sinnvoll sind.

Haltung zeigen und bewahren, Entscheidungen treffen und Eigenverantwortung übernehmen

Handelt es sich überhaupt um Provokation.

Die Einladung zum Kampf annehmen oder bleiben lassen. Wann ist es gerade so wichtig, Stellung zu beziehen.

Emotionen – ihre Energien nutzen. Sie eingestehen um sie gehen lassen zu können.

Subtext korrekt interpretieren

Ohne SMARTe Zwischenziele kein Erreichen von Endzielen


Nach meinem Leseeindruck ist es Katrin Klewitz ein brennendes Anliegen, aufzurütteln und klar werden zu lassen, wie (über)lebensnotwendig es ist, seinem inneren Ruf und individual Charakter, seinem Gewissen, seiner Intuition zu folgen, die Hürde zu nehmen um dafür einzustehen, sich auch immer wieder neu aufzurichten, und sich für sich und seine Sache mit Verstand, Herz und Power einzusetzen. Denn nur so ist man mit sich im Reinen und allein das ist schon siegvolle Errungenschaft, selbst dann wenn man(n)/frau im unmittelbaren ‚Gefecht‘ mit einem Schwert im Bauch der‘dem Aggressor‘in unterliegen mag. Denn stets zu viele Pfeile im Rücken brechen das Genick.


F A Z I T :

Freikämpfen – hinein in die Verantwortung, die eigenen Träume zu verwirklichen
Katrin Klewitz ist nicht nur von diesem Motto beseelt, sie lebt diese Botschaft - und das spürt man auch beim Lesen dieses außergewöhnlichen Buches.

Sich mit seinen Kräften und Energien bewußt auseinanderzusetzen, sie intensiver kennenzulernen und zu begreifen, um sie adäquat bei Kontroversen anzuwenden - dafür schickt die Autorin die Leser’innen in ihrem Erstlingswerk ins Trainingslager, weckt Entschlossenheit und Kampfgeist(er): in Auseinandersetzungen proaktiv, deeskalierend zu handeln, für seine Sache, Einstellung u. Überzeugung einzustehen und Gegenwehr zu leisten, MissBodyguard seiner Ziele zu werden und diese durchzusetzen, dennoch zu jeder Zeit sich selbst treu zu bleiben.

Vergessen darf nie DAS Entscheidende dabei: Aufstehen, wieder-Aufrichten, Weitergehen, den eigenen Weg finden, sich nicht unter(be)kriegen lassen.

Ein ganz besonderer Ratgeber mit zahlreichen Tools, Hilfestellungen, kleines Trainingsbuch zur Verinnerlichung, das Techniken und Methoden zur Konfliktauflösung präsentiert und Blickschärfung im Abwägen und Differenzieren von provokanten Situationen schenkt, daran erinnert, stets die eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren, wie den Ansporn entzündet, mal aus noch ganz anderen Warten mit Gelassenheit, Verständnis sogar Neugier Herausforderungen entgegenzuschreiten.


Nebeneffekt: Bei der Lektüre dieses Buches könnte durchaus die Leidenschaft erweckt werden, selbst den Werdegang zum Fight Director trotz Männerdomäne-Verhaftung einzuschlagen.

⚠️ H i n w e i s :
Sofern nicht direkt am PC-Schirm gelesen werden kann, rate ich dringend zur physischen Buchform, denn in der elektronischen Ausgabe verliert sich Übersicht, Absätze verfließen genauso wie strukturelle Ordnungen.


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(1) Outdoor-& Exkursionsführer trägt Sorge dafür, dass der Kontakt zwischen den einheimischen Tieren und Besuchern in Harmonie mit der Natur stattfindet

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(((statt dem Genderstern ein Apostroph um dem technisch-automatischen Fettdruck zu entgehen)))


  • Thema
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2020

Die Köchin am Hofe v. CASTAMAR -🥄- Telenovela VOLLER Geheimnisse, Kabalen & Gefälligkeiten

Die Köchin von Castamar
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✰ ✰ ✰ Ein faszinierender Plot – der nur EINE Zutat ist ❕ Ein halbgares Gericht trotz Haute Cuisine ✰ ✰ ✰

La cocinera de Castamar - ❶ Claras Geheimnis


Keine Psychographie, nur flüchtige Momentaufnahmen ...

✰ ✰ ✰ Ein faszinierender Plot – der nur EINE Zutat ist ❕ Ein halbgares Gericht trotz Haute Cuisine ✰ ✰ ✰

La cocinera de Castamar - ❶ Claras Geheimnis




Keine Psychographie, nur flüchtige Momentaufnahmen einer sich anbahnenden Liebe wider aller Gesellschaftsschranken, dafür: Machtkämpfe, unappetitliche Affaires und todbringende Komplotte.

