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Veröffentlicht am 11.11.2019

Für mich leider viel zu vorhersehbar und klischeehaft

Everything I Didn't Say
3

Jamie ist 19 Jahre alt und hat einen Job als Praktikantin bei einer Fernsehserie erobert. Für sie ist das ein wichtiger Schritt zu ihrem großen Traum, am Theater zu arbeiten. An ihrem ersten Tag rennt ...

Jamie ist 19 Jahre alt und hat einen Job als Praktikantin bei einer Fernsehserie erobert. Für sie ist das ein wichtiger Schritt zu ihrem großen Traum, am Theater zu arbeiten. An ihrem ersten Tag rennt sie buchstäblich in Carter. Er ist einer der Schauspieler der Serie und hält sie für einen Fan. Jamie kennt ihn aber nicht, da sie die Serie selbst nicht ansieht und geigt ihm die Meinung. Es knistert gewaltig zwischen ihnen, aber Carter hat eine Klausel im Vertrag: er darf keine Beziehungen haben, sonst verliert er seinen Job. Doch beide können der Anziehungskraft nicht lange widerstehen und landen im Bett. Diese eine Nacht, die der Anfang von etwas sehr Schönem sein könnte, verändert ihrer beider Leben für immer.



Das Buch spielt im ersten Teil auf zwei Zeitebenen. 2015 und 2019. Die Handlung wechselt immer wieder und in den 2019-Kapiteln gibt es so viele Andeutungen darüber, was 2015 passiert ist und auch was das große Geheimnis ist, dass man es nur erraten konnte. Ich fand es schade, dass da zunehmend mit der Brechstange Hinweise auf den Leser eingehämmert werden.



Das Buch gefiel mir die ersten 25% sehr gut, aber dann hat es leider für mich spürbar nachgelassen. Mir war Carter am Anfang sympathisch, er war charmant, hat Jamie in gewisser Weise umsorgt und umworben, war aber natürlich auch, wie es sich für einen Schauspieler gehört arrogant. Die beiden haben sich viel gestritten, aber Jamie hat sich immer wieder behauptet, zwar als rote Tomate, aber immerhin.



Die zweiten 25% haben mir schon deutlich weniger gut gefallen. Die Art, wie Carter mit der gemeinsamen Nacht umging hat mich genervt. Ich kann verstehen, dass er Druck verspürte, aber er hätte auch einfach den Mund aufmachen und Klartext reden können, statt sich wie ein A... zu benehmen. Dieses Problem zieht sich auch durch das gesamte weitere Buch. 90% der Missverständnisse und Dramen hätten vermieden werden können, hätte einer von beiden – meistens Carter – einfach mal den Mund aufgemacht, oder der andere – meistens Jamie – keine voreiligen Schlüsse gezogen.



Bei mir hat Carter zunehmend verloren und ich konnte auch bis zum Schluss, als sich das wieder umkehren sollte, nicht mehr sonderlich mit ihm warm werden. Er hat sich in meinen Augen oft wie ein bockiges Kind verhalten, oder wie ein Teenie. Er übernimmt für nichts die Verantwortung, immer sind die anderen Schuld und er das Opfer.

Jamie fand ich am Anfang toll, doch ihr Dasein als Tomate war irgendwann einfach zu übertrieben. Niemand darf erfahren, dass etwas zwischen ihnen läuft und sie läuft rot an, wenn er nur an ihr vorbei geht oder sie anschaut?!

Die Jamie der Gegenwart gefiel mir da etwas besser, aber auch hier leider nur am Anfang. Bald fand ich auch ihr Verhalten kindisch. Sie könnte auch mal den Mund aufmachen und Klartext reden, aber nein, kaum trifft sie auf Carter spielt sie wieder Tomate, oder sie streiten sich.



Die Handlung war für mich leider total vorhersehbar. Mir war schon nach den ersten 25% klar, wo die Reise hingehen sollte und das ist auch alles eingetroffen, ebenso, wie die ganzen Missverständnisse und Dramen. Die haben sich alle lange angekündigt und sind dann auch genau so passiert.



Mich hat auch genervt, dass in einem Moment die Fetzen flogen und im nächsten Moment rumgemacht wurde und auch dieses aus dem Nichts „verliebt sein“ war für mich unglaubwürdig. Ebenso, wie die Handlungen beide Protagonisten in meinen Augen immer wieder unlogisch waren. Ich kann ihre Gefühle füreinander und auch andere betreffend oft einfach nicht nachvollziehen.

