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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Die Vergangenheit ruht nicht

Dunkle Asche
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Im Sommer des Jahres 1992 geht eine Partynacht im Badeort Kalifornien nahe Kiel mit einem schrecklichen Mord an einer jungen Frau zu Ende. Das Ferienhaus wird danach in Brand gesteckt, das achtzehnjährige ...

Im Sommer des Jahres 1992 geht eine Partynacht im Badeort Kalifornien nahe Kiel mit einem schrecklichen Mord an einer jungen Frau zu Ende. Das Ferienhaus wird danach in Brand gesteckt, das achtzehnjährige Opfer verbrennt mit. Der Mord kann nicht aufgeklärt werden.
Dreißig Jahre später nimmt eine Cold Case in Kiel die Ermittlungen in diesem Fall wieder auf. Im Team sind Gudrun Möller und Judith Engster, die in einem Hospiz einen Zeugen ohne Erfolg befragen. Es tauchen jedoch bald neue Spuren und Verdächtige auf. Der Täter von einst beobachtet die Vorgänge im Verborgenen genau, vor allem die Ermittlerinnen.

Bereits das düster gestaltete Cover stimmt auf den Krimi ein und passt perfekt zum Inhalt. Jona Thomsen erzeugt von der ersten bis zur letzten Seite fesselnde Spannung. In den kurzen Kapiteln erzählen die beiden Ermittlerinnen aus ihrer Sicht und in Kursivschrift verfassten Kapiteln kommt der Täter zu Wort. Der Krimi gewinnt sehr schnell an Tempo, die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Mit vielen überraschenden Wendungen verwirrt der Autor den Leser und bis zum Schluss bleibt vieles unklar.

Gudrun kennt den Ort, in dem das Verbrechen geschah, sowie einige Tatverdächtige. Sie hat früher dort gelebt. Durch diesen Umstand gestalten sich die Ermittlungen für sie nicht einfacher, im Gegenteil. Als Gudrun dem wirklichen Täter nahe kommt, gerät sie selbst in Lebensgefahr. Der Krimi weist auch gesellschaftskritische Aspekte auf. Die jugendliche Clique rund um das Mordopfer setzt sich aus Kindern reicher Eltern sowie sogenannten Saisonarbeitern zusammen. Konflikte sind da vorprogrammiert.

Die Ermittlerinnen Gudrun Möller und Judith Engster sind erfrischend anders und müssen sich erst zusammenraufen. Gudrun lebt in einem Camper, spielt in einer Band und hat ein Verhältnis mit einer Frau. Ganz anders die elegante Judith, aus Rostock nach Kiel gezogen. Die beiden unterschiedlichen Charaktere haben mir sehr gefallen. Der gesamte Plot ist klug konstruiert, am Ende laufen die Fäden gekonnt zusammen. Ich habe mich mit dem Krimi bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2025

Die letzten Jahre von Ginsterburg

Ginsterburg
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Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein ...

Ginsterburg, eine kleine deutsche Stadt in den Jahren 1935 bis 1945. Für die dort lebenden Menschen hat sich ein neuer, der neuen Zeit angemessener Alltag eingestellt. Der Junge Lothar Sieber hat von klein auf vom Fliegen geträumt und kommt seinem Ziel immer näher. Dafür muss er zunächst in die Hitlerjugend eintreten. Seine Mutter Merle, Buchhändlerin, hätte sich etwas anderes für ihren Sohn gewünscht. Sie ist mit dem Feuilletonisten der Ginsterburger Zeitung, Eugen von Wieland, befreundet. Beide stehen der neuen Zeit skeptisch gegenüber. Während andere Einwohner diese Zeit zu ihrem Gunsten nutzen. Dazu zählen vor allem der Blumenhändler Gürckel, der zum Kreisleiter aufsteigt sowie der Arzt Hansemann, der sich der SS anschließt.

Vorliegend handelt es sich um mein erstes Buch, das ich von Arno Frank lese. Der Autor hat die Handlung seines Romans in der fiktiven Kleinstadt Ginsterburg angesiedelt. Die Erzählung umfasst den Zeitraum 1935 bis 1945 und stellt ganz normale Einwohner vor, die sich unter dem NS-Regime unterschiedlich entwickeln. Da ist der Feuilletonist Eugen, der sich mit dem neuen Regime nicht anfreunden kann, jedoch aus Angst schweigt. Ebenso die Buchhändlerin Merle, die sich um Sohn Lothar sorgt. Beide versuchen menschlich zu bleiben. Der Blumenhändler Gürckel nutzt die Gunst der Stunde für sich, ebenso der Arzt Hansemann. Nicht zu vergessen die Wahrsagerin Zola und die Zirkusleute, alles Roma, deren tragisches Schicksal ebenso vorbestimmt ist wie jenes des jüdischen Zeitungsverlegers Landauer.
Arno Frank hat die historischen Ereignisse anhand spannender Charaktere emotional aufgearbeitet. Ihm ist ein Roman voller Dichter vor düsterem politischem Hintergrund gelungen. Der Autor punktet mit einer überwiegend behutsamen und doch eindringlichen Wortwahl. In die Erzählung kommt schnell Bewegung, die Perspektiven wechseln aus meiner Sicht etwas zu schnell. Auch das Ende fand ich nicht sehr stimmig. Ich vergebe für diesen Roman vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Gefährliche Nacht

Nachtflut
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Nachdem vor einer Sturmflut gewarnt wurde, kommt es zu Evakuierung eines kleinen Ortes an der Ostsee. Elisa wartet noch, ebenso wie ihre Nachbarn, Vera und Joachim. Dann ist es für alle zu spät, der Deich ...