+++++

Bei dem Erfolgsstürmer von der Iberischen Halbinsel handelt es sich wohlgemerkt um e-i-n Werk, welches für den dt. Markt in zwei Bände auseinandergerissen wurde – aus Profitplanung heraus oder untrüglichem Gespür, daß diese nur das Entrée zu einer weitreichenderen Saga etablieren könnten?

Die diversen Handlungsschienen erinnern im Reigen einer Vielzahl von Mitwirkenden samt Aufbau im Tagebuch-Tempo an die typische Struktur von brasilianischen Telenovelas (aus den ~80er Jahren, Bsp. Das Recht zu Lieben).

Der interessante historische Kontext (spanischer Erbfolgekrieg) bleibt dabei sehr verhalten dokumentiert.

Bei der Lektüre dieser Romanhälfte werden dem Leser die Befugniss-Strukturen, anschaulich recherchiert, auf so einem großen, adeligen Gut (der damaligen Zeitepoche) so richtig bewußt, WIE VIELE Personen und in welchem rigiden Ranking ihrer jeweiligen ganz eigenen verantwortl. Fach-Beschäftigung nachgehen (Zahlmeister, Fleischbeschauer, Türwächter der Vorratskammern,…).

+++

Diego:

„Was auch immer mit Euch geschieht, hört niemals auf die falschen Einflüsterer.“

(S. 204)

+++

Clara und Diego sind zwei beeindruckende, fesselnde Charaktere und Menschen von gutem Herzen, begeisterte Schöpfungen von Fernando J. Múñez! Der Autor hat sie liebevoll und eindringlich angelegt, nimmt sich auch ein wenig Zeit, jede Person für sich einzuführen.
Allerdings behält er sie nicht wirklich im Vordergrund, sondern flicht sie dann eher nur ein, und, läßt den Leser trotz üppigen Lesefutters nach Verbindung zu- & Begegnungen mit-einander streckenweise verhungern.

Wie der Duft und die sensationellen Köstlichkeiten Claras Kochzaubers einen schwermütigen Diego aus seiner gefangenen Trauer herauslocken, ihm endlich wieder Lebens-Funken einhauchen und ihn quasi erwecken, aufblühendes Interesse an Clara, dem neuen Mädchen in der Küche – das muß man/frau sich selbst dazu ausmalen, denn das wird lediglich knapp ausgesprochen und bleibt zu oberflächlich; dieser Entwicklungs-Vorgang an sich, eine psychologische Ausarbeitung (Gesinnungsbewegung, Seelenzustand) bleibt der Autor betrüblicherweise dem Zeilenpublikum schuldig.
Ebenso, was genau Diego dazu veranlaßt und ihn umtreibt, in diesen ‚Blitz-Aktionen für Sekunden‘ Claras Nähe aufzusuchen, das interessiert, danach lechzt doch die Leserschaft! Doch der Autor beläßt es einfach dabei, geht sparsam wie nachreichend reduziert darauf ein.
Aus Flash wird auch noch Mr.Unsichtbar in dem Augenblick, in dem Diego Claras Sehnsucht nach Büchern mitbekommt – auch diese Szene wird gar nicht intensiviert, so ist wieder eine wunderbare Gelegenheit zur Bebilderung des Innenlebens vertan.

Natürlich bemüht sich Múñez freilich, eine feinfühlige u. wachsende Anziehung zu vermitteln – aber diese bewegende Stille, diese Spannung zwischen den beiden bleibt einfach unausgelotet, nur angerissen, wie erwähnt; kontinuierliche Auffaltung der Gefühlswelt (was geht in Clara, was in Diego vor) und Tiefe werden sehnlichst vermisst.
Das liegt nicht an dem durch Etikette erzwungenen Standesabstand, und wenn sich Clara & Diego denn mal in seltenen Augenblicken gegenüberstehen, ist das wirklich zartschön von Múñez inszeniert!
Der Autor IST ungeheuer talentiert, er KANN schreiben, kostet aber diese Begabung diesbezügl. nicht zum vollem Bankett aus, reicht nur „Häppchen“: Gedanken & Emotionen wirken wie eine bloße Kurzerzählung, werden gar nicht richtig eruiert und ausgeschöpft.

Der für die dt. Ausgabe hinzugefügte UT „Claras Geheimnis“ ist fehl am Platz, da hier j e d e r mit seinen ganz eigenen verborgenen Geheimnissen aufwartet, welche auch dem Seitenverfolger Kapitel für Kapitel offen gelegt werden.
Einerseits wird Claras Geschichte geliefert, ihre Storyline erfährt rhythmische Verquickung, anderseits, wenn man so will, ein weiterer Erzählstrang, kreiselnd um Doña Alba (die vor 9 Jahren verstorbene Gattin Diegos), die Umstände u. Auswirkungen ihres Todes, allerdings in weitgefächerten Unterverzweigungen und individuellen Handlungsgleisen (Diego, Úrsula, Enrique, Amelia, Doña Sol…).

