Teenager und wirre Gedanken
Himmel ohne EndeDer erste Roman von Julia Engelmann ist meiner Meinung nach ein absoluter Volltreffer. Ich habe das Buch geliebt.
Es gibt einen klassischen Spannungsbogen, aber es ist nicht so, dass man ein dramatisches ...
Der erste Roman von Julia Engelmann ist meiner Meinung nach ein absoluter Volltreffer. Ich habe das Buch geliebt.
Es gibt einen klassischen Spannungsbogen, aber es ist nicht so, dass man ein dramatisches Ende oder ein klassisches Happy End erwarten muss.
Es geht in dem Buch um die junge Charlie, die seit jeher mit ihrer Mutter allein lebt, da ihr Vater die Familie verlassen hat. Charlie hat oft Gedanken, die sie quälen: wie wohl der Himmel aussieht, ob sie mal wichtig für jemanden sein wird, ob sie irgendwo dazu gehören kann, ob ihre Mama sie liebt, wer sie eigentlich ist usw. Sie schämt sich für ihre Gedanken und noch mehr, wenn sie sie laut ausspricht. Sie hat nur eine Freundin, aber genau die wendet sich hinterrücks von ihr ab und hat nachher eine andere beste Freundin. Charlie ist allein und einsam bis ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt. Der neue ist Pommes, ein Mensch, den wohl jeder in seinem Umfeld gebrauchen kann. Er kommt mit jedem gut klar, bezieht Außenseiter mit ein, lacht viel, unternimmt viel, traut sich viel. Dank ihm wird Charlies Leben besser und sie entwickelt sich, muss aber erkennen, dass nicht er alles für sie übernehmen kann, sondern nur sie selbst.
Was für ein zeitgenössischer Roman! Ich habe mich in mehreren Personen wiedererkannt. Ich kenne die Gedanken von Charlie. Es ging mir in meiner Kindheit auch oft so und als meine Oma starb, war ich zwar jünger als Charlie, aber ich konnte es genauso wenig verstehen wie sie und litt auch fürchterlich daran. Ich weiß wie es ist, wenn man eine Freundin hat, von der man denkt, sie wäre immer da und ich weiß auch wie sich ihre Freundin fühlt. Sie hat eine Freundin, merkt aber, dass das auf Dauer nicht passt und sie möchte eher zu den coolen und beliebten Kids gehören. In dem Alter sind diese Dinge aber eben sehr schlimm, weil man sich verloren fühlt und das alles noch nicht richtig begreifen kann.
Ich fands toll, dass mal jemand das Thema aufgegriffen hat. Denn die Schulklasse, die in dem Buch beschrieben wurde mit ihren typischen Charakteren wie Sofia, Kati und Schmitti kennen wir doch alle oder?
Es ist eine lustige und großartige Geschichte über Freundschaft und dass man manchmal jemanden braucht, der einem den Weg aufzeigt, den man sich selbst nicht traut zu gehen.
Es sind so tolle Sätze in dem Buch enthalten, die ich mir raus geschrieben habe und an einer Stelle versteckt sich auch ein klassischer Text mit poetry Vibes von Julia.
Es ist toll, dass sie die Erfahrung macht, so vielseitig kreativ und talentiert sein zu können. Ich bewundere sie und freue mich mehr von ihr zu lesen.