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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Einnehmend im besten Sinne!!

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
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Ich glaube es gab bei den Verlags/Release Vorschauen letztes Jahr wirklich kein Buch, was mich wirklich direkt so angesprochen und überzeugen konnte, einzig und allein durch den Klappentext und nicht dadurch, ...

Ich glaube es gab bei den Verlags/Release Vorschauen letztes Jahr wirklich kein Buch, was mich wirklich direkt so angesprochen und überzeugen konnte, einzig und allein durch den Klappentext und nicht dadurch, dass ich schon im englischsprachigen Raum etwas davon gehört habe oder die Autor:innen zum Beispiel kannte und vorher schon die Bücher mochte. Und seit der Ankündigung wurde ich durch Zitate und Pinterest Moodboards noch weiter um den Finger gewickelt.
Ich gehe bewusst nicht allzu sehr auf die (wunderwunderhübsche) Aufmachung ein. Denn sonst würde es hier wahrscheinlich recht lange dauern. Aber sowohl das Cover als auch der Buchschnitt haben mich verzaubert und sind so so schön aber gleichzeitig auch düster. Und das ist dann auch irgendwie der Vibe, den ich bisher und jetzt auch durch die Leseprobe mitbekommen habe. Luzides Träumen ist schon immer ein absolut interessantes Thema gewesen und ich bin froh, dass die Autorin beschlossen hat dieses im Rahmen den Romans in den Vordergrund zu stellen. Hier aber auch mit Psychologischen Hintergrund bzw Sidefacts belegt. Schon bei Kerstin Giers „Silber“ hat mich das Thema total gefesselt und hier steht es ja durch die Academy nochmal mehr im Vordergrund.
„Wer träumt, sündigt. Wer nicht träumt, stirbt“?!?!?! LET ME TELL YOU: I‘M HOOKED!!!
Beim Lesen ist direkt der besondere und einnehmende Schreibstil der Autorin aufgefallen. Ich wurde in die Welt eingezogen und habe alles daran geliebt.
Es fällt aus, dass jede Menge Recherche betrieben werden musste. Wissenschaftliche/ Neurologische sowie Psychologische Fakten sind hier auf eine leichte und angenehme Art und Weise in den Erzählstil verwoben. Tatsächlich trifft es angenehm wirklich gut, obwohl es düster und melancholisch von der Stimmung war, wirkte es so ruhig - als ob man das Buch lesen würde mit einer Decke über dem Kopf. Anders kann ich es gar nicht beschreiben- es war wirklich so einnehmend. Die entstehende Lovestory konnte mich letztendlich nicht ganz von sich überzeugen, hat mich aber neugierig auf die Charakterentwicklungen im zweiten Band gemacht!!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Highlight: absolute Must-Have Leseempfehlung für Fantasyliebhaber

Lightlark
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Okay ich bin ganz ehrlich, ich habe es bereits nach der Leseprobe gesagt und ich sage es auch jetzt nach dem Lesen: Lightlark ist das neue Fantasyhighlight schlechthin. Ich war schon vor dem Erscheinungstermin ...

Okay ich bin ganz ehrlich, ich habe es bereits nach der Leseprobe gesagt und ich sage es auch jetzt nach dem Lesen: Lightlark ist das neue Fantasyhighlight schlechthin. Ich war schon vor dem Erscheinungstermin aufgeregt wie schon lange nicht mehr auf ein Buch und auch wenn man (auch während des Lesens) dann doch mal schlechtere Meinungen gehört hat… absolut nicht nachvollziehbar.
Also es tut mir Leid aber DAS ist alles was ein Fantasybuch braucht. Es war eine richtig phänomenale Mischung aus Spannung, Romantik, Old School Fantasy Elementen und neuen Inhalten. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, nah und präsent.
Das Cover ist wirklich immer noch ein einziger Traum und sieht auch so einzigartig aus. Allerdings finde ich es sogar noch viel schöner seitdem ich auch um die Bedeutung weiß. Ich freue mich wie ein kleines Kind, jedes Mal wenn ich es im Regal sehe.

