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Veröffentlicht am 12.10.2016

Maßlos enttäuscht

Die Stille vor dem Tod
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Ganze 6 Jahre habe ich auf diesen 5. Teil von Smoky Barrett gewartet und wurde nun maßlos enttäuscht.
Was haben sich Autor und Verlag nur dabei gedacht solch ein Buch herauszubringen??? Ich habe das Buch ...

Ganze 6 Jahre habe ich auf diesen 5. Teil von Smoky Barrett gewartet und wurde nun maßlos enttäuscht.
Was haben sich Autor und Verlag nur dabei gedacht solch ein Buch herauszubringen??? Ich habe das Buch gelesen und gehört und abgesehen von der hanebüchenen und unrealistischen Story ist auch das Hörbuch einfach nur grottenschlecht. Franziska Pigulla, u.a. die Synchronstimme von Gillian Anderson, hat in den vorherigen 4 Büchern einen wunderbaren Job gemacht. Was sie aber in diesem Buch abliefert, ist ein absolutes NO-GO. Ständig hört man sie schniefen und schnaufen, wahrscheinlich war sie erkältet, aber dann muss das Hörbuch eben zu einem anderen Zeitpunkt eingesprochen werden. Außerdem bin ich der Meinung, ich konnte hören, wann Frau Pigulla gegähnt hat… Zukünftig werde ich wohl einen großen Bogen um von ihr gelesene Hörbücher machen.

So, nun zum Buch bzw. der nicht wirklich vorhandenen Geschichte. Das Buch startet wie gewohnt in McFadyen Manier – spannend und ziemlich brutal. Das war es dann aber leider auch schon wieder. Ab jetzt geht es nur noch bergab und wir dürfen den wirren und unlogischen Gedanken, Träumen und Gesprächen Smokys lauschen, die absolut keinen Sinn ergeben und rein gar nichts zur Aufklärung des aktuellen Falles beitragen. Dieses Buch ist so dermaßen „drüber“, dass selbst ich als hartgesottene Thriller-Leserin, die kein Problem mit jeglicher Gewalt in Büchern hat, nur fassungslos mit dem Kopf schütteln kann. Gleichfalls weiß man überhaupt nicht, ob die dargestellten Szenen real sind oder sich nur in Smokys Kopf abspielen. Wo in den anderen Teilen der Reihe auch auf die anderen Teammitglieder eingegangen wird, geht es hier mit einer kurzen Ausnahme von James eigentlich nur um die abstrusen und ängstlichen Gedanken von Smoky. Die taffe Frau, die ich in den vorherigen Büchern so geliebt habe, ist hier nur noch ein Schatten ihrer Selbst und hat rein gar nichts mit der Smoky von früher gemeinsam. Das Buch ist eine Aneinanderreihung von wirren Träumen und philosophischen Gesprächen mit dem Psychiater und dem Team, die nicht mal im Ansatz Spannung erzeugen konnten. Das offene Ende war ein Witz und kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich ärgere mich über die verschwendete Lesezeit und vor allem über die 23 Euro, die ich definitiv sinnvoller hätte einsetzen können. Einen Stern gibt es dafür, dass ich das Buch trotz aller Einwände beendet habe und den zweiten als Bonus für McFadyen. Schade…

Veröffentlicht am 20.03.2017

Gelungene Fortsetzung?

Rache und Rosenblüte
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Da es sich bei Rache und Rosenblüte um die Fortsetzung des ersten Teils „Zorn und Morgenröte“ bzw. um den abschließenden Teil dieser Dilogie handelt, werde ich natürlich nicht auf den Inhalt des zweiten ...


Da es sich bei Rache und Rosenblüte um die Fortsetzung des ersten Teils „Zorn und Morgenröte“ bzw. um den abschließenden Teil dieser Dilogie handelt, werde ich natürlich nicht auf den Inhalt des zweiten Teils eingehen um niemanden zu spoilern.
Ich möchte nur erwähnen, dass es in dieser 2teiligen Reihe um den jungen Kalifen Chalid geht, der jeden Tag eine junge Frau heiratet um sie am nächsten Morgen zu töten. Sharzad, die um ihre beste Freundin Shiva trauert, welche ebenfalls ein Opfer des Kalifen wurde, entschließt sich Shiva zu rächen und freiwillig Chalids Frau zu werden.
Wider Erwarten überlebt Sharzad die erste Nacht im Palast von Ray in dem sie dem Kalifen Geschichten und Märchen erzählt. Und so kommt Sharzad nach und nach hinter Chalids dunkle Geheimnisse und böse Machenschaften. Doch ist Chalid wirklich das Untier, für das er von allen gehalten wird?
Wer sich hier an Scheherazade aus 1001 Nacht erinnert fühlt, der hat vollkommen Recht und gerade deshalb wollte ich die Bücher von Renée Ahdieh unbedingt lesen. Ich liebe dieses orientalische Flair und das Setting der Wüste.

Nachdem ich vom ersten Teil ja so begeistert war, war ich natürlich mega gespannt auf den zweiten Teil und bis zur Hälfte hätte ich dem Buch auch 5 Sterne gegeben. Allerdings kamen dann die zweite Hälfte des Buches und vor allem der Schluss. Hier muss ich leider Punkte abziehen, denn die Autorin hat in diesem 2. Teil meiner Meinung nach völlig den Fokus, nämlich den Fluch, aus den Augen verloren. Was im ersten noch als das große Hauptthema galt, wurde im zweiten Teil irgendwie gar nicht mehr erwähnt bzw. lief so nebenbei.
Es wurden Charaktere eingeführt, die im Nachhinein überhaupt nicht zur Handlung beigetragen haben und deren Geschichte unnötig Platz eingenommen hat, den die Autorin besser für andere Dinge reserviert hätte. Renée Ahdieh wollte mMn einfach zu viel auf einmal, sodass das Ende und auch der Weg dorthin viel zu kurz und zu abrupt kamen. Auch die Auflösung des Konflikts, der sich im 2. Teil herauskristallisiert, war mir zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Ich bin sonst wirklich ein Fan von Einzelbänden oder eben wie hier, von kurzen Reihen, aber ich glaube, in diesem Fall wäre ein 3. Teil wirklich angebracht gewesen um die Geschichte zu einem ordentlichen Abschluss zu bringen.
Insgesamt würde ich der Reihe 3,5 Sterne geben, die ich jedem Fan von 1001 Nacht nur empfehlen kann. Ich habe beide Bücher sehr gern gelesen, aber der Schluss hat mich halt persönlich etwas enttäuscht. Trotzdem eine gute Bewertung für eine gute Reihe ;)

Veröffentlicht am 14.03.2017

Die Geschichte des Sam Pivnik

Der letzte Überlebende
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In diesem Buch geht es um Sam Pivnik, einem jüdischen Polen, der mit 13 Jahren erleben muss, wie die Deutschen in Polen in einmarschieren und damit seine unbeschwerte Kindheit und Jugend für immer beenden.
Sam ...

In diesem Buch geht es um Sam Pivnik, einem jüdischen Polen, der mit 13 Jahren erleben muss, wie die Deutschen in Polen in einmarschieren und damit seine unbeschwerte Kindheit und Jugend für immer beenden.
Sam erzählt aus der Zeit vor dem Krieg, von seiner Familie, die in Bedzin zu Hause ist und von seinem persönlichen Garten Eden, dem Ort, den er jedes Jahr mit seiner Familie in den Ferien besucht.
Nach der Besetzung Polens wird das Leben von Sam und seiner Familie immer beschwerlicher, bis sie dann irgendwann außerhalb seiner Heimatstadt in ein Ghetto verfrachtet und schlussendlich nach Auschwitz deportiert werden.
Dort wird Sam mit 17 Jahren sofort von seiner Familie getrennt und muss nun versuchen, den Schrecken und Horror, der dort herrscht, irgendwie zu überleben.

Wie soll man solch einen Erfahrungsbericht bewerten, wie kann man ein Leben einer 5Sterne Bewertung unterziehen?
Natürlich habe ich schon mehrere Bücher über den Holocaust gelesen, aber dieses hier hat mich doch mehr mitgenommen als andere. Schon der Prolog hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Sam Pivnik hatte für seine Geschichte einen Ghostwriter, der das Leben bzw. Überleben relativ und emotionslos beschreibt. Und trotz dieser Emotionslosigkeit läuft es einem ständig kalt den Rücken herunter, wenn man liest, welche Gräueltaten den Gefangenen in den Konzentrationslagern angetan wurden.
Immer wieder musste ich mir vor Augen halten, dass das Buch ja tatsächlich die Wahrheit ist und keine fiktive Horrorgeschichte.
Auch wenn es solche Bücher schon zuhauf gibt, finde ich es absolut wichtig, solche Erfahrungen immer und immer wieder zu erzählen, damit niemand vergisst, was damals geschehen ist und wie grausam die Menschen sein können. Gerade in der heutigen Zeit…
Ein Buch, das ich wirklich jedem empfehlen möchte und kann.

Ein wenig Bauchschmerzen bereitet mir die Geschichte aber auch und das möchte ich einfach noch loswerden. Als Sam die Schrecken des Krieges überstanden und sich einigermaßen erholt hat, geht er nach Israel um dort der Armee im Kampf gegen Palästina beizutreten. Das ist etwas, was ich noch nie verstanden habe und wohl auch nie verstehen werde. Wie kann man, wenn man solch einen Horror selbst erlebt und überlebt hat; wenn man weiß, wie es ist aus seiner Heimat vertrieben worden zu sein, ebenfalls in den Krieg gegen ein anderes Volk ziehen? Ich möchte keine Diskussion lostreten und auch keinesfalls Sam kritisieren, aber diese Gedanken gingen mir einfach beim Lesen durch den Kopf…

Veröffentlicht am 13.02.2017

Etwas mehr Psycho hätte der Geschichte gut getan...

Glücksmädchen
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In Glücksmädchen geht es um die Kriminalreporterin Ellen Tamm, die den Auftrag bekommt sich um das Verschwinden der 8jährigen Lycke zu kümmern und darüber zu berichten. Leider kann Ellen sich nicht wirklich ...


In Glücksmädchen geht es um die Kriminalreporterin Ellen Tamm, die den Auftrag bekommt sich um das Verschwinden der 8jährigen Lycke zu kümmern und darüber zu berichten. Leider kann Ellen sich nicht wirklich dafür begeistern, denn ihre Zwillingsschwester Elsa ist ebenfalls mit 8 verschwunden und tot aufgefunden wurden. Da Ellen seit damals große Schuldgefühle mit sich herumträgt, versucht sie trotz allem den Fall aufzuklären und die kleine Lycke zu finden...

Das Buch ist als Psychothriller eingeordnet, aber leider ist es mir definitiv nicht psycho genug. Es war spannend, keine Frage, aber mir fehlte einfach der richtige Nervenkitzel. Die Protagonisten waren mir durchweg alle unsympathisch, was wahrscheinlich von der Autorin auch so gewollt war, aber selbst mit Ellen konnte ich nicht wirklich mitfühlen, da mir deren Selbsthass teilweise auf die Nerven ging.
Auch fand ich das Buch gelegentlich sehr verwirrend und etwas hektisch - ich weiß nicht wirklich wie ich das Gefühl beschreiben soll, was ich während des Lesens ab und zu hatte.
Alles in allem trotzdem ein spannender Thriller, der am Ende auch irgendwie berührt und nachdenklich macht. Ich bin gespannt ob es einen weiteren Teil mit Ellen geben wird, denn in ihrem Privatleben gibt es Dinge, die meiner Meinung nach offen geblieben sind und sich für eine Fortsetzung eignen.
3,5 Sterne für das Debüt der Autorin, die wohl selbst beim schwedischen Fernsehen gearbeitet hat, und das sicherlich noch ein wenig Luft nach oben hat.

Veröffentlicht am 22.11.2016

Grandiose Fortsetzung

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht
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Ein anderthalbes Jahr mussten wir auf die Fortsetzung von Elias und Laia – Die Herrschaft der Masken, warten. Am 11. November 2016 erschien dann endlich der langersehnte 2. Teil dieser orientalisch angehauchten ...

Ein anderthalbes Jahr mussten wir auf die Fortsetzung von Elias und Laia – Die Herrschaft der Masken, warten. Am 11. November 2016 erschien dann endlich der langersehnte 2. Teil dieser orientalisch angehauchten vierteiligen Jugend Dystopie.
Und hier handelt es sich nicht um einen typischen 2. Teil einer Reihe, der meistens etwas schwächelt, sondern „Eine Fackel im Dunkel der Nacht“ steht dem ersten Band in gar nichts nach und toppt das Ganze meiner Meinung nach sogar noch.

Die Geschichte beginnt genau da wo der erste Teil geendet hat und Sabaa Tahir lässt einen auf den ersten 60 Seiten kaum Zeit zum Luftholen, so spannend und rasant geht es weiter.
Zum Inhalt möchte ich natürlich nichts sagen um niemanden zu spoilern, aber im Grunde geht es in „Elias & Laia“ um eine orientalisch angehauchte Welt, die vom Imperium beherrscht wird. Es gibt die Martialen, die Herrscher und deren Gefolge und die Kundigen oder Sklaven. Laia gehört den Kundigen an und trifft im Laufe des ersten Bandes auf Elias, einen Soldaten der Martialen. Elias hadert mit seinem Schicksal und Laia ist auf der Suche nach ihrem Bruder Darin. So kommen die beiden über Umwege zusammen und müssen nun viele Hindernisse und waghalsige Abenteuer überstehen.

Es handelt sich bei dieser Reihe nicht um einen typischen Jugendroman, denn die Brutalität und das Grauen, was uns Sabaa Tahir hier teilweise präsentiert, ist schon starker Tobak.

Wir sehen in dieser Fortsetzung liebgewonnene wie auch gehasste Charaktere wieder, wir leiden, lieben, lachen und fühlen mit ihnen. Wir verfluchen sie und wünschen so manchen die Pest an den Hals. Aber auch neue und sehr interessante Personen werden eingeführt, die wir ebenso schnell ins Herz schließen wie die eben schon bekannten.

Sabaa Tahir schafft es trotz der 512 Seiten, die dieses Buch umfasst, die Geschichte auf einem konstant spannenden und hohen Niveau zu halten. Auf keiner Seite wird es langweilig, was auch den neuen Kapiteln aus der Sicht von Helena liegt. Sabaa Tahir hat einen mitreißenden und fesselnden, bildgewaltigen und anspruchsvollen Schreibstil, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es gab sehr viele Wendungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte, die aber die Geschichte umso interessanter machen.

Ich bin wirklich schwer begeistert von dieser Fortsetzung und auch wenn ich nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, kann ich „Elias & Laia“ vorbehaltlos jedem empfehlen. Leider heißt es jetzt warten auf den 3. Teil, der wohl erst 2018 erscheinen soll…