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Veröffentlicht am 04.03.2021

Wunderschöne Geschichte

Sternenglut. Prinzessin der Nacht
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„Sternenglut – Prinzessin der Nacht“ spielt eine lange Zeit vor „Sternenfeuer – Kaiserin der Drachen“ und erzählt die Geschichte der ersten Sternentochter Rin. Da die Sonne verglüht und die Erde stirbt ...

„Sternenglut – Prinzessin der Nacht“ spielt eine lange Zeit vor „Sternenfeuer – Kaiserin der Drachen“ und erzählt die Geschichte der ersten Sternentochter Rin. Da die Sonne verglüht und die Erde stirbt versuchen die Drachenbewahrer Midlands ein Ritual an einem Säugling, um ihm magische Fähigkeiten zu geben. Doch während Rin aufwächst scheint es, als ob das Ritual missglückt sei: Rin sieht zwar deutlich anders aus als die Menschen in Midland, aber ihre magischen Fähigkeiten können durch nichts geweckt werden. Verzweifelt macht sich Rin auf den Weg zu einer mystischen Höhle. Begleitet wird sie von ihrem besten Freund, dem Prinzen Huoyan, dem gegenüber sie heimlich Gefühle hegt.
Wer, so wie ich, die Welt von „Sternenfeuer“ mochte, wird auch an diesem Buch viel Freude haben. Mir hat es gut gefallen, die Anfänge der Sternentöchter mitzuerleben und einige Geheimnisse aufzudecken. Das Buch ist eher schmal und schnell durchgelesen und die erzählte Geschichte ist perfekt dafür. Ich hatte nie das Gefühl, dass Szenen gehetzt waren, oder dass sich Beziehungen zu schnell entwickeln. Das Tempo der Geschichte war ideal!
Erzählt wird das ganze aus der Sicht von Ri und dem dritten Protagonisten, Darius. Mir hat dies gut gefallen, da man so sehr unterschiedliche Sichtweisen auf die Geschichte hatte. Darius und Ri haben sehr unterschiedliche Ansichten zu den Problemen der Welt, aber auch zu Ri als Person. Es war interessant, dies mitzuverfolgen. Wie auch im ersten Buch gibt es zu Beginn eine kurze Übersicht darüber, wie die Charaktere ausgesprochen werden. Auch wenn ich mir wieder sicher bin, dass ich diese vermutlich trotzdem falsch ausspreche, finde ich die kulturellen Einflüsse hier hervorragend.
Leider fiel mir von Anfang an eher negativ auf, dass viele Gefühle im Buch eher erzählt werden, aber wenig gezeigt. Immer wieder reden Ri oder Darius darüber wie sie sich fühlen, aber so wirklich sehen konnte ich davon wenig. Irgendwie hat das dafür gesorgt, dass ich schwer mit den Protagonisten mitfühlen konnte. Ich kam mir eher wie eine entfernte Beobachterin vor, was ich manchmal ein wenig schade fand.
Interessant war für mich dagegen, dass mir das Liebesdreieck in diesem Buch ausgesprochen gut gefallen hat. Normalerweise mag ich es ja gar nicht, wenn so etwas vorkommt, aber hier hat es die Autorin geschafft, dieses so innovativ zu schreiben, dass ich es richtig gut fand.
Fazit:
„Sternenglut – Prinzessin der Nacht“ hat sich für mich angefühlt, wie wenn mir jemand ein schönes Märchen erzählen würde: zwar mit gewisser emotionaler Distanz, aber dennoch zum Träumen einladend. Fans von „Sternenfeuer“ werden an diesem Buch definitiv ihre Freude haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2021

Das Space-Adventure des Jahres

Aurora erwacht
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Nachdem der Musterschüler Tyler ein Mädchen aus der Kryokammer eines seit über 200 Jahren verschollenen Schiffes rettet und dabei den Zeitpunkt verpasst, an dem er sein Team wählen könnte, wird er zum ...

Nachdem der Musterschüler Tyler ein Mädchen aus der Kryokammer eines seit über 200 Jahren verschollenen Schiffes rettet und dabei den Zeitpunkt verpasst, an dem er sein Team wählen könnte, wird er zum Teamleiter der Außenseiter der Legion. Als das von ihm gerettete Mädchen bei einer scheinbaren Routinemission plötzlich als blinde Passagierin gefunden wird und sie den Geheimdienst am Hals haben ist das Chaos komplett und ein wildes Weltraumabenteuer kann beginnen.
Das erste Kapitel gibt direkt den Ton des ganzen Buches an: witzig, ziemlich viel durchbrechen der vierten Wand, dabei aber gleichzeitig spannend. Erzählt wird aus den verschiedenen Perspektiven der Crewmitglieder, also insgesamt aus sieben verschiedenen Perspektiven. Jede davon ist leicht von den anderen zu unterscheiden, da die Eigenheiten der einzelnen Charaktere sehr stark ausgearbeitet sind. So benutzen einzelne Charaktere spezifische Formulierungen, oder haben Eigenheiten in ihrer Art sich auszudrücken. Abgesehen von Auroras ständigem „son of a biscuit“, das einem beim hundertsten Mal doch etwas auf die Nerven geht, hat mir dies sehr gut gefallen. Ich hätte mir dennoch entweder weniger Perspektiven oder längere Kapitel gewünscht. Oft kommen die Wechsel viel zu plötzlich, während man noch sehr ins Geschehen investiert ist.
Zudem war es für mich sehr schwer, mich für die Charaktere selbst zu interessieren. Zwar hat jeder eine eigene, interessante Geschichte und entwickelt sich weiter, jedoch geschieht das meiste off-screen, während man selbst einem anderen Charakter folgt. Ich hatte das Gefühl nur die wichtigen Checkpoints zu sehen, während der Charakter sich weiterentwickelt, was das Ganze manchmal unglaubwürdig gemacht hat. Am schlimmsten davon betroffen ist Aurora, die für mich theoretisch der interessanteste Charakter wäre, praktisch bleibt sie jedoch komplett blass.
Was dem Buch jedoch an Charakterentwicklung fehlt, wird definitiv durch eine spannende und temporeiche Geschichte wettgemacht. Es passiert richtig viel und ich war immer wieder überrascht, wohin die Reise ging. Dabei werden auch einige oft genutzte Tropes so genutzt, dass sie neu und überraschend erscheinen. Die Wechsel von einer lustigen zu einer ernsten Stimmung sind sehr gut gelungen und wirken nie aufgesetzt. Ganz besonders das actionreiche Finale ist überzeugend und mitreißend. Dies ist definitiv eines der Bücher, bei denen es schwer fällt, auf Teil 2 warten zu müssen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Märchenhaft gut!

Winters zerbrechlicher Fluch
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„Winters zerbrechlicher Fluch“ war für mich ein echtes Highlight und ich möchte es jedem Fan von Märchen-Fantasy sehr ans Herz legen!
Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, die alle ursprünglich als ...

„Winters zerbrechlicher Fluch“ war für mich ein echtes Highlight und ich möchte es jedem Fan von Märchen-Fantasy sehr ans Herz legen!
Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, die alle ursprünglich als eigenes Buch veröffentlicht wurden. Da die Abschnitte jedoch nicht stark voneinander getrennt sind, ist es leicht, das ganze als ein Buch zu lesen. Meine Rezension bezieht sich daher auf den Sammelband als Ganzen.
Das Buch handelt von Prinzessin Mary, der einzigen Prinzessin der sechs Königreiche. Sie ist Kronprinz Duncan versprochen und die Verlobung soll auf einem großen Ball verkündet werden. Doch Cinderella kommt zu diesem Ball und Duncan verliebt sich so sehr in diese, dass er ihr stattdessen einen Heiratsantrag macht. Als Cinderella, wie im Märchen, um Mitternacht den Ball fluchtartig verlässt, lässt sie ihren gläsernen Schuh zurück. Mary beschließt, diesen zu zerstören, damit Duncan die Außerwählte nicht mehr finden kann. Doch das Geheimnis um Cinderellas Herkunft ist größer, als Mary ahnt.
Es fiel mir schwer, am Anfang ins Buch hineinzufinden. Die Geschichte ist komplex und verschachtelt aufgebaut. Zu Beginn weiß man nur, was man nicht weiß und das ist eine Menge. Es werden so viele Fragen und Rätsel aufgeworfen, dass man sehr konzentriert lesen muss, um mitzukommen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist das Buch enorm spannend und es fiel mir oft schwer, es wegzulegen.
Es gibt einige sehr grausame Szenen im Buch, diese haben jedoch immer Bewandtnis für die Story und sind nicht nur da, um zu schocken. Actionszenen gibt es dagegen beinahe keine im Buch.
Der Schreibstil ist märchenhaft und ebenso verschlungen und verschnörkelt, wie die Geschichte selbst. Die Sätze des Buches haben beinahe etwas kunstvolles an sich, was mir wirklich sehr gut gefallen hat!
Auch wenn es definitiv kein Buch zum nebenher lesen ist, ist „Winters zerbrechlicher Fluch“ auf allen Ebenen überzeugend und märchenhaft!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2020

Herzzerrißend und -erwärmend zugleich!

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Das Buch umfasst zwei Teile. Der erste davon, welcher etwa über das erste Drittel des Buches geht, spielt 2003, als Eleanor und Greyson sich kennen lernen. Eleanors Mutter ist an Krebs erkrankt und sie ...

Das Buch umfasst zwei Teile. Der erste davon, welcher etwa über das erste Drittel des Buches geht, spielt 2003, als Eleanor und Greyson sich kennen lernen. Eleanors Mutter ist an Krebs erkrankt und sie fühlt sich verloren und verängstigt. Greyson ist ihr Rettungsanker, der sie davor bewahrt, sich selbst in ihrer Trauer zu verlieren. Die beiden verlieren sich jedoch nach einem Umzug aus den Augen. 16 Jahre später tritt Eleanor eine neue Stelle als Nanny an, nur um herauszufinden, dass ihr Arbeitgeber Greyson ist. Doch er hat sich verändert, ist nun kalt und unnahbar. Während Eleanor seine Kinder betreut, versucht sie alles, um die kleine Familie davor zu retten, auseinanderzubrechen.
Direkt von Anfang an hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist herzerwärmend und -zerreißend gleichermaßen. Es ist einfach schön zu lesen, wie die einzelnen Charaktere miteinander umgehen, sich unterstützen und füreinander da sind, wenn das Schicksal zuschlägt. Dieses Gefühl hält über das ganze Buch hinweg an. Die Autorin schafft es, dass man mit den Protagonisten mitfühlt. Es sind nämlich alles herzensgute Menschen, denen nur Schlimmes widerfahren ist. Sie können sich nicht selbst aus ihrem Leid befreien. Dennoch haben sie alle es verdient, glücklich zu sein und Liebe zu finden. In jedem Moment des Buches hofft man, dass sie es schaffen werden.
Der Schreibstil des Buches ist humorvoll und leicht gehalten. Es gibt eine Menge Referenzen zur Popkultur, was dazu beiträgt, dass die Charaktere sehr lebensnah erscheinen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dies auch dazu führen kann, dass Leser älterer Generationen sich nicht so sehr angesprochen fühlen könnten.
Es gibt wenig, das ich an diesem Buch kritisieren könnte. Ein wenig gestört hat mich, dass beinahe alle Charaktere die gleichen Ausdrücke und Phrasen in Unterhaltungen verwenden. Auch wenn jeder dieser Charaktere sich von den anderen abhebt und etwas Besonderes ist, kommt dies in Konversationen nicht rüber. Dort wirkt es manchmal, als sei es egal, wer da redet.
Im ersten Teil des Buches wird ein erfrischendes Frauenbild gezeigt. Die Frauen im Roman sind tatsächlich Freundinnen – keine „Frenemies“ wie man sie so oft in Büchern dieser Art sieht – unterstützen und akzeptieren sich gegenseitig. Mich hat es sehr gefreut, so etwas zu lesen. Leider hat es mich dann im zweiten Teil etwas enttäuscht, Szenen zu sehen, in denen es immer noch natürlich ist, dass die Frauen in der Küche arbeiten, während die Männer zusammen Fußball schauen und die Füße hochlegen. Genauso gefiel es mir nicht, dass eine Frau des Buches einen Mann, zu dem sie keine intime Beziehung hat, permanent objektifiziert hat. Wären die Geschlechterrollen hier vertauscht gewesen, wäre dies vermutlich von vielen Lesern stärker kritisiert worden.
In den nächsten Büchern der Reihe wird es um Shay und Landon, zwei der Nebencharaktere dieses Buches gehen. Ich bin gespannt darauf, da ich mich für diese beiden bisher absolut gar nicht erwärmen konnte. Dennoch gefiel mir dieses Buch insgesamt gut genug, um mich auf eine Fortsetzung einzulassen.
Fazit: Insgesamt kann ich „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ wärmstens weiterempfehlen. Die Geschichte ist sehr emotional und die Charaktere sympathisch und gut geschrieben. Außer einigen Kleinigkeiten habe ich nichts an diesem Buch auszusetzen.

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Veröffentlicht am 14.12.2020

Etwas holpriger Einstieg, danach traumhaft!

Animant Crumbs Staubchronik
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Für Animant Crumb gibt es nichts Schöneres, als ihre Nase in Bücher zu stecken. Für eine Frau ihrer Zeit ist sie daher sehr gebildet. Animant hat überhaupt kein Interesse daran, einen Mann zu finden – ...

Für Animant Crumb gibt es nichts Schöneres, als ihre Nase in Bücher zu stecken. Für eine Frau ihrer Zeit ist sie daher sehr gebildet. Animant hat überhaupt kein Interesse daran, einen Mann zu finden – sehr zum Missfallen ihrer Mutter, die sie am liebsten sofort verheiraten würde. Als Animant daher die Chance bekommt, einen Monat lang in der Universitätsbibliothek von London zu arbeiten, weit weg von ihrer Mutter, überlegt sie nicht lange und macht sich auf den Weg.
Über das erste Drittel hinweg fiel es mir etwas schwer, ins Buch reinzukommen, danach dagegen machte das Lesen mehr und mehr Spaß und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Der hauptsächliche Grund hierfür ist die Protagonistin Animant. Sie ist zu Beginn ein Charakter, der mich extrem gestört hat, denn sie ist eigentlich eine Frau des 21. Jahrhunderts ist, die man einfach in ein Kleid des 19. Jahrhunderts gesteckt hat. Ihre gesamten Werturteile sind anders als die der Gesellschaft um sie herum und es wird nie erklärt, wieso dies so ist. Natürlich kann man argumentieren, dass sie belesen genug ist, um sich ein eigenes Urteil zu bilden, doch muss man auch sagen, dass die meisten gebildeten Männer der Zeit andere Werturteile hatten als Animant. Ich persönlich habe mich hieran doch etwas gestört. Über das Buch hinweg ist mir Animant jedoch deutlich sympathischer geworden, vor allem, da sie klare Prinzipien hat und diese auch nicht verletzt.
Was mir in diesem Buch besonders gut gefallen hat, war das Tempo der Liebesgeschichte. Diese war sehr langsam, sehr behutsam und entwickelte sich natürlich. In vielen Büchern fehlt es genau daran! Hier konnte man jede Phase der Annäherung auskosten.
Was mir am Ende der Geschichte gefehlt hat, war eine Auflösung einiger Handlungsstränge. Vieles blieb leider offen, auch ein größerer Konfliktpunkt. Hier hätte ich mir doch noch ein paar Seiten mehr gewünscht.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass die historischen Fakten teilweise nicht ganz stimmen. Mich persönlich hat das nur wenig gestört, da ich jedoch weiß, dass genug Leute darauf wert legen, möchte ich es nicht unerwähnt lassen.
Insgesamt hat mir das Lesen von „Animant Crumbs Staubchronik“ viel Freude bereitet, auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis ich mit der Protagonistin warm geworden bin. Ich hätte mir hier eine bessere Ausarbeitung ihrer Werte gewünscht. Besonders gut war dagegen das Tempo, in welchem die Liebesgeschichte erzählt wurde!

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