Einnehmend Zeit beschlagnahmen so Úrsulas striktes Regiment über fast alles und jeden in ihrem hohen Amt als Haushälterin des Hofes von Castamar, die Vereitelung ihres Kontrollverlustes auch hinsichtl. des ranghöheren Majordomus, sowie, Diegos teuflischer Antagonist Enrique Señor Marquis von Soto, die Darstellung dessen Intrigengeflechte, das Wesen seiner Handlangertruppe (Hernaldo von la Marca, El Zurdo) und anderer entscheidenden Strippenpuppen (Amelia, Doña Sol).


Es geht demnach gar nicht vornehmlich um CLARAS GEHEIMNIS, (auch nicht um Diegos Barrieren,) noch wurde es elaboriert und verharrt daher plakativ:
Claras Problematik (Agoraphobie, ihre Panikanfälle, wenn sie aus der Sicherheit geschlossener Räume in weite, offene Plätzen unter freiem Himmel tritt / quasi das Gegenteil zur wohl eher bekannteren Klaustrophobie) wird zwar anfänglich noch bewußt behandelt, dann aber im Buchverlauf wie beiläufig verwebt.
Die paralysierenden Schübe werden sehr wohl sehr gut beschrieben, was diese Angst auslöst, woher sie rührt wird zwar geklärt, dagegen finden eingehende Aufarbeitungspsychologie, ein Prozess, dieser Phobie Herr zu werden und das Trauma zu bewältigen, nicht statt.

Genauso: die mit Spannung erwartete faszinierende Korrespondenz nebst besonderen Form der diskreten Kommunikation erfolgt einmal erst im letzten Buch-Drittel, und wird dann auch noch mager abgespeist. Z.B. nehmen die hochachtungsvoll-süperb formulierten Zeilen des Herzogs aus zwei Briefnotizen, den Geschenken an Clara (historischen Rezeptbüchern) beigelegt, zusammengefaßt gerade mal EINE Seite des gesamten Buches ein.

Da im Laufe des Romans Auflistungen mannigfaltiger Gerichte dem Herunterlesen einer ausgeschmückten Menuekarte eines Gourmetrestaurants gleichkommen, verdunstet auch die Liebe und Passion, die die Figur Clara durchs Kochen ausdrücken soll. Die flammende Berufung zu diesem Job gelingt dem Autor einfach nicht zu transportieren.

Múñez hält sich womögl. mit zu viel Randereignissen, Nebenschauplätzen, skandalösen Affären, bad boys & girls und grausamen Ränken auf, verschenkt an sie gleichberechtigte Gewichtung?! nicht ganz, denn selbst einigen von diesen, mit ihren prima Ansätzen an Kapazität, mangelt es ja teils auch an dichterer Skizzierung
(nur als Bsp.: Diegos geliebter Adoptivbruder Gabriel, dessen Konfrontation mit Rassismus – aber, dieser erhält wahrscheins eh einen eigenen Folge-Band mit Amelia, oder gar sein Spin-Off?
-- ODER-- Das unglaubliche Potenzial der Haushälterin, die nicht an das Gute im Menschen glaubt, hat der Autor verkochen lassen).

Es fehlt simpel zusätzlich ein gutes Tortenstück an Seiten, die sich wirklich nur und einzig um Clara & Diego, getrennt und doch zusammen, und ihre geheimen Botschaften, ihrer Berührung und Nähe trotz Distanz, beschäftigen - sie sind da, aber sind nur irgendwie bündig, diätisch abgehandelt, wie auf das Nötigste beschränkt.
Denn die beiden Hauptdarsteller sollten unbedingt ausgereiftes Kernstück bilden für genügend ausgleichender Gegenkraft zu der Schwere der Vielzahl an Intrigen, um den Lesern ein Mehr an Helle, Liebe, Trost & Lebensfreude zu gewähren.

+++

Gleitendes Lesen geriet ins Holpern durch eine Opulenz an unnötigen Namen und Absätzen, sowie, dem Ungewöhnlichen, daß, statt in elegantem Kursivdruck, persönliche, unausgesprochene Gedankengänge in Anführungszeichen der direkten Rede gesetzt wurden - sogar während zeitgleich geführter Gespräche.

+++

F A Z I T:
Im Stil brasilianischer Telenovelas aus den ca. 80ern, versetzt in die Zeit Philipp V. um 1720. Für Fans von „Das Haus am Eaton Place“, BBC-Literaturverfilmungen und Sterneküchen.

Feste Hierachien und Organisation innerhalb des herzogl. Anwesens, die Stellung der Frau, Diskriminierung, Loyalitäten, Kochschwelgereien, Intrigen und Mordpläne, Verlangen und Wollust… – reichhaltig wird kredenzt.

