Platzhalter für Profilbild

Elamanu

Lesejury Profi
offline

Elamanu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elamanu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2021

was für eine lesenswerte, die Sehnsucht nach Meer weckende Geschichte.

Fischbrötchen und Salzkaramell
0

Katharina ist kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag. Und sie hat ein großes Ziel, denn bis zu diesem Zeitpunkt möchte sie unbedingt die ersehnte Beförderung erreichen. Arbeit ist zu ihrem Lebensmittelpunkt ...

Katharina ist kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag. Und sie hat ein großes Ziel, denn bis zu diesem Zeitpunkt möchte sie unbedingt die ersehnte Beförderung erreichen. Arbeit ist zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden. Um auch ihren Chef davon zu überzeugen, sie sei die beste Mitarbeiterin für diese Stelle, bucht sie kurzerhand ein Survivaltraining in Eckernförde. Doch dieses Training läuft ganz anders ab, als zunächst erwartet. Denn ihr Trainer Hannes lebt sein Leben vollkommen anders als sie, ist achtsam, zufrieden und vor allem - voller Lebensfreude.

"Fischbrötchen und Salzkaramell" ist der zweite Teil der sog. Eckernförder-Reihe der Autorin Jane Hell. Ich kenne den ersten Teil bis jetzt noch nicht, hatte aber an keiner Stelle das Gefühl, mir fehle Vorwissen aus dem vorher erschienenen Band.

Von Beginn an gelingt es Jane Hell, vor allem auch dank ihres unglaublich gut unterhaltenden, leicht zu lesenden Schreibstils, ihre Leser mitten hinein in das Leben ihrer Hauptfigur Katharina zu schicken. Diese ist ein absoluter Workaholic und möchte mit dem Survivaltraining vor allem ihren Chef von ihren Fähigkeiten überzeugen. Als sie dann auf Hannes trifft, lernt sie ein Leben kennen, welches gegensätzlicher nicht sein könnte.

Mir hat die Geschichte unheimlich viel Lesespaß gebracht, was allerdings nicht nur an den beiden Hauptfiguren Kat und Hannes gelegen hat, sondern auch an der wunderbar beschriebenen Umgebung in Eckernförde. Liebevoll und detailreich gelingt es Jane Hell hier, ihren Lesern zumindest gedanklich ein wenig Urlaubsgefühl zu vermitteln und eine zauberhafte Lesezeit zu bescheren.

Eigentlich bin ich ganz froh, den ersten Teil bisher noch nicht zu kennen, denn so kann ich bald wieder nach Eckernförde "zurückkehren" und freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2021

Der Ickabog (Hörbuch)..... fantastisch gelesen von Heike Makatsch

Der Ickabog
0

Das Königreich Schlaraffien könnte glücklicher nicht sein. Regiert von König Fred dem Furchtlosen, der natürlich stets und immer um das Wohlergehen seines Volkes bemüht ist, verrichten seine Untertanen ...

Das Königreich Schlaraffien könnte glücklicher nicht sein. Regiert von König Fred dem Furchtlosen, der natürlich stets und immer um das Wohlergehen seines Volkes bemüht ist, verrichten seine Untertanen meist mit viel Vergnügen ihr Tagewerk. Doch als eine Näherin vor Erschöpfung während ihrer Arbeit stirbt und deren Tochter Lilli Lerchensporn dem König die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt, beginnen sich kleine Risse durch das einst glückliche Königreich zu ziehen. Und dann ist da noch die Sage des Ickabogs, einem riesenhaften Monster, welches im weit entfernten nördlichen Marschland hausen soll. Eigentlich hat ihn noch niemand jemals zu Gesicht bekommen - doch ist es wirklich nur eine Sage?

Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht wirklich eine Vorstellung, was mich bei diesem Hörbuch für eine Geschichte erwarten wird. Bekannt war mir nur, dass es eine völlig andere Art der Erzählung von J.K.Rowling sein sollte als die Harry Potter Reihe - und es sich um ein Kinderbuch handelt, welches sie während des Lockdowns im Jahre 2020 für Kinder und Familien geschrieben hat.

Bereits nach dem ersten Kapitel war ich von der Erzählweise fasziniert, es war, als würde man ein längst vergessenes Märchen hören und mir hat diese Art - da so vollkommen anders - von Beginn an viel Freude beim Zuhören gebracht. So hätte ich die gesamte Geschichte mit einer Laufzeit von 7 Stunden 51 Minuten am liebsten an einem Stück gehört.

Was für mich allerdings verwunderlich ist - die Altersempfehlung für diese Geschichte (ab 8 Jahre). Sollte ich schätzen, hätte ich vielleicht auf 10 oder eher 11 Jahre getippt, denn sie ist stellenweise doch ziemlich grausam und düster mit detailreichen Schilderungen, hier könnten sich jüngere Kinder meiner Meinung nach noch zu sehr ängstigen.

Sicherlich hat auch die fantastische Sprecherstimme dazu beigetragen, für unglaublich viel Hörfreude bei diesem Hörbuch zu sorgen. Heike Makatsch liest facettenreich und wunderbar fantasievoll. Dies hat auch zum großen Teil bei mir dazu geführt, dass ich die Geschichte des "Ickabogs" einfach genossen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2021

Lesenswertes Buch über zwei ungleiche Frauen auf der Reise ihres Lebens.

Miss Bensons Reise
0

Die Hauswirtschaftslehrerin Margery Benson lebt kurz nach dem zweiten Weltkrieg ein eher tristes Leben mitten in London. Doch als ihr eines Tages die Hänseleien ihrer Schülerinnen zu viel werden, schmeißt ...

Die Hauswirtschaftslehrerin Margery Benson lebt kurz nach dem zweiten Weltkrieg ein eher tristes Leben mitten in London. Doch als ihr eines Tages die Hänseleien ihrer Schülerinnen zu viel werden, schmeißt sie ihren Job hin und besinnt sich auf einen seit ihrer Kindheit geträumten Traum - einen "Goldenen Käfer" zu finden, welcher in Neukaledonien leben soll. Diesen Käfer hatte ihr Vater Margery in ihrer Kindheit einmal in einem Buch gezeigt - und nun erinnert sich Marge wieder an diesen Traum, den noch unbekannten Käfer zu suchen. Die Mitte zwanzigjährige Enid Pretty ist ihre Reisebegleiterin und Assistentin, zwar nicht ihre erste Wahl, aber kurz vor Abreise hatte Margery dem wenig entgegen zu setzen. Und so begeben sich die beiden ungleichen Frauen an Bord eines Dampfers, um über Australien weiter nach Neukaledonien zu reisen. Doch werden sie dort dem Goldenen Käfer begegnen?

Das Cover von "Miss Bensons Reise" ist unglaublich ansprechend und zieht automatisch den Blick auf sich, ob nun durch die auffällige und dennoch passende Farbwahl oder aber auch die gesamte Gestaltung - ein Hingucker ist es auf jeden Fall.

Die Geschichte ist in relativ kurze Kapitel aufgeteilt und lässt sich schon alleine deshalb (trotz der knapp über 470 Seiten) zügig lesen. Allerdings liegt das - neben dem aufregenden Abenteuer von Miss Benson natürlich - auch am wunderbaren Schreibstil von Rachel Joyce. Sie zeichnet jede ihrer Figuren - allen voran Marge und Enid - so detailreich, außergewöhnlich und gut vorstellbar, dass das eigentliche Abenteuer der Geschichte, die Suche nach dem Goldenen Käfer, fast ein wenig in den Hintergrund rückt. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet, von Seite zu Seite gelingt es Rachel Joyce, diese ihren Lesern näher zu bringen.

Trotz der nicht nur äußerlichen Unterschiede der beiden Frauen entwickelt sich so langsam eine immer tiefer gehende Freundschaft zwischen den beiden, jede lernt von der "Andersartigkeit" der anderen und so ist weder Enid noch Marge am Ende der Reise mit der Person zu vergleichen, welche in London das Schiff betreten hat.

"Miss Bensons Reise" von Rachel Joyce ist ein Roman, welcher von beinahe verpassten Lebensträumen handelt. Von der Chance, diese wahrzunehmen, wenn sie sich bietet und vor allem einer tiefen Freundschaft zwischen zwei ungleichen Frauen, die den Mut hatten, sich auf eine abenteuerliche Reise zu begeben - der Reise ihres Lebens.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2021

Vollkommen anders als zunächst erwartet.

Das Verschwinden der Erde
0

Irgendwann im August verschwinden die beiden Schwestern Aljona und Sofija spurlos, niemand kann sich erklären, wie dies auf der Halbinsel Kamtschatka unbemerkt geschehen konnte. Vor einigen Jahren ist ...

Irgendwann im August verschwinden die beiden Schwestern Aljona und Sofija spurlos, niemand kann sich erklären, wie dies auf der Halbinsel Kamtschatka unbemerkt geschehen konnte. Vor einigen Jahren ist bereits die junge Studentin Lilja spurlos verschwunden - und doch scheint diesmal alles ganz anders zu sein, so jedenfalls die Meinung vieler Bewohner und auch der ermittelnden Personen.

Ein wenig irritierend fand ich beim ersten Anblick des Buches mit dem wunderschön gestalteten, beeindruckenden Cover die Beschreibung "Roman" auf der Vorderseite und "Kraftvoller literarischer Thriller" auf der Rückseite. Nach dem Lesen würde ich vielleicht die Beschreibung "Spannender literarischer Roman" bevorzugen.

Beim Aufschlagen sind auf zwei Seiten die Hauptpersonen der Handlung mit einigen Merkmalen aufgelistet, ein kurzes Interview der Autorin Julia Philips über die Entstehung des Buches und auch eine Karte mit der Beschreibung der Insel Kamtschatka. Dies alles hat mir als Einstimmung auf die folgende Geschichte gut gefallen.

Die Handlung beginnt im August - jedes Kapitel beschreibt einen Monat ab der Entfühurung der beiden Schwestern. Kapitel für Kapitel erfährt man einiges über verschiedenste Einwohner der Halbinsel Kamtschatka, taucht Seite für Seite immer tiefer in das jeweilige Leben der Frauen, deren Gemütslage und Stimmung ein - nur um an vielen Stellen mit einigen Fragezeichen am Ende des Kapitels im nächsten erneut in eine andere Gegend, zu einer anderen Person oder Familie zu gelangen. Erst nach und nach erschließt sich bei einigen der Zusammenhang, sozusagen der Faden, welcher die Haupthandlung umwebt.

Auch das Ende (und somit das Kapitel im Juli des darauffolgenden Jahres angekommen) lässt Spielraum für eigene Gedanken. Ich hätte mir bei einigen Hauptpersonen und deren Handlung eine ausführlichere "Fortsetzung" gewünscht, denn bei diesen lässt Julia Phillips ihre Leser mit vielen Fragezeichen zurück.

"Das Verschwinden der Erde" ist ein Buch, welches ich trotz einiger weniger Kritikpunkte in kürzester Zeit gelesen hatte, denn die Autorin schafft es, ihre Leser vollkommen an der zerrissenen, gespaltenen, manchmal aussichtslos erscheinenden Gefühlswelt all ihrer Hauptpersonen teilhaben zu lassen, dies alles vor der rauhen Kulisse der Halbinsel Kamtschatka, scheinbar am Rande der Welt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2021

Die Douglas-Schwestern (Hörbuch)

Die Douglas-Schwestern
0

Die beiden Schwestern Anna und Marie Carstens wachsen gut behütet im Hamburg rund um das Jahr 1900 auf. Beide verstehen sich gut und halten, trotz ihrer unterschiedlichen Wesensarten, stets zusammen. Doch ...

Die beiden Schwestern Anna und Marie Carstens wachsen gut behütet im Hamburg rund um das Jahr 1900 auf. Beide verstehen sich gut und halten, trotz ihrer unterschiedlichen Wesensarten, stets zusammen. Doch wird sich der große Traum einer eigenen Parfümerie der beiden Schwestern jemals erfüllen?

Bei diesem Hörbuch hat mich bereits der Titel angesprochen. Ich höre gerne Geschichten aus der damaligen Zeit - und wenn sie noch einen "Bezug" zu den Anfängen eines bekannten Unternehmens haben, ist dies natürlich auch nicht ganz uninteressant.

Mir hat bei dieser Erzählung der Anfang ziemlich gut gefallen, denn es liegt noch so eine Art "Zauber" eines Neuanfangs in der Luft - man ist gespannt, wie sich die beiden Schwestern gegen die Widrigkeiten der damaligen Zeit durchsetzen können, um im Jahre 1910 die Parfümerie "Douglas" in Hamburg zu eröffnen. Doch leider wurde, je weiter die Geschichte erzählt wird, der eigentliche Traum der Schwestern und ihrer Parfümerie mehr und mehr zu einem Nebenschauplatz, was ich so nicht erwartet hätte.

Bei einem Nachwort am Ende des Hörbuches erfährt man, wie viel von dieser Erzählung auf Wahrheiten beruht und welcher Teil frei erfunden wurde.

Was mir allerdings durchweg über die gesamte Hördauer von 711 Minuten (ungekürzte Lesung) Hörfreude gebracht hat, war die unglaublich angenehme Sprecherstimme von Uta Simone.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere