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Veröffentlicht am 02.09.2024

Ich hatte etwas anderes erwartet

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Die 15-jährige Hailie verliert auf einen Schlag ihre Mutter und Großmutter und damit auch ihr Zuhause in England. Plötzlich muss sie in die USA ziehen und hat fünf Halbbrüder, die es ihr teilweise alles ...

Die 15-jährige Hailie verliert auf einen Schlag ihre Mutter und Großmutter und damit auch ihr Zuhause in England. Plötzlich muss sie in die USA ziehen und hat fünf Halbbrüder, die es ihr teilweise alles andere als leicht machen. Zu manchen entwickelt sich schnell ein familiäres Verhältnis, andere scheinen sie absolut nicht in ihrem Leben und Zuhause haben zu wollen. Dazu kommt, dass Hailie sich an strenge Regeln halten soll, während ihre Brüder sich an keine dieser Regeln halten und stattdessen in Schlägereien geraten und sogar Schusswaffen besitzen. In was ist Hailie da hineingeraten?


Mir tat Hailie am Anfang extrem leid. Sie hat ihre beiden Bezugspersonen verloren, ihr Zuhause, muss in ein fremdes Land ziehen und auch sonst verändert sich so einiges. Sie waren nicht arm, aber lebten definitiv nicht in einer Villa, wie ihre Brüder. Diese – fünf an der Zahl – begegnen Hailie ganz unterschiedlich. Ihr ältester Bruder und Vormund macht einen auf streng und überschüttet Hailie geradezu mit Regeln, wie z.B. keine kurzen Röcke tragen, kein Kontakt zu Jungs – nicht einmal reden darf sie mit ihnen! – usw. Andere Brüder scheinen sie zu mögen, während sie wieder andere behandeln, als wäre sie ein Eindringling oder gar Feind.

Hailies Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt, sie wusste ja nicht einmal, dass sie Halbbrüder hat, geschweige denn fünf Stück. Sie wollen mit ihr nicht über ihren verstorbenen Vater reden, keiner kümmert sich um ihren seelischen Zustand nach ihrem heftigen Verlust, sondern Hailie soll einfach ihre Rolle einnehmen und funktionieren.

Zudem scheinen ihre Brüder einen Hang zu Gewalt zu haben, werden an der Privatschule, die Hailie fortan besuchen soll gefürchtet und bewundert und es gibt niemals Konsequenzen für sie, selbst wenn sie sich heftig prügeln. Während sich also Hailie an vorsintflutliche Regeln halten soll, gelten für ihre Brüder komplett andere Regeln, also kein Wunder, dass das dafür sorgt, dass Hailie anfängt zu rebellieren – oder sich wie ein Teenie zu benehmen.

Ihre Brüder behandeln Hailie als wäre sie höchstens 5 Jahre alt, nicht 15 und diese Ungerechtigkeit sorgt dafür, dass Hailie, die eigentlich ein total braves Mädchen ist, rebelliert – was man ihr nicht vorwerfen kann. Würden ihre Brüder mehr Vertrauen in sie setzen, ihr mehr Dinge erklären und sich nicht benehmen, als wäre sie ein Kleinkind, wäre vieles anders gelaufen und mir hätte das Buch sicherlich mehr Spaß gemacht.


Fazit: Ich fand die Idee sehr interessant und der Klappentext hat mich total neugierig gemacht. Aber leider handelt es sich nicht, wie das Cover vermuten lässt um Dark Romance oder Dark New Adult oder Dark Young Adult oder irgendetwas in der Art. Es gibt keine Liebesgeschichte, nur ein paar harmlose Schwärmereien.
Stattdessen geht es um ein Mädchen, das einen heftigen Verlust erlitten hat und damit praktisch allein gelassen wird. Sie muss sich in einer ganze anderen Welt zurechtfinden und bekommt von ihren Brüdern vor allem Vorhaltungen und Regeln vorgesetzt, kein Verständnis und keine Unterstützung. Das wiederum sorgt dafür, dass sie sich zunehmend in einen Teenie verwandelt und dumme Dinge tut, die sie früher nie getan hätte.