Warum sich dieser Bd. 1 nicht zu einem grandiosen Lieblingsfestmahl arrangieren konnte? Keine wirkliche Konzentration auf den Fokus: Clara & Diego, das was sich als schlagendes Herz und tragende Genusskomposition einer außergewöhnlichen Saga ersehnt wird (und es sind wahrhaft zwei starke, aufrichtige Persönlichkeiten!), verkommt fast zu zwischengereichten, garnierten Appetizern und wird zu sehr überlagert von Duftschwaden der Gourmetmenüs, Machthunger und brachialem Rachedurst… und das… macht einfach nicht satt.
Kurz:
perfekte Regie diverser Multip(l)ots aufgetischt, doch zu viel fehlen ausführliche Seiten im (Dreh-)Buch besonders zum eigtl. Hauptgang.
Evtl. gewährt die anstehende Verfilmung dem Protagonistenpaar ein erfüllenderes Füllhorn an Handlungsspielraum und v.a. Seelen-Vertiefung!

Bewertung: 3 ½ v. 5 (Michelin) Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2020

In wieweit läßt sich das Herz manipulieren?

Herzenskälte
4

Kurzmeinung:
solider Thriller um dunkle seelische Abgründe, die Gefühlswelt, Einblicke in eine morbide Subkultur der schwarzen Szene und Lobotomie
☆ Bewertung: 3,5 von 5 Sternen ☆

HERZENSKÄLTE (2014) ...

Kurzmeinung:
solider Thriller um dunkle seelische Abgründe, die Gefühlswelt, Einblicke in eine morbide Subkultur der schwarzen Szene und Lobotomie
☆ Bewertung: 3,5 von 5 Sternen ☆

HERZENSKÄLTE (2014) ist der 2.Band aus der mittlerweile 5 Teile umfassenden Thriller-Fortsetzungsreihe "Ein Fall für Leitner & Grohmann".
Er umfaßt ca. 410 Seiten in 20 Kapiteln.
Vormals bei Egmont LYX erschienen werden künftig alle Bände im Kuneli-Verlag aufgelegt werden. I.Ü. ein ungewöhnlicher Name, der abgewandelt wurde vom griech. "kouneli" = Kaninchen, geliebte Haustiere der Autorin. Ach wie gerne hätte ich ein Verstecktes beim Lesen entdeckt...


+++ zum INHALT – Spoiler möglich --

In einer fiktiven, beschaulichen Kleinstadt im hessischen Spessart, Nähe Hanau:

Am Valentinstag wird eine kürzlich verheiratete Frau in sorgfältig liebevollem Arrangement und perfektem Styling in einem Schaufenster einer Hochzeitsagentur entdeckt – erst auf den zweiten Blick wird ersichtlich: ermordet und... ihr Herz wurde entnommen.
Die nicht immer umgängliche und unkonventionelle Kriminaloberkommissarin JENNIFER Leitner übernimmt zusammen mit dem ruhigen, besonnenen, doch Schreibtischarbeit ächtenden Staatsanwalt OLIVER Grohmann den Fall.
Ein weiterer Mord nach bereits 5 Tagen an einem Mann in komplett anderem und brutalen Szenario, übersäht mit Haßbotschaften auf der Haut und wieder ohne Herz, bestätigt Jennifer, ihre bisherige Taktik und Annahme zu ändern: jetzt wird von einem Ritus, einer gezielten Vorgehensweise mit Muster in der Opferwahl, ausgegangen. Damit ist mit einer aufziehenden Mordserie zu rechnen. Jedoch besteht keinerlei Verbindung zwischen den Toten.
Wird das Ermittlungs-Duo dann überhaupt rechtzeitig den Täter aufspüren können?
Warum sollte der Killer, oder Mörder-Kreis, die Herz-Organe für die Ewigkeit konservieren?
Sind diese Zurschaustellungen der Leichen eine Botschaft? an wen richten sie sich dann?

Als Grohmanns Tochter Hannah durch eine ominöse Schulkollegin in Kontakt mit einer morbiden Subkultur der schwarzen Szene kommt, lernt sie deren gothic-artigen Organisator Jesaja/Tobias samt seiner schwermütigen Schwester Jezebel/Selina kennen, die faszinierend wie gleichzeitig verstörend-düstere Kunstwerke schafft. Eine irritierende Anziehungskraft entwickelt Hannah für Jesaja, nicht für Tobias. Ist dieser Schauplatz wieder nur Sackgasse?


+++ MEINUNG:

Gewicht fällt auf ausführliche Darlegung der einzelnen Schritte im Ablauf zur Polizeiarbeit des Morddezernates. Dadurch mag der Kriminalroman eine der Realität ziemlich nahekommende Relevanz gewinnen und schon Alltag des Kriminalkommissariats authentisch abbilden, verschenkt damit allerdings Tempo und v.a. Raum für weiteren Ausbau und zusätzliche psychologische Tiefe. Ebenso schweift der tatsächliche Thriller-Kern, der eher neuartig, interessant bis fesselnd und schlüssig aufgearbeitet ist, leicht ins Abseits. Nur im Prolog und Kapitel 16 gewinnt der Leser einmal kurzen Blick in die intime Denkweise des Delinquenten.