Mir war das alles oft einfach viel zu übertrieben. Ich mag ja eigentlich keine Anglizismen, aber hier muss es sein, mir war das Buch in vielen Bereichen „too much“ und „over the top“. Die Leseprobe und der Anfang waren wirklich gut, aber dann driftete das Buch immer mehr in die Richtung Teenie-Dauer-Missverständnis-pseudo-große-Romanze-Schiene ab – ich weiß einfach nicht, wie ich das besser beschreiben soll.



Fazit: Leider war das Buch für mich viel zu vorhersehbar. Der Anfang war super, danach ging es aber leider nur noch bergab. Es gab zwar auch schöne Szenen, aber insgesamt war die Handlung für mich von zu vielen Klischees durchsetzt, zu vorhersehbar und durch immer neue Dramen und Missverständnisse künstlich in die Länge gezogen. Aus der Story hätte wirklich etwas werden können, wenn das Buch nicht jedes Mal den altbekannten Weg genommen hätte.

Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll. Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt und mich schließlich doch für 3 Sterne entschieden, aber es war wirklich knapp, ob es nicht doch 2,5 werden. Aber die schönen Szenen haben das Buch dann doch noch auf 3 Sterne gerettet, mehr ist für mich aber leider nicht drin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2019

Eine Liebeserklärung an die Welt der Literatur - ein unglaublich charmantes Buch

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Martinique, die von ihrer Schwester schamlos ausgenutzt und manipuliert wird, hat vor kurzem ihre beste Freundin Sara verloren, sie ist überraschend gestorben. Nun soll deren Nichte Charlotte ihre Buchhandlung ...

Martinique, die von ihrer Schwester schamlos ausgenutzt und manipuliert wird, hat vor kurzem ihre beste Freundin Sara verloren, sie ist überraschend gestorben. Nun soll deren Nichte Charlotte ihre Buchhandlung erben. Martinique hat Angst, dass Charlotte das Haus an den Höchstbietenden verkaufen könnte und gibt sich Mühe, alles soweit es geht in Schuss zu halten. Für sie ist die Buchhandlung ein Zufluchtsort.
Charlotte führt eine erfolgreiche Firma in Schweden. Seit dem Tod ihres Mannes vergräbt sie sich in Arbeit. Sie hat nie Kontakt mit ihrer Tante Sara gehabt, daher ist es für sie eine große Überraschung nun von der Erbschaft zu hören. Charlotte hat kein Interesse daran in London zu leben und will das Haus schnellstmöglich verkaufen. Doch auf dem Haus liegen hohe Hypotheken und wenn sie keine Verluste machen will, muss sie den Buchladen so weit bringen, dass er endlich wieder Gewinn abwirft. Gleichzeitig bietet sich ihr die Gelegenheit die Geschichte ihrer Mutter und deren Schwester, die sich einst so nahestanden, nur um dann jahrzehntelang kein Wort mehr zu wechseln, zu erforschen.

1980er Jahre: Sara und ihre jüngere Schwester Kristina sind aus Schweden nach London geflohen. Sie hoffen inständig, dass sie ihr Vater hier niemals finden wird, denn sollte er es schaffen, wird er ihnen schreckliches antun. Sara verliebt sich in den Iren Daniel, durch den sie an die Buchhandlung kommt.


Das Buch hat etwas. Die Beschreibung der Buchhandlung ist wirklich unglaublich schön. Dieser Laden ist gemütlich und urig und einfach etwas ganz Besonderes. Ich hatte das Gefühl dort zu sein und habe mir gewünscht, dass er wirklich existiert.
Die Charaktere sind ebenfalls etwas Besonderes. Martinique ist eine sehr nette Frau, die es aber nicht schafft „nein“ zu sagen und von den Bedürfnissen ihrer Familie und ihren an sich selbst gestellten Erwartungen aufgerieben wird.
Charlotte trauert um ihren vor einem Jahr verstorbenen Mann Alex und tat mir sehr leid. Ich finde es faszinierend, wie man sich mit Charlotte zusammen in den Buchladen langsam, aber sicher verliebt und in die Menschen, die mit ihm zu tun haben – und auch in den alten Kater, der der festen Meinung zu sein scheint, es sei sein (!) Buchladen.
Sam war mir als einzige überhaupt nicht sympathisch. Ich fand sie ehrlich gesagt bis kurz vor Schluss schrecklich.
William war mir dafür wieder sympathisch, obwohl ich seine dramatische Art nicht immer nachvollziehen konnte.