In diesem ersten Band bleibt noch sehr vieles im Dunkeln. Ja, es ist der erste Band einer Trilogie, aber mir wird zu viel zu krampfhaft geheim gehalten, das nervte mich ebenso, wie die Regeln der Brüder und Hailies zunehmend dummes Verhalten.

Ich hatte etwas anderes erwartet. Mich hat das Buch ab einem gewissen Punkt leider nur noch frustriert. Ich werde die weiteren Bände nicht lesen.

Zudem hat mich gestört, dass immer wieder ganze Satzteile auf englisch waren. Ich habe sie zwar verstanden, fand das aber irritierend und habe mich immer wieder gefragt, was das soll.

Dieser erste Band der Trilogie bekommt von mir ganz knappe 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Etwas Kritik habe ich, aber ich fand es richtig, richtig gut!

The Broken Elf King - Die Chroniken von Avalier 2
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Achtung: Band 2 einer Reihe, aber unabhängig lesbar!

Kailani hat nur versucht, ihre Tante am Leben zu erhalten und dafür – weil sie dem Apotheker 5 Goldmünzen schuldet – wurde sie nun in die Sklaverei ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, aber unabhängig lesbar!

Kailani hat nur versucht, ihre Tante am Leben zu erhalten und dafür – weil sie dem Apotheker 5 Goldmünzen schuldet – wurde sie nun in die Sklaverei verkauft. Und als wäre das noch nicht genug auch noch ausgerechnet an den Palast des Elfenkönigs! Am Ende des Tages landet Lani allerdings nicht in der Küche oder sonst wo, sondern wird zur neuen Assistentin des Königs ernannt und zu dessen Vorkosterin. Bald schon wird ihr klar, wie sehr der Verlust seiner Familie in jungen Jahren den Elfenkönig gebrochen hat und wie groß seine Angst ist, dass er wieder jemanden verlieren könnte, der ihm etwas bedeutet. Trotzdem kann Lani nicht verhindern, Gefühle für ihn zu entwickeln, auch wenn er diese nie erwidern wird.


Ich fand schon Band 1 der Reihe, trotz meiner Kritikpunkte echt toll, dieser zweite Band liest sich allerdings noch einmal eine ganze Ecke besser, finde ich.

Lani ist eine starke Frau. Ihr war klar, was mit ihr geschehen würde und trotzdem hat sie ihre Zukunft und ihr Leben weggeworfen, um ihrer Tante zu helfen. Dafür muss man sie einfach bewundern. Ihre Art hätte genauso gut dafür sorgen können, dass man sie hinrichtet, doch sie hatte Glück und hat den Elfenkönig beeindruckt. Allerdings war das wirklich so ein Glück? Immerhin lebt er sehr gefährlich. Der nächste Anschlag könnte jeden Moment erfolgen und diese Angst verfolgt ihn Tag und Nacht. Lani bricht immer wieder das Herz für ihn und mir auch. Man kann sich das so gut vorstellen, wie furchtbar das sein muss, wie hart sein Leben war.

Obwohl man Raife manchmal echt gegen die Wand klatschen wollte, wenn er Lani verletzt, indem er sie zurückstößt, man kann auch verstehen, warum er es tut. Und das ist wiederum so tragisch.

Lanis Fähigkeiten, von denen sie bis dato nichts wusste, fand ich echt faszinierend, obwohl ich eine Sache daran echt unlogisch fand, das ging mir zu schnell und wirkte irgendwie unüberlegt. Eine andere Sache fand ich dagegen mega – allerdings kann ich nicht verraten welche, sonst würde ich spoilern. Bloß so viel: Lani wächst kontinuierlich, sie wird immer stärker und mutiger und kurz vor Schluss zeigt sie, aus welchem Holz sie geschnitzt ist.

Die Wendung mit Raife zwischendrin war absehbar und aus seiner Sicht auch verständlich, aber gleichzeitig hat sie mich genervt, weil ich sie einfach so früh schon habe kommen sehen. Ich mag es lieber überrascht zu werden.


