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Veröffentlicht am 23.01.2022

Mir war es leider etwas zu vorhersehbar, aber ich fand es trotzdem gut

Wie die Luft zum Atmen
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Triggerwarnung: Verlust, Trauer, Stalking!

Elizabeth ist noch immer nicht über den Tod ihres Mannes hinweg, doch ihr wird klar, dass sie nicht mehr länger vor der Trauer davonlaufen kann. Also kehrt sie ...

Triggerwarnung: Verlust, Trauer, Stalking!

Elizabeth ist noch immer nicht über den Tod ihres Mannes hinweg, doch ihr wird klar, dass sie nicht mehr länger vor der Trauer davonlaufen kann. Also kehrt sie zusammen mit ihrer Tochter nach Hause zurück. Auf dem Weg zu ihrem Haus fährt sie einen Hund an, dessen Besitzer voller Widersprüche steckt. Im einen Moment brüllt er sie an, beleidigt sie und macht sie schrecklich wütend und im nächsten zeigt sich so viel Schmerz in ihm, dass Elizabeth ihn einfach nicht hassen kann. Die ganze Stadt warnt sie vor Tristan Cole, er sei ein Monster und verrückt, doch sie erkennt, dass er keines von beidem ist, er ist nur ebenso verletzt wie Elizabeth. Können zwei kaputte Seelen einander heilen oder steuern sie direkt auf die nächste Katastrophe zu?


In diesem Buch geht es sehr viel um Trauer, Schuldgefühle, Schmerz und Verlust. Manchmal bricht es einem wirklich das Herz, weil man all das wirklich spüren kann und es einem so wehtut, dass die Protagonisten so viel durchleiden mussten. Aber manchmal war das Verhalten der beiden für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Elizabeth und Tristan verstehen den Schmerz des jeweils anderen, aber Tristan stößt sie immer wieder von sich. Man kann verstehen, warum und dass das für beide nicht einfach ist, weil sie so lange von Trauer umhüllt und erfüllt gelebt haben. Aber im weiteren Verlauf machen beide Dinge, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, zum Beispiel die Besuche – was ich genau damit meine, kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern – oder Tristans Reaktion auf die Enthüllung, die es pünktlich zur Wendung gab. Andererseits fand ich es gut, wie er am Ende mit der Situation umgegangen ist. Elizabeth war mir da zu sehr schwarz/weiß. Klar hat das, was ganz kurz vor Schluss passiert ist, Auswirkungen auf sie, aber das ging mir zu schnell.


Fazit: Ich konnte leider alles vorzeitig erraten und zwar schon relativ früh. Das hat mich nicht in allen Belangen gestört, aber ich fand es schade, dass ich wirklich bei allem Recht hatte. Es passte zur Geschichte, keine Frage, aber mir war es letztlich zu viel Drama, zu over the top. Abgesehen davon war mir Tristans Reaktion auf die Wendung zu Klischee, ebenso wie Elizabeths auf die Geschehnisse kurz vor Schluss.
Aber das Buch hat mich auch berührt, vor allem wenn es um die Trauer und den Schmerz der Protagonisten ging, ich konnte das richtig spüren und es hat mich auch ein paar Mal schlucken lassen.

Ich fand das Buch gut, aber es gab eben auch die angesprochenen Punkte, die mich gestört haben. Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Ein aufrüttelndes Plädoyer zum Hinsehen

Jetzt ist alles, was wir haben
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Triggerwarnung: Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Trauma, Suizidversuch!

Jetzt: Hadley ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes, der ihre Familie das Leben kostete. Im Krankenhaus versucht ...

Triggerwarnung: Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Trauma, Suizidversuch!

Jetzt: Hadley ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes, der ihre Familie das Leben kostete. Im Krankenhaus versucht sie sich das Leben zu nehmen – was ist passiert?

Damals: Hadley ist super im Lacross, hat perfekte Noten und macht nie Ärger. Niemand weiß, dass sie zu Hause die Hölle durchmacht mit einem Vater, der sie kontrolliert, verprügelt und die gesamte Familie terrorisiert. Wer würde ihr schon glauben? Doch dann kommt sie ihrem Schwarm Charlie näher, etwas, das sie niemals für möglich gehalten hätte und Charlie sieht hinter die Fassade.


