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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Magisch, märchenhaft, melancholisch, aber auch mutmachend

Flora Brimble und der verlorene Frühling
1

Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren ...

Der Winter ist hartnäckig und Flora entschließt sich an ihrem 13. Geburtstag die Maikönigin zu suchen, um endlich den Frühling in ihren Ort zurückzubringen - den Frühling, den sie so wunderbar in ihren Geschichten beschreibt. Auf der abenteuerlichen Reise wird sie von dem Eichhörnchen Parzival und Kobold Grisold begleitet, lernt dabei Harriet aus ihren eigenen Geschichten kennen und muss gegen die böse Hexe Ych bestehen.
Das Buch wirkt wie aus einer anderen Zeit, der erzählende Schreibstil ist ganz besonders, die Formulierungen sind ausgefeilt und erinnern an eine Märchengeschichte. Über weite Strecken wirkt das Buch beklemmend und scheinbar ohne Hoffnung. Aber nur scheinbar, denn Flora trägt die Hoffnung in sich. Die Reisegefährten bringen Leichtigkeit und Humor mit und tragen dazu bei, dass die Geschichte sich gut, flüssig und interessant liest. Mir kamen dabei die Matroschkas in den Sinn, die verschachtelten Puppen, denn auch die Geschichte in der Geschichte wirkt feingesponnen und in sich verflochten. Neben dem Wert von Freundschaft geht es dabei darum, die eigenen Ängste zu überwinden, mutig zu sein und seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Schon Floras Augen auf dem Cover ziehen einen in den Bann und dies macht auch die Geschichte, von der man sich gerne verzaubern lässt.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Der verborgene Schatz der Themse

Die Jagd nach den magischen Münzen
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Bo lebt zur Zeit des ersten Weltkriegs am südlichen Ufer der Themse in der Nähe der Battersea Bridge. Oft sucht sie bei Ebbe im Schlamm der Themse nach Schätzen, wie andere Mudlarker, hier Schlammschwalben ...

Bo lebt zur Zeit des ersten Weltkriegs am südlichen Ufer der Themse in der Nähe der Battersea Bridge. Oft sucht sie bei Ebbe im Schlamm der Themse nach Schätzen, wie andere Mudlarker, hier Schlammschwalben genannt, auch. Alle in der Hoffnung, etwas besonders Wertvolles zu entdecken. Eines Tages entdeckt sie eine glitzernde Münze, der Fluss scheint zu ihr zu sprechen, sie hat Visionen und lernt Billy River kennen. Ihr bester Freund Eddie aus der Nachbarschaft, teilt das Hobby und wird sich später noch als wirklich guter Freund erweisen.
Mir gefällt der plastische Schreibstil von Jessie Burton, der das Kopfkino in Gang setzt, das Erzählte wird erlebbar. Die Kapitel haben eine gute Länge und trägt so dem eigenem Leserhythmus Rechnung.
Die Geschichte selbst ist spannend und turbulent, die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Die Probleme einer Familie, in der der Vater fehlt, dessen Stelle nun von dem 18jährigen Bruder Harry eingenommen wurde, der zudem in den Krieg ziehen muss, wurden realistisch beschrieben. Kinder mussten damals schnell erwachsen werden. Die Lebensumstände der damaligen Zeit sind meiner Meinung nach gut beschrieben und wirken authentisch. Der Krieg findet ausreichend Erwähnung, gipfelt aber nicht in der Beschreibung blutiger Schlachten. In der Geschichte geht es aber auch um Trauer, Verlustängste und wirklichen Verlust. Das Buch hält auch noch eine Überraschung parat, die man zu Beginn nicht erwartet, jedoch erahnt man, was passieren könnte. Das wird von der Autorin geschickt erzählt, mir hat es gefallen.
Alles in allem ein lesenswertes Abenteuer mit Magie, viel Raum für Freundschaften, welches auch zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein besonderer Tatort auf offener See

Trügerisches La Rochelle
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Ein Unfall auf dem Installationsschiff Rochefort, welches zur Einrichtung eines Offshore-Windparks vor der französischen Atlantikküste liegt, wird zu einem neuen Fall für Commissaire Chevalier. War es ...

Ein Unfall auf dem Installationsschiff Rochefort, welches zur Einrichtung eines Offshore-Windparks vor der französischen Atlantikküste liegt, wird zu einem neuen Fall für Commissaire Chevalier. War es wirklich ein Unfall? Der Sicherheitsbeauftragte Alain Poyet war unbeliebt, aber die Crew schweigt zunächst. Der Commissaire und sein Team ermitteln in ungewohnter Umgebung und unter schwierigen Umständen. Jean-Claude Vinet beschreibt die Arbeitsumgebung (wirkt gut recherchiert) und die Charaktere sehr bildhaft, die Konflikte vor Ort werden anschaulich umrissen. Interessant wird der Krimi auch dadurch, dass aufgrund der Abgeschiedenheit und der Wetterlage niemand das Schiff verlassen kann, so dass ein Täter noch an Bord sein muss.
Da ich die drei vorherigen Bände kenne, fiel es mir nicht schwer mich in den Commissaire und die wiederkehrenden Charaktere hineinzufühlen. Da auch das Privatleben der Protagonisten in der Geschichte eine Rolle spielt, empfiehlt es sich die Krimis in Reihenfolge zu lesen, denn so hat man den meisten Spaß, so geht es zumindest mir. Für Neueinsteiger ist sicher das Personenverzeichnis am Ende des Buches hilfreich.
Der Krimi an sich liest sich flüssig, wirkt sehr authentisch und sorgt für überraschende Wendungen. Ich hatte Spaß dabei, das Team um Commissaire Chevalier bei seinen Ermittlungen und Überlegungen zu möglichen Motiven, die auch in der Vergangenheit gesucht werden, auf der Tätersuche zu begleiten. Mich hat dann das (durchaus nachvollziehbare) Ende noch überrascht. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Drei Namen, drei Leben

Die Namen
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Beeinflusst der Namen die eigene Geschichte, den Verlauf eines Lebens? Um diese Frage dreht sich dieser Roman von Florence Knapp. Zuweilen fühlte ich mich an den Roman von Paul Auster 4-3-2-1 erinnert, ...

Beeinflusst der Namen die eigene Geschichte, den Verlauf eines Lebens? Um diese Frage dreht sich dieser Roman von Florence Knapp. Zuweilen fühlte ich mich an den Roman von Paul Auster 4-3-2-1 erinnert, denn er spielt auch mit verschiedenen Lebensverläufen - nur noch intensiver, als es hier der Fall ist.
Cora hat einen Sohn entbunden. Sein Vater wünscht, dass er Gordon - nach alter Familientradition - heißt, Cora selbst hat Julian als passenden Namen ausgesucht und die neun Jahre ältere Schwester Mira findet Bear als Namen für ihren Bruder schön.
Cora entscheidet sich - dreimal. Und jedes Mal entwickelt sich die Lebensgeschichte des Neugeborenen und der ganzen Familie unterschiedlich.
Der Roman erfordert Konzentration, denn man liest ihn nicht einfach weg. Zuweilen habe ich zurückgeblättert, um den Anschluss an den Verlauf der Geschichte wiederzufinden. Vom Schreibstil her wird eher erzählt. Ruhig. Die Dramen entwickeln sich dennoch. Interessant fand ich, dass bestimmte handelnde Figuren in allen drei Szenarien präsent waren. Nur die Rolle in dem Leben, welches sich unterschiedlich entwickelte, war eine andere. Abhängig vom Verlauf lernt man loslassen zu können. Nicht jede Hauptfigur schafft es bis zum Schluss.
Und letztendlich hängt alles davon ab, wie der Vater auf die Namensvergabe reagiert, seine Person ist der Schlüssel für den weiteren Verlauf.
Ein guter und lesenswerter Roman. Nicht für jede(n), aber empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Schulalltag mit Hindernissen

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
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Die Party mit den Nachbarn ist vorbei und Familie Grause steht eine neue Herausforderung bevor: Muh und Wolfi sollen gemeinsam mit Ottilie in die Schule gehen. Die 5. Klasse ist für sie eine Herausforderung, ...

Die Party mit den Nachbarn ist vorbei und Familie Grause steht eine neue Herausforderung bevor: Muh und Wolfi sollen gemeinsam mit Ottilie in die Schule gehen. Die 5. Klasse ist für sie eine Herausforderung, denn sie sind im Grund genommen noch nicht darauf vorbereitet, was sie erwartet. Und das Institut für andersartige Wesen sitzt ihnen auch wieder im Nacken und droht damit, sie wegzubringen.
Das Cover und die Illustrationen sind wieder gelungen und machen Spaß. Ein Schreibstil, der für das Lesealter passt und auch sehr kurzweilig ist. Die kurzen Kapitel helfen dabei, sich nach persönlichem Lesetempo in das Buch zu vertiefen. Und es zeigt sich, dass auch die vermeintlich normale Nachbarschaft von den Grauses Unterstützung erfährt, auch bei Ottilie können sich die Grauses mal für ihre Hilfe revanchieren - ein Geben und ein Nehmen. Die einzelnen Charaktere haben sich sichtlich entwickelt und lernen allmählich auch mit unerwarteten Situationen umzugehen, ohne sich verbiegen zu lassen. Es fühlt sich an, als wenn die Grauses angekommen wären, wenn nicht noch was im nächsten Band passiert! Aber da hoffe ich, dass wir mehr von Zecke und Hausmeister Bienlein erfahren. Ich lasse mich gerne überraschen.
Einfach eine tolle Geschichte um Freundschaft und das Anderssein! Und dazu sehr unterhaltsam geschrieben! Ich hoffe, ein Folgeband lässt nicht zu lange auf sich warten!

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