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand es spannend und interessant und einfach richtig gut. Okay, eine Sache hat mich gestört und eine andere fand ich sehr unlogisch, aber davon abgesehen mochte ich es insgesamt deutlich lieber als den ersten Band der Reihe. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3. Schade war allerdings, dass das Ende etwas abrupt kam.

Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Teilweise fand ich es richtig gut, teilweise hatte ich aber auch Probleme

From the Embers – Sie müssen erst alles verlieren, um einander zu finden
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Ein schrecklicher Unfall reißt das Leben von Bree und Eason in Stücke. Bei einem Spieleabend unter Freunden explodiert Easons Haus und dabei sterben seine Frau Jessica, die gleichzeitig Brees beste Freundin ...

Ein schrecklicher Unfall reißt das Leben von Bree und Eason in Stücke. Bei einem Spieleabend unter Freunden explodiert Easons Haus und dabei sterben seine Frau Jessica, die gleichzeitig Brees beste Freundin war, und Brees Ehemann Rob, der Easons bester Freund war. Beide sind am Boden zerstört und werden von ihrer Trauer beinahe aufgefressen. Doch sie müssen stark sein, für ihre jeweiligen Kinder und irgendwie auch für einander. Denn, obwohl sie einander eigentlich nicht wirklich mochten, bevor das alles passiert ist, sind sie einzigen, die wirklich verstehen, wie sie sich gerade fühlen. Doch während die beiden und ihre Kinder versuchen zu heilen, nehmen die schlechten Nachrichten kein Ende …


Man kann sich nicht vorstellen, wie schrecklich diese Situation sein muss, für beide. Eason und Bree versinken beide in ihrer Trauer und leiden furchtbar. Dazu kommt, dass sie einander schon vorher nicht besonders mochten und jetzt noch Dinge dazukommen, die sie sagten, als sie jeweils am Boden waren. Doch Brees Idee, dass der erfolglose Musiker mit seiner Tochter in ihrem Poolhaus einzieht, stellt sich für beide als die Rettung heraus. Sie können abwechselnd auf die Kinder aufpassen, wenn sie drohen zusammenzubrechen, sie können miteinander über Dinge reden, die kein anderer verstehen würde und sie können sich gegenseitig stützen, als weitere schlechte Nachrichten ihre Welt endgültig in Trümmer legen.

Durch ihre Trauer verhalten sich beide Eason und Bree vor allem am Anfang oft irrational. Da kam vor allem Bree schlecht weg, aber andererseits konnte man sehr gut nachvollziehen, wie sehr beide litten, was einen dann wieder mit ihnen versöhnte. Im weiteren Verlauf der Handlung lernt man beide richtig kennen und sieht, wie sie sich durchbeißen, auch wenn ihnen immer wieder Stöcke zwischen die Beine geworfen werden. Niemals hätten sie gedacht, dass der jeweils andere ihr Fels in der Brandung werden würde.


Fazit: Anfangs glänzt das Buch vor allem durch die realistische Darstellung von Trauer. Beide, Eason und Bree leiden extrem und müssen gleichzeitig für ihre Kinder da sein und ihnen beim Trauern helfen. Zudem müssen sie auch mit weiteren Tiefschlägen klarkommen und dürfen nicht zusammenbrechen, wegen ihrer Kinder.

Zwischendurch habe ich die beiden gefühlsmäßig immer wieder verloren. Ich kann nicht den Finger drauf legen, woran das lag, aber ich vermute, dass es mit damit zu tun hatte, dass ich auch immer wieder das Gefühl hatte, dass sich das Buch zog, besonders im Mittelteil.

Im Buch gibt es mehrere Enthüllungen und Wendungen, die teilweise zu erraten waren, teilweise aber auch aus heiterem Himmel kamen. Es blieb dadurch spannend. Allerdings konnte ich ihre Reaktionen nicht immer nachvollziehen. Manches empfand ich als zu abrupt.

Ab und an wurde es mir zu kitschig, aber insgesamt fand ich das Buch gut. Von mir bekommt es 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Sehr interessantes Thema, aber es zog sich irgendwann etwas

Zwei in einem Leben
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Marnie ist 38, freiberufliche Lektorin und einsam. Sie weiß auch nicht, wie das passiert ist. Es war ein schleichender Prozess, angetrieben durch die Lockdowns und jetzt ist sie irgendwie an diesem Punkt ...

Marnie ist 38, freiberufliche Lektorin und einsam. Sie weiß auch nicht, wie das passiert ist. Es war ein schleichender Prozess, angetrieben durch die Lockdowns und jetzt ist sie irgendwie an diesem Punkt angelangt, an dem sie sich ehrlich eingestehen muss, dass sie einsam ist.
Michael ist 42 und leidenschaftlich gern Lehrer, obwohl seine Begeisterung bei seinen Schülern auf wenig Gegenliebe stößt. Seine Ehe ist gescheitert und um den Gedanken daran und seiner Einsamkeit zu entfliehen, wandert er.
Beide treffen auf einer Gruppenwanderung aufeinander, bei der ihre gemeinsame Freundin Cleo versucht, beide mit anderen Leuten zu verkuppeln, was aber gründlich schiefgeht. Doch Marnie und Michael verstehen sich auf einer Ebene, die sie nicht erwartet hätten. Werden sie sich auf der Wanderung näher kommen und eine zweite Chance auf Liebe bekommen?


Einsamkeit wird heut zu Tage schon als Volkskrankheit bezeichnet und in Umfragen steigen die Zahlen derer, die von sich selbst sagen, sie seien einsam in allen Altersgruppen. Vielleicht liegt das auch bei uns an Corona und den Lockdowns, vielleicht auch daran, dass Social Media für viele einen immer größeren Stellenwert einnimmt, vielleicht aber auch daran, dass sich die Lebensentwürfe heute so deutlich von dem unterscheiden, was früher „normal“ war.

Marnie ist ein gutes Beispiel dafür. Sie arbeitet im Homeoffice, allein dadurch fallen viele Kontaktmöglichkeiten weg. Sie ist geschieden, hat keine Kinder und keinen Partner und dadurch mit den wenigen Freunden von früher nur noch wenig gemein, die jetzt alle verheiratet und Eltern sind. Man hat kaum noch gemeinsame Gesprächsthemen und verletzt unbeabsichtigt den anderen durch unbedachte Worte.
Ich konnte mich teilweise sehr gut in Marnie einfühlen. Ich bin selbst freiberufliche Lektorin und arbeite wie sie im Homeoffice. Viele Sozialkontakte habe ich auch nicht unbedingt und ich bin Dauersingle – wie Marnie. Allerdings stürzt mich das nicht in eine Krise, ich denke, es kommt auch darauf an, wie man selbst drauf ist. Ob man sich danach sehnt, oder nicht.

Bei Michael ist es ähnlich. Seit seine Ehe gescheitert ist, zieht er sich von allen zurück und verbringt seine Zeit mit immer anspruchsvolleren Wanderungen, um seinen Gedanken zu entfliehen. Er wirkt dabei allerdings sehr verloren und ziellos.

Marnie und Michael kommen einander auf der Wanderung näher. Sie führen offene Gespräche über ihre Leben, ihre Vergangenheit, ihre Verluste und das Tabu-Thema Einsamkeit.


Fazit: Ich fand es mega, dass eine Frau, wie ich, die Protagonistin dieses Buches ist. Eine freiberufliche Lektorin im Homeoffice – ich konnte mich so oft in ihr wiederfinden, nicht nur, aber vor allem dann, wenn Marnie lektorierte. So viele ihrer Gedanken hatte ich auch schon. Gleichzeitig gibt es aber auch große Unterschiede zwischen uns.

Marnie und Michael sind beide einsam und führen auf der Wanderung Gespräche darüber, auch wie sie an diesen Punkt kamen. Das fand ich auch sehr interessant. Allgemein gefiel mir, wie einfühlsam hier mit dem Thema Einsamkeit umgegangen wurde und wie aufgezeigt wurde, warum Menschen einsam werden.

Allerdings konnte ich zwischen Marnie und Michael keine Liebesgeschichte fühlen. Ich weiß nicht, ob es an den vielen Wanderungen liegt, die bei mir irgendwann dafür sorgten, dass sich das Buch mehr und mehr zog, oder an etwas anderem, aber der Aspekt des Romans kam bei mir einfach nicht an.

Insgesamt mochte ich das Buch aber und es bekommt von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Echt heftige Themen, aber ein wichtiges Buch

Die Nacht der Bärin
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Triggerwarnung: häusliche Gewalt, Missbrauch, Trauma.



Jule weiß nicht, was sie machen soll. Ein Moment hat ihr Leben komplett auf Links gedreht. Nichts ist mehr wie es war und ihre Zukunft scheint ...

Triggerwarnung: häusliche Gewalt, Missbrauch, Trauma.



Jule weiß nicht, was sie machen soll. Ein Moment hat ihr Leben komplett auf Links gedreht. Nichts ist mehr wie es war und ihre Zukunft scheint plötzlich in weite Ferne gerückt zu sein und unvorstellbar. Aber ist sie bereit, alles hinter sich zu lassen? Ist sie bereit, Konsequenzen zu ziehen? Und wenn ja, welche?

Komplett verwirrt, den Kopf voller widersprüchlicher Gedanken, flüchtet sie zu ihren Eltern, deren Ehe stets so unerschütterlich scheint. Doch dann verändert ein Anruf alles: ihre Großmutter ist gestorben – eine Frau, die Jule nie kennengelernt hat – und ihre Mutter wirkt einerseits erschüttert und andererseits irgendwie erleichtert deswegen. Was hat das zu bedeuten? Und warum weiß Jule eigentlich so gut wie nichts über die Kindheit und Jugend ihrer Mutter?





Die Handlung läuft auf zwei Ebenen ab, in der Gegenwart, in der es um Jule geht und in der Vergangenheit, in der man Jules Mutter und ihrer Schwester in deren Jugend folgt.



Was ich besonders toll fand, waren die Aussagen, die jedem Kapitel vorangestellt waren. Aussagen, die erst harmlos wirken, aber dann bald ihre volle Wucht entfalten.



Jule ist zu Beginn des Buches total durch den Wind. Es gab einen Vorfall mit ihrem Freund Jasper, aber man erfährt nichts Konkretes. Nur die Andeutungen werden mit der Zeit deutlicher, aber man erlebt die Situation nicht live mit, auch nicht in einer Rückblende. Das ist bezeichnend für dieses Buch. Vieles erlebt man nicht wirklich live mit, es wird nur angedeutet, aber irgendwie reichen diese Andeutungen mehr als aus, um einen zutiefst zu erschüttern. Und manchmal sind die Andeutungen fast schlimmer, als die Alternative.

Als die Nachricht von Jules Großmutter bekannt wird, gibt ihr das ein neues Ziel, etwas, worauf sie sich konzentrieren kann. Der Wunsch mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren, mehr über die ihr unbekannte Großmutter zu erfahren, treibt sie an und lenkt sie von den Gedanken ab, die sie nicht denken will und von der Entscheidung, die sie treffen muss, aber nicht treffen will, weil sie einfach nicht weiß, wie sie ausfallen soll.



In der Vergangenheit sieht man, was für eine Hölle die Kindheit von Jules Mutter, Anna, war. Man folgt dabei ihrer Schwester, die in der Gegenwart überhaupt nicht mehr erwähnt wird. Es geht um Eifersüchteleien und die Angst, die ältere Schwester an die Liebe zu verlieren, aber vor allem geht es um das Monster, mit dem sie unter einem Dach leben.





Fazit: Dieses Buch ist echt heftig. Es ist zutiefst erschütternd und roh. Es geht um heftige Themen, die zwar teilweise nicht „live“ gezeigt werden, doch die Andeutungen im Buch sind fast noch schlimmer.



Das Buch bricht einem das Herz für Anna und ihre Schwester, aber auch für ihre Mutter, die wie ein Schatten durch das Buch geistert. Es ist ein flammendes Plädoyer dafür, frühzeitig die Reißleine zu ziehen und gleichzeitig zeigt es auch, warum das so oft eben nicht geschieht.



Das Buch ist wirklich erschütternd und absolut lesenswert, auch wenn es sich für mich ab und an ein wenig zog.



Von mir bekommt es 4 Sterne.

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