Die Handlung ist in „Damals“ und „Heute“ unterteilt, unterbrochen von Vernehmungsprotokollen mit einem Ermittler der Flugaufsichtsbehörde. Im „Jetzt“ versucht er herauszufinden, wie es zu dem Flugzeugabsturz kam, während Hadley mit den Nachwirkungen, nicht nur des Unfalls sondern auch ihres bisherigen Lebens kämpft. Im Damals erfährt man langsam, was passiert ist und wie schrecklich es bei Hadley zu Hause war.

Hadley kann einem echt nur leidtun. Was sie durchgemacht hat war schrecklich und ihre Art damit umzugehen, das als gegeben hinzunehmen, das macht einen echt fertig. Sie tut alles, um ihre kleine Schwester zu beschützen und ihr Vater weiß das und nutzt es aus. Ihre Mutter ignoriert vollkommen, was passiert, im Gegenteil, sie versucht Hadley konsequent einzureden, sie sei selbst schuld, weil sie ja so aufsässig und schwierig sei.

Charlie lernt man nur aus Hadleys Sicht kennen, aber man merkt, wie viel sie ihm bedeutet und umgekehrt. Man merkt bei ihm auch die Hilflosigkeit. Er möchte ihr helfen, weiß aber auch nicht wie.

Durch die Vernehmungen des Agenten erfährt man, wie viele Menschen etwas geahnt oder sogar gewusst haben und trotzdem schwiegen. Das Buch ist ein Plädoyer dafür hinzusehen, die Zeichen zu erkennen und richtig zu interpretieren, anstatt sich vom „schönen Schein“ blenden zu lassen.


Fazit: Mir ging manches in der Beziehung zwischen Charlie und Hadley zu schnell, bzw. wirkte es auf mich etwas unpassend im Vergleich zum sonstigen Umgang miteinander. Abgesehen davon fand ich das Buch wirklich richtig, richtig gut. Es ist ein aufrüttelndes Buch. Es plädiert dafür hinzusehen und nicht die Augen zu verschließen, die Zeichen richtig zu deuten, auch wenn sie nicht ins Weltbild passen. An Hadleys Seite erlebt man die Gewalt, der sie andauernd ausgesetzt ist, die Angst, die Hilflosigkeit und Verzweiflung. Gleichzeitig fragt man sich immer wieder, wie es zum Absturz kam. Ich fand es toll, wie da mit Klischees und Theorien gespielt wurde.
Durch Charlie, Hadleys Freund erlebt man aber auch die Hilflosigkeit eines Außenstehenden. Er möchte Hadley helfen und kann doch nichts tun.

Das Buch ist heftig und lässt einem manchmal auch übel werden, angesichts der Geschehnisse, aber ich finde es ist ein unglaublich wichtiges Buch. Es soll aufrütteln und sensibilisieren und das tut es definitiv! Von mir bekommt es volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Vorsicht: Tiefgang!

Strong Heart
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Achtung: Band 2 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Mobbing, Bodyshaming!

Jared will unbedingt Mitglied bei einer geheimen Studentenvereinigung werden, doch als er kurz davor steht, ...

Achtung: Band 2 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Mobbing, Bodyshaming!

Jared will unbedingt Mitglied bei einer geheimen Studentenvereinigung werden, doch als er kurz davor steht, kann er es nicht tun. Der letzte Auftrag, den er ausführen soll, geht einfach zu weit: Er soll mit einer Dicken schlafen, mit Banner, der Frau, die er insgeheim seit einem Semester mehr begehrt, als jede andere jemals zuvor. Er hat aber nicht mit der Verkommenheit der anderen Mitglieder gerechnet, die ihm eine Falle stellen. Banner glaubt ihm nicht, dass es anders ist als es scheint und Jareds Herz bricht, ebenso wie ihres.
Jahre später haben beide ihre beruflichen Träume verwirklicht, sind erfolgreiche Sportagenten und erbitterte Rivalen. Was damals vorgefallen ist, hat Narben hinterlassen, aber Jared wird nicht zulassen, dass Banner ihm noch einmal entkommt. Es ist ihm egal, ob sie eine Beziehung mit einem anderen Mann hat, er wird sie für sich gewinnen!