Direkt von der ersten Seite an war ich gefesselt und habe mich sofort in den Bann der neuen Welt und des Magiesystems ziehen lassen.
Alex Aster hat eine unglaubliche Art, jemanden in die Welt einzuführen und ihn gleichzeitig auch ein bisschen ins kalte Wasser zu schmeißen.
Ich habe beim Lesen einfach immer an zwei Lieder denken müssen und verbinde diese wahrscheinlich jetzt auch für immer mit Lightlark: einmal „Trouble“ von Valerie Broussard und „Game of Survival“ von Ruelle. Allein der Fakt, dass ich schon mehr mit der Handlung und dem Leseerlebnis verbinde als die reinen Worte, sagt meiner Meinung nach viel darüber aus. Ich habe es wirklich genossen, dass es fast direkt schon losging und das Centennial zur Sprache kam. Allerdings hat man dennoch bereits von der ersten Seite an merken können, dass die Protagonistin Isla unter enormen Druck von ihren Hüterinnen und ihrem Volk leidet.
Isla wurde die meiste Zeit in ihren, wie sie es nennt Käfig eingesperrt aber hat es dennoch immer geschafft zu entwischen und sich einiges an Wissen anzueignen. Ich glaube Isla hat es im wahrsten Sinne des Wortes faustdick hinter den Ohren. Sie ist unglaublich Taff, wortgewandt, nahbar und dennoch spürt man ihre Stärke. Ich glaube das wird wirklich eine einzigartige Reise mit ihr.
Bereits beim Beschreiben der Leseprobe (also dem Einstieg) habe ich gesagt, dass das ganze System des Centennials und die Begrüßung hat mich vom Kern her an die Tribute von Panem erinnert (auch wenn das hier ja tatsächlich im Fantasybereich ist) und ich habe die Hoffnung, dass „Lightlark“ mich genauso begeistern kann, wie die Geschichte rund um Katniss Everdeen.
Und das ist ja schonmal eine krasse Aussage, oder? Eigentlich ist die Tribute von Panem wirklich unschlagbar dahingehend aber auch wenn „Ligthlark“ Panem zwar nicht vom Thron stößt, hat es sich seinen eigenen Weg geschaffen! Durch die neuen Elemente an Fantasy ist etwas neues entstanden, was mich einfach hineingezogen hat und seitdem nicht mehr wirklich loslässt. Schon während des Lesens wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe permanent über die Charaktere und deren nächsten Züge nachgedacht. Daran hat sich jetzt nach dem Lesen und den Plottwists (DIE PLOTTWISTS, omg!?) definitiv nichts daran geändert. Ich kann es kaum abwarten den zweiten Band zu lesen auch wenn der Erscheinungstermin wahrscheinlich noch ein Jahr hin ist…

Isla, Grim und Oro sind Wirkich eine explosive Mischung und haben mir den ein oder anderen Herzschmerz gebracht. Aber auch hier wurde mir wieder die Lektion erteilt: Vertraue niemanden, nicht einmal dir selbst.
Außer wenn ich euch „Lightlark“ empfehle, dann könnt ihr mir vertrauen!!!

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DISCLAIMER:
Diese Rezension wurde kurz bis eigentlich schon direkt nach dem Beenden des Buches verfasst und spiegelt daher meine genaue Meinung kurz nach dem Lesen wieder. Aus mir unerklärlichen Gründen muss ich vergessen haben diese Hochzuladen und hatte sie aber zum Glück noch in meinen Notizen gespeichert (die ich eigentlich gerade aufräumen wollte). Ich war aus gesundheitlichen und privaten Gründen dieses Jahr bisher tatsächlich nicht auf „Vorablesen“ und da ich angenommen habe, diese Rezension bereits hochgeladen zu haben, ist mir das Fehlen dieser auch nicht weiter aufgefallen. Dafür möchte ich mich allerdings entschuldigen.
Während des Lesens und auch mein erstes Fazit habe ich auf Instagram mitgenommen und auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt das Lesen schon einige Zeit her ist, möchte ich wenigstens nochmal kurz die Möglichkeit nutzen und ein kurzes Langzeitfeedback geben.
Oftmals ist man ja kurz nach dem Lesen also beim Schreiben der Rezension noch auf einem richtigen High und in der Euphorie des Lesens gefangen und im Nachhinein fallen einem dann doch noch Dinge auf: hier ist das allerdings nicht so.
Ich habe seit des Beendens noch mehr Kritik gelesen, die ich weiterhin nicht nachvollziehen kann und finde es schade, dass ein Buch wie „Ligthlark“ gegen die breite Masse etwas verloren hat, weil viele es als zu großen Hype empfinden und dem Buch dadurch die Qualität absprechen. Ich finde der Hype aus Amerika war es absolut wert und ich freue mich immer noch enorm auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

here comes the sun

All That We Never Were (1)
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„Schmerz ist ein Kollateralschaden des Lebens.“

3,5 ⭐️
„all that we never were“ ist der erste Band der „Let it be“ Reihe der Autorin Alice Kellen und ist mir durch das bunte Cover wirklich sofort ins ...

„Schmerz ist ein Kollateralschaden des Lebens.“

3,5 ⭐️
„all that we never were“ ist der erste Band der „Let it be“ Reihe der Autorin Alice Kellen und ist mir durch das bunte Cover wirklich sofort ins Auge gesprungen.
Leah und Axel kennen sich schon seit ihrer Kindheit und könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Interessant wurde es dadurch, dass Leah zwar in der Vergangenheit bereits für Axel (den besten Freund ihres großen Bruders) geschwärmt hat, ihre Gefühle dann durch einen schweren Schicksalsschlag doch aber erst einmal zweitrangig sind. Ich lese nicht viel Age Gap Romance, daher musste ich mich hier erstmal eingrooven - tatsächlich wurde man auch recht häufig als Leser daran erinnert, dass die beiden alterstechnisch auseinanderliegen. Wir bekommen sowohl Leahs als auch Axels Perspektive, sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart. Generell war das Lesen des Romans recht bei mir durchwachsen, zum Teil war es mir einfach zu Sprunghaft und ich konnte recht viel nicht nachvollziehen und andererseits habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Ich glaube viel an dem was mich am Schreibstil oder an der Wortwahl gestört hat, ist auf die Übersetzung zurückzuführen. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist Alice Kellen eine spanische Autorin und ich glaube da ist einiges einfach nicht so im deutschen rübergekommen, wie es angemacht war. Dadurch hat es sich aber manchmal beim Lesen einfach etwas wild und unpassend angefühlt. Inhaltlich würde ich sagen, dass man die Grundidee der beiden so oder in anderen Formen schon einmal gelesen hat. Der erste Band war dadurch recht vorhersehbar und hat allerdings dadurch einen interessanten Grundstein für den zweiten Band geliefert - denn nach dem Ende des ersten Bands, weiß ich nicht was jetzt noch folgen könnte. Von anderen Romanen abgehoben hat dieser sich insofern, dass ich den Umgang und das Verhalten der beiden sowohl als interessant und schnelllebig als auch gewöhnungsbedürftig empfunden habe. Leah und Axel sind für sich zwei eigentlich komplexe Charaktere, die allerdings kaum eine (richtige) Plattform für ihre Probleme erhalten haben. Vielmehr standen die beiden mit ihrem Verlangen nacheinander im Vordergrund, welches ich nicht nachvollziehen konnte, da ich beide Protagonisten nicht wirklich kennenlernen konnte. Das kam dann erst im Laufe der Storyline. Gefühlsmäßig war hier einiges mit dabei und durch die ständigen Auf und Abs, entstand eine fesselnde Dynamik. Allerdings hat mir persönlich der Umgang mit den Triggerthemen nicht gut gefallen. Leah und Axel haben beide ihre Päckchen zu tragen und gerade Leahs Verhalten wurde viel thematisiert. Jedoch wurde die Plattform an der Stelle nicht richtig ausgenutzt. Die Art, wie mit Leahs Trauma umgegangen wurde war mit zu leicht für ein so schweres Thema. Dadurch war es mir dann auch nicht möglich der Lovestory von den beiden hundertprozentig zu folgen, da mich zwischenzeitlich an dem (meiner Meinung nach) zu fordernden Umgang zwischen den beiden aufgehangen habe.
Gleichzeitig mochte ich aber die kleinen Details der Handlung. Die Namensgebung der Reihe zum Beispiel, ist wirklich treffend und auch die künstlerische Komponente hat mir gut gefallen. Und auch, wenn ich das Zusammenspiel von Leah und Axel zwar nicht direkt gefühlt habe, war irgendwas an „all that we never were“ so spannend, dass ich es nicht aus der Hand legen wollte. Ich hatte immer mal wieder einige Kritikpunkte und trotzdem wollte ich wissen, wie es weitergeht. Ob jetzt durch die Übersetzung oder nicht: der Schreibstil hat mir auf Dauer nicht unbedingt zugesagt, allerdings konnte ich mich wirklich schnell daran gewöhnen. Dadurch, dass im ersten Band jedoch schon so viel in der Beziehung der beiden passiert ist, wäre ich wirklich neugierig was der zweite Band dahingehend noch mit sich bringt.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Zurück nach Nimmernie