Nachdem vor einer Sturmflut gewarnt wurde, kommt es zu Evakuierung eines kleinen Ortes an der Ostsee. Elisa wartet noch, ebenso wie ihre Nachbarn, Vera und Joachim. Dann ist es für alle zu spät, der Deich bricht. Elisa hat sich in ihrer Angst in das Haus der Nachbarn geflüchtet. Aus einer in der Nähe gelegenen JVA gelingt einigen Strafgefangenen die Flucht. Einer hat ein ganz bestimmtes Ziel, den Ostseeort Bad Seeberg und Elisa.

Bereits das interessant gestaltete Cover weist auf einen dramatischen Thriller hin. Nachdem sich der Anfang des Buches etwas langatmig gestaltet hat, nimmt der Thriller zur Mitte an Tempo und Spannung zu. Es wird sofort klar, dass sowohl Elisa Marbach als auch ihre Nachbarn Vera und Joachim Peters Geheimnisse haben, die niemand erfahren soll. Geheimnisse, die sie an einer Flucht hindern. Doch was kann schlimmer sein, als in einem von Fluten umgebenen Haus gefangen zu sein?
In einem weiteren Erzählstrang gelingt Strafgefangenen die gewaltsame Flucht aus einer JVA. Darunter ist Paul, der Elisa genau kennt. Auch Max, THW-Helfer hat dasselbe Ziel, Elisa. Wird er ihr helfen? Nichts scheint so zu sein, wie es ist. Wer ist Freund und wer Feind? Von wem droht wirklich Gefahr? Das wird erst zum Ende des Thrillers klar, als die Autorin alle Erzählstränge zusammenführt. Zugleich führt Stina Westerkamp deutlich vor Augen, welche Katastrophen Naturgewalt auslösen kann. Ich vergebe für den Thriller vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Das Geheimnis des Hotelzimmers

Dorn
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Der Wiener Kriminalpsychologe Simon Dorn hat nach einem persönlichen Schicksalsschlag seinen Dienst beendet und sich in das verlassene Hotel seiner Familie, das Dornwald, in Bad Gastein zurückgezogen. ...

Der Wiener Kriminalpsychologe Simon Dorn hat nach einem persönlichen Schicksalsschlag seinen Dienst beendet und sich in das verlassene Hotel seiner Familie, das Dornwald, in Bad Gastein zurückgezogen. In einem Hotelzimmer geht er aber weiterhin ungelösten Cold Case Fällen nach. Unterstützung erfährt er dabei von seiner ehemaligen Kollegin Karla Hofbauer, Ermittlerin beim Bundeskriminalamt Wien. Doch dann wird Karla in Hamburg ermordet, als sie auf der Spur eines Serientäters ist. Ihre Kollegin Lea Wagner begibt sich auf Karlas Spuren und reist nach Bad Gastein

Das mystisch gestaltete Cover, dass perfekt zum Inhalt des Thrillers passt, hat mich neugierig gemacht. Bislang habe ich noch kein Buch von Jan Beck gelesen. Dorn bildet den Auftakt einer neuen Buchreihe mit den Ermittlern Simon Dorn und Lea Wagner. Der Autor erzeugt vor allem im ersten Teil des Buches fesselnde Spannung. Die jeweiligen Schauplätze der Handlungen sind sehr authentisch beschrieben. Vor allem das verfallene Hotel und das mysteriöse Zimmer, Ermittlungsort von Dorn, kann ich mir gut vorstellen. Der ehemalige Polizeipsychologe ist eine komplizierte Persönlichkeit, was in seiner Vergangenheit begründet liegt. Er ist verschlossen und hat außer zu Karla Hofbauer keinen Kontakt zur Außenwelt, schwer vorstellbar. Dennoch kommt er in dem einsamen Zimmer dem Täter immer näher, auch für ihn nicht ohne Gefahr. Mit Karla Hofbauer habe ich in Hamburg gebangt, ich habe sofort gespürt, dass sie in Gefahr ist. Lea Wagner ist eine starke Persönlichkeit, die sich gegen Widerstände durchsetzt und zudem ein Herz für den herrenlosen Hund Buddy besitzt. In den Kapiteln kommen abwechselnd die Ermittler sowie der Täter zu Wort. Das Ende des Thrillers ist überraschend, die vorhergehenden Handlungen des Täters sind allerdings nicht immer nachvollziehbar. Ich vergebe für den psychologisch durchdachten Thriller vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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