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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2026

Charmanter Lesespaß

Die Queen von Mayfair
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Der Roman spielt gegen Ende des Viktorianischen Zeitalters, 1898 in London. Quinn Le Blanc, gewiefte Hochstaplerin aus Leidenschaft und Nachfolgerin ihrer Mutter in diesem Metier, setzt sich zum Ziel in ...

Der Roman spielt gegen Ende des Viktorianischen Zeitalters, 1898 in London. Quinn Le Blanc, gewiefte Hochstaplerin aus Leidenschaft und Nachfolgerin ihrer Mutter in diesem Metier, setzt sich zum Ziel in nur fünf Tagen den Duke of Kendal zu umgarnen und ihn auszunehmen. Das knifflige Vorhaben erweist sich komplizierter als gedacht und Quinn mit ihrem Gefolge gerät an ihre Grenzen.
Das Buch hat mir viel Lesespaß bereitet. Es liest sich flüssig, die Protagonisten sind gut charakterisiert, so gut wie jeder trägt seine Geheimnisse in sich, die sich nach und nach offenbaren. Ich war angetan von der charmanten Gaunerin und habe ihre Handlungen gespannt verfolgt. Quinn gibt sich in ihrer Rolle undurchschaubar, aber auch die Familie des Dukes hatte viele verborgene Geheimnisse. Der historische Zeitraum ist gut eingefangen und detailreich beschrieben, ich konnte mir die Gewänder, die Quinn für ihre Maskerade angelegt und auch die Örtlichkeiten, an denen Feste abgehalten wurden, sehr gut vorstellen. Genau wie die dunklen Ecken, die auch nicht fehlen durften. Insgesamt war der Roman sehr reizvoll zu lesen, ohne dass man ahnte, wohin die Geschichte führen würde. Das Geschehen war wendungsreich und bot auch gegen Ende genügend Knalleffekte auf, um das Buch zufrieden zu schließen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2026

Leichte Balkonlektüre für den Sommer

Mord mit Schwips
1

Romy Fuchs krempelt ihr Leben um. Nach ihrer Scheidung von Ben, Kommissar in München, gibt sie ihren Beruf als investigative Journalistin auf und kehrt in die Familien-Villa in ihrem Heimatdorf im bayrischen ...

Romy Fuchs krempelt ihr Leben um. Nach ihrer Scheidung von Ben, Kommissar in München, gibt sie ihren Beruf als investigative Journalistin auf und kehrt in die Familien-Villa in ihrem Heimatdorf im bayrischen Wald zurück. Dort arbeitet sie als Keramikkünstlerin. Als im exklusiven Seniorenheim auf Gut Luisenau, wo ihre Großtante lebt, ein Mord geschieht, erwacht ihr journalistischer Spürsinn aufs Neue. Und, welch ein Zufall, ihr Ex-Mann Ben wurde auf das Land versetzt, so dass beide wieder aufeinandertreffen. Eine Chance für die Zwei, wieder zusammenzufinden?
Das Cover verspricht zwar Lokalkolorit, die Erwartung wurde für mein Empfinden leider nicht ganz erfüllt und ist noch ausbaufähig, die eingestreuten Passagen lasen sich eher wie aus einem Lehrbuch entlehnt. Die besondere Atmosphäre der Region, finde ich, sollte verstärkt über die Charaktere entwickelt werden. Insgesamt fand ich das Buch gut lesbar, der Schreibstil ist flüssig, ich war schnell in der Geschichte drin. Gefallen haben mir als Stilmittel die kleinen, sparsam eingesetzten Rückblenden mit den Erlebnissen einzelner Personen wie beispielsweise Georg und Erika. Dadurch versteht man die Zusammenhänge und die Auslöser für bestimmte Ereignisse besser. Mir fiel es leider schwer mit den Protagonisten warm zu werden, beim Lesen fühlte ich immer etwas Distanz. Die Charaktere müssten sich in Folgebänden noch weiterentwickeln, denn auch wenn ich Sympathie für Romy und ihre Familie entwickeln konnte, fand ich Romy als gestandene Journalistin in ihrer Handlungsweise auch unreif und nicht sehr authentisch. Insgesamt eine nette Geschichte, die durchaus auch mit humorvollen Passagen punkten kann, die mich aber nicht vollständig überzeugt hat. Ich werde diese Reihe nicht weiterverfolgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 02.06.2026

Auf Tour mit Rosi & Co.

Tote trinken keinen Riesling
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Reiseleiterin Rosi ist mit einer Busreisegruppe unterwegs auf der pfälzischen Weinstraße und wird dabei von ihren Freundinnen Olga und Monique begleitet. Bei einer Pause finden sie die junge Winzerin Anna ...

Reiseleiterin Rosi ist mit einer Busreisegruppe unterwegs auf der pfälzischen Weinstraße und wird dabei von ihren Freundinnen Olga und Monique begleitet. Bei einer Pause finden sie die junge Winzerin Anna tot auf. Rosi lebt im gleichen Ort wie die Verstorbene und verfügt daher über jede Menge Insiderkenntnisse. Klar, dass das Damentrio nicht anders kann, als neben den Untersuchungen durch die Polizei auch fleißig selbst mitzuermitteln.
Ein Cosy-Crime, der auch durch sein Lokalkolorit punktet. Man bekommt selbst Lust auf ein verlängertes Wochenende in der Weinregion Pfalz.
Die Autorin kenne ich bereits von ihren Mallorca-Krimis. Schon da hatte mir der Schreibstil sehr gefallen. Dieser Krimi ist schon aufgrund der unterschiedlich angelegten Charaktere ganz anders, liest sich jedoch genauso gut und bietet viele Momente zum Schmunzeln. Beim Lesen ist man gleich zu Beginn im Fall drin, denn der Mord lässt nicht lange auf sich warten. Der Krimi ist durchweg spannend, weist keine Längen auf und erstaunt durch einige Wendungen. Einige Verdächtige geraten ins Blickfeld, jedoch war mir bis zum Schluss nicht wirklich klar, wer schuldig war. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, jede(r) mit seiner persönlichen Geschichte und mit seinen eigenen Zielen, Vorstellungen vom Leben und Leben lassen. Besonders charmant finde ich die Hauptprotagonistinnen, die drei älteren Damen, die als Freundinnen munter ermitteln und nicht zu bremsen sind. Cosy-Crime vom Feinsten.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wieviel Wahrheit steckt in der Imagination?

Tante Polly
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Wer phantasievolle Geschichten mit einem Augenzwinkern mag, ist hier richtig. Paul Maar erzählt mit seinem, wie ich finde, typischen trockenen Humor eine lustige Geschichte, in der man beim Lesen zunächst ...

Wer phantasievolle Geschichten mit einem Augenzwinkern mag, ist hier richtig. Paul Maar erzählt mit seinem, wie ich finde, typischen trockenen Humor eine lustige Geschichte, in der man beim Lesen zunächst überlegen muss, was ist geflunkert und was davon enthält doch wenigstens ein Körnchen Wahrheit. Oder ist alles irgendwie wahr?
Mirko erhält zu seinem 10. Geburtstag von seiner Großtante Polly ein Tagebuch, in welches man auch nachts etwas eintragen und welches sowohl von hinten als auch von vorne befüllt werden kann. Es gibt sozusagen zwei „Vorne“. Tante Polly, die Tante von Mirkos Vater, ist eine besondere Frau mit besonderen An- und Einsichten, die gerne Geschichten erzählt. Mirko Mutter sieht Tante Polly eher skeptisch und zweifelt, ob sie der richtige Umgang für Mirko ist. Mit dem Tagebuch wird Mirko animiert, auch selbst Geschichten zu erfinden. Als Höhepunkt verbringt Mirko zwei Wochen in den Sommerferien bei Tante Polly, lernt dort seine Tante besser kennen und gewinnt dazu eine neue Freundin.
Das Buch ist mit den kurzen Kapiteln altersgerecht aufgebaut und erzählt bildhaft, unterstützt wird dies durch die gelungenen schwarz-weißen Illustrationen von Nikolai Renger, die ich mir jedoch farbig gewünscht hätte.
Paul Maar ist ein richtig nettes Abenteuer gelungen, mit einer liebenswerten Tante, deren Geschichten schlussendlich einen wahren Kern haben. Aber das kann man nur erkennen, wenn man die Tante auch besser kennt und sie auch nicht vorverurteilt. Das könnte doch eine gute Botschaft sein. Und am Ende wartet auch noch eine Überraschung, auch Mirkos Mutter lernt Tante Polly mit ihrem Talent wertzuschätzen.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Nimmt einen mit in ein junges Leben

Hard Land
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. ...

Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. Seite für Seite liest sich einfach weg. Die Erzählung handelt von Beginn und Ende, von Freundschaft und Verlust. Emotionen kochen in den Protagonisten hoch und lassen den Leser auch nicht kalt. Klare Leseempfehlung!

Der Roman spielt in Missouri, im Jahr 1985 und erzählt von einem wichtigen Jahr - vielleicht dem wichtigsten Jahr überhaupt - im Leben von Sam. Während seine ältere Schwester Jean an der Westküste lebt, wohnt Sam mit seinen Eltern in der Kleinstadt Grady. Sams Mutter, eine außergewöhnliche Frau, ist schwer krank, das lastet auf der ganzen Familie und Sam versucht es zu verdrängen. Als in sich gekehrter Einzelgänger mit wenig Selbstbewusstsein und geheimen Ängsten fällt es ihm schwer, Freunde zu finden. Im örtlichen Kino lernt er dann 3 ältere Mitschüler kennen, mit denen er den Sommer verbringt. Besondere Freundschaften entstehen, intensiv gelebte Momente verbinden die vier jungen Leute. So wie der Beginn der Freundschaften, ist auch deren mögliches Ende schon absehbar, da die Älteren aufs College gehen werden und Sam noch zwei weitere Jahre zur Schule gehen wird. Jeder in dieser Gruppe hat zudem seine eigene Geschichte. Zu Kirstie, der einzigen jungen Frau in der Gruppe, entwickelt Sam eine besondere Zuneigung. Diese wird auch erwidert, aber nicht so, wie es ein Junge auf der Schwelle zum Mann erhofft. Sam feiert seinen 16. Geburtstag mit seinen Freunden, am nächsten Tag stirbt seine Mutter…

Für Sam endet in diesem Jahr die Kindheit, er entdeckt sich und auch seine Familie neu. Andere Blickwinkel erschließen sich ihm und er lernt auch seinen Vater besser zu verstehen. Nicht nur die Menschen selbst oder die Sicht auf den einzelnen Menschen verändert sich. Auch die Kleinstadt ist Veränderungen unterworfen. Alles ist vergänglich, die Jugend erlebt man nur einmal. Erinnerungen bleiben.

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