Abgelenkt und etwas schleppend gestaltet sich die Untersuchung bis zu einem zweiten Mord. Erst als sich ein Anwalt mit gewissen Unterlagen bei dem Ermittlerteam meldet, nehmen die Ermittlungen an rabiderer Fahrt auf und die Mutmaßungen des Psychopathologen (Dr. Rabe) skizzieren sich in Komplexität ab.

Obwohl vornehmlich und rund um die Uhr am Fall mit einem weiteren Ermordeten gearbeitet wird, versteht Saskia Berwein zartfühlend unterrangig auszuarbeiten, wie währenddessen sich Jennifer und Oliver, beide geschieden, auch privat langsam annähern. Hierbei wird zu deren persönlichem Hintergrund und etwas aus den Viten der beiden erzählt, was die zwei tragenden Protagonisten für den Leser greifbarer ausgestaltet.
Somit eher ruhig und solide im Spannungsbogen mit wiederum auch intensiveren und gedichteteren Abschnitten.


+++ KRITIK: -- Spoilerwarnung --

Parallel zur Kriminalhandlung kreuzt Hannah bei Oliver auf - seine 16jährige Tochter, mit der er seit 4 Jahren keinen Kontakt mehr hegte. Doch mit einer freudigen Umarmung wird sie von ihrem Vater nicht empfangen; den erwachsenen Mann [wie alt ist er - um die 40 aufwärts?] umtreiben im Stillen nachtragende Vorwürfen an die damals 12-Jährige(!), ihn (verbal) verletzt zu haben. Über diese Gesinnung eines Elternteils(!) bleibt auch, oder gerade, nach späterer Auflösung zum Warum der Leser kopfschüttelnd zurück. Tragisch, daß mit Mitte des Buches immer noch ein ‚Sich-Öffnen‘ zwischen Vater und Tochter gehemmt bleibt, er nicht weiß, wie er mit ihr umgehen soll und wie es gefühlsmäßig um seine Tochter bestellt ist. Zu welchen Konsequenzen, trotz gedruckster Aussprache, fehlende Bemühungen und wirkliche Kommunikation führen können...

Die zerstörte Vater-Tochter-Beziehung taut nur zögerlich auf, ist sehr lange durchfrostet von HERZENSKÄLTE – dieser Buchtitel durchschwingt als fulminanter Schwerpunkt das gesamte Buch. Einerseits scheint der Serienkiller diese bezwingen zu wollen, hebt sich aber durch absolute eiskalte Gleichgültigkeit ab, andererseits z.B. ‚bemüht‘ sich Jennifer Leitners dienstunfähiger KOK-Polizeipartner Marcel Meyer regelrecht darum, sucht, zuviele Emotionen seit seinem Ehe-Aus mittels Alkoholexzess auszumerzen? (Letzterer scheint zu einer, hier vernachlässigbaren, Rahmenhandlung der Reihe zu gehören, da für Quereinsteiger nicht ganz ersichtlich wird, inwiefern dieser Einschub dienlich sei. Vielleicht sollte damit lediglich die kollegiale zugleich verantwortungsvolle Wesensart Jennifers belichtet werden. Oder simpel, daß Alkoholsucht nicht nur den Menschen sondern polizeiliche Arbeit vernichten kann.)

Erst überraschte und beeindruckte Olivers Sprößling mit ihrer taffen und durchsetzenden Art, bei ihrem Papa unangemeldet einzuziehen, ihn vor faits accomplis zu stellen, mit ultracool durchdachter und zukunftsorientierter Planung, klasse! Allerdings mit ihrem Auftreten, daß sie sich ab und zu JOINTs genehmigt und das vollkommen okay ist, verliert sie total wieder an selbstständigen Charakter, da sie sich ja noch dazu einem, um es generell auszudrücken, ‚Gruppenzwang‘ unterwirft, indem sie sich im weiteren Verlauf der Handlung einem bedeutenden, einschneidenden Akt und damit viel Schmerz entziehen hätte können.

Die seltsam-reglementierte Zustimmung ihres eigenen Vaters zu dieser ihrer Haltung, noch dazu in seiner beruflichen Stellung als erfahrener Staatsanwalt, enttäuschte oder ist einfach nur merkwürdig: sollte denn nicht die Gesundheit seiner Tochter ihm am Herzen liegen! Es handelt sich doch keineswegs um Süßigkeiten (diese Genussmittel sind schlimm genug, können auch schon süchtig u. krank machen); warum das Bedürfnis nach Pot – als Stimmungsaufheller, um Gefühle zu betäuben, Konflikten zu entrinnen, Realitäts/Trauer-Flucht? Und, woher bezieht Hannah ihr Gras?, welches so häufig mit giftigen Stoffen gestreckt wird, mit welchen Leuten pflegt sie Umgang... all das interessiert den Vater da nicht. Und gerade hier (wer sind ihre Freunde) wäre ein Aufmerken des Staatsanwaltes und sein die Tochter in-Kenntnis-zu-setzen, über vorliegende Fakten, von solcher Eminenz gewesen. Dazu entsetzte auch das Gefasel der Kommissarin von ~‘Verbote-bringen-nichts‘ - denn es geht um ausführliche Gespräche, die sehr wohl die Augen schärfen können für womöglich aufschlussreiche Beobachtungen: hätte Hannah von den entscheidenden Infos, die dem Chefermittler vorlagen, gewußt, hätte sie Vorsicht walten lassen, eher ihrem Instinkt folgen, etwas durchschauen, andere warnen und sogar selbst einem Kriminellen raffiniert das Handwerk legen können.


