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Veröffentlicht am 25.08.2020

Leider gar nicht so, wie erwartet

Die Prinzessinnen von New York - Scandal
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MEINE MEINUNG
Das wunderschöne Cover hat gleich meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, ist das Kleid nicht wunder- wunderschön? Der Klappentext klang super spannend, er erinnert sehr an Gossip Girl ...

MEINE MEINUNG
Das wunderschöne Cover hat gleich meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, ist das Kleid nicht wunder- wunderschön? Der Klappentext klang super spannend, er erinnert sehr an Gossip Girl und weil ich dieses Serie geliebt habt, dachte ich, wäre das Buch auch etwas für mich. Nachdem ich in die Leseprobe rein geschnuppert habe, habe ich entdeckt, dass das Buch 1899 spielt? Ich war ziemlich überrascht, da weder Cover, noch Klappentext das hergeben und da ich kein Fan von historischen Romanen bin, habe ich das Buch wieder zurück gelegt. Als ich es schließlich überraschend geschenkt bekommen habe, habe ich doch angefangen, es zu lesen. Meine Erwartungen waren allerdings nur noch mittelmäßig.

Wir befinden uns Mitte 1899 und begleiten die Reichen und Schönen in Manhattan, New York. Ständig werden Partys gegeben, getanzt, Champagner getrunken, schöne Kleider angezogen und und und. Im Mittelpunkt steht die Familie Holland, die kurz vor einem großen Skandal steht, der sich nur durch ein Abkommen mit der Familie Schoonmaker abwenden lässt. Doch Elizabeth verliert dadurch nicht nur ihre große Liebe, Will.

Elizabeth ist eine wunderschöne junge Dame, die genau um ihre Aufgaben weiß. Sie verhält sich so, wie es von ihr erwartet wird, ist luxuriös und vornehm. Bis auf ihre Liebe zum mittellosen Will, die natürlich geheim bleibt, ist sie anständig und genau das, was man sich von ihr wünscht.
Das genaue Gegenteil bildet ihre kleine Schwester, Diana. Sie ist rebellisch, schleicht sich mit Männern herum, raucht, missachtet die Regeln und ist zu ehrlich für das Empfinden, der Mutter. Sie ist aufmüpfig und handelt schnell egoistisch, vor allem ihrer Schwester gegenüber.

Elizabeth mochte ich ganz gerne. Sie wollte nie etwas böses, würde alles für ihre Familie tun und stellt ihr eigenes Wohlbefinden oft an die letzte Stelle. Gleichzeitig war sie mir häufig ein wenig zu langweilig, wie Henry es auch schon sagte, wodurch ich sie aber keineswegs weniger mochte.
Diana hingegen war super nervig. Sie hielt sich für viel erwachsener, als sie eigentlich war, was sie schnell unausstehlich machte. Ihre Rebellion hat mich ständig zum Augenverdrehen gebracht und war einfach nur anstrengend.

Es gibt zudem noch zahlreiche Nebencharaktere, wie Henry Schoonmaker, der bald eine ganz besondere Rolle im Leben von Elizabeth und Diana spielen wird, Penelope, welche Elizabeths beste Freundin ist und das Hausmädchen Lina. Nicht zu vergessen natürlich noch sämtliche Elternteile und Familienangehörige, die allesamt auf den ersten Seiten vorgestellt werden.

Man hört es vielleicht schon raus: es waren mir zu viele Charaktere auf einmal! Ich habe sehr sehr lange gebraucht, bis ich die Namen zuordnen konnte, trotz anfänglicher Schnell-Vorstellung. Ich mag es lieber, wenn all die Charaktere nach und nach eingeführt werden, sodass ich Zeit habe, mich an sie zu gewöhnen. Oder Familienstammbäume auf den ersten oder letzten Seiten wären super hilfreich gewesen.
Womit ich auch nicht sonderlich zufrieden war, ist Henry Schoonmaker. Der angehimmelte Junggeselle, auf den alle Frauen stehen. Er war mir durchweg unsympathisch mit seiner gesamten Art, dass ich Szenen mit ihm nicht gerne gelesen habe.

Aber genug von den Charakteren, kommen wir zum Schreibstil, der die große Verwirrung bei mir nicht einfacher machen konnte. Es ist in der Er-Sie-Form geschrieben und leider gab es zu Anfang der Kapitel nie einen Hinweis darauf, aus wessen Perspektive die folgenden Seiten geschehen. So musste man es sich immer zusammen reimen, was mir besonders am Anfang sehr sehr schwer fiel. Allgemein war ich kein großer Fan vom Schreibstil, da er sich für mich nicht wirklich flüssig lesen ließ. Ich bin öfter über irgendetwas gestolpert, es hat sich viel in die Länge gezogen und teilweise musste ich einige Passagen überspringen.
Was mir hier allerdings gefallen hat, waren die kleinen Notizen, Zeitungsberichte oder Buchausschnitte zu Anfang eines jeden Kapitels.

