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Veröffentlicht am 17.03.2020

Das russische 20. Jahrhundert

Rote Kreuze
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Der Weißrussische Schriftsteller Sasha Filipenko konnte mich mit seinem Roman „Rote Kreuze“ begeistern. In seiner Vita steht das er Fußballfan ist, so lässt er seinen Protagonisten Schiedsrichter werden.

Es ...


Der Weißrussische Schriftsteller Sasha Filipenko konnte mich mit seinem Roman „Rote Kreuze“ begeistern. In seiner Vita steht das er Fußballfan ist, so lässt er seinen Protagonisten Schiedsrichter werden.

Es fängt mit dem Schicksal Alexander an, er wird zu einem alleinerziehenden Vater.
Als er in seine neue Wohnung zieht, lernt er seine 90jährige Nachbarin Tatjana Alexejewna kennen, die ihm ihre Geschichte aufzwingt. Sie leidet an Demenz und malt rote Kreuze an die Türen um immer zurückzufinden.
Alex gewöhnt sich an sie und sie erfährt er warum sie im Lager war.
Es ist erschütternd zu erfahren, das die Familie bestraft und auseinander gerissen wird, nur weil der Mann in Kriegsgefangenschaft gerät. Obwohl mir das bekannt war, ist es zu lesen, ziemlich traurig.
Tatjana hat ja eigentlich noch Glück, das sie für den Kommandanten die Korrespondenz machen muss. Aber sie erfährt nicht wo ihre Tochter und ihr Mann sind.

Der Autor hat einen fesselnden Stil, der mich in seinen Bann ziehen konnte. Die eingefügten Gedichte und Lieder sind stimmig und passen gut dazu.
Da noch mehr Bücher von ihm übersetzt werden sollen, freue ich mich auf sie.


Veröffentlicht am 14.03.2020

Ein Roman über Schuld und Schuldbewusstsein

Miracle Creek
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Der Roman „Miracle Creek“ ist ein interessanter Debüt der US-amerikanischen Autorin Angie Kim, mit koreanischen Wurzeln

In Miracle Creek, einer Kleinstadt in Virginia, wird eine Mutter angeklagt. Bei ...


Der Roman „Miracle Creek“ ist ein interessanter Debüt der US-amerikanischen Autorin Angie Kim, mit koreanischen Wurzeln

In Miracle Creek, einer Kleinstadt in Virginia, wird eine Mutter angeklagt. Bei einer Sauerstofftherapie gibt es einen Brand, bei denen eine Mutter und ein achtjähriger Junge sterben. Henri leidet an Autismus, seine Mutter Elizabeth wird der Rat verdächtigt. Allerdings sind auch andere Personen da, die das Feuer gelegt haben könnten.
Interessant ist auch die koreanische Familie, die für eine bessere Zukunft kämpft.
Allerdings wurden mir mit der Zeit
einige Personen ziemlich unsympathisch.
Aber es gab auch einige starke Charaktere.

Die Autorin lässt mehrere Personen nacheinander ihre Gedanken und Empfindungen erzählen. Sie zeigt, wie die Nachbarn und früheren Freunde, über die Anderen sprechen und vorverurteilen.
Schuldgefühle, Vermutungen und vorschnelle Schlüsse werden gut verbunden.
Das Buch ist fesselnd geschrieben.
Ein vielversprechendes Debüt.

Veröffentlicht am 10.03.2020

Sensibel und menschlich

Dankbarkeiten
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„Dankbarkeiten“ heißt der neue Roman von der französischen Schriftstellerin Delphine de Vigan. Es ist wieder ein wunderbarer einfühlsames Buch.

In diesem Roman geht es um eine alte Dame namens Michka. ...



„Dankbarkeiten“ heißt der neue Roman von der französischen Schriftstellerin Delphine de Vigan. Es ist wieder ein wunderbarer einfühlsames Buch.

In diesem Roman geht es um eine alte Dame namens Michka. Sie kann nicht mehr alleine wohnen. Sie hat keine Angehörigen. Marie wurde als Kind oft allein gelassen, da hatte sich Michka um sie gekümmert. Die würde zu ihr ziehen, aber sie will ihr nicht zur Last werden und so zieht sie in ein Heim.

Michka leidet an schlimmen Alpträumen.
Man erfährt nach und nach ihre Vorgeschichte. Ihr Logopäde entwickelt auch ein einfühlsames Verhältnis mit ihr.

Delphine de Vigan beschreibt ihre Protagonistin mit Gefühl , sensibel und menschlich. Sie ist eine große Schriftstellerin, deren Romane ich immer wieder gerne lese.
Sehr zu empfehlen.

Veröffentlicht am 10.03.2020

Das Leben war wie es war.

Die Bilder unseres Lebens
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Von der Autorin Ines Thorn habe ich schon vieles gelesen. Da musste ich bei dem Roman
„Die Bilder unseres Lebens“ lesn. Es geht um eine Familie zwischen Film und Freiheit, der nach dem Ende des Krieges ...


Von der Autorin Ines Thorn habe ich schon vieles gelesen. Da musste ich bei dem Roman
„Die Bilder unseres Lebens“ lesn. Es geht um eine Familie zwischen Film und Freiheit, der nach dem Ende des Krieges in Leipzig beginnt.


Die Familie Lindemann betreibt das Kino Die Schauburg bis sie enteignet wird. Ursula arbeitet weiter am Kino, die Filme die sie zeigen darf gefallen ihr oft nicht. Sie muss auch immer eine gewisse Anzahl Besucher haben.

Dann gibt es viele familiäre Probleme. Ursulas Mann Gerhard ist vom Krieg traumatisiert. Er wird Mitglied der Partei. Der Sohn Stefan flieht in die BRD. Die Tochter Sigrid wird Lehrerin und wird nicht gerade glücklich.

Ines Thorn webt eine glaubhafte Szenen der Familie. Alle wollten nur Freiheit und ein angenehmes Leben. Der Roman zeigt die Zeit der ganzen DDR. Erwar spannend, manchmal bedrückend, aber auch vielseitig. Mich hat die Geschichte gefesselt und ich kann ihn gerne empfehlen.


Veröffentlicht am 10.03.2020

Der Apfelhof

Ein Sommer im Alten Land
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Die Schriftstellerin Julie Peters schreibt locker, leicht und gefühlvoll. Der Roman „Ein Sommer im Alten Land“ liest sich angenehm entspannend.

Die Parfümeurin Alice verliert nach einem Autounfall ihren ...


Die Schriftstellerin Julie Peters schreibt locker, leicht und gefühlvoll. Der Roman „Ein Sommer im Alten Land“ liest sich angenehm entspannend.

Die Parfümeurin Alice verliert nach einem Autounfall ihren Geruchssinn.
Sie fährt zu ihrer Tante Barbara auf den Apfelhof. Da hat sich einiges verändert, die Tante baut geistig ab. Mit deren Enkel will sie versuchen den Hof zu retten.

Die Autorin baut etliche Verwicklungen ein, die die Geschichte so richtig spannend machen. Der Roman ist ein richtig schöner Sommerroman für Zwischendurch.
Ich habe ihn gerne gelesen.