Das Buch hat definitiv seine Längen. Besonders die Rückblenden in die 1980er Jahre ziehen sich. Aber es lohnt sich durchzuhalten, denn die (größtenteils) sympathischen Charaktere und die überall spürbare Liebe zu Büchern, auch Büchern, die es nie auf eine Bestsellerliste geschafft haben, machen jede Länge wieder wett. Ich musste irgendwann aufhören mir die erwähnten Titel zu merken, sonst würde mein Wunschzettel endgültig ins Unendliche wachsen.

Die Wendungen haben mir auch sehr gut gefallen – also die Erklärung für das Zerwürfnis der Schwestern und die andere Wendung, über die ich nichts verraten werde. Ich finde sie passt super zum Buch. Es ist im Grunde genommen ein wohlfühl-Buch aber durch die Geschichte der Schwestern ist es etwas „härter“ als man vielleicht erwarten würde.

Fazit: Wer urige Charaktere und Familiengeheimnisse mag, vor dem Hintergrund eines Buchladens, den man am liebsten sofort selbst besuchen würde, der kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Die Rückblenden ziehen sich zwar etwas, aber es lohnt sich wirklich dranzubleiben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es gibt zwar keine überraschende Wendung, sie waren im Großen und Ganzen relativ vorhersehbar, zwar nicht en detail aber in der Richtung, in die sie gehen würden, dennoch ist das Buch für mich stimmig und es hat wirklich Spaß gemacht es zu lesen.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Ich empfand das Buch als anstrengend

Die Welt in allen Farben
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Achtung: Triggerwarnung: häusliche Gewalt und Suizidversuch / Suizidgedanken



Kate hebt ein Blatt Papier auf, das ihrem Mann, einem Polizisten, aus der Brieftasche gefallen ist. Er verlangt es zurück, ...

Achtung: Triggerwarnung: häusliche Gewalt und Suizidversuch / Suizidgedanken



Kate hebt ein Blatt Papier auf, das ihrem Mann, einem Polizisten, aus der Brieftasche gefallen ist. Er verlangt es zurück, weigert sich ihr zu sagen, worum es sich handelt und macht ihr auf einmal Angst. Sie weicht vor ihm zurück, stolpert (angeblich) und schlägt hart mit dem Kopf auf die Fliesen. Als sie erwacht liegt sie auf dem Sofa aber ihr Mann ist verschwunden. Am nächsten Tag tut er als sei nichts gewesen, doch das ungute Gefühl ihn betreffend will nicht verschwinden.



Nova ist blind. Eine neuartige Operation soll ihr das Augenlicht wiedergeben. Im Krankenhaus trifft sie auf mehrmals auf Kate. Nova fällt es schwer sich in der Welt der sehenden zurecht zu finden. Durch die Freundschaft und die Gefühle, die sie für Kate entwickelt lernt sie mühsam was Liebe wirklich bedeutet und dass sie dafür nicht ihre Augen braucht.



Weder Kate noch Nova waren mir sympathisch. Das liegt bei Kate vor allem daran, dass ihre Sichtweise für mich zu verworren und sprunghaft war. Ich konnte ihr oft nicht richtig folgen.

Nova war mir zu philosophisch, aber nicht auf eine „weise“ Art, sondern irgendwie krampfhaft. Nova tut oft so, als könne sie erst jetzt, wo sie sehen kann, tiefgehende Erkenntnisse erringen. Als hätte sie die Fähigkeit zu sehen von einem Kind zu einer Erwachsenen gemacht.



Sobald die beiden mehr Zeit miteinander verbringen wird für mich alles schlimmer. Sie benehmen sich wie kleine Kinder, die eine Übernachtungsparty ohne elterliche Aufsicht feiern. Sie sind unverantwortlich und einfach nur nervig. Zudem stecken sie gemeinsam einfach nur den Kopf in den Sand und verweigern sich der Realität.



Mir fehlte bei beiden der emotionale Tiefgang. Ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen, oder auch nur ihren Gedanken und Handlungen richtig folgen. Das Buch hätte echt Potential gehabt bei den beiden Charakteren so richtig aus den vollen zu schöpfen. Eine Frau die plötzlich sehen kann und eine Frau, die erkennen muss, dass sie sich viel zu lang selbst ihren Mann betreffend etwas vorgelogen hat. Das sind tiefgreifende Veränderungen, da hätte ich emotionale Achterbahnen erwartet, doch bei mir kam einfach gar nichts an.



Das Buch springt durch die Monate und wechselt ständig ohne Vorwarnung die Perspektive, wodurch ich andauernd aus der gegenwärtigen Handlung geworfen wurde.

