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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2019

Mitlaufen

Laufen
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Die 43-Jährige Frau läuft auf Empfehlung ihrer besten Freundin Rike. Der Freund der Ich-Erzählerin hat Selbstmord begangen, und so fängt sie wieder mit dem Laufen an, um auf andere Gedanken zu kommen und ...

Die 43-Jährige Frau läuft auf Empfehlung ihrer besten Freundin Rike. Der Freund der Ich-Erzählerin hat Selbstmord begangen, und so fängt sie wieder mit dem Laufen an, um auf andere Gedanken zu kommen und mit dem Grübeln aufzuhören. Sie versucht den Verlust zu verarbeiten. Dabei wird sie von Rike und ihrer Therapeutin unterstützt.

Die Geschichte wird im inneren Monolog der Ich-Erzählerin erzählt. Der Leser begleitet sie beim Laufen und erfährt unmittelbar von ihren Gedanken und Gefühlen. Anfangs wiederholt sie sich oft, doch Stück für Stück teilt sie mehr aus ihrem Leben.

Der Schreibstil spiegelt in gewisser Hinsicht ihren Laufrhythmus wider. Die Sätze sind sehr lang und beeinträchtigen den Lesefluss in keiner Weise, im Gegenteil die Satzlänge trägt zu einem kontinuierlichen Weiterlesen an.

Trotz ihres tragischen Schicksalsschlags hat die Ich-Erzählerin ihren Humor nicht gänzlich verloren. So verleiht sie der traurigen Atmosphäre an einigen Stellen noch einen Hauch von Leichtigkeit, was zu einem ausgeglichenen Gleichgewicht führt.
Mit ihren Beschreibungen bezüglich ihrer Umgebung beim Laufen verschafft sie dem Leser einen kleinen Einblick auf ihre Umgebung, der sie selbst von ihren Gedanken ablenkt, indem sie sich viele Geschichten zusammenreimt.

Wendepunkte in der Geschichte sind meiner Meinung nach, bis auf eine Ausnahme, nicht zu finden. Die Protagonistin erzählt von ihrem Leben, und natürlich sind Entwicklungen in kleinen Schritten zu erkennen, doch diese bauen keine starke Spannung auf. Zwar ist eine gewisse Neugier auf das Kommende vorhanden, aber mehr auch nicht, was aber den Lesespaß auf keinen Fall beeinflusst, denn das Thema ist kein einfaches.

Fazit:
"Laufen" ist ein beeindruckendes Buch, das eine wichtige Message enthält, die jeder Leser selbst entdecken sollte.
Die Geschichte im inneren Monolog ist sehr gelungen. Es kommt das Gefühl auf, als ob die Ich-Erzählerin eine Freundin wäre, die ihre Gedanken und ihr privatstes Inneres teilt.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Tolle Fantasygeschichte für jüngere Leser

Beast Changers, Band 1: Im Bann der Eiswölfe
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Die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders sind Waisen, die seit sechs Jahren in den Straßen von Holbard leben und selbst zu sehen müssen, wie sie gegen Hunger und Kälte kämpfen. Beide klauen gemeinsam ...

Die 12-jährigen Zwillinge Rayna und Anders sind Waisen, die seit sechs Jahren in den Straßen von Holbard leben und selbst zu sehen müssen, wie sie gegen Hunger und Kälte kämpfen. Beide klauen gemeinsam Essen und Münzen, um am Leben zu bleiben. An einem belebten Tag wollen sie ihrer "Arbeit" nachgehen, doch werden erwischt. Unglücklicherweise verwandelt sich Rayna in einen Feuerdrachen inmitten von Eiswölfen, die sie angreifen, weil sie verfeindet sind, doch ihr gelingt die Flucht. Anders verwandelt sich in einen Wolf, was eigentlich unmöglich ist, denn in einer Familie kann es keine Wölfe und Drachen geben.

