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Veröffentlicht am 17.01.2026

The hype is real – but is it worth it?

Woman Down
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Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ...

Nach einiger Zeit Stille war wohl jeder Fan gespannt auf News von Colleen Hoover – immerhin hat der Verlag die Veröffentlichung ziemlich groß aufgebauscht und auch die Buchbeschreibung inklusive einzelner ,LeserInnenstimmen' trieb die Erwartungshaltung in die Höhe …



The hype is real – but is it worth it?



Ich habe „Woman Down“ als Hörbuch gehört – hervorragend gesprochen von Marlene Rauch. Aufwendig beworben mit Aussagen wie „für alle Fans von ›Verity‹“, „grandioser Romantic Thriller“ oder »Wohl das Abgründigste, was ich je geschrieben habe.« war ich immer in vorfreudiger Erwartung auf einen dramatischen Plottwist, verfolgte die Storyline gebannt in der Hoffnung auf eine Wendung und wartete auf den Nervenkitzel. Nun … Ich warte noch?!

Dabei war die Geschichte um eine eigentlich erfolgreiche, jedoch nach einem Shitstorm in ihrem Schreiben gelähmte und verunsicherte Autorin insgesamt nicht schlecht. Um zurück zu ihrer alten Stärke zu finden und endlich ein überfälliges Manuskript zu beenden, flüchtet sich Petra Rose in eine abgeschiedene Hütte inmitten der Natur. Als plötzlich ein Detective vor ihrer Tür auftaucht, traut Petra ihren Augen nicht. Denn Nathaniel Saint erinnert sie an den Protagonisten ihres aktuellen Projekts und wird augenblicklich zu ihrer Muse, zu einem Quell der Inspiration. Was als Recherchearbeit beginnt, als Pusch für ihre Kreativität, wird zu einem leidenschaftlichen Rollenspiel … das unerwartete Ausmaße annimmt.


CoHos Stil ist wie gewohnt sehr klar, eindringlich und bildreich. Es war leicht, sich in Petra und ihren Struggle hineinzuversetzen; die Befangenheit, die der Gedanke, erneut in die Öffentlichkeit zu treten, in ihr auslöst, und die Belastung, die die Schreibkrise für Petras Karriere und ihre finanzielle Situation bedeutet, nachzuvollziehen.

Rege bringt Hoover den Wandel der Branche zur Sprache, den Stress des AutorInnendaseins, den immerwährenden Druck, Ansprüche zu erfüllen, und Kritiken standzuhalten. Mit der Zeit – heißt mit den Trends und der gewünschten/geforderten Social-Media-Präsenz – zu gehen. Gerade Letzteres sorgt zwar einerseits für einen persönlicheren Kontakt zu LeserInnen/Fans, bietet andererseits jedoch eine gewisse Angriffsfläche, während zugleich die Anonymität des Internets die Hemmungen für Hass und Hetze schmälert.

Wir bekommen somit einen ziemlich guten und authentischen Einblick in die alltäglichen Probleme der Menschen, die uns mit ihrer feingeschliffenen Fantasie unterhalten. Trotz des Vorwortes könnten einige Erwähnungen und Aussagen darauf hindeuten, dass „Woman Down“ Parallelen zu Colleen selbst aufweist …

Zurück zur Story: In Nathaniels Nähe empfindet Petra Aufregung und Kribbeln, kann sich dem Reiz, in die Rolle ihrer Fiktion zu schlüpfen, nicht entziehen, und das ist es doch, was Petra wollte … Die Schriftstellerin ist so im Flow wie schon lange nicht mehr, die Ideen sprudeln über – dank des attraktiven Cops, seiner Berufserfahrung und seiner Offenheit ist sie davon überzeugt, einen realistischen Romantik-Thriller auf Papier bannen zu können.

Durch verschiedene Einblicke in das Leben der Protagonistin wird sie zu einer greif- und nahbaren, nicht fehlerfreien Person. Die eine oder andere Nebenfigur brachte Abwechslung und viele Dialoge waren interessant. Im Gegensatz zu der abrupten Vertrautheit zwischen Petra und Saint, der sich ohne Zögern, ohne Abwägen auf dieses ‚Experiment‘ einlässt.

