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Veröffentlicht am 30.08.2024

Unterhaltsamer Auftakt.

Karma Drama 1. Dämonische Prüfung
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Livia scheint vom Pech verfolgt. Alles geht schief, und das gerade, bevor DER Termin in der Schule ansteht, auf den sie so lange gewartet hat. Immerhin ist dieser Wettbewerb die Chance, in der Gunst ihres ...

Livia scheint vom Pech verfolgt. Alles geht schief, und das gerade, bevor DER Termin in der Schule ansteht, auf den sie so lange gewartet hat. Immerhin ist dieser Wettbewerb die Chance, in der Gunst ihres Vaters aufzusteigen, ihm und seiner neuen Frau zu beweisen, dass sie wirklich gewillt ist zu lernen und die Beste sein kann, wenn sie nur will.

Als sie dem Grund ihrer Missgeschicke auf die Schliche kommt, gerät ihr Weltbild kurz in Schieflage, doch dann nutzt sie diese Entdeckung zu ihrem Vorteil: Der Frosch, der sich als Dämonenjunge entpuppt und eine eigene Challenge absolviert, geht auf Livias Vorschlag ein und fortan helfen sie einander. Kasimir, um sein Karma-Punkte-Konto aufzufüllen und im Ansehen des Oberdämons zu glänzen, und Livia, um sich vor dem lästigen Pauken zu drücken und ihren Vater zu überzeugen, sie nicht auf eine andere Schule zu schicken…

Na, ob dem Mädchen dieser Pakt nicht bald auf die Füße fällt?!

„Dämonische Prüfung“ ist der Auftakt der unterhaltsamen Jugendbuchserie „Karma-Drama“, in der sich zwei augenscheinlich verschiedene Teenager beweisen wollen und dabei allerhand Aufruhr stiften, während sie einander kennenlernen, misstrauen, austricksen und Freunde werden.

Erzählt werden die oft komischen Situationen aus der Sicht von Livia, die sich im Verlauf soweit entwickelt, dass sie ihrem Papa die Stirn bietet und es schafft, das eine oder andere Vorurteil zu überwinden. Haftete den vom Pech begleiteten Momenten eine gewisse Komik an, die zum Mitfühlen animiert, gab es auch spannende Szenen, ungeahnte Offenbarungen und eine Enthüllung, die weit über den Bund zwischen ihr und Kasimir hinausgeht.

Viktoria Etzel bindet einige – nicht nur für die jugendliche Zielgruppe – wichtige Themen, wie das Gefühl von Unzulänglichkeit, Selbstzweifeln und Freundschaft, stimmig ein. Wir machen mit einigen menschlichen, dämonischen und eigensinnigen Nebenfiguren Bekanntschaft, ohne die Livia nie so weit gekommen wäre. Wie Justin, Cora oder Großtante Pearl.

Ich mochte die Protagonistin und bin sicher, dass sich viele LeserInnen mit ihr, auch in der Rolle des Scheidungskindes, und den Problemen, die auch Kasimir beschäftigen, identifizieren können. Auch die anderen Charaktere wurden ausreichend eingebracht, während der Ton stets locker war.

Etzel regt mit ihren lebendigen Darstellungen die eigene Fantasie an, fesselt an das Geschehen, welches dank eines ereignisreichen Verlaufs und allerhand Input selten auf der Stelle tritt. Dennoch nahm die Spannung ab der Hälfte des Romans ab: Zu viele Informationen über Dämonen und deren Welt, zu viele Irrungen bzgl. des Karmas ziehen die Handlung auf unspektakuläre Art in die Länge. Nichtsdestotrotz verstecken sich in diesem Roman viele wichtige Botschaften, und mit Kasimir ein unnahbarer Junge, der einerseits hin und her gerissen wirkt, dem andererseits einfach nicht zu trauen ist.

Auf welcher Seite steht er wirklich und welchen Plan verfolgt er am Ende?

Weitere Fragen häufen sich in der zweiten Hälfte an, und nur ein Teil von ihnen wird beantwortet, bis Band eins der urbanen Fantasy-Serie an einer Stelle endet, die ebenso aufregend wie gefährlich ist.

Ich freue mich auf Teil zwei.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

0815-Story, deren Umsetzung alles andere als originell war.

THE CHOICE: Die Erwählten
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In ihrer Romantasyserie führt uns Sophia Hunter nach „Prime Union“ – ein dystopisches Europa, in dem sich alle Frauen im heiratsfähigem Alter einer Jury stellen müssen, um in einer Art Reality-Show, die ...

In ihrer Romantasyserie führt uns Sophia Hunter nach „Prime Union“ – ein dystopisches Europa, in dem sich alle Frauen im heiratsfähigem Alter einer Jury stellen müssen, um in einer Art Reality-Show, die die ganze Welt verfolgt, das Herz von einem der acht Männer, zwei aus jeder Monarchie und vier unter ihnen von königlichem Blut, zu gewinnen.
Juliana ist alles andere als begeistert, als sie zu „The Choice“ geladen wird, hat sie doch aufgrund ihres bescheidenen Lebens am Rande der Gesellschaft keinerlei Chancen. Immerhin sind es immer die Adeligen, die siegen. Doch einem Fauxpas – oder steckt etwas anderes dahinter? – ist es zu „verdanken“, dass sie wahrhaftig Teil der Show wird… Einer Show, die es nicht darauf anlegt, ihre Kandidatinnen wohlwollend darzustellen.

Sind wir ehrlich: Der Plot erinnert u. a. stark an „Selection“ – Liebe im Rahmen eines Wettbewerbs, in dem die Loveinterests aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen. Auch die 0815-„Heldin“ – ein armes Mädchen, das wiesoauchimmer (besonders) intelligent/bissig/gewitzt, jedem/r ein Dorn im Auge ist und begehrt/geliebt wird – kennen wir.
Man kann das Rad nicht neu erfinden, und das ist vollkommen ok, aber leider fand ich in diesem Auftakt nur wenig, was ich als originell bezeichnen könnte.

War es interessant, sich Informationen über „Prime Union“ und die Entstehung herauszupicken, war es der Rest nur selten. Denn klischeehafte Figuren und ein vorhersehbarer Verlauf mimen den Beginn dieser Serie, in der einander weder kennengelernt wurde noch Zeit für etwaige Entwicklungen blieb.
Juliana Gardener – eine junge Frau, die sich nichts aus dieser inszenierten Challenge, der Dekadenz macht und schnell zurück zu ihrer hungernden Familie will – beginnt durch ein verlockendes Angebot für ihren Platz und das Weiterkommen bei „The Choice“ zu kämpfen.
Dass sie im Fokus aller steht, und zwar nicht nur durch ihren „Auftritt zum Niederknien“ bei der Auswahlprozedur, ist dabei nicht sonderlich hilfreich. Mit mehr Glück als Verstand hangelt sich die Protagonistin durch die Aufgaben und den Alltag im Palast, findet fast augenblicklich Verbündete, schlägt jeder Intrige ein Schnippchen und, wie sollte es anders sein, verliebt sich prompt.
Hier wird von „allen Männern schöne Augen machen“, von tiefen Gefühlen, gar Liebe, und Freundschaften gesprochen und ich fragte mich: Wann passierte das? Und wie? Auch zu anderen, rasch gesprochenen, aus dem Nichts kommenden Einschätzungen fehlte mir das Handfeste.

Spannung und Freude blieben bei mir aus. Dabei weckte die Kombination – Dystopie, Brautschau, Reality-TV-Casting und Wettbewerb – sofort meine Aufmerksamkeit. Zusätzlich zu der flachen Umsetzung konnte mich auch Sophias Stil nicht an das Geschehen fesseln. Vieles wirkte überstürzt, Reaktionen übertrieben/für mich nicht nachvollziehbar, Dialoge und Gedanken gestellt. Auch bin ich kein Fan des Insta-Love-Tropes.
Wenn Plot- und Weltidee sowie die vorhandene Gesellschaftskritik ansprechend schienen, halten mich die Klischees und die für mich mangelhafte Ausarbeitung der Figuren inkl. der zwischenmenschlichen Entwicklungen davon ab, weiterzulesen.

Wahrscheinlich gehöre ich nicht zur geeigneten Zielgruppe, denn andere Vorab-LeserInnen warten gespannt auf die Fortsetzung.
„The Choice“ erscheint am 31. August und ich wünsche Sophia Hunter viel Erfolg.

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Veröffentlicht am 26.08.2024

In welche Buchwelt würdet ihr gerne reisen?

Liga Lexis – Nachtschwarze Worte
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Annie Doyle ist Zeit ihres Lebens ein Bücherwurm. Mit sechzehn Jahren erfährt sie, dass ihre Leidenschaft und die hin und wieder seltsamen Vorkommnisse einen Ursprung haben. Denn sie ist eine „Migra“ – ...

Annie Doyle ist Zeit ihres Lebens ein Bücherwurm. Mit sechzehn Jahren erfährt sie, dass ihre Leidenschaft und die hin und wieder seltsamen Vorkommnisse einen Ursprung haben. Denn sie ist eine „Migra“ – zur Hälfte ein Mensch, zur Hälfte eine Buchfigur. Kaum hat die junge Frau diese unglaubliche Offenbarung verkraftet, muss sie als Schülerin an der „Bookford Manor“ unterricht werden, um alsbald ihre Gabe zu beherrschen und all das Wissen, das Migras üblicherweise bereits in jungen Jahren sammeln, nachzuholen.
Doch schon ihre erste Reise in eine Buchwelt misslingt und kaum einer der anderen ihrer Zunft ist der Neuen gegenüber aufgeschlossen… Als dann noch Caspian de Vries auf Annie angesetzt wird, spurlos verschwindet und die Liga Lexis sie im Verdacht hat, etwas damit zu tun zu haben, setzt Doyle alles daran, den Sohn des Ratsherren zu finden…

Erzählt wird hauptsächlich aus Annies Perspektive, sodass wir gemeinsam mit ihr das System, die Gegebenheiten und Regeln kennenlernen, das opulente Schulhaus erkunden und einige Figuren treffen können.
Während Caspian den unnahbaren Part einnimmt, werden Fitz und Mac zu zuverlässigen Freunden. Die Protagonistin selbst ist aufgeschlossen, neugierig und beschließt des Öfteren, für Migras untypische Wege einzuschlagen. Manchesmal fehlten mir in ihren Reaktionen griffige Grundlagen oder der Drang, zu hinterfragen. Wurde in der Buchbeschreibung eine „mitreißende Romance“ – im „Enemies-to-Lovers“-Style – angeteasert, muss ich leider sagen, dass diese weder zur Geltung kam noch überhaupt eine Basis für eine romantische Entwicklung geschaffen wurde.

Mo Enders Ton war ebenso einfach und bildlich wie detailreich, die Dialoge den Situationen und Charakteren, die hauptsächlich im Teenageralter sind, angemessen und das Wordbuilding in Gänze eindrucksvoll. Durch die verschiedenen Buchwelten, bekannte Anspielungen und letztlich Annies spannende und gefährliche Suche nach Caspian ist die Storyline durchweg abwechslungsreich. Jedoch bleiben die Frage nach der Herkunft der Protagonistin, ihr jahrelanges Unwissen und die Tatsache, dass sie all die Zeit ohne Idea überlebt hat, am Ende offen, was die Neugier auf die folgenden Bände der Trilogie entfesselt.

„Liga Lexis – Nachtschwarze Worte“ basiert definitiv auf keiner neuen Idee, wurde jedoch von Mo Enders magisch und originell umgesetzt.

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Veröffentlicht am 21.08.2024

Was für ein schlechter Thriller.

Death TV
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2 ☆ für einen Thriller, der keiner ist.
3 ☆ für einen netten Roman.

Frankie Percival – Mentalistin mit ausreichend Erfolg, um sich über Wasser zu halten, einem speziellen Modegeschmack, einer gebuchten ...

2 ☆ für einen Thriller, der keiner ist.
3 ☆ für einen netten Roman.

Frankie Percival – Mentalistin mit ausreichend Erfolg, um sich über Wasser zu halten, einem speziellen Modegeschmack, einer gebuchten besten Freundin und einem Bruder, für den sie alles geben würde – lebt strukturiert, recht eintönig gar.
Viele würden sie wohl eher als „interessant“ statt „hübsch“ beschreiben – so auch Mike, der sich im Verlauf zu dem festen Freund entwickelt und ihrem privaten Raum den selben unfassbaren, plötzlichen Aufschwung verleiht, wie die Frühlings- und Sommermonate ihrer Karriere. Schade, dass all das Positive so kurz vor ihrem geplanten Tod eintritt.
Geplanter Tod? Genau.
Und doch wird Percivals Ableben auch sie aus dem Nichts einholen.

„𝐃𝐞𝐚𝐭𝐡 𝐓𝐕“ wird als Thriller, gar als nervenaufreibend, bezeichnet – Titel und Klappentext untermauern dieses Versprechen und schüren hohe Erwartungen… Tja. Schade, dass die Storyline maximal nett, definitiv zäh und wenig fesselnd dahin schleicht.
Dabei fand ich Bryan Johnstons Worldbuilding – ein paar Jahrzehnte in der Zukunft und vor allem in den Bereichen Technik und Überwachung stark entwickelt – samt der Realityshow, bei der sich Menschen, die sterben wollen, bewerben können, interessant und ausgeklügelt. Sowohl das aufwendige Auswahlprozedere des Senders, um geeignete KandidatInnen zu bestimmen, als auch das sorgfältige Vorgehen und die individuell geplante Ausführung sind meines Erachtens nach lückenlos dargelegt.

Zu Beginn werden wir mit Fallbeispielen konfrontiert, was es ermöglicht, sich auf das juristisch einwandfreie System der Macher einer derart verwerflichen Show einzulassen und mit dem Kopf zu schütteln. Außerdem stecken viele Aussagen – u. a. bezogen auf die Sensationsgier/Langweile, die Widersprüchlichkeit der Gesellschaft und den Kapitalismus – zwischen den Seiten, die unleugbar sind.
Wer kennt sie nicht, die Leute, die beim medialen Ableben eines Tieres jämmerlich weinen und sich zeitgleich durch den Tod eines Menschen – so gewaltvoll und blutig wie möglich – unterhalten fühlen?!
In den wenigen Kapiteln, in denen wir Einblicke in die Arbeit des „Death TV“‐Teams bekommen, in kühle Professionalität und den Fokus, der auf imposanten Executionen und gewaltigen Einschaltquoten liegt, verstecken sich die zarten Ableger von Spannung.
Der Rest dieses Romans – Nein, sorry, kein Thriller! – besteht aus Frankies Leben. Wir erfahren mehr über den Grund ihrer Teilnahme an diesem morbiden und selbst für die gestandene Frau fragwürdigen Fernsehspektakel, sind Teil ihrer Arbeit und auch dabei, wenn die lebensbejahenden Veränderungen – Erfolg und Liebe – eintreffen.

Ohne Frage sind die Protagonistin und ihr Tun sowie die Gegebenheiten von Welt und Show alles andere als fad. Doch empfinde ich irrelevante, seitenlange Ausschweifungen, Details, wo es keine braucht, und das Gefühl gähnender Langeweile für ein Szenario, das Nervenkitzel auslösen soll, eher unpassend.
Zusätzlich versetzt Johnstons Stil dem Gelesenen noch eine weitere Staubschicht – und das Finale? Überraschend zwar, aber es ist nicht zu übersehen, dass dieser Effekt mühevoll konstruiert wurde und für mich leider kein stimmiges Ende mimt.

Positiv: Ich bin ein Fan des kritischen Blicks gen Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Ein Roman mit Tiefgang, voller Leidenschaft und Musik.

Hidden Tracks 1. All Your Secret Songs
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„𝐀𝐥𝐥 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐬𝐞𝐜𝐫𝐞𝐭 𝐒𝐨𝐧𝐠𝐬“ ist definitiv keine typische Rockstar-Romance, dafür eine Geschichte über Träume, Musik(er) und Leidenschaft. Über die Frage nach dem (eigenen) Glück. Nina Brenke animiert dazu, ...

„𝐀𝐥𝐥 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐬𝐞𝐜𝐫𝐞𝐭 𝐒𝐨𝐧𝐠𝐬“ ist definitiv keine typische Rockstar-Romance, dafür eine Geschichte über Träume, Musik(er) und Leidenschaft. Über die Frage nach dem (eigenen) Glück. Nina Brenke animiert dazu, seinen eigenen Weg zu gehen – der Erfolgsquote und den Erwartungen anderer zu trotzen; erzählt von Selbstfindung und der Liebe – zur Musik, seinem Tun und zu dem Menschen, dem man nicht verfallen will.

Stilistisch empfand ich dieses Buch als mitreißend, authentisch und modern geschrieben. Sowohl die direkten Formulierungen als auch der vorzufindende Sarkasmus brachten mich mehrfach zum Schmunzeln. Nicht nur den Songzeilen haftet eine zarte Poesie an, auch die intensiven, emotionalen Passagen hallen nach. Wer kapitellangen Spice sucht, wird hingegen enttäuscht werden, denn obwohl es zwischen Alison und Conor im Hinterhof einer noblen Bar sofort funkt, entwickelt sich die Romanze langsam – und doch so verführerisch.

Beide leben das Leben verschiedener Identitäten: die Musikjournalistin, die mehr will als nur darüber zu schreiben und jeden Samstag – im Schutz der Anonymität – zeigt, was in ihr steckt.
Obgleich Alison Rainsford in ihrem Job Objektivität verlauten lässt, hält sie ihre persönliche Meinung im Privaten nicht zurück. Ich habe mit ihr und ihrer Einstellung augenblicklich sympathisiert, mochte ihr alternatives Auftreten, ihre rebellische Art; verstand gleichzeitig den Wunsch, ihrem Vater – dem wichtigsten irischen Journalisten, der nichts von der Kultursparte hält und seine Tochter in einer für ihn relevanten Abteilung sehen will – zu gefallen.​
Und Conor, der von unpopulären, aber durchweg echten und leidenschaftlichen Auftritten mit seiner Indie-Truppe plötzlich auf die große Bühne stolpert. Mit vier weiteren glücklichen Männern, die 0815-Boybandmaterial sind, in fremden Klamotten und plötzlich als „Ryan“ steht dem Iren ein kometenhafter Aufstieg bevor – neben Texten vom Fließband, Klischees und schlechten Choreografien warten endlich Berühmtheit und 1000de von Fans. Wer würde sich diese Chance schon entgehen lassen? Wer könnte da nicht glücklich sein?

Brenke beleuchtet die Musik- und Journalismusbranche und verzichtet hierbei weder auf kritische noch auf realitätsnahe Aussagen. Sowohl die Sensationsgier von Klatschmagazinen als auch die Macher von One-Hit-Wonder-Boybands betreffend.

Die Handlung ist geprägt von der Tour der Lovesuckerz, von den wechselnden Orten und dem Stress der Musiker, dem immensen Druck und den Anforderungen. Deutlich wird die mangelnde Privatsphäre: Immer im Nacken die Presse, die die Öffentlichkeit hauptsächlich durch Skandale und Fauxpas unterhalten will.
Trotz der negativen Aspekte, die ein Leben im Rampenlicht unweigerlich mit sich bringt, sind auch die Euphorie und das Adrenalin vor und nach den Auftritten spürbar; „Conans“ Demut und zeitgleich sein innerer Zwiespalt.
Doch nicht nur ernste Themen und die Liebe zur Musik fließen in dem stimmig aufgebauten Verlauf zusammen. Ein Hauch Romantik und die durchdringende Hoffnung auf „mehr“ als nur professionelle Distanz, Verlangen und Sehnsucht; verheißungsvolles Geplänkel durchtränken die Kapitel.
Zwischen nicht dürfen – nicht sollen – und unbedingt, so dringend wollen – brauchen – erleben wir ein wahres Feuerwerk: Knisterte es bereits an der Bar des VIPer's, explodieren nun Funken …

Abgesehen von „Conan“ und Allie belebte Nina ihre Romance mit weiteren Figuren, Missverständnissen, Intrigen und Geheimnissen. Umrahmte das Geschehen mit einer passenden Atmosphäre und sparte nicht an Details, die es möglich machen, sich voll und ganz in die abwechslungsreiche Storyline samt der in ihr mitschwingenden Musik fallen zu lassen.
Im Verlauf lernen wir die Protagonisten, ihre Eigenheiten kennen; bekommen Einblicke in ihre Gedanken und ihre Vergangenheit. Das Innenleben der Journalistin sowie des Musikers, Reaktionen und Struggle, wahre Träume und Wünsche wurden griffig und echt dargelegt.
Ist der eine oder andere Teil auch vorhersehbar, gab es allerhand unerwartete Entwicklungen und interessante Offenbarungen.

♡Ihr sucht nach charmanter Unterhaltung, gefühlvollen und prickelnden Momenten? Nach Tiefgang und einer berührenden Melodie?
Dann ist „All your secret Songs“ euer Buch.

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