Noch weitere Anmerkung zu dieser Nebenpassage:--- SPOILER --

Daß mal wieder Verlust von Jungfräulichkeit im gedopten Bewußtseinszustand erfolgt, als Abwechslung zu k.o.-Tropfen, schleicht sich als mittlerweile läufige Praxis in sehr viele Bücher ein (Bsp.: Chevy Stevens, 2017: Never let you go - Ich beobachte Dich). Cannabis findet einen zu verharmlosten Stellenwert, wird völlig widerspruchs- wie kritiklos als absolut vertret- und täglich verwendbar eingestuft (siehe auch in viel zu vielen NA-Romanen, im Sinne von ‚es ist halt Mainstream, gibt ja auch Weed-Parties, in immer mehr US-Bundesstaaten erlaubt, ist doch nichts dabei‘). Hier hätte ich mir Mut von der Autorin gewünscht, etwa in einem Satz dem Marihuana-Schmauchen seine Konsum-Selbstverständlichkeit zu nehmen, v.a. weil es sich hier um Jugendliche und keine Schmerzpatienten handelt. Noch dazu spielt ja der Thriller nicht etwa in der Schweiz (ohne strafrechtl.Verfolgung bei Hanfblüten in der Dose, CBD-Gras/Black Widow), sondern eben Deutschland, wo es nun mal, Toleranz-Regelung hin oder her, illegal bleibt!
Oder wenigstens eine neutrale Parteilosigkeit zu vermitteln, um einer Debatte zum Thema ‚Kiffen legalisieren‘ offenes Podium hinsichtl. der Bedenklichkeit und Bedrohlichkeit zu lassen (gute Laune nur mehr per grünem Rausch, Gedächtnisleistungen nehmen ab, Gehirnstrukturen verändern sich nachweislich, Intelligenzminderung ist gegeben, auch eine Gefährlichkeit des Kontroll-Verlustes wie das Abgleiten in die Abhängigkeit sind vorhanden, Einweisung in die Suchtklinik zunehmend die Folge; aber genauso arten selbtverständlich Alkohol, Sex, Essen, Games, Wettspiele, usw.usf. zu oft in Suchtproblematik aus).

+++

Schleichwerbung für Nutella ist nicht gut, z.B. steht ferrero für Kinderarbeit, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auf Hasselnussplantagen. (Dann eher allgemein bleiben, mit z.B. NougatSchokoaufstrich.)

Beim Fluchen bitte nicht ständige Wiederholungen, sondern Abwechslung!

Wie alt sind KOK Leitner und der Chefermittler Grohmann?

Wer ist Gaja? Jennifer Leitners Katze?!

+++

F A Z I T :

Einiges etwas straffer, anderes nicht zu oberflächlich und einfach ausführlicher, tiefgehender – das hätte die volle Punktzahl gebracht.
Lesenswert, da dieser Thriller zum Nachdenken anregen kann, etwa: Ohne die Fähigkeit Emotionen zu entwickeln erfolgt Entfaltung zum Monster, welches anderen deren Gefühle stiehlt, oder, diese ausbeuterisch manipuliert. Wenn in einem nur mehr Leere herrscht, ist man dann nicht schon tot? Anbei: Benebelung statt sich Gefühlen zu stellen, sich mit ihnen auseinander zu setzen.
Verlust der Emotionalität, teilnahmslose Ungerührtheit, kurz: HERZENSKÄLTE führen zu welchen Auswirkungen...



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.03.2020

über Die Eine gr.Liebe die Dich nie verläßt und von der zweiten Chance auf einen Neubeginn 💘

Mein Herz in deinen Händen
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💘 wenn eine falsche Entscheidung alles andere auslöscht – eine Liebesgeschichte mit viel Drama, Herzschmerz und HE 💘
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Bei MEIN HERZ IN DEINEN HÄNDEN handelt es sich um den ersten Teil der 3-bändigen ...

💘 wenn eine falsche Entscheidung alles andere auslöscht – eine Liebesgeschichte mit viel Drama, Herzschmerz und HE 💘


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Bei MEIN HERZ IN DEINEN HÄNDEN handelt es sich um den ersten Teil der 3-bändigen RETURN-TO-ME-Reihe um die Hennington-Brüder, mit Fokus auf das Paar Zachary & Presley (Wyatt, der jüngste, wird in Bd. 2, der älteste Trent in Bd. 3 thematisiert).


++++ zum INHALT, Spoiler möglich ++++

Presley Benson, geborene Townsend, war vorgesehen, mit ihrem Bruder Cooper eines Tages die Cattle Ranch Bell Buckle ihrer Eltern in Tennessee zu übernehmen, doch ihr widerstrebte das Erbe als Viehzüchterin auf dem Lande. Mit dem drei Jahre älteren Zachary, seit ihrem 12.Lebensjahr Seelengefährte und nun Verlobter, einem begabten Baseballspieler mit Vollstipendium, stehen die gemeinsam ausgeschmiedeten und aussichtsreichen Zukunftspläne seit jeher fest: College in Pennsylvania, Arbeitsvertrag, dann Haus und Familiengründung.
Nach einem kolossalen Zerwürfnis von ein auf den anderen Tag ist die 19jährige Presley unwiderbringlich am Boden zerstört, fühlt sich von ihrem so tief-geliebten Partner als wertlos gebrandmarkt und verlassen.
Eine Welt zerbricht. Ein Jahr später kann sie nur der Bruder ihrer allerbesten, schwesterlichen Freundin Angela auffangen. Eine solide Ehe und mittlerweile 11jährige Zwillinge sind das Ergebnis, wobei Pres nach 13 geerdeten Jahren plötzlich vor einem gänzlich neuen Debakel und Zerschmetterung ihres Herzens steht: ihr Mann Todd stirbt auf unsäglich-unnachvollziehbare Weise; katastrophale Nachbeben vernichten ihre bisherige Exsistenz zum zweitenmal komplett: sie findet sich aufs Neue im Stich gelassen, ihre Lebensplanung ist dahin.
Mit ihren beiden Söhnen Logan & Cayden bleibt der 35jährigen Witwe nichts anderes übrig, als zurück auf die Elternranch zu ziehen, um ihr Leben zu ordnen... ausgerechnet an jenem einst so glücklichen Ort, den sie seit 17 Jahren mit aller Macht mied.
IHM nun dort nach all der langen Zeit wiederzubegegnen, damit hätte sie nicht gerechnet. Was wird der Unaussprechliche bei ihr auslösen, der einst innig Geliebte und Seelenverbundene, dessen bloße Nähe sie schwach macht: Zachary Hennington.

++++ MEINUNG Lob & Kritik

Der flüssig und anschauliche Schreibstil nimmt einen voll und ganz ein, vermittelt eine Nähe gerade am Anfang, so daß man das Buch nicht verlassen kann, und Seite um Seite weiterlesen muß.
Schock, unendliche Trauer, Verzweiflung, eine Benommenheit und ein Verloren-sein, welche sich über die Hinterbliebenen mit dem Tode Todds ausbreiten – die Autorin vermittelt all diese Gefühle voller Authentizität, daß es beim Lesen erschüttert und man/frau meint, sogar inmitten dieses Hauses der Tragödie vor Ort selbst zu stehen und alle gerne in tröstende Arme schließen zu wollen.

Daß Pres trotz der ersten Ohnmacht für ihre Kinder da ist, deren unbedingter Schutz und Wohl für sie an erster Stelle steht, und sie deswegen ein Schweigen über die Umstände um Todds Sterben erstmal alleine mit sich austrägt, zeichnet sie als starke Mutter aus.

Das Suchen nach Antworten, Unverständnis über mangelndes Vertrauen, aufziehende zornige Wut, Vorwürfe, dann nagende Gefühle eigenen Versagens und Schuldgefühle über nachlassende Tränenflut und sich einstellende fehlende Sehnsucht nach ihrem Gatten Todd führt die Autorin nach und nach feinfühlig aus.
Mit Bedacht fügt sie dabei auch zusätzlich kurze, traumhafte Zwiegespräche mit dem Verstorbenen ein, welche Presley alle Aspekte ihrer konflikthaften Trauer auszuloten helfen.

Vieles strafft Corinne Michaels aber auch in zeitlichen Sprüngen von Monaten, um der fatalen damaligen Entwicklung und jetzigen Wiederaufnahme der Liebesbeziehung zwischen Pres und Zach genügend, in den Vordergrund rückenden, Spielraum zu verleihen.
Zuviel Unausgesprochenes schwellt zwischen den beiden Protagonisten mit erstem gebannten Blickwechsel beim unerwarteten Aufeinandertreffen in der Luft und droht schier Preslyn zu zerreißen, wie Zachary zu verwirren.

Pres‘ Position durch Offenbarung ihres Innersten wird der Leserin/dem Leser verständlich und nachvollziehbar.
In übersichtlich eingewobenen Rückblenden erklären sich die aufgestauten Emotionen und damaligen Hintergründe.

