Viel gewollt, aber wenig überzeugt
Empire of Burning Shadows (Magical Fate 1)„Empire of Burning Shadows“ konnte mich trotz erkennbarer Mühe der Autorin leider nicht überzeugen. Sowohl die liebevoll gestalteten Illustrationen als auch der detailreiche, bildhafte Schreibstil zeigen ...
„Empire of Burning Shadows“ konnte mich trotz erkennbarer Mühe der Autorin leider nicht überzeugen. Sowohl die liebevoll gestalteten Illustrationen als auch der detailreiche, bildhafte Schreibstil zeigen deutlich, wie viel Arbeit in diesem Buch steckt. Dennoch bleibt die Geschichte selbst hinter diesen Stärken zurück und konnte mich emotional nicht erreichen.
Ein zentrales Problem liegt für mich in der Protagonistin Joslin. Ihre Motivation, den entführten Bruder zu finden, ist grundsätzlich nachvollziehbar, wird jedoch im Verlauf der Handlung immer wieder durch unlogische Entscheidungen untergraben. Häufig handelt sie impulsiv, lässt sich stark von anderen beeinflussen und verliert dabei ihre eigentliche Zielstrebigkeit aus den Augen. Zwar konnte sie mich mit ihrer Leidenschaft fürs Kochen begeistern, aber sonst bleibt ihr Charakter eher blass.
Auch die Nebenfiguren hinterlassen keinen bleibenden Eindruck. Lanir wirkt eher unangenehm, während Khiran zwar mit Humor punktet, letztlich aber vor allem durch eine oberflächliche, mysteriöse Ausstrahlung definiert wird. Die angekündigte „Slow Burn“-Dynamik konnte ich dabei überhaupt nicht erkennen – im Gegenteil, die Entwicklungen wirken oft zu abrupt und wenig nachvollziehbar.
Der Schreibstil ist geprägt von einer Fülle an Adjektiven und ausschweifenden Beschreibungen, die jedoch selten zur Vertiefung der Handlung beitragen. Stattdessen geraten zentrale Elemente wie Plotentwicklung und Worldbuilding in den Hintergrund. Zwar gibt es Anfangs Andeutungen von Magischen Wesen wie Centrics und Etheri, aber sonst werden wir als Leser sehr im Dunkeln gehalten. Klar muss eine gewisse Spannung aufrecht erhalten werden, aber dennoch muss der Leser am Ball gehalten werden. Und das war hier nicht der Fall. Der Plott wirkte nicht wirklich ausgearbeitet, es fehlten Informationen und ich hatte das Gefühl in einer Geschichte mit ganz vielen Schlaglöchern zu wandern.
Das Ende hat mich nicht wirklich überrascht, aber ich glaube es könnte eine gute Grundlage sein den zweiten Band der Reihe, den ich jedoch nicht lesen werde.
Fazit:
Trotz schöner Gestaltung fehlt der Geschichte einfach die nötige Tiefe – sowohl bei den Charakteren als auch bei Handlung und Worldbuilding. Vieles wird nicht richtig erklärt, und die Handlung wirkt stellenweise unausgereift, was den Einstieg und das Mitfiebern schwierig macht. Insgesamt bleibt das Buch damit deutlich hinter seinem Potenzial zurück. Ich vergebe 2 von 5 Sternen.