Plötzlich Rebell
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„Wenn ich dem Tod schon ins Auge blicken muss, dann werde ich es mit einem höhnischen Lachen tun“

„Plötzlich Rebell - Aufruhr in Nimmernie“ ist der erste Band eines Spin-Offs der Reihe, die wohl meine ...

„Wenn ich dem Tod schon ins Auge blicken muss, dann werde ich es mit einem höhnischen Lachen tun“

„Plötzlich Rebell - Aufruhr in Nimmernie“ ist der erste Band eines Spin-Offs der Reihe, die wohl meine Jugend mit am meisten geprägt hat. Julie Kagawas „Plötzlich Fee“ Reihe habe ich wirklich sehr geliebt und daher habe ich mich auch wirklich auf das Lesen von „Plötzlich Rebell“ gefreut. Nochmal nach Nimmernie? Lets go!

Allerdings muss ich zugeben, dass ich zuerst gar nicht in die Handlung reingefunden habe. Nachdem ich es sogar einmal pausiert habe, habe ich es dann doch nochmal probiert. Und ich muss zugeben, dass ich jetzt nach dem Beenden des Romans gemischte Gefühle habe. Zum einen war es irgendwie pure Nostalgie zurück nach Nimmernie zu kehren, die Charaktere nochmal wiederzusehen, neue Charaktere kennenzulernen; eine Fortsetzung zu erhalten. Und doch hätte ich vielleicht auch drauf verzichten können. Grundsätzlich fiel es mir recht schwer, den Inhalt aus Pucks Perspektive zu lesen. Und versteht mich nicht falsch, ich habe Puck wirklich geliebt aber irgendwie ist der Zauber hier ein bisschen verloren gegangen - ich konnte einfach nicht wirklich mitfühlen. Weder bei der Love Story, noch den restlichen Aspekten. Pucks Gefühle waren teilweise schwer zu greifen bzw. wurden mir zu sprunghaft thematisiert. Ehrlicherweise muss ich auch zugeben, dass ich wahrscheinlich auch einfach nicht mit dem Buch und Pucks POV warmgeworden bin, da Meghan und Ash halt aus Pucks Sicht beschrieben wurden sind. Interessant aber gleichzeitig eben hart: so kam ein ganz anderer Blickwinkel auf Personen, die in meinen Erinnerungen so so toll waren.
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und trotzdem hatte ich die ganze Zeit das Gefühl als würde ich nur eine oberflächliche Erzählperspektive erhalten. Irgendwie habe ich alles mitbekommen aber war nie nah genug dran, um wirklich in die Geschichte einzutauchen - etwas was mir persönlich, gerade im Fantasybereich, sehr gut gefällt.
Nimmernie wurde großartig beschrieben und als ich in die Geschichte reingefunden habe, lies sie sich auch flüssig lesen aber das wars dann auch schon leider. Weiterhin hat mich auch die grundsätzlich Handlung nicht mitreißen können, wodurch ich auch hier nicht wirklich gefesselt war. Sie hat sich recht lange gezogen und letztendlich ist dann doch kaum was passiert. Vielleicht habe ich durch „Plötzlich Fee“ zu viel erwartet, vielleicht war die Reihe auch einfach nur in meiner Erinnerung so unfassbar gut und vielleicht habe ich mich nicht genug drauf einlassen können. Woran auch immer es lag, ich konnte mich mit dem ersten Band von „Plötzlich Rebell“ einfach nicht wirklich anfreunden bzw. habe ich emotional einfach keine Bindung aufbauen können. Die Bewertung fällt mir dabei hier wirklich schwer, da es für mich kein schlechtes Leseerlebnis war aber eben auch kein sonderlich Gutes. Irgendwie war es einfach recht neutral für mich, was durchaus am Schreibstil liegen könnte. Den Punkt, dass ich Charaktere wie Meghan und Ash lieber anders in Erinnerung behalten hätte, finde ich für mich gesehen wichtig aber würde ich aus der Bewertung ausklammern, da das einfach an Pucks POV liegt - die nun einmal das Buch ausmacht. Lustigerweise habe ich eher Lust bekommen noch einmal in die Bücher rund um Meghan und Ash reinzulesen und habe gleichzeitig aber dann doch Angst, dass es eben nicht mehr so schön wäre, wie damals.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Ein gewaltiges Leseerlebnis