Ich empfand das Buch als in großen Teilen konfus, chaotisch, verworren, emotionslos und langweilig. Zudem gab es oft seltsame Beschreibungen, die wohl philosophisch sein sollten oder so, aber ich fand sie einfach nur merkwürdig. Der Gedanke, der mir neben „ist es bald vorbei“ bei diesem Buch am häufigsten kam, war „hä?“

Am Ende wurde es nochmal interessanter, aber auch hier fehlten vollkommen die Gefühle. Schade!



Fazit: Leider war das Buch so gar nicht meins. Es hätte rein von der Ausgangsstory her richtig viel Potential gehabt, doch der Schreibstil, der Emotionen vermissen lässt und ständig ohne Vorwarnung die Perspektive wechselt, nervt irgendwann. Mir waren die Charaktere leider auch nicht sympathisch. Ich habe beim Lesen einfach nur noch auf das Ende gewartet. Mich hat das Buch leider enttäuscht.



Von mir bekommt es 1 Stern und den auch nur wegen der interessanten Grundstory, die so viel mehr hätte bieten können.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Winkelmann weiß, wie man für Gänsehaut sorgt

Das Haus der Mädchen
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Die Handlung findet auf mehreren Ebenen statt. Hier ein kurzer spoilerfreier Überblick:



Ein Mann ist auf dem Heimweg von der Arbeit. An einer Ampel sieht er, wie plötzlich eine Hand gegen das Seitenfenster ...

Die Handlung findet auf mehreren Ebenen statt. Hier ein kurzer spoilerfreier Überblick:



Ein Mann ist auf dem Heimweg von der Arbeit. An einer Ampel sieht er, wie plötzlich eine Hand gegen das Seitenfenster eines Kastenwagens geschlagen wird und einen blutigen Abdruck hinterlässt. Oliver nimmt die Verfolgung auf und wird ermordet.

Leni zieht für ein Verlagspraktikum nach Hamburg. Sie lebt in einer illegalen Wohnung, die über einen billigen Abklatsch von AirBnB Kurzzeit untervermietet wird. Bei ihrer Ankunft lernt sie ihre Mitbewohnerin kennen, einen Tag später ist sie spurlos verschwunden. Hat das etwas mit dem Mann in dem silbernen Sportwagen zu tun, mit dem sie sie in der Nacht ihrer Ankunft gesehen hat?

Jana wird gefangen gehalten. Eine Frau erklärt ihr die Regeln: sie darf niemals sprechen. Ihr Name ist von nun an Nummer sieben. Wenn sie gegen die Regeln verstößt, wird sie unvorstellbare Schmerzen erleiden.

Freddy ist obdachlos. Er hat den Mord an Oliver beobachtet und fürchtet nun um sein Leben. Er will den Mörder finden, um nicht selbst zum Opfer zu werden.

Jens Kerner, der Ermittler im Fall Oliver, ist ein Bluthund. Er entdeckt eine Verbindung, die außer ihm keinem in den Sinn gekommen ist und bald ist ihm klar, dass er an etwas Großem dran ist, auf jeden Fall größer als ein Gelegenheitsmord.



Im Verlauf der Handlung kommen noch mehr Charaktere hinzu, aber über die kann ich nichts sagen, da ich sonst spoilern würde.



Ich fand das Buch von Anfang an sehr spannend. Der Erzählstil mit den vielen Charakteren, denen man folgt, sorgt für ein hohes Tempo. Leider kommt es in der Mitte zu ein paar Längen. Rückblickend betrachtet haben sie ihren Sinn, aber das weiß man zu dem Zeitpunkt nicht und daher zieht es sich. Zudem muss man aufpassen mit den vielen Namen nicht durcheinander zu kommen.

Aber kurz vor Schluss wird es wieder extrem spannend und die Wendungen und die Auflösung gefielen mir sehr gut. Ich bin nicht drauf gekommen wer dahintergesteckt hat.



Dieses Buch war mein erster „Winkelmann“, aber es bleibt nicht mein letzter. Nicht nur, weil ich schon „Die Lieferung“ hier auf mich warten habe, sondern auch, weil mir sein Stil und die Themen seiner Bücher gefallen.



Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Zwischendrin hatte es seine Längen, die rückblickend ihren Sinn hatten, aber sich zu dem Zeitpunkt einfach gezogen haben. Dafür war aber die Auflösung in meinen Augen sehr gut, ebenso, wie die Story an sich. Ich werde definitiv noch mehr Bücher des Autors lesen!