Hier fehlte es mir beidseitig an Glaubwürdigkeit, und auch später wirkt alles eher überstürzt und oberflächlich. Weder eine romantische Anziehung noch Prickeln, keine Gefühle oder größere Spannungen sind zu vernehmen. Selbst die kleinen Überraschungen, die die LeserInnen aus dem Konzept bringen könnten, schienen regelrecht eingeworfen. Die Handlung vergeht ruckzuck, (relevante) Ereignisse bleiben rar und es mangelt kontinuierlich an Tiefe, Entwicklung, Intensität und Emotionen. Ehrlich gesagt haben mich auch die letzten Kapitel nicht vom Hocker gehauen, war doch die Auflösung in weiten Teilen vorhersehbar.


Wie gesagt: Letztlich ist „Woman Down“ nicht schlecht – weder die Idee noch den Stil betreffend –, doch im Vergleich zu den medial bewusst hoch geschürten Erwartungen blicke ich eher unbefriedigt auf diese Geschichte, die meiner Auffassung nach weit entfernt ist von einem Thriller, zurück.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Stilistisch schwach, weder atmosphärisch noch schaurig

Die Braut von Ashbyrn House
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„Die Braut von Ashbyrn House“ ist ein Spukhaus-Thriller von Amy Cross und blieb weit hinter meinen Erwartungen zurück – und das, obwohl sich nichts besser als ein uriges Herrenhaus eignet, um eine Geistergeschichte ...

„Die Braut von Ashbyrn House“ ist ein Spukhaus-Thriller von Amy Cross und blieb weit hinter meinen Erwartungen zurück – und das, obwohl sich nichts besser als ein uriges Herrenhaus eignet, um eine Geistergeschichte zu erzählen. Aber der Stil (oder die Übersetzung) war in meinen Augen komplett fad und monoton, sehr schlicht und einfach. (Wort-)Wiederholungen und nicht immer runde Sätze, ein ziemlich flottes Finale und der Mangel an Atmosphäre und schauriger Stimmung trugen ihr Übriges zu meiner Enttäuschung bei.

Um was geht es denn?

Owen Stone will Ruhe, Einsamkeit und keine Menschen in seiner Nähe. Da kommt dem Mittvierziger das schon lange verlassene Ashbyrn House mit dem weitläufigen Anwesen gerade recht. Statt den Mahnungen des Maklers, den Gerüchten, die sich um das Haus ranken, oder gar den Bedenken seines besten Freundes Gehör zu schenken, unterschreibt Stone den Kaufvertrag, packt seine Sachen und lässt den Londoner Trubel hinter sich, um sich in der Ödnis von Cornwall seinem Job und dem Whiskey zu widmen.

Schon die erste Nacht verläuft anders als in seiner Vorstellung: Nach einem kilometerlangen Marsch durch die verregnete, kühle Nacht kommt der neue Gutsherr vollkommen durchnässt und mit einem Hund im stromlosen, knarzigen Ashbyrn House an. Trotz merkwürdiger Geräusche, unerklärlicher Vorkommnisse und Bobs vorsichtigem, ängstlichem Verhalten ist Owen nicht gewillt, die Paranoia der Dorfbewohner auf sich überspringen zu lassen. Denn der Schriftsteller glaubt nicht an Geister … Owen ist sich sicher, dass ihm dieses Haus guttut, immerhin ist er so produktiv wie noch nie. Die Tage verschwimmen ineinander, das Whiskeyglas ist stets gefüllt und die geöffneten Fertiggerichte stehen griffbereit neben ihm. Wäre da nur nicht seine Vergangenheit, die ihn einfach nicht in Frieden lassen kann …

Während wir Owens Zeit in seinem Heim verfolgen, es selten Abwechslung und Spannung gibt, führt uns die Autorin in jedem zweiten Kapitel in das Jahr 1859. Zu Katinka Ashbyrn. Wir treffen die junge Frau kurz vor ihrer Hochzeit – der Moment, auf den sie zwanghaft fokussiert ist, auf den sie hingefiebert hat – an. Alles soll perfekt sein. So perfekt, dass ihr verstorbener Vater stolz auf sie wäre. In diesen Abschnitten lernen wir eine zutiefst fanatische, im Grunde bösartige, psychopathische Person kennen, die nichts mehr will, als Ehefrau, Mutter und die Herrin ihres geliebten Zuhauses zu werden. In Charles sieht sie einen formbaren Mann, der zudem für die Instandsetzung des Anwesens aufkommen kann. Während die Trauung immer näher rückt, tyrannisiert Katinka ihre Familie und ihren Verlobten, schreckt nicht vor Gräueltaten zurück – um die Schönste zu sein, um sich Respekt zu verschaffen, um sich zu rächen …

Cross offenbart uns gewissermaßen nach und nach die Gründe für Katinkas Treiben und auch jene, die Stone in ein Leben als Einsiedler drängten. Prinzipiell waren beide Charaktere interessant, jedoch flach ausgearbeitet. Die Gruselelemente erreichten mich nur bedingt, wenn auch die eine oder andere (tragische) Überraschung im Verlauf wartet. Aufgrund der Perspektivwechsel, des einfachen Ausdrucks und des knackigen Tempos lässt sich „Die Braut von Ashbyrn House“ zumindest flott weglesen.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

History. Atmosphäre. Sapphic.

Emma Bell
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„Emma Bell“ ist ein historischer Roman in atmosphärischem Setting, der mit ruhigen Nuancen, zarten Gefühlen und einem unerwarteten Plottwist aufwartet.

England 1846.
Von ihrer Mutter verstoßen, landet ...

„Emma Bell“ ist ein historischer Roman in atmosphärischem Setting, der mit ruhigen Nuancen, zarten Gefühlen und einem unerwarteten Plottwist aufwartet.

England 1846.
Von ihrer Mutter verstoßen, landet die unverheiratete Ruth Thomas im abgelegenen Anwesen ihres Onkels. Mit Verständnis und Freundlichkeit empfangen, umgeben von dem verwilderten, märchenhaften Hochmoor, eingehüllt in die melancholische Erhabenheit von Camley Hall fühlt sich die 22-Jährige in ihrem neuen Zuhause schnell angekommen. Was vor allem an der Hausherrin liegt: Emma Bell sieht aus wie ein Engel, strahlt vor Güte, beweist sich als liebliche Ehefrau, herzliche Mutter und wird zu Ruths Freundin. Doch rasch werden die vertrauten Gespräche und die Tänze im Mondschein von scheuen Küssen, heimlichen Berührungen und intensiven Blicken abgelöst. Zwischen den Frauen entwickelt sich mehr. Jenes mehr, weswegen Ruth schon einmal davongejagt wurde und das ihr so viel Angst macht …
Aber je mehr die junge Frau von Emmas tragischer Geschichte und ihrer tiefen Sehnsucht nach Freiheit erfährt, umso sicherer ist sich Ruth, dass die beiden mit Clara jeder Hürde trotzen und zusammen einen Neuanfang wagen können …

Josephine Ashford hat hier einen einnehmenden viktorianischen Roman geschrieben, in dem sie die damaligen Konventionen mit zeitgemäßen Worten hervorragend ausarbeitete – seien es die verschiedenen Standesschichten, die Rolle der ziemlichen Frau und die Gefahren für jene, die nicht der Norm entsprechen. Dies, wie auch eine gewisse Distanz, geben der Handlung Authentizität.
Wenn die „Liebesgeständnisse“ aufgrund der Plötzlichkeit nicht nachvollziehbar waren, die Heftigkeit gar übertrieben, so spürte ich doch die Unsicherheit von Ruth, ihren verzweifelten Wunsch, zurückgeliebt und gesehen zu werden, ihre Hoffnung, in Emma DEN einen Menschen gefunden zu haben. Bittersüß und poetisch lässt Ashford die Gefühle der Protagonistin aufleben, während sich zeitgleich – eher subtil – eine beklemmende Dunkelheit über das Geschehen legt. Denn wieso meidet ein ganzes Dorf die Herrin von Camley Hall?

Als ein Happy End in greifbarer Nähe scheint, überschlagen sich die Ereignisse, Wahrheiten, vor denen Ruth versucht, die Augen zu verschließen, reißen sie aus ihrem Traum und stürzen sie in eine grausame Realität …

„Emma Bell“ ist hauptsächlich gemütlich und bedacht, erst spät erhöhen Wendungen das Tempo. Das „Finale“ verging meiner Meinung nach jedoch viel zu rasch und unspektakulär, wenn die Geschichte auch einen stimmigen Abschluss findet.

~ Ein Roman über eine gestörte Psyche, unerwiderte Liebe und perfide Pläne. ~

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Epische Fantasy-Dilogie.

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)
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„𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐊𝐢𝐥𝐥 𝐅𝐚𝐭𝐞“ ist Teil zwei einer High-Romantasy-Dilogie über ein beeindruckendes Trio, das sich dem Schicksal entgegenstellt, um den Göttern zum Trotz ihren eigenen Weg zu gehen. Das freie Entscheidungsgewalt ...

„𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐊𝐢𝐥𝐥 𝐅𝐚𝐭𝐞“ ist Teil zwei einer High-Romantasy-Dilogie über ein beeindruckendes Trio, das sich dem Schicksal entgegenstellt, um den Göttern zum Trotz ihren eigenen Weg zu gehen. Das freie Entscheidungsgewalt der laschen Vorhersagung vorzieht, Liebe fühlen und einander wählen will. Jeden Tag aufs Neue. Mit all den Tiefen und der Leidenschaft …

Eigentlich beinhaltet die Story noch weitere essenzielle Themen und Aussagen, wie bspw. den Wert des Einzelnen, der fraglos besteht, unabhängig von Macht, Nutzen und Beziehungsstatus. Den Kampf gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit sowie den Widerstand gegen scheinbar unantastbare Instanzen, gegen falsche Führung, gegen Manipulationen und Ideologien. Es ist eine Serie über Vergebung, Hoffnung und Freundschaft. Voller Hürden und Anstrengungen.


♡ »𝘐𝘤𝘩 𝘸𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦 𝘯𝘪𝘦 𝘪𝘳𝘨𝘦𝘯𝘥𝘸𝘦𝘮 𝘨𝘦𝘩𝘰𝘦𝘳𝘦𝘯. 𝘉𝘪𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘪𝘤𝘩 𝘨𝘦𝘵𝘳𝘰𝘧𝘧𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘦.«


Saskia Louis hat es wieder einmal geschafft, mich komplett mitzureißen, mich in einen Sog aus Action, puren Emotionen und zahlreichen Wendungen zu ziehen. Und das liegt nicht einzig an ihrem typisch lockeren, klaren Stil, der in den entscheidenden Augenblicken zu konsequenter Ernsthaftigkeit pendelt, oder an dem vorstellbaren und logischen, definitiv faszinierenden Worldbuilding, sondern auch an dem durchdachten und abwechslungsreichen Plot, der neben Tempo, Mystik und großen Gefühlen auch dramatische Momente und Überraschungen bereithält, Wahrheiten, die alles verändern könnten. Für die Menschen Animas. Für die Ausgestoßenen. Die zum Sterben Verdammten.

Die ProtagonistInnen und ihre liebenswerten Eigenarten wurden in der Fortsetzung wiederholt greifbar ausgearbeitet und authentisch inszeniert, mit Angst inmitten des Mutes, mit Zweifeln zwischen Überzeugung. Immerhin sind Nevin, Kiana und Tyron drauf und dran, sich gegen die Mächtigsten ihrer Welt zu stellen …


Um nicht zu spoilern, verzichte ich auf Details, jedoch so viel:
„𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐊𝐢𝐥𝐥 𝐅𝐚𝐭𝐞“ führt die Handlung von „𝐇𝐨𝐰 𝐭𝐨 𝐅𝐢𝐠𝐡𝐭 𝐅𝐚𝐭𝐞“ nahtlos weiter, löst Ungereimtheiten auf und beantwortet Fragen mehrfach mit Offenbarungen, die den jahrhundertelangen Krieg, die Güte und die Intentionen der Götter infrage stellen.
𝗪𝗲𝗿 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝘄𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗙𝗲𝗶𝗻𝗱? 𝗗𝗮𝘀 𝗦𝗰𝗵𝗶𝗰𝗸𝘀𝗮𝗹, 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗿𝗶𝗲𝗴 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗟𝗶𝗲𝗯𝗲?


Wieder erleben wir das Geschehen aus wechselnder Perspektive von Kiana und Tyron, was uns nah an den Charakteren, ihren Veränderungen und ihrem steten Abwägen, ihren Taten und Empfindungen hält und uns in der Handlung verankert. Rege Diskussionen und Schlagabtausche, ihr „sich mit Worten messen“ und einander necken, geben der Romance ebenso viel Feuer wie die Kompromisse, die nicht abklingende Sorge und die immerwährende Achtsamkeit. Für mich war diese Beziehung rundum perfekt.

Abgesehen davon, dass wir hier und da auch Teil anderer Figuren werden und dank Kianas Gabe Einblicke in die Zukunft – oder die Vergangenheit – erhaschen, hat Louis jeden Kapitelanfang mit Zitaten aus relevanten Schriften bestückt.

Es war regelrecht packend, das Wachsen und Erstarken der Schicksalsnovizin zu verfolgen; zu sehen, wie Tyrons distanzierte, verhärtete Fassade bröckelt, und wie Nevin seinen Wert (an)erkennt. Der Liebesnovize, dem niemand Bedeutung gab, außer seiner selbst gewählten Familie. Diese kleine Gruppe ergänzt sich, hält einander, akzeptiert. Zeigt, dass Liebe so viel mehr sein kann …

Dieses Buch hält etliche Facetten bereit, die dazu führen, das bisher Gelesene neu zu bewerten, und ist genauso rasant und ereignisreich, wie es der Auftakt des Zweiteilers war: Nevin, Kiana und Tyron flüchten, kämpfen und verfolgen ihre Pläne, um den Menschen ein besseres, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Um das Richtige zu tun. Die drei legen sich mit den in Anima herrschenden Göttern – Moyra und Pazan – an, widerstehen schönen, zu einfachen Worten. Erfahren Leid, noch mehr Verlust, tiefen Schmerz und scheuen nicht vor der Konfrontation mit Martia und ihrer Geschichte zurück.

Mehrfach entkommen unsere HeldInnen nur knapp dem Tod, was für Aufregung und reges Mitfiebern, für Luftanhalten und Fluchen sorgt. Dass die drei dabei nie um einen ironischen Spruch verlegen sind, nicht ihren Hang zum Sarkasmus, vor allem aber nicht ihre Loyalität zueinander und ihre Prinzipien verlieren, gibt der insgesamt tragischen Fantasystory einen gewissen Unterhaltungsfaktor, dem es sich ebensowenig entziehen lässt wie der innigen, aufrichtigen Freundschaft und der Liebe, die zwischen den Seiten pulsiert.

Jedem einzelnen Buch von Saskia Louis merkt man ihre Leidenschaft an. Und so auch hier: Die „𝗙𝗮𝘁𝗲-𝗗𝗶𝗹𝗼𝗴𝗶𝗲“ ist eine nachdenklich stimmende, emotionale und aufregende High-Romantasy-Serie, in der wichtige Themen mit Spannung Hand in Hand gehen. Große Empfehlung für LiebhaberInnen von Fantasy jeglicher Art – und von Humor!

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Absolut überzeugend

Devil's Deal
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🖤🌔(𝔸𝕦𝕔𝕙) 𝕂𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕃𝕦𝕤𝕥 𝕞𝕖𝕙𝕣 𝕒𝕦𝕗
Moechtegern-Bad-Boys?
Auf unglaubwuerdige StrongFMCs?
Auf halbgares Moralisch Grau?
𝔻𝕒𝕟𝕟 𝕚𝕤𝕥 𝔻𝔸𝕊 𝕕𝕖𝕚𝕟 ℙ𝕒𝕘𝕖𝕥𝕦𝕣𝕟𝕖𝕣 ⤵️



𝗝𝗮𝗴𝗮 wird zeit ihres Lebens von der Dorfgemeinschaft ...

🖤🌔(𝔸𝕦𝕔𝕙) 𝕂𝕖𝕚𝕟𝕖 𝕃𝕦𝕤𝕥 𝕞𝕖𝕙𝕣 𝕒𝕦𝕗
Moechtegern-Bad-Boys?
Auf unglaubwuerdige StrongFMCs?
Auf halbgares Moralisch Grau?
𝔻𝕒𝕟𝕟 𝕚𝕤𝕥 𝔻𝔸𝕊 𝕕𝕖𝕚𝕟 ℙ𝕒𝕘𝕖𝕥𝕦𝕣𝕟𝕖𝕣 ⤵️



𝗝𝗮𝗴𝗮 wird zeit ihres Lebens von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt und geächtet. Nicht zuletzt ihr rotes Haar ist es, das für Vorsicht sorgt. Auch der Posten als Flüsterin, der ihr rechtmäßig nach dem Ableben ihrer Mentorin, ihrer Vertrauten, zugestanden hätte, wurde ihr aus Vorbehalten verwehrt. Täglich muss die introvertierte, ehrgeizige Frau fürchten, verbannt zu werden, und gerade die Festivitäten zur Sommersonnenwende erhöhen die Gefahr …
Als Jaga in der diesjährigen Kupalanacht in den Kreis der – sonst fernen – Götter gezogen wird, macht sie zu ihrem Leidwesen Bekanntschaft mit dem Teufel und entfacht in ihm eine abgrundtiefe Begierde. Weckt seinen Jagdinstinkt, der ihn von nun an stetig zu der 21-Jährigen führt. Trotz seiner Versprechen und fadenscheinigen Bemühungen, trotz seiner Drohungen, bietet Jaga ihm die Stirn und schlägt seinen Wunsch, sich ihm gänzlich hinzugeben, ihm unterwürfig und stets zu Diensten zu sein, aus. Ihre Seele dem Teufel opfern? Nicht mit Jaga, die in der irdischen Welt noch etwas Dringendes zu erledigen hat …
Aber 𝗪𝗼𝗹𝗮𝗻𝗱s Geduld ist nicht grenzenlos, die Zeit für Spiele begrenzt, und so nimmt er der Hexe nach und nach alles …

„𝐃𝐞𝐯𝐢𝐥'𝐬 𝐃𝐞𝐚𝐥: 𝐃𝐮𝐧𝐤𝐥𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐮𝐧𝐠“ wird als 𝗗𝗮𝗿𝗸-𝗥𝗼𝗺𝗮𝗻𝗰𝗲-𝗙𝗮𝗻𝘁𝗮𝘀𝘆 beworben und genau das bekommen die LeserInnen auch!
Vielschichtig und konträr empfinden und agieren die Protagonisten, wobei wir das Geschehen, das stellenweise in ruhigen Tönen dahin gleitet, andernorts rasant, tempo- und wendungsreich hereinbricht, einzig aus Jagas Perspektive verfolgen. Abgesehen von der durchweg beklemmenden Stimmung, einer historischen Note und der dichten Atmosphäre, die aufgrund des altertümlichen und begrenzten Settings verstärkt wird, sind die Romance-Komponente, insofern man von solch einer sprechen kann, wie auch die Charaktere durchweg gelungen.
𝗟𝗮𝘆𝗹𝗮 𝗙𝗮𝗲 verzichtet darauf, ihre Figuren durch aufwallende Gefühle oder körperliche Anziehung zu verklären. Heißt: 𝘋𝘦𝘳 𝘛𝘦𝘶𝘧𝘦𝘭 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵 𝘥𝘦𝘳 𝘛𝘦𝘶𝘧𝘦𝘭. Das Böse. Das Intrigante. Er manipuliert, wütet, erpresst. Sein Interesse an Jaga ändert nichts an seinem Verhalten, schenkt ihm nicht plötzlich ein Gewissen. Und Jaga? Die bleibt ihren Wünschen und Plänen treu, so verlockend Woland wispert. Wehrt sich, versucht, sich zu bereichern, will niemals Besitz sein – sich der Konsequenzen bewusst. Die einst Ausgestoßene entdeckt im Verlauf, während sie endlich die Oberhand im Dorf gewinnt, sich beweisen kann, ihre dunkle, nicht immer gütige Seite. Entdeckt, was in ihr verschlossen ist.

Beide halten an ihren Überzeugungen und Prinzipien fest, an ihrem – definitiv in Teilen fragwürdigen – Wertesystem und ihren moralischen Vorstellungen, verfolgen vehement eigene Ziele, beherbergen Geheimnisse. Verfangen sich in Diskussionen und Verhandlungen, gehen Deals ein, wägen ab. Dabei bekommen wir Einblick in ihre ambivalenten Empfindungen, in die Sehnsucht danach, den eigenen Standpunkt nur ein wenig zu verrücken, den Drang, der Lust nachzugeben. All das macht Jaga und Woland, ihr Auftreten und Handeln wie auch die komplette Story, glaubhaft. Faes Ton ist dabei erwachsen, ernster und bedacht, ist nie einfach oder einfallslos. Selbst die anzüglichen, verruchten Momente und Gedanken und die expliziten Szenen wurden klar und hart in Worte gepresst. Ohne Verniedlichung, klischeehafte Bezeichnungen oder Kosenamen.
Gerade die Motive des Teufels bleiben lange verborgen, sorgen für eigene Vermutungen und Überlegungen. Was klar wirkt, wird so manches Mal umgeworfen, was den Reiz der Dark-Fantasy ausmacht. Jede Liebkosung, jede aufmerksame Geste Wolands geht mit Berechnung einher. Denn der Teufel ist kein Held in dunkler Rüstung.

Je weiter der Verlauf voranschreitet, je mehr Jaga in die Welt des „Übernatürlichen“ eintaucht, umso mehr sie sieht und versteht, umso mehr Raum bekommen die mythischen Aspekte – beginnend bei verschiedenen Wesen und Gottheiten bis hin zu Überlieferungen und Wahrheiten, die von Sagen befreit werden. Obgleich ich mich viel mit Mythologie beschäftige und mein Interesse hieran groß ist, bin ich in Sachen slawischer Folklore wenig bewandert. Ein Glossar über auftretende „Geschöpfe“ am Ende sowie eine Aussprachehilfe und Einführung zu Beginn waren demnach sehr hilfreich.
Selbst der feministische Bezug damaliger Zeiten ist gegeben, unterwerfen sich die Frauen doch nur bedingt der Ehe und dem Mann. Der Wunsch nach Selbstbestimmung ist zumindest in Gesprächen und heimlichen Geschäften zu spüren. Zudem fließen die Normalität der Regelblutung und das körperliche und psychische „Unbehagen“ ein. Die Autorin benennt die weibliche Unterdrückung ebenso direkt wie die trickreiche, oft gewaltsame, durchweg bedrohliche und verlogene Vorgehensweise von Woland. Ohne zu beschönigen und zu verklären, ohne das Ziel, zu bekehren. Diese Konsequenz hebt „Devil's Deal“ in vollkommen andere Gefilde, als von den trendigen, auf dem Markt verbreiteten (Dark) Romantasy gewohnt. Denn dementsprechend sind auch die hier stattfindenden Entwicklungen weitaus nachvollziehbarer, realitätsnäher und harscher. Nicht vorhersehbar und unübertroffen heimtückisch.

Mir haben die komplexe und detailreiche Ausarbeitung von Setting, Hintergründen und Gegebenheiten, die Facetten, die die Autorin aufgegriffen hat, wirklich imponiert und gefallen, während etliche Fragen und Unklarheiten erst nach und nach – logisch, durchdacht – eine Antwort finden. Stil und Aufbau, Ernsthaftigkeit und der Mix aus derb und zart, Betrug und Täuschung – ohne etwas zu romantisieren – machten dieses Buch zu einem, das Aufmerksamkeit erfordert, in vermeintlicher Sicherheit wiegt und in die Tiefe geht – sei es beim Plot, beim Worldbuilding, bei den Figuren oder der konfliktreichen, nicht rosaroten „Beziehung“.

„Devil's Deal: Dunkle Versuchung“ ist keine verwaschene, oberflächliche und typisch seichte Fantasy-Romanze, in der die Liebe über den Prinzipien und dem eigenen Sein steht. Nein, Layla Fae hat eine düstere Geschichte mit Mythen und Gräueln geschaffen, in der die Protagonisten dämonisch intrigieren und Selbstlosigkeit selten auf dem Plan steht, in der Ereignisse erschaudern lassen, komplett überraschen, gar schockieren, und Entscheidungen ihren Preis erfordern. Mit der direkten Wortwahl, der historisch anmutenden Welt, der Magie und dem wankelmütigen Machtgefälle, mit mystischen Geschöpfen und der Grauschattierung des Einzelnen hat mich diese düstere Fantasy-Story vollkommen vereinnahmt und überzeugt.
[Übrigens: Zwar erscheint Teil 2 im April, ich finde aber, dass dieses Buch auch als Standalone funktioniert.]

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