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Veröffentlicht am 09.09.2025

Intrigen, Macht und Magie

Navola
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Navola ist ein Stadtstaat und Zentrum des Handels. Im Mittelpunkt steht die Bankiersfamilie di Regulai ohne die in Navola nix geht. Davico lernt von klein auf, was es bedeutet, der Erbe zu sein: Umgang ...

Navola ist ein Stadtstaat und Zentrum des Handels. Im Mittelpunkt steht die Bankiersfamilie di Regulai ohne die in Navola nix geht. Davico lernt von klein auf, was es bedeutet, der Erbe zu sein: Umgang mit Macht, dem "Drachenauge", Intrigen, Verstand nutzen und Diplomatie. Die Welt ähnelt dem Venedigs und Genuas zur Renaissance. Allerdings mit moderner Technologie, Magie und fantastischen Wesen. Dazu kommen vielschichtige, interessante Figuren, bei denen man außer Davide noch mehrere findet, mit denen man sich identifizieren kann und mitfühlt oder zumindest ahnt, wie ihre Handlungsweise ist.

Intrigen, Macht, Magie und Handel sind die Bestandteile dieses epischen Fantasyromans. Allerdings sind auch etliche Bereiche sehr detailliert erzählt. Mit Lehnwörtern aus dem Italienischen und viel Atmosphäre liest es sich als ob man sich selbst in einer opulenten Welt befände, voll mit Intriganten, die zahlreiche Machtspiele anzetteln. Man braucht Ruhe und Zeit, um diesen Schmöker zu lesen!

Veröffentlicht am 08.09.2025

Kurzweilig

Lorenz Lovis / Tote wohnen besser
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Der Roman ist gut zu lesen, sehr kurzweilig. Die Urlauberin Hanne ist wieder mit von der Partie, ihre Söhne vergnügen sich meistens anderweitig, aber sie mischt Lovis schön auf. Auch auf dem Hof passiert ...

Der Roman ist gut zu lesen, sehr kurzweilig. Die Urlauberin Hanne ist wieder mit von der Partie, ihre Söhne vergnügen sich meistens anderweitig, aber sie mischt Lovis schön auf. Auch auf dem Hof passiert Spezielles und im Dorf sowieso. Was mir zu kurz kam, war der eigentliche Krimi. Der ist schon vorhanden, aber meistens geht es um etwas anderes und der eigentliche Fall kommt erst im letzten Drittel richtig in Gang. Merkwürdiges passiert Genügend, spannend ist es auch in den ersten zwei Dritteln. Es ist ein anderes „Lorenz-Lovis-Lesegefühl“ als sonst. Am Ende gibt es eine Überraschung. Und bei mir die leise Hoffnung, das Lovis noch weiter ermitteln möge und dies kein ausschleichendes Ende sein möge.

Gelesen habe ich das E-book und da gefiel mir eine – für mich für den Lokalkolorit wichtige – Sache nicht. Oft wird Dialekt eingestreut und diesmal auch ladinischer, den ich als Nordlicht total unverständlich finde. Italienisch Eingestreutes oder auch den Südtiroler Dialekt, den Lovis sonst so herrlich „spricht“, kann ich mir herleiten. Das Ladinische nicht. Es gibt zwar eine gute Übersetzung, aber im E-Book ist die hinten. Und es warf mich beim Nachgucken jedes Mal aus der Handlung. Daher habe ich nicht mehr nachgeschaut und diese unverständlichen Sätze überflogen. Und das ist andererseits schade. Es zwickt. Wäre sehr schön, wenn es eine andere Möglichkeit gäbe, diese ladinischen Sätze im Fließtext gleich zu übersetzen. Wer es versteht, kann ja da drüber weglesen.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Abenteuer mit Magie

Geheimnisse des Nil, Band 2 - Where the Library Hides
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Der zweite Band setzt nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an und setzt erst Mal auf Zwischenmenschliches. Dieses Buch ist ca. 500 Seiten stark und ab der 100. Seite etwa nimmt diese Geschichte ...

Der zweite Band setzt nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an und setzt erst Mal auf Zwischenmenschliches. Dieses Buch ist ca. 500 Seiten stark und ab der 100. Seite etwa nimmt diese Geschichte Fahrt auf. Inez ist fassungslos über die Taten ihrer Mutter, den Mord an einer Cousine und verschiedene Ereignisse, die alle in Lebensgefahr bringen. Dazu will ihr Onkel sie immer noch wieder nach Hause schicken, raus aus Ägypten. Aber, eine Möglichkeit tut sich für Inez auf, dem zu entgehen. Dafür muss sie mehrere "Frösche schlucken". Das Ziel ist immer noch Kleopatras Grab zu entdecken. Familiengeheimnisse werden enttarnt, ein Freund von Inez kommt mit hinein und die Ausgrabungen nehmen Form an.

Es ist ein vielschichtiger Fantasyroman im Stil historischer Romane mit einigen Funken Magie. Viele, manchmal leicht irre(gute) Wendungen und extrem spannende Abenteuer sorgen für ein richtig anregendes Leseerlebnis! Danke dafür!

Veröffentlicht am 03.09.2025

Vielschichtig und lesenswert

Es bleibt doch in der Familie
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Sieben Familienmitglieder erben je ein Siebtel, so hat es Tante Klara kurz vor ihrem Tod beschlossen. Dumm nur, das die Testamentseröffnung vier Monate nach diesem stattfindet. Bis dahin erhitzen sich ...

Sieben Familienmitglieder erben je ein Siebtel, so hat es Tante Klara kurz vor ihrem Tod beschlossen. Dumm nur, das die Testamentseröffnung vier Monate nach diesem stattfindet. Bis dahin erhitzen sich die Gemüter, unter anderem…

Die kleine Insel Hohenwerth liegt im Rhein und auf ihr befindet sich die Villa von Tante Klara, wo fünf Erben glückliche Sommer verbrachten, also, meistens jedenfalls. Vier Schwestern, ein Bruder und zwei Cousins machen sich Hoffnungen. Esther ist die zweitjüngste und bestimmt gern, wo es langgeht. Alle Beteiligten sind zwischen 40 und knapp 60 Jahre alt, alle verdienen mehr oder weniger gut, manche sind liiert, eine ist gut situierte Single, eine ein Jammerlappen und einer ein Kotzbrocken. Fast jede/r will verkaufen, bloß eine nicht und aus ihrer Perspektive erfährt man alles Nötige.

Das Ende sollte man sich nicht zwischendrin angucken, sonst wird es vermutlich öde. Es ist ein ungemein ergötzlicher Roman rund um das, was sein könnte ohne zu wissen, was tatsächlich kommt. Und die Testamentseröffnung setzt einen gewaltigen Punkt. Man lernt alle Erben bis auf eine unbekannte Erbin sehr gut kennen. Wie sie leben, agieren, wovon sie träumen und was sie sich erhoffen von Klaras Erbe. Es gibt Rückblenden aus denen man erfährt, wie sie als Kinder zueinander standen, und ein Tagebuch, das noch einen ganz anderen, unerwarteten Aspekt einbringt.

Ein sehr lesenswerter Roman rund um Neid, Missgunst, Erb-Hoffnungen und auch Liebe zur Familie. Erwartet hatte ich nach dem Klappentext etwas völlig anderes, aber diese Geschichte ist vielschichtig und wirklich ein Schmöker.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Zu viel inhaltliche Wiederholungen - sonst gut

Blut und Spiele in Colonia
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Quintus Tibur ist Anwalt in der Colonia agrippina, dem Köln zu römischer Zeit anno 87 nach Christus. Er hat sowohl germanische als auch römische Wurzeln und ermittelt zusammen mit der Römerin Lucretia, ...

Quintus Tibur ist Anwalt in der Colonia agrippina, dem Köln zu römischer Zeit anno 87 nach Christus. Er hat sowohl germanische als auch römische Wurzeln und ermittelt zusammen mit der Römerin Lucretia, deren Vater der Stadtrat ist und sie am liebsten verheiratet sähe. Allerdings ermittelt sie lieber mit Quintus zusammen. Dieser Fall ist speziell, denn man bekommt ziemlich viel vom viel umschwämten Aulus mit. Einem Tänzer und Pantomimen, der im römischen Reich berühmt ist. Allerdings passieren zwei Morde, der eine betrifft ein Mitglied von Aulus Kompanie.

Der erste Band war super. Dieser hier wäre es ebenfalls würden die inhaltlichen Wiederholungen fehlen. Es scheint modern zu sein, möglichst viele inhaltliche Redundanzen einzuflechten, damit Lesende sich nicht konzentrieren müssen. Mich ödet das unwahrscheinlich an. Gerade bei einem Krimi wie diesem, mit Fachbegriffen aus der Römerzeit, ist das fehl am Platz. Denn so etwas lesen nur Leute, die sich für diese Zeit in Verbindung mit einem Krimi interessieren und mit den Begriffen etwas anfangen können.
Die Geschichte an sich ist - wenn man die Redundanzen außer Acht lässt - sehr gut. Sie baut sich gut auf, plätschert anfänglich vor sich hin und wird immer intensiver, anregender und hochinteressant. Worauf es sich am Ende hin bewegt, lässt sich wirklich nicht erahnen.

Bitte den dritten Band wieder so schreiben lassen, der er sich flüssig lesen lässt.

Fünf Sterne für den Krimi, aber nur drei wegen der unsäglichen Wiederholungen.

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