Von mir bekommt das Buch 4 Sterne, einen Stern ziehe ich wegen der Längen in der Mitte ab, da sich dieser Teil wirklich sehr gezogen hat.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Leider hat mich das Buch nicht wirklich gepackt

Das Weinen der Kinder
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Ein Mann nimmt Rache dafür, dass eine Frau angeblich sein Leben zerstört hat. Doch als sie tot ist, muss er feststellen, dass sie zwar den richtigen Namen trug, aber nicht die Frau war, die er kennengelernt ...

Ein Mann nimmt Rache dafür, dass eine Frau angeblich sein Leben zerstört hat. Doch als sie tot ist, muss er feststellen, dass sie zwar den richtigen Namen trug, aber nicht die Frau war, die er kennengelernt hatte. Er hat eine Unschuldige ermordet! Doch das bedeutet auch, dass die Frau, die er eigentlich töten will, immer noch da draußen ist.

Die ermordete Frau war Yvonne, eine ehemalige Freundin von Anke Neuhaus, eine Kunstexpertin. Die Freundschaft zerbrach aber bereits vor einiger Zeit. Kurz vor ihrem Tod ruft sie Anke an und will Abbitte leisten, denn sie ist tot krank.
Hat das irgendetwas mit ihrem Mord zu tun?
Anke wird in die bayerische Pampa geschickt, um dort ein Museumsprojekt und damit auch ihren Chef, vor dem Ruin zu retten. Sie hat so gar keine Lust darauf, immerhin hat sie mit ihren zwei Töchtern, darunter ein typischer Teenager, und ihrer überwundenen Alkoholsucht schon genug zu tun, doch ihr bleibt keine Wahl. Der örtliche Künstler Niels, mit dem Anke mal etwas hatte, bietet ihr Bilder zum Verkauf an, um das Museum zu unterstützen. Doch was die beiden nicht ahnen ist, dass es jemanden gibt der etwas gegen diese Bilder von weinenden Kindern hat und er schreckt vor nichts zurück.


Mir war Anke anfangs sympathisch. Sie hat es nicht leicht mit einem unzuverlässigen A...-Ex-Mann, einer stets präsenten und gegen sie agierenden Ex-Schwiegermutter, die nichts auf ihren Sohn kommen lässt und nicht zu vergessen ihren beiden Töchtern, von denen eine ein typischer „ich hasse dich“-Teenager ist.
Im Verlauf des Romans lässt diese Sympathie allerdings nach. Ich wurde zunehmend von der Geschichte verwirrt, die für mich nur einen sehr dünnen (wenn überhaupt) roten Faden aufwies. Ich kann Ankes Kampf gegen ihre Alkoholsucht nicht nachempfinden, da ich (und dafür bin ich sehr dankbar) nicht betroffen bin. Allerdings haben mich die Kommentare ihres Alkolholiker-Ichs immer wieder irritiert und ihre Handlungen waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar.
Ich habe mich schwergetan mit diesem Buch. Es fiel mir nicht leicht nicht gedanklich abzudriften. Ich habe immer wieder den Überblick verloren und die kursiven Textteile aus der Sicht einer andere Person, habe ich oft nicht verstanden. Mir hat sich lange nicht erschlossen, wozu das erzählt wurde, da die Texte zwar zusammenhingen, aber mit der restlichen Geschichte scheinbar in keiner Verbindung standen.

Außerdem fand ich es schade, dass gleich zwei Männer versuchen Anke zum Sex zu erpressen bzw. zu zwingen. Das wirkt irgendwie, als wäre dem Autor nichts Originelleres eingefallen und deswegen hat er das Motiv gleich zwei Mal eingebaut.

Zudem war die Logik des Täters quasi nicht vorhanden. Seine Gedankengänge machten für mich keinen Sinn.
Die Entwicklung der Handlung hat mich nicht überzeugt und die Figurenentwicklung überzeugte mich ebenfalls nicht.


Fazit: Das Buch ist nicht schlecht, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um einen Debütroman handelt. Aber leider auch nicht richtig gut. Es werden für meinen Geschmack zu viele Baustellen aufgemacht, die letztlich nicht alle stimmig in die Rahmenhandlung eingebunden werden. Manches verlief einfach im Sande.
Im Verlauf der Handlung blieben für mich die Emotionen immer mehr auf der Strecke. Fand ich Anke anfangs noch sympathisch und fühlte mit ihr, entwickelte sie sich auf eine Art, die mich von ihr wegstieß. Ich konnte ihre Handlungen nicht mehr nachvollziehen und kam emotional nicht mehr an sie heran.
Zum Schluss macht die Handlung viele Sprünge, ich vermute, um Tempo aufzubauen, lässt aber einige Zwischenschritte weg, die es mir leichter gemacht hätten zu folgen, was mir nicht immer gelang.

Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne.