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Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannender Thriller mit tollem Setting

The Surf House
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Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders weil es wirkt, als würde sich außerhalb des Bildausschnitts mehr verbergen, als man auf den ersten Blick sehen kann.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Bea reist als gefragtes Model um die Welt. Doch sie hasst ihren Job und als sie dann in Marokko angekommen ist, verlässt sie spontan das Shooting. Alleine in Marrakesch fühlt sie sich direkt viel freier, doch dann wird sie von zwei Männern überfallen. Sie nehmen ihr ihr Geld, ihren Pass und ihren Rucksack ab und gerade als sie sie auch körperlich bedrohen, wird sie von Marnie gerettet. Die junge Frau bietet ihr an, eine Zeitlang in dem Surf House unterzukommen, das sie zusammen mit ihrem Freund betreibt. Dort kann Bea trotz der schrecklichen Ereignisse in Marrakech endlich durchatmen und beim Surfen so richtig abschalten. Immer wieder hört Bea in dieser Zeit von Savannah, in deren alten Zimmer sie momentan wohnt und die sich scheinbar nach Südafrika aufgemacht hat. Doch dort scheint sie nie angekommen zu sein und als sich die Geschichten der Leute, die Bea bereits in ihr Herz geschlossen hat, widersprechen, beginnt sie nachzuforschen und stößt dabei auf Geheimnisse, die besser nie ans Licht gekommen wären.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, besonders weil ich das Setting spannend fand und endlich mal wieder einen guten Thriller lesen wollte. Zum Glück wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn das Buch hat mich von Anfang an gut unterhalten. Dazu trägt auch der Schreibstil viel bei. Er hat es in seiner leichten, unaufgeregten Art direkt geschafft, mich in die Geschichte zu ziehen und dafür zu sorgen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Bei den Charakteren war ich etwas zwiegespalten. Vor allem zu Beginn habe ich gebraucht, um mit Bea warm zu werden. Ihre Unsicherheit und Naivität haben mich ehrlich gesagt sogar ein wenig genervt, auch wenn ich es sogar verstehen konnte. Seit sie ein Teenager ist, modelt sie, ihre Agentin will, dass sie funktioniert und ihre Mutter, dass sie Geld verdient, keiner kümmert sich wirklich um Bea als Mensch. Deswegen fand ich es unglaublich mutig, als sie sich dazu entscheidet einfach hinzuwerfen, selbst wenn der Zeitpunkt möglicherweise etwas unpassend war. Umso besser gefiel es mir, sie aufblühen zu sehen. Ihre Begeisterung fürs Surfen und dass sie immer mehr für sich selbst einsteht, gefiel mir wirklich gut. Mit den anderen Protagonisten habe ich mich da noch deutlich schwerer getan, weil sie irgendwie oberflächlich blieben. Das lag natürlich auch daran, dass so gut wie alle etwas zu verbergen hatten und nie wirklich ehrlich zu Bea sind, sodass mir etwas schwer fiel, sie als Personen so richtig zu greifen.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen, weil mich die Story wirklich gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist, obwohl die Handlung zum Teil etwas vorhersehbar war und ich die Charaktere nicht immer richtig fassen konnte.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Spannendes Setting, das leider nicht überzeugen kann

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, ...

Das Cover des Buches mag ich wirklich gerne, weil es perfekt zum Setting des Buches passt. Der dunkle Hintergrund in Kombination mit den leuchtenden Darstellungen, die einen ägyptischen Tempel zeigen, gestattet schon einen Blick auf die Story des Buches, bleibt dabei aber geheimnisvoll.