Ich habe die Triggerwarnung nicht umsonst in Worte gefasst. Wenn ihr ebenfalls Erfahrungen mit Mobbing, Bodyshaming und der Grausamkeit anderer zu tun hattet, ist das, was da vorgefallen ist, nicht leicht zu verdauen. Ich habe so geweint wegen Banner, sie tat mir so schrecklich leid. Auch Jared tat mir leid, wobei ich sein Timing wirklich furchtbar fand. Aber vor allem hat das bei mir ein paar alte Wunden wieder aufgerissen. Allein schon, wie sich Banner mit der Stimme ihres Ex-Freundes in ihrem Kopf herumschlagen musste und dann eben diese grausame Aktion. Das hat mich emotional sehr mitgenommen, deswegen nehmt bei ähnlichen Erfahrungen bitte die Triggerwarnung ernst und lest den ersten Teil des Buches vorsichtig.

Ich muss sagen Banner und Jared haben es mir emotional echt nicht leicht gemacht. Banner ist einerseits eine total selbstbewusste, erfolgreiche Geschäftsfrau, die um ihre Fähigkeiten und ihren Wert weiß. Andererseits hat sie aber auch diese Komplexe, die sie bis heute nicht los geworden ist. Ich kann das so gut verstehen. Es gibt Worte, die so tiefe Wunden hinterlassen, dass sie nie ganz verheilen. Es gibt Worte, die uns für den Rest unseres Lebens begleiten und fast immer sind sie negativ und verletzend.
Diese Erfahrungen sind es, die Banner unsicher machen, wenn es um Männer und Jared im Speziellen geht. Sie kann nicht in seinen Kopf schauen und sie kann die Vergangenheit nicht komplett hinter sich lassen. Diese Unsicherheit sieht oft wie Misstrauen aus, ist es aber nicht. Das kann man schlecht erklären, wenn man das nicht selbst erlebt hat. Man weiß logisch betrachtet, dass es keinen Grund für derlei Annahmen gibt, aber man wird die Zweifel trotzdem nicht los.

Jared ist ein Charakter, der alles andere als einfach ist. Er bezeichnet sich selbst als rücksichtsloses A… und damit hat er durchaus recht. Aber Jared ist mehr als nur das. Ja, er ist rücksichtslos und geht auch über Leichen, wenn er muss, die Augen immer auf sein Ziel gerichtet. Sein moralischer Kompass funktioniert nur bedingt und es ist ihm komplett egal, was andere von ihm denken. Aber es steckt auch viel Unsicherheit in ihm. Er hält sich selbst für weniger wert, weil er nicht „gut“ ist, nicht selbstlos oder kümmernd.



Fazit: Ja, es ist falsch, wie Jared regelrecht Jagd auf Banner macht und sie immer mehr in die Enge treibt. Aber jeder der drei in diesem Liebesdreieck macht Fehler. Banner genauso wie auch Zo. Ich denke das Buch zeigt damit, dass man Liebe einfach nicht kontrollieren kann. Dass Liebe uns dazu bringt die beste aber auch die schlechteste Version von uns zu sein. Dass wir kein Recht haben über andere zu urteilen, solange wir nicht in ihren Schuhen gesteckt haben.
Gleichzeitig zeigt es aber auch sehr eindrucksvoll, dass Menschen zu mehr fähig sind, als schwarz und weiß, gut und böse. Ich kann euch nicht verraten, was ich damit genau meine, weil das eine große Überraschung im Buch ist, aber so viel kann ich verraten: es geht um Opfer, Kompromisse, Egoismus und Liebe.
Davon abgesehen geht es aber auch darum, dass in jedem Menschen mehr steckt, als man oberflächlich sehen kann. Banner wirkt wie eine toughe Geschäftsfrau, die sich nichts gefallen lässt, ihre Unsicherheit und Verletzlichkeit sieht niemand.
Jared wirkt wie ein egoistisches A…, aber es steckt mehr in ihm, als man ihm zutrauen würde.
Zo wirkt wie ein Heiliger, aber auch er ist nicht frei von Fehlern.

Von mir bekommt dieses Buch ganz klar 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Heftig und eindringlich - aber richtig gut!

Strong Soul
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Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt, Vergewaltigung!

Eine falsche Entscheidung. Iris trifft bloß eine falsche Entscheidung und die zerstört sie beinahe. ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Häusliche Gewalt, Vergewaltigung!