Babel
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„Ich glaube, genau darum geht es beim Übersetzen. Darum geht es beim Sprechen. Einander zuhören und versuchen, an den eigenen Vorurteilen vorbeizugucken, um einen Blick auf das zu erhaschen, was der andere ...

„Ich glaube, genau darum geht es beim Übersetzen. Darum geht es beim Sprechen. Einander zuhören und versuchen, an den eigenen Vorurteilen vorbeizugucken, um einen Blick auf das zu erhaschen, was der andere eine sagen will. Ein Stück von sich selbst preisgeben und hohen, dass jemand anders es versteht“

Ich glaube, wenn ich Babel in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es gewaltig. Und nein, das liegt nicht nur an der Seitenzahl. Wobei 736 Seiten auch ziemlich gewaltig sind. Aber tatsächlich meine ich die Welt, die Bedeutung und das ganze System. Besser könnte ich es gar nicht beschreiben. Mit Babel habe ich mich aus meiner Comfortzone bewegt und ein reines Fantasybuch gelesen (mit viel gesellschaftskritischen Anregungen). Babel wird als ein Bestseller über die Magie der Sprache und die Macht von Worten beworben und die Autorin Rebecca F. Kuang wusste wie sie mit den Worten umgehen musste, um die zielsicher einzusetzen. Es war mein erstes Buch der Autorin und der Schreibstil war auch keiner, zu dem ich normalerweise greifen würde. Allerdings hat mich das Magiesystem rund um das Silberwerk und die Worte direkt in seinen Bann gezogen. Obwohl das Buch sich langsam aufgebaut hat und wirklich viele Seiten hatte, würde ich fast schon sagen, dass es trotzdem keine Längen hatte - Babel brauchte das. Die Geschichte hat sich langsam entfaltet und einen als Leser immer tiefer hineingezogen. Die Autorin hat viel recherchiert für ihren Roman, das war beim Lesen deutlich spürbar. Und ehrlich gesagt habe ich einfach nicht erwartet, dass ein Buch, welches allein vom Genre und der Erzählweise so anders ist als die Bücher die ich sonst lese, mich so überwältigt. Es hat hat zum Nachdenken angeregt - sowohl über die Geschehnisse als auch die offene Kritik. Eine Welt und Menschen, die unserer gar nicht so unähnlich sind. Ein Protagonisten, Robin Swift, dem man bei seiner Entwicklung begleitet. Interessanterweise habe ich zu keinem Charakter auf irgendeine Art eine richtig emotionale Bindung aufgebaut und trotzdem würde ich sagen, dass es dem Leseerlebnis nicht geschadet hat. Ich habe mitgefiebert, war verwirrt und habe vor allem Wissen aufgesogen. Ich möchte gar nicht zu viel über den Inhalt verraten, um nicht zu Spoilern aber ich kann sagen. Und obwohl Babel mich völlig in seinen Bann gezogen hat, brauchte ich die Lesezeit. Ich glaube, selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich es nicht in einem Rutsch Weglesen können. Die Verarbeitungszeit, um das Gelesene sacken zu lassen war bei mir schon notwendig. Zudem erforderten der Schreibstil und dadurch auch die Handlung meine ganze Konzentration. Das Lesen war dadurch nicht direkt anstrengend aber ich musste mich aktiv darauf einlassen, dies war keine leichte Lektüre für Zwischendurch.
Ich bin wirtlich froh, dass ich Babel gelesen habe und es kennenlernen konnte, denn hier wurde mit so viel Hintergrundwissen und Detailarbeit eine komplette Welt aufgebaut, die auf eine Art der Magie und Bedeutung der Worte beruht, die ich mir nie hätte vorstellen können.

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