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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2020

Rauchland - Tradition, Aberglaube und Mord

Rauchland
5

In dem vierten und sehr spannenden Krimi "Rauchland" von Tom Finnek ermittelt das sympatische Ermittlerduo, Heinrich Tenbrink und Maik Bertram, wieder zusammen. Nachdem Tenbrink in den Ruhestand gegangen ...

In dem vierten und sehr spannenden Krimi "Rauchland" von Tom Finnek ermittelt das sympatische Ermittlerduo, Heinrich Tenbrink und Maik Bertram, wieder zusammen. Nachdem Tenbrink in den Ruhestand gegangen ist, wird er bei den laufenden Ermittlungen bei einem Totesopfer nach einem Hausbrand hinzugezogen. Man merkt ihm an, das er seine Ermittlungsarbeit liebt und obwohl dies von oberster Stelle nicht erwünscht wird, ermittelt er auf eigene Faust weiter und findet die entscheidenden Hinweise.

Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite. Nicht nur die Ermittlungsarbeiten in dem Mordfall, sondern auch die unvorhersehbaren Ereignisse in den Nebenhandlungen, machen das Buch lesenswert. Ich bin gerne mit dem eigensinnigen Heinrich Tenbrink auf Spurensuche. Er spielt den unschuldigen "Opa", weiß aber genau was er macht, um der Lösung des Falls näher zu kommen. Maik Bertram hat nicht nur damit zu kämpfen, das sich der Fall im Kreis dreht, auch im privaten muss er einiges einstecken. Man kommt den Charakteren sehr nah und lernt viel über sie kennen, das macht die Geschichte so sympatisch.
Der Krimi ist durchgehend spannend, ich konnte ihn nicht mehr als der Hand legen und habe ihn innerhalb weniger Tage "verschlungen".
Mit den überraschenden Wendungen hat mich der Autor ein paar mal sehr beeindruckt. Der plattdeutsche Dialekt hat mich am Anfang gestört, aber aus dem Zusammenhang der Geschichte sind die meisten Wörter gut zu verstehen. Und letztendlich gehört ein gute Dialekt einfach bei einem regionalen Krimi dazu und macht die Charaktere authentisch.

Fazit:
Das Buch ist bis zur letzten Minute spannend geschrieben. Heinrich Tenbrink und Maik Bertram sind teilweise unabhängig von einander an dem Fall dran und geben ein sehr engagiertes und warmherziges Ermittlungsduo ab. Gefallen hat mir auch, das man die Hintergründe und Gefühle der Charaktere durch die Nebenhandlungen kennen lernt. Sie sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich werde die ersten 3 Bände auf jeden Fall noch nachträglich lesen.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.12.2020

Spannend und undurchsichtig

Vergessene Gräber
4

Mara Billinsky, Oberkriminalkommissarin in Frankfurt und ihr Kollege Jan Rosen ermitteln in ihrem 6. Fall. Unschuldige, reiche Jugendliche, die ein schönes Leben vor sich haben, werden auf bestialische ...

Mara Billinsky, Oberkriminalkommissarin in Frankfurt und ihr Kollege Jan Rosen ermitteln in ihrem 6. Fall. Unschuldige, reiche Jugendliche, die ein schönes Leben vor sich haben, werden auf bestialische Weise gefoltert, gequält und ermordet. Es findet sich zunächst kein Zusammenhang zwischen den Opfern. Billinsky, die Krähe, und Jan Rosen, der Spatz, sind ein ungleiches Paar und doch haben sie sich zusammengerauft als Kollegen und Mordermittler. Dieser Fall ist sehr undurchsichtig, es gibt keine Ansatzpunkte und die Ermittlungen gehen nur sehr schleppend voran. Eine Geduldsprobe für Mara, der sie nicht gewachsen ist. In diesem Band machen Mara und Jan auch im Privaten einige Veränderungen durch. Es ist faszinierend zu sehen, dass unter der harten Schale von Mara ein weicher Kern steckt und umgekehrt in dem "Milchbubi" Rosen ein taffer Kerl, der seine Interessen durchsetzt.

Die Geschichte führt einen tief in die Vergangenheit. Müssen die jungen Menschen aus Rache sterben und warum werden sie so bestialische gequält?
Alle Hinweise führen Billinsky zur russischen Mafia und zu ihrem Erzfeind Witali Blochin. Doch ist er wirklich dafür verantwortlich oder handelt es sich um einen Trittbrettfahrer?

Mich hat dieser Triller sehr fasziniert und ich konnte direkt in die Welt von Mara eintauchen. Das Buch ist hochgradig spannend und bis zum Ende fesselnd. Der Schreibstil von Leo Born ist faszinierend. Viele spannende Kapitel enden mit einem Cliffhanger, danach geht es mit einer ganz anderen Begebenheit und Personen weiter und man muss manchmal bis zum übernächsten Kapitel warten, bis man weiß, wie die Szenen ausgegangen sind. Diese Sprünge machen das Buch zu einem fesselnden Ereignis und man kann es kaum aus der Hand legen.

Die Protagonisten, Mara Billinsky und Jan Rosen sind mir im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen. Mara, die Krähe, ist eine ganz eigensinnige und harte Ermittlerin. Und bei manchen Abenteuern und Entscheidungen von ihr, blieb mir fast die Luft weg. Sehr sympathisch finde ich an Mara, dass sie auch ein Herz hat und sich in diesem Buch langsam ihren Mitmenschen öffnet.
Jan Rosen geht in dieser Geschichte durch Höhen und Tiefen. Er kommt aus sich raus und entwickelt sich weiter. Es freut mich zu sehen, dass in diesem zurückhaltenden Kerl, doch ein harter Kern steckt.

Fazit:
Hochgradige Spannung mit eigenwilligen, aber sympathischen Charakteren in einem undurchsichtigen Fall.

Dies war mein erster Thriller mit Mara Billinsky, der Krähe, und ich bin so fasziniert vom Schreibstil und der fesselnden Geschichte, dass ich auf jeden Fall die Vorgänger-Bücher alle lesen werde. Ich vergebe für die Spannung, die Charaktere, den Schreibstil, die Handlung und das Cover 5 Sterne.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 27.05.2021

Aufstieg und Fall einer Berühmtheit

Die Tänzerin vom Moulin Rouge
3

Louise Weber ist ein 19-jähriges Mädchen mit viel Fantasie und Energie. Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Louise und ihre Mutter sind alleine und versuchen als Wäscherinnen über ...

Louise Weber ist ein 19-jähriges Mädchen mit viel Fantasie und Energie. Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Louise und ihre Mutter sind alleine und versuchen als Wäscherinnen über die Runden zu kommen. Doch Louise will mehr. Sie will das Leben und die Liebe spüren. Sie liebt das Tanzen, ist aufmüpfig und sehnt sich nach Anerkennung. Sie bricht aus ihrem Leben aus, lässt ihre Mutter zurück und beginnt aufreizend vor Publikum zu tanzen und Aktfotographien zu verkaufen. Sie hat Erfolg und lässt sich unter anderem im Moulin Rouge feiern. Freiheit und Selbstbestimmung ist ihr Motto. Wird sie auch die Liebe ihres Lebens finden?

An dieser Romanbiographie hat mich besonders der Schreibstil der Autorin fasziniert. Dieser ist lebendig und voller Fantasie. Genauso wie Louise. Man kann sich von dem Buch verzaubern lassen und die Leichtigkeit auf dem Montmartre spüren. Louise Weber ist eine reale Person die von 1866 bis 1929 in Paris gelebt hat. Die Kulisse und Eindrücke in Paris sind sehr lebendig beschrieben und das macht den Reiz dieses Buches aus. Louise ist ehrgeizig und freiheitsliebend. Ihr Künstlername „La Goulue“ (der Vielfraß) passt perfekt zu ihr, da sie unersättlich auf das Leben ist. Doch irgendwann versteckt sich die wahre Louise nur noch hinter der Fassade. Die Geschichte und das Leben von Louise sind sehr traurig. Einsamkeit, Abhängigkeit, Egoismus und Selbstvorwürfe zerfressen Louise. Darf man als Leser darauf hoffen, dass sie aus dieser Spirale ausbrechen kann?

Fazit:
Die Autorin versteht es den Leser in die Welt von Louise Weber („La Goulue“) zu entführen. Die Geschichte ist fantasievoll und doch mit hartem Kern über eine berühmte Tänzerin um die Jahre 1885 in Paris. Das Leben zur damaligen Zeit war nicht einfach und man kommt mit den Themen Armut, Einsamkeit, Abhängigkeit, sowie den großen Gefühlen von Freiheit, Ruhm und Geltungssucht in Berührung. Das Buch hat mich gefesselt, aber auch sehr traurig gestimmt. Auf jeden Fall wird es noch lange in mir nachhallen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 02.09.2020

Thriller mit großem Showdown

Schrei nach Rache
3

Der Thriller "Schrei nach Rache" von Matthias Bürgel ist die zweite spannende Geschichte mit dem Profiler Falk Hagedorn. An verschiedenen Flughäfen werden verschändelte Leichen gefunden und bald wird klar, ...

Der Thriller "Schrei nach Rache" von Matthias Bürgel ist die zweite spannende Geschichte mit dem Profiler Falk Hagedorn. An verschiedenen Flughäfen werden verschändelte Leichen gefunden und bald wird klar, das dies die Handschrift ein und desselben Täters ist. Der Profiler Falk Hagedorn, der eigentlich aus persönlichen Gründen die Finger davon lassen soll, wird vom LKA hinzu gezogen, um ein Täterprofil zu erstellen. Er schwebt selbst in Lebensgefahr, lässt sich aber nicht davon abhalten der Sache auf den Grund zu gehen, zumal er einen begründeten Verdacht hat. Kann er den entscheidenden Hinweis finden und die Katastrophe abwenden?

Diesen Thriller konnte ich nicht mehr aus der Hand legen. Der knorrige alte, an den Rollstuhl gebundene, Hagedorn, muss auf eigene Faust ermitteln, als eine im persönlich bekannte Person ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät. Unerwartet Erlebnisse, spannende Erkenntnisse und zum Schluss ein großer Showdown, diese Versprechen kann "Schrei nach Rache" mehr als erfüllen.
Mich persönlich fasziniert es einen Profiler bei der Arbeit zu beobachten. Die Geschichte ist in sich schlüssig und der psychologische Teil (das Profil des Täters) ist nachvollziehbar und sehr gut wieder gegeben. Die Morde sind brutal und das Ende der Geschichte fordert mehr als ein Menschenleben.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller bei dem man richtig mit fiebern kann. Und auch wenn man schon früh weiß, wer der Mörder ist, die Spannung erhöht sich zum Schluss nochmal extrem. Das Buch hat mich nicht nur sehr überzeugt, sondern mich auch in einen (lese-) Bann gezogen. Großes Lob.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.05.2021

Eine Geschichte voller Zauber und Spannung

Bazilla - Feen-Internat in Gefahr
2

Bazilla sollte eigentlich ein Vampir werden, doch dann wird sie urplötzlich eine Fee. Dies ist das zweite Buch von Bazilla und es hat mich sehr begeistert. Das erste Buch – Bazilla, Fee wider Willen – ...

Bazilla sollte eigentlich ein Vampir werden, doch dann wird sie urplötzlich eine Fee. Dies ist das zweite Buch von Bazilla und es hat mich sehr begeistert. Das erste Buch – Bazilla, Fee wider Willen – fand ich schon sehr faszinierend, doch dieses Buch hat einfach mehr zu bieten. Mehr Einfallsreichtum, mehr Spannung, Action, mehr Zusammenhalt und mehr Zauber in der Feenwelt. Und vor allem mehr Seiten. 😊
Bazilla und ihre beste Freundin Molly leben im Feeinternat. Bazilla hat ihren Flederhamster Elvis immer auf ihrer Seite. Dieses Abenteuer handelt von dem großen Zusammenhalt in der Welt der Wesen, bei drohender Gefahr. Der Wald und das Feeninternat soll, wenn es nach den ehrgeizigen Menschen geht, einem Bürokomplex weichen. Die Feen und Alben sind geschockt. Doch was können Sie ausrichten? Bazilla hat da schon eine Idee.
Das Buch handelt auch von Natur und Umweltschutz und natürlich vom Anderssein und ausgegrenzt werden. Bazilla hat das Gefühl nirgends dazu zu gehören. Doch sie bleibt trotzdem authentisch und verstellt sich nicht. Bazilla ist mutig und engagiert, mit eigenen Ideen und viel Wagnis. Bazilla ist ein großes Vorbild.
Die Autorin erzählt kindgerecht und mit viel Charme und Witz dieses Abenteuer um Bazilla. Ich habe mich gerne in die Welt um das Feeninternat und den verzauberten Garten entführen lassen. Die Geschichte ist stimmig und doch nicht langweilig. Ich wurde an vielen Stellen von dem Einfallsreichtum der Autorin überrascht und habe mich von der Liebenswürdigkeit und den Eindrücken in der Feenwelt entführen lassen.

Die Illustrationen sind wundervoll und machen das Buch zu einem richtigen Hingucker. Die Geschichte lebt von den Zeichnungen und vor allem für die Kinder ist es toll, dadurch noch etwas mehr in die Geschichte einzutauchen.
Fazit:
Bazilla, Elvis, Molly und die ganzen anderen sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Der Schreibstil ist kindgerecht und flüssig und die Werte die in diesem Buch vermittelt werden sind rührend. Die Geschichte überrascht mit Mut, Spannung, Ehrgeiz und Liebe.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover