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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2019

Honigblütentage

Honigblütentage
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Ein kurzweiliger Roman rund um eine ziemlich geschaffte Journalistin, deren Chefin sie dazu verdonnerte den „Heidschnuckenweg“ zu wandern. Und natürlich darüber zu berichten. Ob es zu letzterem kommt? ...

Ein kurzweiliger Roman rund um eine ziemlich geschaffte Journalistin, deren Chefin sie dazu verdonnerte den „Heidschnuckenweg“ zu wandern. Und natürlich darüber zu berichten. Ob es zu letzterem kommt? Man darf gespannt sein:

Durch die Heide
… führt der Weg und erst Mal sehr schmerzhaft und ungewohnt. Man kann sich hineinfühlen in die Valerie, die mit wandern und dann gleich über mehrere Wochen hinweg so gar nichts am Hut hat. Auf ihrem Weg begegnen ihr viele hilfsbereite Menschen und einige davon kristallisieren sich als freundschaftlich heraus. Die Hauptpersonen sind nicht sofort klar zu erkennen, sie schälen sich erst im Ende des ersten Drittels heraus. Gut ausgearbeitet mit Ecken, Kanten, Tiefsinn und Humor geht es auch hier wieder in die Heidelandschaft hinein. Anders als gedacht und das ist gut für die Geschichte.

Anfänglich sehr seicht aufgesetzt, wird die Geschichte wie ein reifender Käse immer klarer und interessanter. Sie greift Themen der heutigen Zeit auf und „verkitscht“ nichts. Diese Buch ist kein Schmöker zum sich hineinfallen lassen, aber durchaus eine kurzweilige Lektüre.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Die Töchter der Villa Weißenfels

Die Töchter der Villa Weißenfels
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Man ahnt ab der Mitte, worauf die Geschichte hinaus läuft und das tut der gesamten Geschichte keinen Abbruch. Ein Teil spielt in der Gegenwart, fast alle Personen sind sympathisch und es gibt bei ihren ...

Man ahnt ab der Mitte, worauf die Geschichte hinaus läuft und das tut der gesamten Geschichte keinen Abbruch. Ein Teil spielt in der Gegenwart, fast alle Personen sind sympathisch und es gibt bei ihren „Gegenübern“ aus der Vergangenheit viele Parallelen. Dabei ähneln sich die beiden Erzählstränge nicht. Der eine spielt siebzig Jahre zuvor und liest sich interessant bis herzergreifend. Der zweite liest sich lockerleicht, ein Studentenleben. Diese erhält einen Knacks als die Studentin erfährt, dass sie mit ihrer Cousine nicht verwandt ist und herausfinden will, was wann passiert ist. Das Familienmitglied bei dem der Bruch passierte, lebt noch und fühlt sich mit ihren neunzig Jahren plötzlich haltlos. So fängt ihre Enkelin, besagte Studentin, an zu recherchieren und reist von Münster nach Nürnberg. Wo sie ihre eigene Geschichte erlebt und die irgendwie auch einen Teil einer uralten anderen.

Hervorragender Plot
Einerseits werden beide Geschichten wunderbar zusammengefügt. Es nervt überhaupt nicht von einer zur anderen zu wechseln. Die Protagonisten sind sympathisch. Elaine Winter schafft es immer genau den Punkt zu erwischen an dem man wieder an den jeweils anderen Strang anknüpfen, mehr erfahren möchte. Sei es, wie es sich damals zutrug oder wie die Studentin Valerie weiter vorgeht und was sie selbst erlebt.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Paulas erster Frühling

Paulas erster Frühling
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Paula wird Knall auf Fall von ihrem langjährigen Gatten verlassen. Dessen Gründe sind plausibel und irgendwie empfindet sie seit langem wie er. Dennoch ist diese Trennung für sie ein Schock. Und gleichzeitig ...

Paula wird Knall auf Fall von ihrem langjährigen Gatten verlassen. Dessen Gründe sind plausibel und irgendwie empfindet sie seit langem wie er. Dennoch ist diese Trennung für sie ein Schock. Und gleichzeitig ein Neuanfang. Das Wunderbare an dieser Figur ist, dass sie sich nicht abgehoben verhält sondern peu á peu herausfindet, welche Zwiebelschalen sie ablegen und welche sie neu anlegen möchte. Ganz so, wie im realen Leben! Und natürlich wird sie von Liebe begleitet. Auf andere Art als gedacht und herzerfrischend.

Zum Wohlfühlen!
Die fünfundfünfzig Jährige steht an einem Scheideweg: Mann weg, Tochter auch? Zweifel da, neues Erwachen ebenso! Apotheke behalten, ersten Berufswunsch vorziehen? Es kommt anders als gedacht und viel besser als erwartet. Denn Susanne Lieder hat eine unnachahmlich nette Art ihren Roman stufenweise aufzubauen, Leserinnen einzufangen und vergnüglich-nachdenklich zu unterhalten. Es ist ein seichter Lesegenuss mit etwas Tiefgang in Bezug auf Familie und echten Freundschaften.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Das kleine Hotel in der Provence

Das kleine Hotel in der Provence
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Es beginnt mit einem dicken Liebeskummer und einer saftigen Übersprungshandlung. Ohne viel Federlesens bricht die Hauptfigur mit ihrem bisherigen Beruf und zieht mit Sack und Pack in die Provence.Was anfangs ...

Es beginnt mit einem dicken Liebeskummer und einer saftigen Übersprungshandlung. Ohne viel Federlesens bricht die Hauptfigur mit ihrem bisherigen Beruf und zieht mit Sack und Pack in die Provence.Was anfangs merkwürdig erscheinen könnte, liest sich locker. Lilly liegt zwar nicht unbedingt auf meiner Wellenlänge, wird aber so galant und witzig beschrieben, dass ich den Roman in einem Rutsch durch las. Mit Vergnügen steckt man quasi in ihrer Haut und fiebert mit. Erlebt die Aufs und Abs, die die Fotografin mit der Inbetriebnahme ihrer Auberge erfährt, oft schmunzelnd mit.

Marion Stieglitz schreibt locker, kein Wort zu viel und geht offensichtlich davon aus, dass ihre Leserinnen sich so manches denken können. Das finde ich sehr angenehm! Kleine Spannungsbögen erhöhen den Lesegenuss.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Das Tal der Orangen

Das Tal der Orangen
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Diese Geschichte verdeutlicht, dass es schon immer Migration gab. In diesem Fall zwischen Mallorca und Frankreich. Denn Anaïs lebt inzwischen in Paris, lernte ihre Urgroßmutter früher noch kennen, allerdings ...

Diese Geschichte verdeutlicht, dass es schon immer Migration gab. In diesem Fall zwischen Mallorca und Frankreich. Denn Anaïs lebt inzwischen in Paris, lernte ihre Urgroßmutter früher noch kennen, allerdings nicht ihre Vergangenheit. Auch die Mallorquiner haben anfänglichen Vorurteile gegenüber der Französin „die will sich doch nur die Finca unter den Nagel reißen…“. Das es anders kommt als man auf den ersten Seiten denkt, liegt am fast schon poetisch-reizvollen Erzählstil von Courtot. Sie pflegt eine sanfte Schreibe und bindet zwar viele Aspekte in ihren Roman ein. Aber sie versteht vor allem ihn leicht zu gestalten. Leicht und tiefgründig.

Ein Schmöker der besonderen Art!