Anders, schüchtern und ängstlich, findet Halt an seiner Zwillingsschwester Rayna, die das genaue Gegenteil von ihm ist, nämlich selbstsicher und zielorientiert. Sie findet immer aus verzwickten Situationen heraus und hilft auch Anders in missglückten Situationen, indem ihr die klügsten Ideen einfallen, auf die Anders nicht gekommen wäre. Beide unterstützten sich seit Kindesbeinen gegenseitig und schlagen sich durch die Straßen durch.
Auch wurden die Nebencharakter gekonnt eingesetzt und waren genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Sie verliehen der Geschichte die passende "Würze" und ergänzten die Spannung.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, lässt sich einfach lesen und ist ganz gut geeignet für Klein und Groß. Die Atmosphäre, die beim Lesen entstanden ist hat dazu geführt, dass der Leser Anders' Sichtweise und Gefühle besser verstehen konnte.

Anders' Ziel, seine Schwester zu finden, regt den Leser zum Weiterlesen und Mitfiebern an. Ihn auf seiner abenteuerlichen Reise zu begleiten erzeugt eine Spannung, die Richtung Ende seinen Höhepunkt erreicht, aber auch zwischendurch wird es nicht langweilig, da es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Anders lernt viel über Freundschaften und sich selbst, und so erfährt auch der Leser viel über ihn.
Trotz leichter Vorahnung auf das Ende wird der Leser zu Gunsten Anders' positiv überrascht und das Ende erweckt eine Neugier auf den zweiten Band!

Fazit:
Die Geschichte vermittelt wichtige Lektionen in Bezug auf Freundschaft, Selbstfindung und Selbstentwicklung und ist eine Leseempfehlung vor allem für junge Leser, die Fantasygeschichten und Abenteuer lieben.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Absolute Leseempfehlung

Die Quellen von Malun - Blutgöttin
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In Ruann ist das Wasser schon seit Jahren knapp. Die Sapioner sind die herrschende Macht und führen einen grausamen und gewaltvollen Krieg gegen die Nachbarreiche, die sie versklaven oder umbringen.
Vier ...

In Ruann ist das Wasser schon seit Jahren knapp. Die Sapioner sind die herrschende Macht und führen einen grausamen und gewaltvollen Krieg gegen die Nachbarreiche, die sie versklaven oder umbringen.
Vier Protagonisten begleiten uns in "Die Quellen von Malun - Blutgöttin".
Feyla, die Tochter des höchsten Politikers in Sapion, lebt mit ihren Halbschwestern im Palast ihres Vaters, der Offizier Dorgen, der gemeinsam mit dem Soldaten Tailin im Heerlager gegen ihre Feinde kämpft und Alia, die Sklavin, die durch Tunnelsysteme Wasser an die Erdoberfläche trägt, und die tagtäglich um ihr Leben bangen muss.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und beeindruckend. Ich habe die detailreichen Beschreibungen geliebt und mich unmittelbar in der Geschichte gefühlt.

Die Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden. Viele Höhepunkte und unerwartete Wendepunkte haben zum Weiterlesen motiviert und jedes neue Kapitel war ein Abenteuer für sich, was ich unglaublich genossen habe. Mitfiebern wird hier großgeschrieben!

Wenn man bedenkt, dass das Thema Wasserknappheit aktuell ist, finde ich die Geschichte sehr gelungen. Der Wassermangel ist die Basis der Geschichte, die auch auf die Protagonisten einwirkt und sie in gewisser Weise miteinander verknüpft und ihre Handlungen beeinflusst, denn Wasser ist ein Luxusgut und dies hat natürlich seine Folgen.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Unterdrückung. Fast jeder wird unterdrückt, was auch sehr zu spüren war. Da möchte man gleich mitwirken und die Unterdrückten unterstützen, die ohne Hilfe einfach machtlos sind.

Die Protagonisten sind alle sehr tiefgründig und kommen auf keinen Fall zu kurz. Wir lernen die vier Protagonisten nacheinander kennen und erfahren ihre Eigenschaften, ihre Sichtweisen und ihre Positionen im ganzen Geschehen. Die Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven zu verfolgen fand ich als sehr bereicherndes Leseerlebnis und ist auch eine willkommene Abwechslung zu ein oder zwei Perspektiven.

Fazit:
Die grausame und gewaltvolle Welt ist auf ihre eigene Art und Weise dennoch sehr beeindruckend und atemberaubend. Die Geschichte, mit ihren unerwarteten Wendungen und vielen Höhepunkten ist sehr vielversprechend und eine absolute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Fantasie
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 19.07.2019

Großes Fragezeichen

Dragon Hunter Diaries - Drachen bevorzugt
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Veronica, alias Ronnie, ist eine Mathelehrerin mit einem Reinlichkeits- und Ordnungszwang. Sie hatte eine kaputte Familie, wird schon jahrelang therapiert und hat keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. ...

Veronica, alias Ronnie, ist eine Mathelehrerin mit einem Reinlichkeits- und Ordnungszwang. Sie hatte eine kaputte Familie, wird schon jahrelang therapiert und hat keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Plötzlich ruft ihre Halbschwester Helen sie an, und bittet sie um ein dringendes Treffen. Dort angekommen sieht Ronnie, dass Helen schwer verletzt ist und erfährt von Drachenjägern und Dämonen. Helen braucht ihre Hilfe und Ronnie möchte ihr helfen, ohne zu wissen wie. Helen beißt in Ronnies Handgelenk und ihre Umwandlung zur Drachenjägerin beginnt.
Ihr neuer Nachbar Ian ist auch Drachenjäger, und so schließen sie eine Vereinbarung von der beide profitieren. So kämpfen beide zusammen gegen das Böse und kommen sich unweigerlich näher.

Katie MacAlister ist eine US-amerikanische Autorin, die schon viele Bücher über Drachen geschrieben hat. ,,Drachen bevorzugt" ist der Auftakt der Reihe "Dragonhunter-Diaries" und ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Ronnie erzählt, die hier in der Handlung ihr eigenes Buch schreibt und Ians Perspektive wird mit dem Er-Erzähler erzählt.
Den Schreibstil finde ich nicht flüssig. Vielleicht lag es daran, dass mir die Begriffe aus der Drachenwelt unbekannt waren, aber auch ohne diese musste ich oft Sätze wiederholt lesen. Der Humor, der anfangs noch ganz witzig ist, wird später nur noch unerträglich und fühlt sich sehr gezwungen an genau wie die Kapitelüberschriften.

Ronnie, schon Erwachsen und Lehrerin, stellt unheimlich viele Fragen, redet wie ein Wasserfall und stellt sich ziemlich lächerlich an. Ihren Reinlichkeitszwang überwindet sie durch ihre Drachenjäger-Fähigkeiten, doch so wirklich wird sie ihn nicht los, da sie immer daran denken muss. Mit ihrer Art und Weise wirkt sie sehr anstrengend und nervtötend.

Ian ist anfangs sehr verschlossen, beantwortet nicht alle Fragen von Ronnie, aber das ist ja auch egal, denn er sieht ziemlich gut aus und für Ronnie scheint dies auszureichen, da sie sofort Feuer und Flamme für ihn ist. Die Beziehung schreitet schneller voran als so manch andere Beziehung voranschreiten würde, was natürlich sehr unrealistisch ist.

Charaktere kommen und verschwinden nach Belieben und der Leser bleibt mit offenen Fragen zurück. So wurden einige Charaktere und Handlungen links liegen gelassen, obwohl sie gute Spannung in die Geschichte eingebracht hätten.
Allgemein sind sich die weiblichen (es bestehen zum Großteil nur weibliche) Charaktere alle sehr ähnlich. Alle handeln mit einer peinlich humorvollen Art, die alles ins Lächerliche zieht und plappern ununterbrochen.
Es wurde so viel Wert auf den Humor gelegt, da hätte man lieber auf die Logik achten können, die nur so vor Fehlern trief oder Fragen klären, die zu unnötigen Verständnisproblemen geführt haben oder es am besten gar nicht erst zu diesen Fragen kommen lassen, indem schon vornherein alles Wichtige erklärt wird.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 22.06.2019

Viel Schule, wenig Liebe

Fünf Sterne für dich
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Konrad hat seine feste Struktur und Ordnung. Sein Tag ist durchgetaktet und seine Entscheidungen trifft er wohlüberlegt mithilfe seines Notizbuches, wobei er das Schlechte möglichst vermeidet, passend ...

Konrad hat seine feste Struktur und Ordnung. Sein Tag ist durchgetaktet und seine Entscheidungen trifft er wohlüberlegt mithilfe seines Notizbuches, wobei er das Schlechte möglichst vermeidet, passend zu seiner Maxime: Lass alles weg, was dir nicht guttut. Er arbeitet als Produktbewerter und verfolgt hier eine komplett gegensätzliche Strategie. In seinen Bewertungen setzt er die Produkte in das beste Licht und vergibt immer fünf Sterne.
Mit seiner Tochter Mathilda, die in die siebte Klasse geht, ist er nach Hamburg gezogen. Am Elternabend wird er mehr oder weniger aus freien Stücken zum Elternvertreter und verliert sein Notizbuch, in das er Bewertungen der beiden Klassenlehrer geschrieben hat. Die Lehrerin Pia Flemming findet es und ist gar nicht begeistert, deswegen drückt sie ihm Aufgaben auf, die er erledigen soll. So kommen die beiden sich näher, indem Konrad sie in Bezug zu einem gemobbten Schüler unterstützt.

Charlotte Lucas ist das Pseudonym der deutschen Schriftstellerin Wiebke Lorenz. Unter ihrem echten Namen veröffentlicht sie Thriller und unter ihrem Pseudonym Liebesromane. Die Romane ,,Dein perfektes Jahr" und ,,Wir sehen uns beim Happy End" sind bereits erschienen. ,,Fünf Sterne für dich" von Charlotte Lucas ist der erste Roman, den ich von ihr gelesen habe.

Die Geschichte wird aus der Er-/ Sie-Perspektive von Konrad und Pia in aufeinander folgenden Kapiteln erzählt.
Thrillerartige Rückblenden verfolgen den Leser durch die Geschichte hindurch und verleihen dem Ganzen eine Spannung, die zum Weiterlesen anregt.

Pia Flemming übernimmt zum ersten Mal eine Klasse, ist Quereinsteigerin und hat noch nicht mal Lehramt studiert.
Sie ist mit sich selbst im Zwiespalt. Pia möchte "souverän, welterfahren und tough" wirken, dabei ist sie das genaue Gegenteil. Zu unsicher, übereifrig, macht sich zu viele Sorgen, möchte es allen recht machen und mit unüberlegten Plänen versucht sie Probleme zu lösen, deshalb fand ich sie anfangs sehr anstrengend. Trotz ihrer Unerfahrenheit war sie zu verklemmt. Erst gegen Ende kommt sie aus sich heraus, wird etwas selbstbewusster und kann auch mal eine Diskussion gewinnen.

Konrad Michaelsen ist ein sehr fürsorglicher Vater und möchte nur das Beste für seine Tochter. Die Tatsache, dass er alleinerziehend ist, ist sehr bewundernswert.
Anfangs fand ich seine Maxime gut und nützlich, doch nach und nach wird klar, dass sie nicht so leicht umsetzbar ist. Konrad ist gerne für sich, aber als Elternvertreter ist eine Kontaktverweigerung unmöglich. Seine Einstellungsänderung ist deutlich zum Postiven. Ich finde es toll, dass er Pia unterstützt.
Gerade der Part im Auto nach dem Regen war einer meiner Highlights. Er nutzt die Möglichkeit und hilft ihr in einer ihrer schlimmsten Situationen. Die romantische Harmonie war deutlich zu spüren.

Der Schreibstil ist flüssig und ganz gut zu lesen. Ich habe zwar auch mitgefiebert, schade ist nur, dass außer den Rückblenden die Geschichte keine wirkliche Spannung aufbauen konnte. Erst am Ende am Wendepunkt kam die Spannung leider zu spät, doch da war mir die Handlung auch viel zu schnell.

Der Fokus liegt unerwarteterweise eindeutig auf der Schulthematik, daher rückt die Liebesgeschichte in den Hintergrund, und ist somit eher zweitrangig, was ich sehr schade finde. Dennoch ist der Roman sehr unterhaltsam und bietet guten Lesestoff.

  • Cover
  • Geschichte
  • Idee
  • Figuren
  • Erzählstil