Von der Handlung hatte ich, wie bereits oben erklärt, ja etwas anderes erwartet. Als ich gemerkt habe, dass wir mehr als 100 Jahre zurückliegen, war ich zunächst ziemlich abgeschreckt.
Überraschenderweise bin ich mit diesem Teil sehr schnell sehr gut zurecht gekommen, da die zeitliche Differenz kaum aufgefallen war. Natürlich gibt es da immer wieder ein paar Hinweise, vor allem was das Frauenbild, Berufe etc. anging, doch insgesamt, fiel das nicht sonderlich schwer ins Gewicht.

Was mir dagegen allerdings nicht gefallen hat, war der Rest der Handlung.
Schon den Anfang fand ich super schwierig, nicht zuletzt wegen der großen Charakterverwirrung, doch wusste ich auch nicht wirklich, worauf der Roman hinausläuft. Obwohl der Prolog 3 Monate in der Zukunft liegt und somit ein Ziel der Handlung hätte darstellen können, habe ich beim Lesen keinen roten Faden gespürt. Der Einstieg war super lang gestaltet, weswegen lange Zeit kaum etwas passiert ist, was das ganze sehr langweilig hat werden lassen.

Weitergelesen habe ich nur, weil ich im Zug saß, nicht mehr viel Akku hatte und nur das einzige Buch dabei hatte. Ab Seite 150 (ich habe es mir extra notiert) habe ich langsam in die Handlung gefunden und konnte mich mit den Geschehnissen anfreunden. Das finde ich allerdings reichlich spät, in anderen Situationen hätte ich das Buch längst abgebrochen.

Als ich jedoch endlich zurecht gekommen bin und auch die Charaktere und Namen endlich zuordnen konnte, habe ich das Buch schnell beenden können. Gefallen hat es mir dennoch nur zeitweise.
Hin und wieder war ich ganz begeistert von der ganzen Szenerie von der Zeit und den Geschehnissen, ich habe die Partys und Beschreibungen der schönen Kleider sehr geliebt.

Für mich gab es, wie bereits gesagt, keinen roten Faden der Handlung, weswegen mir vieles zu willkürlich und unnötig vorkam. Vielen Szenen konnte ich keinerlei Bedeutung zusprechen und zu oft habe ich mich gelangweilt.

Was ich besonders enttäuschend fand, war das Fehlen von Intrigen und Skandalen. In dem Feld bleibt es lange Zeit sehr ruhig, der große Skandal bleibt aus, Intrigen schmieden eigentlich nur 2 oder 3 Personen und allgemein blieb es einfach sehr langweilig und flach. Anscheinend habe ich wirklich etwas komplett falsches erwartet.

Aber auch die Liebe kam viel zu kurz. Bei keinem der Charaktere, so unsterblich sie angeblich auch verliebt waren, ist der Funke übergesprungen. Dafür, dass hier so ziemlich jeder sehr viel aufs Spiel gesetzt hat für die jeweils Angebeteten fehlte mir die große Leidenschaft. Ich habe mich bis zum Ende gefragt, wo denn die angeblich so große und starke Liebe zwischen Elizabeth und Will gewesen ist.

Einzig spannend war der Prolog und die letzten 2 oder 3 Kapitel, welche mir sehr gefallen haben, doch leider können die wenigen Seiten nicht das gesamte Buch retten. Den zweiten Teil habe ich auch noch zu Hause, vielleicht lese ich ihn noch, vielleicht verschenke ich beide, mal sehen.

FAZIT
Eine sehr langweilige Geschichte, der Leidenschaft, Emotionen und Intrigen fehlte, obwohl sie damit so beworben wurde. Gossip Girl im 19. Jahrhundert? Auf keinen Fall. Leider eine langweilige Geschichte mit verwirrend vielen Charakteren, die erst auf den letzten Seiten wirklich Spannung erhält. Trotz einige schönen Szenen hat mich die Mehrheit der Kapitel sehr enttäuscht.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Nicht mein Lieblingsbuch der Autorin

Die tausend Teile meines Herzens
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MEINE MEINUNG
Als großer Fan von Colleen Hoover durfte natürlich auch "Without Merit" nicht fehlen. Der Klappentext verrät sehr wenig, weswegen ich nur umso gespannter auf den Inhalt war. Das Cover ist ...

MEINE MEINUNG
Als großer Fan von Colleen Hoover durfte natürlich auch "Without Merit" nicht fehlen. Der Klappentext verrät sehr wenig, weswegen ich nur umso gespannter auf den Inhalt war. Das Cover ist nicht ganz mein Fall, aber es passt ganz gut zum Inhalt.

Merits Familie ist nicht ganz normal. Sie lebt mit ihrer Zwillingschwester, ihrem großen Bruder, ihrem Halbbruder, ihren Eltern und der neuen Frau ihres Vaters in einer alten, umgebauten Kirche. Während ihre Geschwister perfekt scheinen, fühlt sie sich in ihrer eigenen Familie als das schwarze Schaf. Als sie genug von ihren Familiengeheimnissen hat, plant sie eine Flucht aus ihrem verkorksten Leben, die allerdings schief geht. Nun muss sie sich ihrer Familie und all den schrecklichen Dingen stellen.

Merit ist mit ihrem Leben unzufrieden, vieles läuft schief und am liebsten würde sie vor allem fliehen. Jedes mal, wenn etwas schief läuft, kauft sie sich im Antiquitäten-Laden eine Trophäe von etwas, das sie nicht gewonnen hat. Sie schwänzt seit einigen Wochen die Schule, doch niemand scheint es aufzufallen, besonders nicht ihrer Familie. Aber der fällt es auch nicht auf, wenn sie einen ganzen Tag lang kein einziges Wort spricht.

Ich bin ehrlich gesagt nicht großartig mit ihr zurecht gekommen. Sie hat in ihrem Leben einiges aushalten müssen und die Geheimnisse ihrer Familie scheinen sie zu zerstören, weswegen sie eine zynische und gemeine Art entwickelt hat, vermutlich eher als Schutzmechanismus. Doch genau dadurch fehlte mir die Sympathie ihr gegenüber und da sie die Protagonistin war, ist das sehr schade gewesen.
Aber auch die Nebenfiguren sind allesamt sehr eigen und keinen davon habe ich wirklich in mein Herz schließen können, außer Sagan eventuell. Alle hüten große Geheimnisse voreinander, die das Familienleben immer mehr zerstören. Alle sprechen kaum über ihre Gefühle, alle sind viel mit sich selbst beschäftigt und durchleben ihre eigenen Probleme. Mir fehlte allerdings der Draht zu ihnen, was vermutlich auch durch Merits "Hass" auf ihre Familie begründet ist.

Die Handlung konnte mich auch eher weniger begeistern. Lange konnte ich gar nicht wirklich einordnen, worum es eigentlich geht und worauf die Handlung hinaus möchte. Es geht hier weniger um Liebe, wie bei anderen Büchern der Autorin, sondern viel um Familie, Geheimnisse, (psychsiche) Krankheiten, sich selbst zu finden und Probleme zu bewältigen.
Die Handlung um diese Themen herum war allerdings sehr wirr und hat für mich nichts bestimmtes verfolgt. Die Autorin hat hier sehr viele Themen angerissen und keins davon wirklich zu Ende geführt. Ich hätte mir gewünscht, hätte sie sich auf eins konzentriert und es wirklich ausgearbeitet.
Wie gesagt hat jeder der Charaktere und bei ziemlich jedem fehlten mir mehr Infos, mehr Erklärungen. Es wird häufig kurz angeschnitten, in den Grundzügen erklärt, und dann wird das Thema auch schon wieder fallen gelassen. Es war einfach nichts ganzes.

Allgemein hat mich das Buch auch nicht berühren können, in keinem Sinne. Emotionale Szenen waren häufig zu schnell wieder vorbei, als dass sie mich berühren konnten. Allgemein war vieles sehr schnell abgehandelt und fertig. Besonders nach dem großen Höhepunkt der Handlung ging mir alles zu schnell, besonders was die schnelle Charakter-Entwicklungen sämtlicher Charaktere angeht.

Zum Schluss muss ich aber noch einmal sagen, dass ich das Merkwürdige an dem Buch in gewissem Maße allerdings auch sehr mochte. Auch wenn mir die Themen häufig zu oberflächig geblieben sind, war ich doch sehr gefesselt von dem Buch und konnte gar nicht aufhören, es zu lesen.

FAZIT
Welche Themen Colleen Hoover hier aufgreift, sind sehr wichtig und nicht zu unterschätzen. Leider war die Handlung drumherum sehr wirr und merkwürdig, sodass der Kern häufig verfehlt wurde. Vieles wurde zu kurz angeschnitten ohne dass es tiefer thematisiert wurde, was mich sehr enttäuscht hat. Es ist ein ganz anderes Buch von der Autorin, welches mich nicht erreichen konnte, obwohl es mich gleichzeitig in seinen Bann ziehen konnte.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Sehr zäh, zu viele unnötige Szenen...

All of You
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Der 2. Teil einer Reihe, in dieser Rezension tauchen Spoiler zum 1. Teil auf!

MEINE MEINUNG
Der erste Teil hat mich ein wenig enttäuscht, aber dennoch neugierig auf Band 2 zurück gelassen. Das spannende ...

Der 2. Teil einer Reihe, in dieser Rezension tauchen Spoiler zum 1. Teil auf!

MEINE MEINUNG
Der erste Teil hat mich ein wenig enttäuscht, aber dennoch neugierig auf Band 2 zurück gelassen. Das spannende Ende hat mich schließlich doch noch dazu gebracht, auch "All of You" lesen zu wollen.

Die Handlung knüpft unmittelbar nach Band 1 an und thematisiert weiterhin das angebrochene Thema. Während Shaw sich um seine Schwester und ihre Geheimnisse kümmert, werden die Gefühle zu Willow immer stärker. Und auch Willow fühlt sich längst nicht mehr wie die gespielte Freundin von ihm. Doch die Vergangenheit beider holt sie langsam ein und sie müssen beginnen, sich gegenseitig zu vertrauen und ehrlich zu sein...

Willow hat mir im ersten Teil noch sehr gut gefallen. Sie war sehr stark, eigenwillig und hat sich nicht in die Enge treiben lassen. Langsam entwickelt sie sich aber in eine falsche Richtung. Noch immer ist sie ein sehr starker Charakter, der sich durch das Leben kämpft und immer noch steht, doch gleichzeitig verliert sie an Shaws Seite irgendwie ein wenig an Persönlichkeit. Sie wird immer schwächer, geigt ihm seltener ihre Meinung und scheint komplett eingewickelt von ihm.

Shaw war mir immer noch sehr sehr unsympathisch. Er hat für mich nichts anziehendes an sich, auch wenn er mittlerweile ein bisschen weniger Arschloch war, aber nur ein bisschen weniger. Für ihn scheint die ganze Gefühlswelt etwas komplett neues zu sein, aber immerhin würdigt er Willow mittlerweile wenigstens etwas mehr. In einigen Situationen sind seine Aussagen und Handlungen allerdings unter aller Sau, sodass ich ehrlich schockiert war.
Beispiel? Als es in irgendeiner Szene darum geht, dass Shaw eine Tätigkeit absolut ätzend findet, denkt er "lieber schneide ich mir die Pulsadern auf". Nicht nur in Anbetracht der Tatsache, dass seine eigene Schwester psychisch sehr labil ist, sondern allgemein gesprochen, sind solche Aussagen einfach schrecklich, nie nie nie niemals sollte man so etwas sagen!

Allgemein war die Handlung sehr durchwachsen. Es lässt sich zwar relativ schnell weg lesen, was dem einfachen, aber nicht schlechten Schreibstil verschuldet ist. Dennoch hat es sich besonders im ersten Drittel arg gezogen. Obwohl die Spannung aus dem ersten Teil noch ein wenig überschwappt, wird es nach wenigen Seiten sehr zäh und schon haben wir zahlreiche Sex-Szenen zwischen Shaw und Willow.
Die grundlegende Idee gefällt mir allerdings immer noch sehr gut. Die große Frage hinter dem Tod von Willows Vater, die Verstrickungen der Familien, all das fand ich super spannend. Leider gerät das immer wieder in den Hintergrund und geschieht eher passiv. Während der Leser miterlebt, wie Shaw und Willow Sex haben oder an Sex denken, wird nur hin und wieder darüber berichtet, was neu herausgefunden wurde. Bei keiner "Ermittlung" waren wir als Leser dabei, wir haben immer nur im Nachhinein davon erzählt bekommen, was ich sehr enttäuschend fand. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber leider wurde das alles sehr flach gestaltet.

Was dahingegen sehr präsent war, war die (sexuelle) Beziehung der beiden, was teilweise wirklich nervig wurde. Es gab Sex in den unmöglichsten Situationen, häufig als Lösung für Unstimmigkeiten, was ich wirklich unschön finde. Und wenn gerade niemand Sex hat, dann wird mindestens daran gedacht. In einer Szene musste Willow, die gerade eins der tausend Geheimnisse heraus gefunden hat und diese erst verarbeiten muss, Shaw anbetteln, dass er aufhört und sie in Ruhe lässt - ähm, hallo? Keine Frau sollte ihren Freund anbetteln müssen, damit er mit dem Sex aufhört.

Ebenfalls sehr zäh und anstrengend war der Ex-Verlobte von Willow. Im ersten Teil spielt er ja schon eine Rolle, doch hier nimmt er immer mehr Seiten ein. Dieser gesamte Handlungsstrang war wirklich nicht nötig und eher nervend, es gab aus meiner Sicht keinen bestimmten Grund für ihn. Das Buch hätte genug Spannung und Handlung haben können, auch ohne den Ex-Verlobten, hätte man sich intensiver auf die anderen Themen konzentriert. So war es ein großer Mix an vielen Unterthemen, die allesamt eher halbherzig beschrieben wurden.
Darunter gelitten hat vor allem Willows Leben. Ihre Mitbewohnerin spielt anfangs kaum eine Rolle, ihre Mutter erst recht nicht und allgemein scheinen das alles Probleme aus dem ersten Teil gewesen zu sein, die wir nun vergessen konnten.

Das letzte Drittel des Buches hat mir dahingegen allerdings doch noch sehr gefallen können. Es fügt sich vieles zusammen, es gibt viele Aussprachen, es wird sehr emotional und die Bezüge zum eigentlichen Thema entstehen wieder. Es gibt mehr Szenen über ihre Vergangenheit, ihre Eltern und Schwester und auch Sierra ist wieder die dauer-nervende beste Freundin aus dem 1. Teil. Leider ist das erst viel zu spät passiert und schon war es auch vorbei...

FAZIT
Es hat mir etwas besser gefallen als der erste Teil, aber nur gering. Der Protagonist hat seine guten Zeiten, die negativen überwiegen leider, weswegen er unausstehlich war. Willow hingegen hat mir gut gefallen, besonders zum Ende hin. Die Handlung hatte deutlich mehr Potential, wurde leider durch unnötig viele sexuelle Szenen in den Hintergrund gedrängt. Leider nicht mein Fall.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Ganz klar den Hype wert!

Vom Ende der Einsamkeit
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MEINE MEINUNG
Viel zu lange lag dieses Buch auf meinem SuB, obwohl ich von allen Seiten stets positives darüber gehört habe. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, mir das Buch aufbewahren zu wollen, es ...

MEINE MEINUNG
Viel zu lange lag dieses Buch auf meinem SuB, obwohl ich von allen Seiten stets positives darüber gehört habe. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, mir das Buch aufbewahren zu wollen, es nicht zwischen Tür und Angel zu lesen, sondern es wirklich würdigen zu können. Jetzt habe ich es endlich geschafft und das Buch in ein paar ruhigen Momenten zur Hand genommen.

Es geht um Jules, der mit seinen Geschwistern Liz und Marty und seinen Eltern ein zufriedenes Leben führt. Bis seine Eltern bei einem Unfall sterben und die Kinder in ein Internat gesteckt werden und sich dort immer fremder werden. Der träumerische Einzelgänger Jules findet nur in der rothaarigen Alva eine Freundin, die ebenfalls von Trauer geprägt ist. Während Jules immer älter wird, wir ihn durch seine Teeanger- und Erwachsenenjahre begleiten ist er stets auf der Suche, nach sich selbst, der großen Liebe und sein Familienglück.

Der Roman ist stets aus Jules Perspektive geschrieben worden, die in seinen Kindertagen beginnt und schließlich als Erwachsener endet. Um diese Bandbreite an Erlebnissen in einen Roman zu bündeln, finden viele Zeitsprünge statt, die nicht regelmäßig auftauchen und stets unterschiedlich groß sind. Manchmal sind es nur wenige Wochen, dann wieder ein paar Jahre, mal sind es wenige Seiten, manchmal sind es lange Kapitel. Doch genau diese Abwechslung in Kombination mit Wells' angenehmen und wunderschönen Schreibstil hat die Geschichte perfekt einfangen können. Es war, als würde Jules selbst von seinem Leben erzählen und sich dabei natürlich nur auf die Dinge konzentrieren, die für immer in seinem Kopf geblieben sind, so willkürlich sie im ersten Moment auch wirkten.

Die Charaktere waren allesamt einzigartig und fesselnd, und besonders die Zusammenstellung war sehr gut gelungen. Die Protagonisten sind authentische und realistische Charaktere, die in ihrem Leben, welches von Trauer geprägt wird, gefangen scheinen. Keiner von ihnen ist perfekt und das Leben mischt sich stets auf traurigste Art und Weise bei ihnen ein.

Jules, der als Kind ein typischer Rabauke, Draufgänger und abenteuerlustiger Junge war, verändert sich mit dem Tod seiner Eltern schlagartig. Er versinkt in seiner Traumwelt, wird ein Einzelgänger ohne Freunde und ist stets etwas verloren. Er weiß nicht recht, wohin mit sich selbst und probiert sich lange aus ohne ein Ziel zu haben.
Seine große Schwester, Liz, erfreut sich zwar immer noch an Beliebtheit in der Schule, ist aber ebenso verloren wie Jules. Sie wirkt stark, selbstbewusst und so, als könne sie nichts besiegen. Doch verliert sie sich in Drogenkonsum und Sex, bereist die Welt und findet sich selbst lange nicht wieder.
Sein Bruder Marty hingegen war schon als Kind ein Einzelgänger, woran sich nun nicht viel verändert hat. Er ist sehr intelligent, bastelt viel rum und hat einige Nerd-Freunde gefunden. Auf den ersten Blick wirkt es so, als hätte ihn der Tod kaum erschüttert, doch betrachtet man ihn aus näherer Distanz zeigt sich das Gegenteil.
Und zuletzt natürlich Alva, die Jules' einzige Freundin war, bis die zwei sich aus den Augen verlieren. Auch sie versteckt eine tiefe Trauer, doch zeigt sie diese Seite kaum und versucht stets, alleine mit ihr zurecht zu kommen, mehr kann ich in diesem Augenblick gar nicht über sie sagen.

Die Handlung ist ruhig und dennoch aufregend. Es scheint nicht viel zu passieren und gleichzeitig passiert eine ganze Menge, immerhin durchleben wir hier fast das gesamte Leben eines Mannes. Ich kann es gar nicht alles in Worte fassen, doch war ich von Jules' Welt so fasziniert, dass ich das Buch gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Es handelt vom tragischen Leben des Protagonisten, der mehr Trauer als Glück in seinem Leben erfährt und sich in seiner Einsamkeit gefangen fühlt. Es geht um schöne Momente und welche Bedeutung sie haben, aber auch um Momente, die das ganze Leben entscheiden. Was wäre anders gewesen, wären Jules' Eltern nie in das Auto gestiegen? Was wäre anders gewesen, wäre Jules auf ein anderes Internat geschickt worden? Welche noch so kleinen Momente oder Entscheidungen könnten das ganze Leben komplett verändern?

Das Buch hat mich wirklich berührt und vollkommen in seinen Bann ziehen können. Die Tränen liefen mir schon auf den ersten Seiten geschockt über die Wangen und genau das ist im Laufe des Buches immer wieder passiert. Ich war so gefesselt von der durchaus emotional tragischen Geschichte, dass ich gar nicht wollte, dass das Buch endet. Ich kann den Hype um dieses Buch absolut nachvollziehen und werde es von nun an wohl auch öfter empfehlen.

FAZIT
Eine traurige, aber wunderschöne Geschichte über einen starken Protagonisten, der sich in seiner Einsamkeit verliert. Eine Geschichte, die mich vollends begeistern, fesseln und berühren konnte, sodass ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen wollte. Gepaart mit einem sehr angenehmen und wunderschönen Schreibstil hat es Buch auf jeden Fall auf die Liste meiner Lieblingsbücher geschafft.

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Ganz anders als erwartet - vermittelt ein komisches, schlechtes Bild...

The Modern Break-Up
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Meine Meinung
Im englischsprachigen Bookstagram-Raum bin ich dem Buch bereits einige Male begegnet und jedes Mal habe ich nur positives gehört. Als ich dann entdeckt habe, dass das Buch auch in der deutschen ...

Meine Meinung
Im englischsprachigen Bookstagram-Raum bin ich dem Buch bereits einige Male begegnet und jedes Mal habe ich nur positives gehört. Als ich dann entdeckt habe, dass das Buch auch in der deutschen Übersetzung erscheinen wird, war ich ganz gespannt. Das Thema finde ich sehr interessant und der Klappentext hat mir schöne Lesestunden mit Amelia und Nick versprochen, worauf ich mich sehr gefreut habe.

Amelia und Zara brechen nach Amelias schmerzhaften Trennung von ihrem Ex-Freund nach New York auf und wollen einfach ein wenig Urlaub von ihrem Leben nehmen. In einer Bar treffen sie auf Nick und seinen besten Freund, woraufhin es gleich zwischen ihm und Amelia funkt. Doch statt sich auf einen One-Night-Stand einzulassen, reden sie die ganze Nacht. Über Liebe, Beziehungen, Trennungen, Vorstellungen und Ängste. Während die zwei das aufklärende Gespräch führen, wird der Leser durch Zeitsprünge in Amelias Vergangenheit versetzt und erlebt die Zeit knapp nach der Trennung mit ihr.

Ehrlich gesagt muss ich diese Rezension etwas anders angehen, als meine anderen. Eigentlich würden hier Charakterbeschreibungen, sowie meine Sympathie diesen gegenüber folgen. Doch weder Amelia, noch Nick waren sonderlich starke Charaktere, sie waren beide sehr austauschbar und bildeten eher das Grundgerüst für die romanhafte Erzählung über "Modern Break-Ups".
Es ging nicht wirklich um die zwei als Figur, sie wurden nur eingesetzt, um diesem Buch das romanhafte Flair zu schenken. Aus diesem Grund habe ich mich zu keinem verbunden gefühlt, was aber auch okay war.

Geschrieben ist das Buch dennoch in der Ich-Form, größtenteils aus Amelias Perspektive. Wir wechseln diese aber auch zwischendurch zwischen den Nebenfiguren, wie Nick, Zara oder Amelias Mutter oder Mitbewohnerin. Und obwohl es aus den jeweiligen anderen Perspektiven geschrieben ist, dreht es sich dennoch komplett um Amelia und ihre Trennung. Darum, wie die Nebenfigur dieses mit erlebt haben und was sie selbst aus ihr lernen konnten.
Der Schreibstil, der das ganze begleitet, war okay, mehr aber auch nicht. Er war nicht besonders schön oder wortgewandt, sondern eher ein wenig kühl und mehr erzählend, als emotional begleitend. Aber obwohl ich den Schreibstil nicht sonderlich schön fand, ließ sich das Buch sehr flott lesen.

Aber kommen wir doch mal zu meiner Meinung zum Inhalt. Denn da tauchen die großen Schwierigkeiten auf, die ich mit diesem Buch hatte.
Während der englische Klappentext eher weniger Auskunft über den genaueren Inhalt gibt, ist der deutsche da etwas präziser. Leider hat das absolut falsche Erwartungen in mir hervor gerufen, die bei weitem nicht erfüllt werden konnte.
Nachdem ich die deutsche Inhaltsbeschreibung gelesen hatte, war ich davon ausgegangen, dass der gesamte Roman in einer Nacht spielt und wir als Leser Amelia und Nick während ihres erleuchtenden Gespräches begleiten.
Wie oben bereits erwähnt, wird das Gespräch von Zeitsprüngen unterbrochen, was mich zunächst sehr enttäuscht hat. Das Gespräch als solches findet erst im letzten Teil, ungefähr im letzten Drittel, statt und dauert auch nur wenige Seiten an.

Was wir stattdessen bekommen sind verschiedene Einblicke in Amelias Leben, das durch die Trennung von ihrem Ex erschüttert wurde. Wir erleben sie in Gesprächen mit Freunden, mit sich selbst, mit ihrer Mutter und alles dreht sich nur um ihren Ex und darum, dass sie die Trennung nicht versteht. Sie zweifelt viel, viel auch an sich selbst, und wird mit der Dauer sehr weinerlich und beschwerend, sie versteht einfach die Männerwelt nicht mehr.
Mir ist bewusst, wie der Titel lautet und was das Grundthema dieses Buches sein sollte, doch hat es mich beim Lesen dauerhaft gestört. Es war nervend, wie Amelia sich dauerhaft über Männer beschwert, wie sie dauerhaft ihre Trennung thematisiert und nicht auf Ratschläge ihrer Mitmenschen hört.

Aber auch Nick war da nicht viel besser. Im dem alles erleuchtendem Gespräch tritt er auf, als wäre der perfekte Mann, der für die gesamte Männerwelt sprechen kann. Als wüsste er über alles und jeden Bescheid, er war mir ein wenig zu abgehoben, zu hochnäsig und zu besserwisserisch. Ich kann auch nicht verstehen, wie er Amelias Leben mit dem kurzen Gespräch zu sehr verändern konnte. Der Grundgedanke, den er vertritt, war dabei gar nicht mal so schlecht. Er betont wie wichtig es sei, sich selbst zu finden und zu wissen, was von einer Beziehung erwartet. Dem kann ich tatsächlich zustimmen, doch die Art und Weise, auf der er Amelia dies erzählt wirkte wie bereits erwähnt viel zu arrogant.

Insgesamt ging es, wie der Titel schon verrät, um Trennungen im heutigen Zeitalter. Trennungen, die von Facebook, Instagram & Co begleitet werden und teilweise dort auch ausgetragen werden. Es geht viel darum, wie Männer und Frauen sich in Sachen Liebe und Beziehung unterscheiden und vielleicht auch ähneln. Es geht darum, wie man zu sich selbst finden kann und welche Bedeutung das für die Partnerwahl hat. Alles wird dabei an Amelias Trennung aufgehangen, was ich wie bereits erwähnt nicht wirklich passend fand.

Insgesamt ist das Buch zudem leicht esoterisch, spirituell aufgezogen. Nicht viel und es steht auch nicht im Vordergrund, doch es kommt immer mal wieder durch. Damit kann ich mich leider überhaupt nicht identifizieren, was hin und wieder zu einem Augenrollen meinerseits geführt hat.

Worüber ich auch oft die Augen verdreht habe, waren die immer mal wieder auftauchenden "inspirierenden Sprüche". Die haben mich leider eher weniger inspiriert, da sie eher den total "relateable quotes" von Pinterest, Instagram & Co ähnelten. Teilweise tauchten sie einfach im Text auf, hin und wieder auch in Amelias Handynotizen, in die wir ab und ab Einblicke erhalten haben. Auch hier konnte ich weder erreicht, noch begeistert werden, was sehr schade war.

Kommen wir zum letzten Punkt, der mich bei all der restlichen Kritik am meisten gestört hat. Das gesamte Buch, welches zum größten Teil aus weiblichen Perspektiven (bis auf ein oder zwei Kapitel) geschrieben wurde, ist von einem Mann verfasst. Bei keinem anderen Buch würde mich das stören, doch hier verstehe ich es nicht. Es geht so viel darum, was Männer und Frauen in Sachen Beziehung unterscheidet, was Männer wollen, was Frauen erwarten und so weiter. Warum schreibt Daniel Chidiac dann bitte nicht aus der Perspektive eines Mannes, zum Beispiel von Nick? Er hat es so leider wirklich nicht gut rüberbringen können und während ich diese Zeilen tippe fällt mir auf, wie sexistisch und intolerant dieses Buch eigentlich war.

Es fängt damit an, dass es stets um heterosexuelle Beziehungen geht. Okay, die "Protagonisten" haben diese Sexualität, aber ein erweiterter Blickwinkel wäre doch ganz schön gewesen. Besonders, weil so viele Nebenfiguren zu Wort kommen durften, also warum nicht auch eine LGBTQ-Figur? So etwas wird hier in keinem Wort erwähnt, was ich in Hinblick auf das Thema Trennungen im aktuellen Zeitalter echt schade fand.

Gleichzeitig wird hier nur ein ganz bestimmtes Frauenbild thematisiert, das vielleicht eher der Wunschvorstellung vom Autor entspricht. Ein Beispiel? Amelia und Nick sind beim Vorspiel, Amelia kommt nach wenigen Momenten, so schnell, dass selbst Nick sich wundert. Gleichzeitig hat Zara im Nebenzimmer Sex und kommt das erste Mal vaginal, weil Nicks bester Freund sooo gut im Bett ist. Auch sexuelle Experimente, wie zum Beispiel Dreier, scheinen in diesem Buch ganz normal für die weiblichen Figuren und ihre Selbstfindung zu sein, was im Gesamtbild einen faden Beigeschmack hinterlassen hat.
Was auch noch ganz normal schien, war der Drogenkonsum, als Zara gleich zu Beginn des Buches ihr Koks in der Tasche sucht. Insgesamt ein sehr komisches Bild der Figuren, das mich ziemlich verwirrt und verärgert zurück gelassen hat.

Zuletzt würde ich gerne noch etwas einschieben, was weniger mit meiner Meinung zutun hat. Auf Instagram habe ich bereits eine Kurzmeinung veröffentlicht und daraufhin zahlreiche Nachrichten bekommen, dass dieses Buch anderen Leser
innen bei ihren eigenen Trennungen geholfen hätte. Das finde ich auch super schön für jeden, der aus diesem Buch etwas mitnehmen konnte. Für mich war das nicht der Fall, doch habe ich gleichzeitig angefangen darüber nachzudenken, dass ich einfach absolut die falsche Zielgruppe war. Seit über 3 Jahren bin ich glücklich in einer Beziehung und über Dating und Trennung habe ich mir lange keine Gedanken mehr machen müssen. Vielleicht begründet das meine ablehnende Haltung noch ein wenig.

FAZIT
Leider eine riesige Enttäuschung, die mich Kopfschüttelnd zurücklässt. Es wurde als Roman deklariert, funktioniert mit austauschbaren Charakteren und einem fehlendem Plot aber weniger gut. Die Idee war vielleicht noch ganz gut, an der Umsetzung samt trockenen Schreibstil und unpassender Perspektiven scheiterte es dann doch. Es wollte deutlich mehr erreichen, als es letztendlich war. Leider habe ich hier nichts neues gelernt, keinen Mehrwert ziehen können noch sonst etwas. Für mich war es leider nichts.

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