Die Geschichte klang auf den ersten Blick ebenfalls vielversprechend: Während die Eltern von Inez Olivera die Hälfte ihres Jahres in Ägypten bei Ausgrabungen verbringen, bleibt sie in Argentinien bei ihrer Tante, obwohl sie sich nichts mehr wünscht, als ihre Eltern endlich begleiten zu dürfen. Als die beiden dann plötzlich in der Wüste verschwinden, scheint dieser Traum endgültig vorbei zu sein. Doch Inez will unbedingt herausfinden, was passiert ist und macht sich auf den Weg nach Alexandria gegen den ausdrücklichen Wunsch ihres Onkels, der nun ihr Vormund ist. Dort angekommen, trifft sie auf Whit, der sie möglichst schnell zurück nach Argentinien befördern soll, doch Inez will endlich das Land sehen, das ihren Eltern so wichtig war und widersetzt sich Whit und ihrem Onkel. Als sie schließlich in die Nähe der Ausgrabungen kommt, erwacht plötzlich eine uralte Magie zum Leben und Inez gerät in einen Strudel voller Geheimnisse und Intrigen, in dem sie der Schlüssel zu einem der größten Rätsel der Menschheit sein könnte - zu Kleopatras Grab.

Ich war richtig gespannt auf diese Geschichte, weil ich die Kombination aus zwei verschiedenen historischen Epochen unglaublich spannend fand, aber leider konnte mich das Buch nie so richtig überzeugen. Das fängt schon mit dem Schreibstil an. Er wirkt an vielen Stellen etwas altmodisch, umständlich und schafft es dadurch nicht, mich so richtig in die Geschichte zu ziehen. Wenn ich es für einen Großteil der Geschichte noch akzeptieren könnte, weil es zum Zeitgeist gepasst hat, fand ich vor allem die Dialoge sehr künstlich und gestelzt, was dafür gesorgt hat, dass ich das Gefühl hatte, die Charaktere nie wirklich greifen zu können.

Diese sind für mich auch das größte Problem der Geschichte. Ich mochte eigentlich, dass Inez so willensstark und furchtlos ist, weil sie sich dadurch dafür einsetzt, endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Gleichzeitig musste ich mich aber immer wieder daran erinnern, dass sie bereits 19 Jahre alt ist. Sie wirkt in vielen Situationen vielmehr wie ein Teenager und ist erstaunlich naiv. Ich verstehe vollkommen, dass sie sehr behütet bei ihrer Tante und ihrer Familie aufgewachsen ist und auch ihre Mutter legt immer viel Wert darauf, dass sie eine respektierte Frau der Gesellschaft wird. Allerdings vertraut sie fremden Menschen wirklich viel zu schnell und ich habe immer wieder den Kopf geschüttelt, in welche Situationen sie gerät, einfach nur weil sie nicht zumindest ein wenig skeptisch ist. Ich finde dabei sogar glaubwürdig, dass sie direkt nach ihrer Ankunft in Ägypten noch vertrauensvoll gegenüber Autoritätspersonen ist, schließlich hat sie das nicht anders gelernt. Allerdings hatte ich oft nicht so richtig das Gefühl, dass sie daraus lernen würde, vielmehr stößt sie Menschen, die ihr tatsächlich helfen wollen, immer wieder von sich, weil ihr nicht passt, dass sie sie wieder nach Hause schicken wollen. Ich kann sogar verstehen, dass sie, nachdem sie es schon bis nach Ägypten geschafft hat, nicht einfach wieder kampflos nach Argentinien zurückkehren will, aber sie hat einfach keinerlei Gespür dafür, wie gefährlich das Leben dort für sie sein kann. Das hat mich mit zunehmendem Verlauf immer mehr gestört, sodass es mir schwer fiel, mit ihr und ihrer Geschichte mitzufiebern. Mit Whit geht es mir leider ähnlich. Er ist kein schlechter Kerl, aber sein Alkoholkonsum und seine herablassende Art Inez gegenüber haben mich von Anfang an genervt. Zumal er selten komplett aufrichtig ihr gegenüber ist. Es würde vieles leichter machen, wenn irgendjemand ihr mal erklären würde, was genau vorgeht und welche Regeln in Ägypten herrschen, schließlich kennt sie das Land nicht und durch die Unehrlichkeit macht Whit es sich noch schwieriger, Inez wieder loszuwerden.

Die Story und vor allem das Setting fand ich zunächst vielversprechend, aber es dauert wirklich lange, bis beides so richtig zur Geltung kommt. Schon zu Beginn der Geschichte musste ich mich immer wieder aktiv daran erinnern, dass man sich in Argentinien befindet und auch in Ägypten dauert es lange, bis sich das ändert. Das liegt für mich auch daran, dass man im Prinzip nichts von Inez‘ Reise mitbekommt. Sie berichtet kurz, dass sie sich als Witwe ausgegeben hat, aber das ist auch schon alles, was man erfährt. Ich glaube, ich hätte die Herausforderungen und die Länge der Reise deutlich besser verstehen können, wenn ich zumindest einen Teil davon hätte miterleben können.

Alles in allem hatte das Buch wirklich viel Potenzial, aber ich wurde leider weder mit der Story noch mit den Charakteren wirklich warm. Ich wollte die Geschichte schon alleine wegen des Settings und den Einblicken in die ägyptische Antike wirklich mögen, aber es hat sehr lange gedauert, bis sie mich so weit gefesselt hat, dass ich weiterlesen wollte.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Emotionale Liebesgeschichte mit tollen Charakteren

Was wir verloren glaubten
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Die generelle Gestaltung dieser Reihe gefällt mir ausgesprochen gut und auch dieser Band stellt dabei keine Ausnahme dar. Die Darstellung eines Nachthimmels in Dunkelblau und Lila mit einigen Sternen ist ...

Die generelle Gestaltung dieser Reihe gefällt mir ausgesprochen gut und auch dieser Band stellt dabei keine Ausnahme dar. Die Darstellung eines Nachthimmels in Dunkelblau und Lila mit einigen Sternen ist einfach wunderschön, selbst wenn er nicht perfekt zum Inhalt des Buches passt.

Die Story hat mich ebenfalls direkt abgeholt: Avery Kennedy hat ein Ziel, endlich als Headcoach das Baseball-Team ihrer Schule trainieren. Doch als sie sich endlich am Ziel wähnt, wird der ehemalige Baseball-Profi Nathan Pierce als Averys Assistenzcoach eingestellt. Ausgerechnet Nathan, der für einen Sommer ihre große Liebe war und dem sie es noch nicht verziehen hat, dass er sie damals verlassen hat. Doch obwohl sie mit Wesley verlobt ist und ihn in zwei Wochen heiraten will, kann sie nicht verleugnen, dass Nathan noch immer etwas in ihr berührt, zumal sie eng zusammenarbeiten müssen, um den Jungs des Teams zu einer erfolgreichen Saison zu verhelfen. Außerdem hat Nathan als Baseball-Spieler gelernt, nie aufzugeben und immer auf sein Herz zu hören und das sagt ihm, dass er noch immer etwas für Avery empfindet, egal wie abweisend sie ist.

Ich liebe einfach, wie Brittainy Cherry schreibt. Sie hat einen unvergleichlich poetischen Stil, der jedes Mal wieder dafür sorgt, dass ich ab der ersten Seite in der Geschichte gefangen bin und einfach durch sie hindurch fliege, weil ich unbedingt wissen will, wie sie ausgeht.

Dazu tragen aber auch die Charaktere ihren Teil zu bei. Man kennt beide schon aus dem ersten Teil der Reihe, auch wenn Avery da deutlich präsenter war als Nathan. Aber schon da war mir klar, dass ich die Geschichte der beiden unbedingt lesen wollte, weil ich schon wissen wollte, was damals zwischen ihnen vorgefallen ist. Ich habe die beiden auch in Rekordzeit in mein Herz geschlossen. Es ist schnell deutlich, wie sehr Nathan Avery damals verletzt hat, obwohl sie noch gar nicht lange zusammen waren, aber auch dass es für ihn wahrscheinlich keine andere Möglichkeit gab. Gerade dies sorgt dafür, dass man beide verstehen kann und es weh tat, zu sehen, dass vor allem Avery es nicht schafft, mit ihm befreundet zu sein, obwohl sie sich mal so gut verstanden haben. Vor allem bei ihr tat es mir unglaublich weh zu sehen, wie schwer es ihr, ihre Depressionen manchmal machen, morgens aufzustehen und dass niemand (außer vielleicht in begrenzter Kapazität ihr Vater) zu sehen scheint, wie sehr Avery strugglet. Die Momente mitzuerleben, wie sie sich quält, aus dem Bett zu kommen, sich selbst dafür fertig macht, dass sie es nicht schafft und der Fakt, dass ihr Verlobter Wesley es nie mitbekommt, haben mich mitten ins Herz getroffen. Wahrscheinlich auch deswegen habe ich Nathan direkt liebgewonnen, weil er erkennt, dass sie nicht immer so stark ist, wie es den Eindruck macht, sondern zwischendurch auch mal jemanden braucht, der sich um sie kümmert. Mir gefiel, dass sie einander nichts vormachen können, sondern immer erkennen, wie es dem anderen geht und müssen fast schon ehrlich zueinander sein, egal wie hart es ist.

Die Story als solche war nicht besonders außergewöhnlich und zumindest der grobe Verlauf war recht schnell klar, aber das hat mich bei diesem Buch nicht gestört. Ich mochte das cosy Setting in Honey Creek unglaublich gerne. Ich liebe die Familien der beiden, weil sie sich zwar extrem in deren Leben einmischen, aber dabei immer sehr unterstützend sind. Schon im ersten Teil haben ich den Vater von Yara, Avery und Willow geliebt, weil er so eine ruhige Präsenz ist, der immer für seine Töchter da ist, ohne sie unter Druck zu setzen. Das wird im Umgang mit Avery noch einmal sehr deutlich, weil er ihr zwar auch sagt, wenn sie falsch liegt, aber sie aber ihre Entscheidungen alleine treffen lässt und sie immer in allem unterstützt. Genauso ist es auch bei Nathan und seiner Mutter. Auch wenn bei ihm in der Vergangenheit nicht immer alles glatt gelaufen ist, fand ich es trotzdem schön zu sehen, wie eine gesunde Familiendynamik aussehen kann, selbst wenn sie manchmal ungewöhnlich ist.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich gerne gelesen. Ich liebe, wie Brittainy Cherry ihre Geschichten erzählt und es jedes Mal wieder schafft, mich vollkommen in das Buch zu ziehen und die Charaktere in mein Herz zu schließen. Aus diesem Grund freue ich mich auch schon darauf, noch einmal nach Honey Creek zurückzukehren und Willows Geschichte mitzuerleben.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Gelungene Story mit sehr offenem Ende

The First to Fall
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls gereizt: Nach einem schrecklichen Vorfall auf einer Bergtour mit Freunden zerplatzen Jakobs Träume mit einem Schlag. Da die Polizei nicht an einen Unfall glaubt, darf er das Land nicht verlassen und kann nicht an der Qualifikation im Klettern für Olympia in Shanghai teilnehmen. Frustriert kehrt er in das verschuldete Alpenchalet seiner Mutter zurück und versucht alles, um wenigstens das vor dem Ruin zu bewahren. Doch dann taucht Aurora auf, von der von Anfang an fasziniert ist. Ohne zu wissen, welches furchtbare Ereignis sie verbindet, kommen sie einander näher, doch Jakob ist sich sicher, dass er es nach alldem, was passiert ist, nicht verdient glücklich zu sein und Aurora will unbedingt herausfinden, wie ihre Schwester ums Leben kam, ohne zu wissen, was Jakob dabei für eine Rolle gespielt hat.

Ich mochte die Breaking-Waves-Reihe von Kristina Moninger unglaublich gerne und habe mich deswegen auch schon auf dieses Buch gefreut, zum Glück hat es mich nicht enttäuscht. Das liegt auch an ihrem Schreibstil, der es jedes Mal schafft, mich schon auf den ersten Seiten abzuholen und dafür zu sorgen, direkt in die Geschichte einzutauchen. Gleichzeitig ist ihre Art zu erzählen aber auch sehr leicht und unkompliziert, sodass man nahezu durch die Seiten fliegen kann, ohne zu merken, wie viel Zeit vergangen ist.

Das liegt auch an der Story, die mich ab der ersten Seite gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist. Es ist von Anfang an klar, dass Jakob dabei gewesen sein muss, als Auroras Schwester Emilia in den Felsenhimmel, eine nahezu unbezwingbare Schlucht in den italienischen Alpen, gestürzt ist. Allerdings bleibt lange offen, wie genau der Sturz ablief und ob es wirklich ein Unfall war. Ich hatte natürlich meine Theorien, habe mich und auch Jakob aber immer wieder hinterfragt, auch wenn es eigentlich nicht zu seinem Charakter gepasst hätte, dass er was mit Emilias Absturz zu tun hat. Dadurch dass man aber immer wieder sowohl Jakobs als auch Auroras Sichtweise erhält und dazu noch Rückblenden, was rund um den Sturz passiert, war schon zu Beginn der Story klar, was die beiden verbindet, auch wenn sie es selbst nicht wissen. Vielleicht war es das, was die Story für mich an manchen Stellen ein bisschen langwierig hat, erscheinen lassen, dass man als Leser schon wusste, welche Probleme noch zwischen den beiden stehen würden, auch wenn ihnen das selbst nicht klar war.

Das hätte mich aber alles nicht weiter gestört, zumal ich die Charaktere sehr fest ins Herz geschlossen habe. Sie haben es mir beide nicht immer leicht gemacht, weil sie auf ihre unterschiedlichen Arten sehr stur und in ihren Wegen eingefahren sein konnten, aber ich mochte, wie gerade das immer wieder dafür sorgt, dass sie einander herausfordern. Jakobs Verschlossenheit und seine zum Teil unverschämte Art gegenüber Aurora fand ich an manchen Stellen zu extrem, aber ich konnte ihn meistens trotzdem verstehen. Ebenso fand ich Aurora manchmal zu forsch, sie wollte manchmal einfach zu viel zu schnell, aber gerade dadurch ergänzen sie sich hervorragend und sorgen dafür, dass der andere nicht einfach das tun kann, was er will, sondern immer wieder das eigene Verhalten auch reflektieren muss.

Mein größtes Problem bei dem Buch war vermutlich das Ende, weil es so viele lose Enden gibt (die mit dem letzten Kapitel noch einmal ausgefranst sind) und ich nicht so richtig weiß, wie die alle im nächsten Teil noch zusammengeführt werden sollen. Ich bin mir sehr sicher, dass Kristina Moninger das schaffen kann, aber da es dann um Verena gehen wird, fehlt mir so ein bisschen mein Abschluss mit Aurora und Jakob. Natürlich wird man mitbekommen, wie es ihnen geht, besonders wenn Verena sich zusammen mit ihnen am Felsenhimmel aufhält, aber ich hätte gerne vor dem schon überraschenden Cliffhanger mehr darüber erfahren, wie ihre Pläne sind, wie sie die Vergangenheit aufarbeiten und so viel mehr. Es fühlte sich nicht so richtig, wie ein Abschluss ihrer Geschichte an und ich hätte mir sogar gewünscht, diese im nächsten Teil nochmal in den Fokus zu nehmen, bevor Verena ihre Geschichte erzählen kann. Nichtsdestotrotz werde ich den nächsten Teil auf jeden Fall lesen und vermutlich an dessen Ende verstehen, warum das Buch auf diese Art geendet ist und freue mich schon darauf, endlich Antworten auf alle meine Fragen zu bekommen.

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Vielversprechende Story, die nicht vollkommen überzeugen kann

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich ...

Ich bin bei dem Cover ehrlich gesagt ein wenig zwiegespalten. Es sieht mit den knalligen Farben und der stilisierten Hand mit dem Streichholz aus, als würde es direkt aus den 70er Jahren stammen. Ich persönlich mag diese Art von Gestaltung nur bei einer bestimmten Art von Buch und dieses gehört nicht dazu, allerdings passt die Darstellung durchaus zu der Geschichte.

Diese hat mich direkt gereizt: Millie Masters betreibt die Hilfe-Hotline Message M für junge Frauen in Not. Jeden Tag und vor allem am Wochenende hilft sie Frauen, die belästigt, unter Drogen gesetzt oder bedroht werden und bringt sie sicher nach Hause. Doch seit ihre Schwester in der Silvesternacht vergewaltigt wurde, scheint das alles nicht mehr genug zu sein. Sie will unbedingt den Täter ausfindig machen und für seine Tat bestrafen, schließlich gibt es viele Männer, die am nächsten Morgen einfach so weitermachen, als wäre nichts passiert. Als dann bei einer ihrer Rettungsaktionen etwas schief geht, stellt Millie fest, dass es endlich an der Zeit ist, Rache zu nehmen, an allen Männern, die sich verhalten, als gäbe es für sie keine Konsequenzen.

Ich war wirklich gespannt auf das Buch, weil ich diesen Zorn so gut verstehen konnte und mir die Idee gefiel, dass eine Frau einfach genug hat und das Recht in die eigene Hand nimmt. Leider konnte mich das Buch nicht so überzeugen, wie ich gehofft hatte. Das liegt in gewisser Weise auch an dem Schreibstil. Ich habe doch ein bisschen gebraucht, um vollständig in die Geschichte zu finden. Ich fand den Schreibstil vor allem zu Beginn wenig mitreißend und manchmal nahezu umständlich, sodass ich das Buch immer wieder weggelegt habe, ohne unbedingt weiterlesen zu wollen. Das wurde im Verlauf der Story etwas besser und vor allem zum Ende hin, wollte ich dann unbedingt wissen, was passiert ist und wie die Story ausgeht, aber bis zu diesem Punkt dauerte es leider eine ganze Zeit.

Mit Millie als Person hatte ich ein bisschen meine Probleme. Sie wirkte in einigen Situationen, selbst schon zu Beginn der Geschichte, von ihrer Umgebung und den Menschen um sie herum abgekapselt, als würde sie deren Gefühle gar nicht wahrnehmen. Es wird mit zunehmendem Verlauf des Buches immer klarer, warum das so ist und ich habe nach und nach ein besseres Verständnis für sie aufbauen können, aber auch bis zu diesem Punkt hat es eine ganze Zeit gedauert und dazu geführt, dass ich manchmal das Gefühl hatte, sie nicht richtig greifen zu können. Dabei konnte ich verstehen, warum sie sich für die Frauen einsetzt, zumal sie zu Beginn nur das tut, was getan werden muss, um die Frauen zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Dabei verstehe ich den ersten Todesfall, der für mich auch eher ein Unfall, vielleicht auch Selbstverteidigung ist. Doch danach eskaliert es für mich zu schnell. Ja, diese Männer sind Spanner, übergriffig und zum Teil Vergewaltiger, aber Millie entwickelt sich für mich zu schnell zu einer Killerin, dafür dass sie so zuvor nicht gehandelt hat. Zumal sie sich erstaunlich wenige Gedanken darüber macht, was passiert, wenn sie geschnappt wird. Zu Beginn hat sie noch ein bisschen versucht, herauszufinden, was die Polizei und versteckt sich vorsichtshalber in ihrer Wohnung, aber selbst diese Phase dauert mir persönlich zu kurz. Mein Verständnis für Millies Handlungen war dann ganz vorbei, als sie jemanden tötete, der ihr nichts getan hat und der das auch nie vorhatte. Dass sie danach nicht Schluss macht oder ein gewisses Gefühl von Reue empfindet, zeigt nur, wie sehr sie sich schon von der Realität abgekapselt hat.

Alles in allem fand ich das Buch deutlich unbefriedigender als ich erwartet habe. Ich dachte eigentlich, dass ich es gut finden würde, wenn sich eine Frau mal fiktiv an all den Männern rächt, die sich einfach nehmen, was sie wollen und dabei keine Reue empfinden, aber das war so gar nicht der Fall. Vielleicht, weil sie so impulsiv handelt und zum Teil nicht genug plant, vielleicht weil es nicht immer nur Männer trifft, die es verdient haben, oder auch weil ich mich mit Millie nicht so verbunden gefühlt habe, wie ich es erwartet hätte. Dennoch mochte ich das Buch durchaus und habe es nach einer gewissen Anlaufzeit recht schnell durchlesen können, schon alleine weil ich wissen wollte, ob Millie gefasst wird oder ob sie es schafft, davon zu kommen.

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