Außerdem erhält die Leserschaft ab dem 2. Buchdrittel zudem dankbaren Zugang zu Zachs Gedanken-und Gefühlswelt mit den Einstreuungen seiner Sichtweise.
Durch den intensiven Gesprächsaustausch, das Klären der Vergangenheit, scheint Zach jetzt erst zu begreifen, was damals genau zum Bruch geführt hatte, v.a. daß er Pres nicht deutlich genug seine innige Liebe zum Ausdruck brachte.
Genauso wie Zachary Die Welt für Preslyn ist, so bedeutet Pres ein Alles für Zach, sie hegen eine besondere Liebe füreinander, derer sich beide nicht erwehren können und die ewiglich besteht.

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Der Inbegriff einer Kleinstadt mit all seinem Klatsch &Tratsch, aber auch Zusammenhalt und sofortigen Einander-Helfen liefert einen unterstützenden Rahmen für die Romanze, wobei die sehr liebenswert skizzierten Nebenfiguren des kleinen dörflichen Städtchens fast schon wie eigene Bekannte auftreten (Grace, Presleys beste Freundin von der Highschool; die ermutigende, hübsche Countrysängerin Emily; die gütig-weise Gemischtwarenhändlerin Mrs. Rooney).

Was sehr gut gefiel war, wie sich Cooper und Wyatt sofort um die Zwillinge gekümmert haben, und auch die Art & Weise wie Zachary Bande zu ihnen aufknüpft, um die Jungs von ihrem tragischen Verlust abzulenken und in ihnen neue Lebensfreude zu erwecken, wozu die Atmosphäre auf der Ranch mit den Pferden beisteuert.
Besonders Preslyns fürsorgliche Eltern beeindruckten sowie Angie, temperamentvoll und schwesterliche ganz loyale Freundin.

Darüberhinaus hinterläßt der humorig-verschmitzte Playboy Wyatt, Vorarbeiter unter Cooper auf der Townsend Ranch, in seiner Rolle einen bleibenden Eindruck: der jüngste des Hennigton-Trios steht als ein bester, vertrauenswürdiger Freund Preslyn bei, und bringt sie dazu, sich wieder zu öffnen und sich dem Leben zu stellen, und dann heizt er auch noch seinem zwei Jahre älteren Bruder Zach ins Gewissen ein; obwohl seit jeher selbst verliebt in dessen Ex-Verlobte bemüht er sich altruistisch, Pres und Zach einander wieder näher zubringen.

Teuflische Hexe Felicia kam zu kurz: sie ist eine klassische Stereotype eines arroganten, hinterhältigen und egoistischen Miststücks, über die man/frau wohl sowieso auch nicht mehr lesen möchte als notwendig aufgrund ihres schlechten Charakters.

In der Mitte des Buches kam es zu einer kleinen Länge, etwas wurde wiederholt, einige kleine Aspekte nicht ausgeführt. Davon abgesehen hätte Zachs Kampfesgeist um Presley ruhig noch mit Schärfe elaboriert werden können, weshalb mir Presleys Charaktere und ihre Seelenliebe viel näher kam als die Zacharys.

Eine weitere ‘Info‘ um eine andere, tiefschürende Dramatik wurde hinsichtl. bedeutender emotionaler Intensivität nur knapp ausgegraben und abgehandelt. Dies könnte so gestaltet worden sein, da es 17 Jahre zurückliegt (im Gegensatz zum eher aktuellen Verscheiden Todds und der regelrechten ‚Gefühls-Wucht‘ am Anfang), und, um das nie-versiegende Trauerweh Pres‘ nicht all zu sehr neu aufzureißen; davon abgesehen wurde auf diese Weise wohl auch ein eventueller Trigger so weit wie möglich eingedämmt gehalten.
Welche Schwere lag auf Todds Seele - auf einige Fragen, die nur er beantworten hätte können, gelingt im Laufe der Handlung eine gewisse, auflösende Antwortenfindung, und doch verharrt dieser Roman dann letztlich in seiner Konzentration auf dem ‚Wie geht es weiter, wie damit umgehen‘.
Denn am Ende zählt nicht das „Warum“, sondern einzig die Liebe „Für immer“.


☆☆☆☆ F A Z I T : ☆☆☆☆

So einen Einstieg in einen Roman habe ich noch nie erlebt, und, wie dieser eine/n beschäftigen und sehr zu denken geben kann.
Was wenn urplötzlich die Gegenwart passé ist und der Aufbruch in eine verschüttete Vergangenheit neue Erkenntnisse eröffnet... Über Vertrauen, vom Fallen und Aufgefangenwerden.
Trotz der Tragiken ist es der Autorin dennoch mittels sukzessiver Verarbeitung gut gelungen, der Hoffnung und der Chance auf ein wiedergewonnenes Glück voller Liebe in einem Happy End aufblühen zu lassen.

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Bewertung: 4 bis 4,5 von 5 Sternen
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  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung