Absolut überzeugend
Devil's Deal🖤🌔(𝔸𝕦𝕔𝕙) 𝕂𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕃𝕦𝕤𝕥 𝕞𝕖𝕙𝕣 𝕒𝕦𝕗
Moechtegern-Bad-Boys?
Auf unglaubwuerdige StrongFMCs?
Auf halbgares Moralisch Grau?
𝔻𝕒𝕟𝕟 𝕚𝕤𝕥 𝔻𝔸𝕊 𝕕𝕖𝕚𝕟 ℙ𝕒𝕘𝕖𝕥𝕦𝕣𝕟𝕖𝕣 ⤵️
𝗝𝗮𝗴𝗮 wird zeit ihres Lebens von der Dorfgemeinschaft ...
🖤🌔(𝔸𝕦𝕔𝕙) 𝕂𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕃𝕦𝕤𝕥 𝕞𝕖𝕙𝕣 𝕒𝕦𝕗
Moechtegern-Bad-Boys?
Auf unglaubwuerdige StrongFMCs?
Auf halbgares Moralisch Grau?
𝔻𝕒𝕟𝕟 𝕚𝕤𝕥 𝔻𝔸𝕊 𝕕𝕖𝕚𝕟 ℙ𝕒𝕘𝕖𝕥𝕦𝕣𝕟𝕖𝕣 ⤵️
𝗝𝗮𝗴𝗮 wird zeit ihres Lebens von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt und geächtet. Nicht zuletzt ihr rotes Haar ist es, das für Vorsicht sorgt. Auch der Posten als Flüsterin, der ihr rechtmäßig nach dem Ableben ihrer Mentorin, ihrer Vertrauten, zugestanden hätte, wurde ihr aus Vorbehalten verwehrt. Täglich muss die introvertierte, ehrgeizige Frau fürchten, verbannt zu werden, und gerade die Festivitäten zur Sommersonnenwende erhöhen die Gefahr …
Als Jaga in der diesjährigen Kupalanacht in den Kreis der – sonst fernen – Götter gezogen wird, macht sie zu ihrem Leidwesen Bekanntschaft mit dem Teufel und entfacht in ihm eine abgrundtiefe Begierde. Weckt seinen Jagdinstinkt, der ihn von nun an stetig zu der 21-Jährigen führt. Trotz seiner Versprechen und fadenscheinigen Bemühungen, trotz seiner Drohungen, bietet Jaga ihm die Stirn und schlägt seinen Wunsch, sich ihm gänzlich hinzugeben, ihm unterwürfig und stets zu Diensten zu sein, aus. Ihre Seele dem Teufel opfern? Nicht mit Jaga, die in der irdischen Welt noch etwas Dringendes zu erledigen hat …
Aber 𝗪𝗼𝗹𝗮𝗻𝗱s Geduld ist nicht grenzenlos, die Zeit für Spiele begrenzt, und so nimmt er der Hexe nach und nach alles …
„𝐃𝐞𝐯𝐢𝐥'𝐬 𝐃𝐞𝐚𝐥: 𝐃𝐮𝐧𝐤𝐥𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐮𝐧𝐠“ wird als 𝗗𝗮𝗿𝗸-𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻𝗰𝗲-𝗙𝗮𝗻𝘁𝗮𝘀𝘆 beworben und genau das bekommen die LeserInnen auch!
Vielschichtig und konträr empfinden und agieren die Protagonisten, wobei wir das Geschehen, das stellenweise in ruhigen Tönen dahin gleitet, andernorts rasant, tempo- und wendungsreich hereinbricht, einzig aus Jagas Perspektive verfolgen. Abgesehen von der durchweg beklemmenden Stimmung, einer historischen Note und der dichten Atmosphäre, die aufgrund des altertümlichen und begrenzten Settings verstärkt wird, sind die Romance-Komponente, insofern man von solch einer sprechen kann, wie auch die Charaktere durchweg gelungen.
𝗟𝗮𝘆𝗹𝗮 𝗙𝗮𝗲 verzichtet darauf, ihre Figuren durch aufwallende Gefühle oder körperliche Anziehung zu verklären. Heißt: 𝘋𝘦𝘳 𝘛𝘦𝘶𝘧𝘦𝘭 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵 𝘥𝘦𝘳 𝘛𝘦𝘶𝘧𝘦𝘭. Das Böse. Das Intrigante. Er manipuliert, wütet, erpresst. Sein Interesse an Jaga ändert nichts an seinem Verhalten, schenkt ihm nicht plötzlich ein Gewissen. Und Jaga? Die bleibt ihren Wünschen und Plänen treu, so verlockend Woland wispert. Wehrt sich, versucht, sich zu bereichern, will niemals Besitz sein – sich der Konsequenzen bewusst. Die einst Ausgestoßene entdeckt im Verlauf, während sie endlich die Oberhand im Dorf gewinnt, sich beweisen kann, ihre dunkle, nicht immer gütige Seite. Entdeckt, was in ihr verschlossen ist.
Beide halten an ihren Überzeugungen und Prinzipien fest, an ihrem – definitiv in Teilen fragwürdigen – Wertesystem und ihren moralischen Vorstellungen, verfolgen vehement eigene Ziele, beherbergen Geheimnisse. Verfangen sich in Diskussionen und Verhandlungen, gehen Deals ein, wägen ab. Dabei bekommen wir Einblick in ihre ambivalenten Empfindungen, in die Sehnsucht danach, den eigenen Standpunkt nur ein wenig zu verrücken, den Drang, der Lust nachzugeben. All das macht Jaga und Woland, ihr Auftreten und Handeln wie auch die komplette Story, glaubhaft. Faes Ton ist dabei erwachsen, ernster und bedacht, ist nie einfach oder einfallslos. Selbst die anzüglichen, verruchten Momente und Gedanken und die expliziten Szenen wurden klar und hart in Worte gepresst. Ohne Verniedlichung, klischeehafte Bezeichnungen oder Kosenamen.
Gerade die Motive des Teufels bleiben lange verborgen, sorgen für eigene Vermutungen und Überlegungen. Was klar wirkt, wird so manches Mal umgeworfen, was den Reiz der Dark-Fantasy ausmacht. Jede Liebkosung, jede aufmerksame Geste Wolands geht mit Berechnung einher. Denn der Teufel ist kein Held in dunkler Rüstung.
Je weiter der Verlauf voranschreitet, je mehr Jaga in die Welt des „Übernatürlichen“ eintaucht, umso mehr sie sieht und versteht, umso mehr Raum bekommen die mythischen Aspekte – beginnend bei verschiedenen Wesen und Gottheiten bis hin zu Überlieferungen und Wahrheiten, die von Sagen befreit werden. Obgleich ich mich viel mit Mythologie beschäftige und mein Interesse hieran groß ist, bin ich in Sachen slawischer Folklore wenig bewandert. Ein Glossar über auftretende „Geschöpfe“ am Ende sowie eine Aussprachehilfe und Einführung zu Beginn waren demnach sehr hilfreich.
Selbst der feministische Bezug damaliger Zeiten ist gegeben, unterwerfen sich die Frauen doch nur bedingt der Ehe und dem Mann. Der Wunsch nach Selbstbestimmung ist zumindest in Gesprächen und heimlichen Geschäften zu spüren. Zudem fließen die Normalität der Regelblutung und das körperliche und psychische „Unbehagen“ ein. Die Autorin benennt die weibliche Unterdrückung ebenso direkt wie die trickreiche, oft gewaltsame, durchweg bedrohliche und verlogene Vorgehensweise von Woland. Ohne zu beschönigen und zu verklären, ohne das Ziel, zu bekehren. Diese Konsequenz hebt „Devil's Deal“ in vollkommen andere Gefilde, als von den trendigen, auf dem Markt verbreiteten (Dark) Romantasy gewohnt. Denn dementsprechend sind auch die hier stattfindenden Entwicklungen weitaus nachvollziehbarer, realitätsnäher und harscher. Nicht vorhersehbar und unübertroffen heimtückisch.
Mir haben die komplexe und detailreiche Ausarbeitung von Setting, Hintergründen und Gegebenheiten, die Facetten, die die Autorin aufgegriffen hat, wirklich imponiert und gefallen, während etliche Fragen und Unklarheiten erst nach und nach – logisch, durchdacht – eine Antwort finden. Stil und Aufbau, Ernsthaftigkeit und der Mix aus derb und zart, Betrug und Täuschung – ohne etwas zu romantisieren – machten dieses Buch zu einem, das Aufmerksamkeit erfordert, in vermeintlicher Sicherheit wiegt und in die Tiefe geht – sei es beim Plot, beim Worldbuilding, bei den Figuren oder der konfliktreichen, nicht rosaroten „Beziehung“.
„Devil's Deal: Dunkle Versuchung“ ist keine verwaschene, oberflächliche und typisch seichte Fantasy-Romanze, in der die Liebe über den Prinzipien und dem eigenen Sein steht. Nein, Layla Fae hat eine düstere Geschichte mit Mythen und Gräueln geschaffen, in der die Protagonisten dämonisch intrigieren und Selbstlosigkeit selten auf dem Plan steht, in der Ereignisse erschaudern lassen, komplett überraschen, gar schockieren, und Entscheidungen ihren Preis erfordern. Mit der direkten Wortwahl, der historisch anmutenden Welt, der Magie und dem wankelmütigen Machtgefälle, mit mystischen Geschöpfen und der Grauschattierung des Einzelnen hat mich diese düstere Fantasy-Story vollkommen vereinnahmt und überzeugt.
[Übrigens: Zwar erscheint Teil 2 im April, ich finde aber, dass dieses Buch auch als Standalone funktioniert.]