Eine falsche Entscheidung. Iris trifft bloß eine falsche Entscheidung und die zerstört sie beinahe. Sie lernt in einer Bar August kennen und die Chemie zwischen ihnen ist unbeschreiblich. Zu gern würde Iris ihnen beiden eine Chance geben, aber sie ist schon seit einiger Zeit mit ihrem Freund Caleb zusammen und kennt nichts anderes. Diese Entscheidung, für Caleb und gegen August, stellt sich als fatal heraus. Denn Caleb ist nicht der Goldjunge für den ihn jeder hält, in Wirklichkeit ist er ein Monster.


In diesem Buch geht es um Entscheidungen, die unüberblickbare Konsequenzen nach sich ziehen, vor allem geht es aber um häusliche Gewalt und die Auswirkungen derer. Das Problem, nicht nur in den USA, sondern auch bei uns ist, dass man es nicht verstehen kann, wenn man nicht selbst in so einer Situation ist. Man tut sich immer leicht zu sagen: „Dann verlass ihn halt!“ Aber das ist nicht so einfach und das wird hier in deutlichen Worten geschildert. Es geht nicht allein darum, zu erkennen, in was für einer Situation man sich befindet, die psychische Abhängigkeit und die Scham abzuschütteln, sondern auch um ganz reale Probleme hinsichtlich der rechtlichen Lage. Iris Fall ist ein Spezialfall, weil Caleb reich und einflussreich ist und sie nicht, aber es wird auch beleuchtet, wie es abgesehen davon abläuft und wie unzureichend der rechtliche Schutz von Frauen ist. Das gilt nicht nur für die USA sondern auch für Deutschland.
Solange wir nicht betroffen sind, tun wir uns leicht zu sagen, dass SIE IHN doch „einfach“ verlassen kann, aber wie viele Frauen genau das jedes Jahr das Leben kostet, das wissen wir nicht. Corona hat für viele die Situation zusätzlich verschärft.

Ich möchte keine Predigt halten, aber das musste alles einfach mal gesagt werden, auch weil die Thematik in diesem Buch einen so großen Stellenwert einnimmt. Es geht natürlich auch um Charaktere, ihre Gefühle und dergleichen, aber die Message ist ganz klar: „Du kannst es nicht verstehen, solange du nicht in den Schuhen dieser Frauen gesteckt hast.“ Und das ist einfach nur die Wahrheit.

Iris und August waren mir sehr sympathisch. August ist auch in einer gewissen Weise von Iris besessen, aber er jagt „nur“ der Einen hinterher. Er möchte, dass sie glücklich ist, ihre Träume verwirklicht und einfach Iris ist, aber an seiner Seite.
Caleb dagegen ist schlicht und einfach ein hochfunktionales Monster. Er nutzt seine Stellung und die seiner Familie aus und weiß genau, wie weit er gehen kann und was er tun muss, um Iris unter Kontrolle zu halten. Einiges kann man schon erkennen, bevor man es offiziell erfährt, wenn man die Anzeichen kennt. Deswegen finde ich dieses Buch unter anderem auch so wichtig. Es zeigt einem, worauf man achten muss.
Iris ist eigentlich eine selbstbewusste junge Frau, aber sie ist nicht gerüstet, für die Manipulationen in einer toxischen Beziehung. Sie erkennt zu spät, was los ist und wer Caleb wirklich ist. Manche ihrer Handlungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, aber im Großen und Ganzen mochte ich sie sehr.


Fazit: Dieses Buch ist in meinen Augen nicht nur inhaltlich toll, wenn auch teilweise wirklich schwer zu verkraften, weil es häusliche Gewalt und alles, was damit einher geht, sehr deutlich zeigt, aber es ist auch eine unglaublich wichtige Message. Eigentlich sogar mehrere. Es geht darum, die Augen zu öffnen. „Worauf muss man achten, wie erkennt man die Gefahr, bevor es zu spät ist?“, „Du hast kein Recht zu urteilen, solange du nicht selbst in so einer Situation warst“ und vor allem: „Es ist nicht deine Schuld.“
Ich habe Iris und August sehr gemocht, auch wenn ich nicht jede Handlung von Iris immer nachvollziehen konnte, aber im Großen und Ganzen mochte ich sie sehr. Caleb verkörpert das Monster wirklich perfekt und ist echt gruselig.

Das Buch selbst ist sehr spannend vor allem gegen Ende, aber auch bedrückend, gerade in den schlimmsten Phasen. Trotzdem möchte ich es jedem ans Herz legen.

Von mir bekommt das Buch volle 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Fast etwas zu viel Zucker, aber unglaublich süß

Chasing Dani Brown (Brown Sisters 2)
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Danika Brown glaubt nicht an die Liebe oder Beziehungen. Sie ist einfach zu seltsam dafür und hat keine Lust mehr, ihre Mitmenschen zu enttäuschen. Also hat sie nur noch Freunde mit gewissen Vorzügen. ...

Danika Brown glaubt nicht an die Liebe oder Beziehungen. Sie ist einfach zu seltsam dafür und hat keine Lust mehr, ihre Mitmenschen zu enttäuschen. Also hat sie nur noch Freunde mit gewissen Vorzügen. Allerdings ist die letzte derartige Beziehung schon eine Weile her und deswegen bittet sie die Göttin Oshun, ihr den perfekten Mann dafür zu schicken.
Zafir bewundert Danika Brown, nicht nur ihren göttlichen kurvigen Körper, sondern vor allem ihren Verstand. Als er sie bei einem Übungsalarm aus einem steckengebliebenen Aufzug rettet und aus dem Gebäude trägt, ahnt er nicht, dass dieses Ereignis sein Leben verändern würde, er ist einfach dankbar dafür, sie halten zu dürfen. Doch dieser Moment wird gefilmt, landet im Internet und plötzlich sind sie beide berühmt. Die Publicity könnte sein Herzensprojekt pushen, aber kann er sich wirklich auf Danikas Vorschlag einer Fake-Beziehung einlassen?


Dieses Buch ist unglaublich süß. Es balancierte für mich oft am Abgrund des Kitsches entlang, aber gleichzeitig war es eben auch so süß und „aww!“, dass es mich immer wieder erneut eingefangen hat. Es könnte allerdings einigen zu viel sein.

Danika Brown wirkt auf den ersten Blick sehr selbstbewusst, etwas merkwürdig – okay, sehr merkwürdig –, nerdig und wie die größte Streberin der Welt. Danika tut alles, um die verletztliche Danika und ihre Narben zu schützen.
Manchmal ist Danika zu fanatisch, was ihr keine-Beziehungen-Ding angeht. Das wird sehr, sehr oft betont und es dauert sehr lang, bis man erkennt, was das wirklich ist: Panik. Danika hat panische Angst eine Enttäuschung zu sein, nicht genug zu sein und auch sich selbst zu verlieren.

Mit Panik kennt Zafir sich aus. Er leidet unter Panikattacken und hat einiges durchgemacht. Er war Profisportler, doch der Tod seines Vaters und Bruders, haben ihn zu sehr verletzt. Zafir arbeitet mit Jugendlichen und versucht das vorherrschende toxische Männlichkeitsbild zu korrigieren. Er ist das beste Beispiel dafür, er weint und er liest Liebesromane. Trotzdem ist er sehr männlich, er ist eben nur kein A…!
Es ist so süß wie Zafir seine Familie liebt, in seinem Engagement für die Jugendlichen aufgeht und wie er Dani verehrt. Denn genau das tut er, er verehrt sie, aber gleichzeitig sieht er sie auch.


Fazit: Ja, das Thema „Fake-Beziehung“ kommt in letzter Zeit recht oft in Romanen vor und ja, es gibt da viele Klischees und auch hier finden sich welche. Aber dieses Buch ist unheimlich süß. Beide Protagonisten haben ihre Fehler und machen auch Fehler, sie gehen einem damit allerdings nicht auf die Nerven, sondern hinter allem steckt ein tieferer Sinn.
Dieses Buch kann man auf zwei Arten lesen, als locker flockiger lustiger Liebesroman, den man innerhalb weniger Stunden beendet, oder als erschreckend tiefgründiger Roman, der immer zur richtigen Zeit süße Szenen einstreut, damit man dran bleibt und die Charaktere lieb gewinnt.
Manchmal war es mir fast ein wenig zu viel Zucker, aber ich konnte mich diesem Buch trotzdem nicht entziehen. Ich musste es in geringen Dosen lesen, damit ich die tiefere Ebene nicht aus den Augen verliere, aber es hat sich in meinen Augen durchaus gelohnt.
Es geht hier um einige wichtige Themen und die wurden meiner Meinung nach sehr schön verpackt. Von mir bekommt das Buch 4,5 Sterne.

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