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Veröffentlicht am 17.04.2026

Originelle Ideen, die Lust auf mehr machen

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Vesselless ist ein Fantasy-Roman, der vor allem durch seine frischen Ideen, seinen besonderen Ton und eine sehr charaktergetriebene Erzählweise überzeugt. Die Geschichte entfaltet sich eher ruhig, legt ...

Vesselless ist ein Fantasy-Roman, der vor allem durch seine frischen Ideen, seinen besonderen Ton und eine sehr charaktergetriebene Erzählweise überzeugt. Die Geschichte entfaltet sich eher ruhig, legt dafür aber großen Wert auf Atmosphäre, Figurenentwicklung und eine originelle Welt. Trotz einiger Schwächen im Detail bleibt ein insgesamt positives Leseerlebnis zurück.

Schreibstil und Atmosphäre

Der Schreibstil ist eine der größten Stärken des Buches. Er ist gehoben, leicht poetisch und vermittelt eine gewisse Eleganz, die hervorragend zum Setting passt. Besonders die Kombination aus formeller Sprache und emotionaler Nähe funktioniert sehr gut. Die wechselnden Perspektiven sowie die Tagebucheinträge zu Beginn von Nizzaras Kapiteln sorgen für zusätzliche Spannung und geben Einblicke in vergangene Ereignisse. Auch die Kapitelstruktur ist angenehm: kürzere Kapitel und häufige Perspektivwechsel sorgen für einen guten Lesefluss.

Das Buch schafft es, eine dichte und teilweise auch düstere Atmosphäre aufzubauen. Einige Szenen sind überraschend brutal und intensiv beschrieben, was die emotionale Wirkung verstärkt. Gleichzeitig gibt es viele ruhige, warme Momente, besonders in den Interaktionen zwischen den Figuren, die einen starken Kontrast bilden.

Worldbuilding & Setting

Die Welt des Romans vereint klassische Fantasy-Elemente mit einer ungewöhnlichen, fast schon alternativ-modernen Komponente. Neben Königreichen wie Zarr, Zo und Zem existieren auch die sogenannten Ödlande sowie mehrere andere Welten mit unterschiedlichen Völkern und Fähigkeiten. Besonders spannend ist die Mischung aus Magie und technologischem Fortschritt:
Glosteine dienen als Energiequelle, Glokars erinnern an frühe Fahrzeuge, und Steinschusswaffen ergänzen das Arsenal. Diese Kombination wirkt überraschend stimmig und verleiht der Welt einen ganz eigenen Charakter, den man so selten liest. Allerdings zeigt sich hier auch eine Schwäche: Viele dieser Ideen werden eher angerissen als wirklich ausgearbeitet. Gerade bei komplexeren Konzepten fehlt es teilweise an klaren Erklärungen.

Magiesystem

Das Magiesystem rund um die sogenannten „Vesseln“ gehört zu den originellsten Aspekten des Buches. Diese ringartigen Objekte binden die Seele eines Geistes an eine lebende Person und ermöglichen so den Einsatz von Magie, oft in Verbindung mit individuellen Fähigkeiten und Schutzgeistern. Auch die Idee der „Death Walker“, die im Auftrag eines Gottes zwischen den Welten reisen und Seelen jagen, fügt eine düstere und faszinierende Ebene hinzu.

Doch ähnlich wie beim Worldbuilding gilt: Die Konzepte sind extrem spannend, aber nicht immer vollständig durchdacht oder klar erklärt. In dynamischen Szenen fällt es manchmal schwer, genau nachzuvollziehen, wie die Magie funktioniert oder welche Regeln gelten. Wer ein sehr klar strukturiertes Magiesystem erwartet, könnte hier ins Straucheln geraten.

Handlung & Erzähltempo

Die Handlung ist bewusst ruhig gehalten und legt den Fokus weniger auf große, epische Ereignisse als vielmehr auf Entwicklung und Beziehungen. Im Zentrum steht Nizzara, die als Thronerbin verschiedene Prüfungen und Duelle bestehen muss, während parallel Dagen, ein Death Walker mit eigener Vergangenheit, seinen Auftrag verfolgt. Viele Szenen drehen sich um Training, Kämpfe und Begegnungen am Hof. Diese Struktur sorgt für eine stetige, aber eher sanfte Entwicklung der Geschichte. Ein klassischer, großer Showdown bleibt aus.

Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Handlungsstränge und Konflikte wirken etwas unausgereift oder bleiben zu vage. Auch einzelne Entscheidungen von Figuren erscheinen stellenweise unlogisch oder konstruiert, nur um die Handlung voranzubringen.

Charaktere & Dynamik

Das Herzstück des Romans ist eindeutig die Beziehung zwischen Nizzara und Dagen. Ihre Dynamik entwickelt sich langsam, aber sehr authentisch und emotional greifbar. Die Dialoge sind lebendig, teilweise humorvoll und schaffen eine starke Verbindung zu den Figuren. Dagen sticht besonders hervor: ein komplexer Charakter mit inneren Konflikten, dessen Perspektive einen spannenden Kontrast zu Nizzaras Sichtweise bildet. Auch die Nebenfiguren, insbesondere im höfischen Umfeld, tragen zur Atmosphäre bei und geben der Welt zusätzliche Tiefe.

Fazit

„Vesselless“ ist ein ungewöhnlicher Fantasy-Roman, der mit kreativen Ideen, einem starken Schreibstil und intensiven Figuren punktet. Trotz einiger Schwächen im Worldbuilding und in der Ausarbeitung bleibt die Geschichte fesselnd und emotional wirkungsvoll.

Das Buch wirft viele spannende Ideen auf, arbeitet diese jedoch nicht immer vollständig aus, sodass am Ende einige Fragen offenbleiben. Für mich hat das aber eher Neugier geweckt als gestört, weil ich in all dem viel Potenzial sehe und Lust auf mehr bekommen habe. Ich kann jedoch verstehen, dass das für andere zu einer niedrigeren Bewertung führen könnte. Für mich überwiegen dennoch die Stärken, weshalb ich bei vier Sternen bleibe.

Wer eine actiongeladene, klar strukturierte Handlung erwartet, könnte hier enttäuscht werden. Wer jedoch Wert auf Atmosphäre, Charakterdynamik und originelle Ansätze legt, wird viel Freude an diesem Buch haben.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Gelungener Abschluss

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Der zweite Band, Kiss of the Broken von Julia Pauss, knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an und schafft es dadurch, einen sehr gelungenen Einstieg zu liefern.

Schreibstil & Lesefluss

Der ...

Der zweite Band, Kiss of the Broken von Julia Pauss, knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an und schafft es dadurch, einen sehr gelungenen Einstieg zu liefern.

Schreibstil & Lesefluss

Der Schreibstil bleibt angenehm flüssig, atmosphärisch dicht und sehr zugänglich. Man kommt schnell durch, ohne dass dabei die Intensität verloren geht. Besonders die emotionalen Momente sind eindringlich und bildhaft beschrieben.

Worldbuilding & Atmosphäre

Ein großer Pluspunkt dieses Bandes ist das erweiterte Worldbuilding. Während wir im ersten Teil hauptsächlich die Menschenwelt kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte nun stärker in Richtung Tenebria – dem Reich der Dämonen. Das sorgt für frischen Wind und macht die Welt noch vielschichtiger. Gleichzeitig wird auch die ohnehin schon düstere Atmosphäre noch intensiver. Die Brutalität dieser Welt tritt deutlicher hervor, was stellenweise wirklich unter die Haut geht.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die verschiedenen Dämonenarten waren zwar spannend gedacht, aber ich hatte manchmal Schwierigkeiten, mir diese klar vorzustellen.

Charaktere & Dynamik

Die Dynamik zwischen Ren und Scarlet bleibt ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Ihre Verbindung ist weiterhin emotional greifbar, und gerade Rens innerer Konflikt – zwischen Wut, Enttäuschung und seinen Gefühlen – wurde sehr gut ausgearbeitet. Allerdings hat sich die Beziehung der beiden im Vergleich zum ersten Band etwas anders angefühlt. Während sie dort fast durchgehend gemeinsam unterwegs waren und man ihre Entwicklung sehr intensiv miterleben konnte, sind sie hier zeitweise getrennt. Dadurch rückt ihre direkte Dynamik etwas in den Hintergrund. Gleichzeitig bekommen Nebenfiguren mehr Raum, was die Welt bereichert, aber eben auch dazu führt, dass der Fokus sich stärker verteilt.

Romantik & Emotionen

Die romantischen und körperlichen Szenen sind sehr intensiv und atmosphärisch geschrieben, das kann die Autorin definitiv. Für meinen Geschmack waren es stellenweise jedoch etwas viele dieser Szenen, vor allem in Momenten, in denen sie sich nicht ganz natürlich in die Situation eingefügt haben. Was mir im ersten Band besonders gefallen hat, war die langsame Annäherung. Diese feine Entwicklung tritt hier etwas in den Hintergrund zugunsten von mehr Intensität.

Spannung & Handlung

Im Vergleich zum ersten Band gibt es weniger überraschende Wendungen und große Twists. Das sorgt für ein etwas anderes Lesegefühl: weniger „Wow“-Momente, dafür mehr Fokus auf Entwicklung, Atmosphäre und die Gesamtgeschichte.

Trotzdem bleibt die Spannung erhalten, vor allem durch die Frage, wie sich alles zum Ende hin auflösen wird. Besonders ein neuer Handlungsstrang rund um Scarlet zum Ende hin konnte mich nochmal richtig packen.

Kritikpunkte

Trotz der vielen positiven Aspekte sind mir jedoch auch ein paar kleinere Kritikpunkte aufgefallen. Zum einen lag der Fokus weniger stark auf der zentralen Dynamik zwischen Ren und Scarlet, was für mich einen Teil der emotionalen Intensität aus dem ersten Band etwas abgeschwächt hat. Auch die Anzahl an überraschenden Wendungen war geringer. An manchen Stellen hätte ich mir außerdem mehr Klarheit gewünscht. Besonders das Magiesystem, das hier stärker in den Fokus rückt, wirkte zwar spannend, blieb aber nicht immer vollständig greifbar. Gerade gegen Ende gab es Momente, in denen ich mir eine genauere Erklärung gewünscht hätte, um die Abläufe besser nachvollziehen zu können. Auch die verschiedenen Dämonenarten waren interessant, aber nicht immer leicht vorstellbar, wodurch ein Teil der Atmosphäre etwas an Wirkung verloren hat.

Finale

Das Ende ist für mich ein echtes Highlight. Die Autorin nimmt sich Zeit, die Geschichte sauber abzuschließen, gibt einen Ausblick und lässt die Welt nicht einfach abrupt zurück. Genau so sollte ein Finale sein: rund, durchdacht und befriedigend.

Fazit

Insgesamt ist Kiss of the Broken ein würdiges Finale, das die Geschichte rund abschließt, auch wenn es mich nicht ganz so stark begeistern konnte wie der Auftakt. Für mich sind es daher starke 4,5 Sterne – mit Tendenz nach oben, je nachdem, welche Aspekte man persönlich am meisten gewichtet.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Gelungene Fortsetzung

These Ancient Flames 2: Burn
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Auch der zweite Band von These Ancient Flames konnte mich wieder abholen. Es hat Spaß gemacht, zurück in diese Welt zu kehren und zu erleben, wie die Geschichte weitergeht.

Der Schreibstil ist weiterhin ...

Auch der zweite Band von These Ancient Flames konnte mich wieder abholen. Es hat Spaß gemacht, zurück in diese Welt zu kehren und zu erleben, wie die Geschichte weitergeht.

Der Schreibstil ist weiterhin sehr bildhaft und detailreich. Beschreibungen von Farben, Umgebungen und Stimmungen tragen stark zur Atmosphäre bei und machen das Hör- bzw. Leseerlebnis besonders intensiv.

Wie schon im ersten Band verfolgen wir die Geschichte aus den Perspektiven von May und Raven. Neu hinzu kommen jedoch die Sichtweisen von Tao und Cole, was mir besonders gut gefallen hat. Dadurch bekommen wir deutlich mehr Einblicke in die Welt und die Handlung, vor allem, weil die Figuren diesmal nicht gemeinsam unterwegs sind. Das Wechseln zwischen den verschiedenen Orten und Handlungssträngen hat die Geschichte für mich noch spannender gemacht.

Das Worldbuilding wurde spürbar vertieft, insbesondere im Hinblick auf die Drachen und die übergeordnete Zielsetzung, die bereits im ersten Band angedeutet wurde. Auch die Dynamik zwischen den Figuren bleibt ein großes Highlight. Zwar treten die humorvollen Momente etwas mehr in den Hintergrund als im ersten Band, aber sie sind immer noch vorhanden und lockern die Geschichte angenehm auf.

Besonders positiv überrascht hat mich der Umgang mit romantischen bzw. intimen Szenen. Während ich dies im ersten Band noch als Kritikpunkt empfunden habe, wirkt es hier deutlich stimmiger und realistischer. Inmitten von Konflikt, Action und dramatischen Entwicklungen nehmen sich die Figuren bewusst zurück und legen den Fokus stärker auf emotionale Nähe statt auf körperliche Momente. Wenn es dann doch zu einer entsprechenden Szene kommt, ist diese gut platziert und fühlt sich verdient an. Gerade diese Zurückhaltung, insbesondere vom männlichen Charakter, hat für mich sehr gut zum Setting gepasst.

Ein weiterer Pluspunkt war für mich das Ende: Die Autorin nimmt sich hier ausreichend Zeit, um die Geschichte sinnvoll abzuschließen, ohne dass es überhastet wirkt. Dadurch bleibt ein rundes und zufriedenstellendes Gefühl zurück.

Trotz kleinerer Zweifel zwischendurch, ob der Band vielleicht sogar besser als der erste ist, bleibt mein Fazit bei soliden 4 von 5 Sternen. Der zweite Band ist für mich zwar eine klare Steigerung, erreicht aber dennoch kein 4,5-Sterne-Gefühl.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Starker Anfang, schwache Mitte, starkes Ende

Dire Bound
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Allgemeiner Eindruck

Direbound ist ein umfangreicher Fantasyroman mit rund 800 Seiten, der durch seinen detailreichen Weltenbau und eine intensive Atmosphäre überzeugt. Besonders positiv fällt auf, dass ...

Allgemeiner Eindruck

Direbound ist ein umfangreicher Fantasyroman mit rund 800 Seiten, der durch seinen detailreichen Weltenbau und eine intensive Atmosphäre überzeugt. Besonders positiv fällt auf, dass neben der eigentlichen Handlung auch ein Glossar sowie zusätzliche Informationen zu den verschiedenen Rudeln enthalten sind. Das erleichtert die Orientierung und verstärkt das Gefühl, in eine komplexe und durchdachte Welt einzutauchen.

Schreibstil & Einstieg

Der Einstieg in die Geschichte ist äußerst gelungen. Bereits das erste Kapitel überzeugt mit einem lockeren, zugänglichen Schreibstil und einem spannenden Beginn, der direkt ins Geschehen zieht. Das erste Kapitel sorgt für einen starken ersten Eindruck und weckt sofort Neugier. Im weiteren Verlauf bleibt der Schreibstil angenehm flüssig, auch wenn es gelegentlich durch sehr verschachtelte Sätze und viele Kommas zu kleinen Lesestolperern kommt. Insgesamt überwiegt jedoch der positive Eindruck deutlich. Auffällig sind zudem die vergleichsweise langen Kapitel mit etwa 20 Seiten, die sich jedoch überraschend angenehm lesen lassen. Trotz ihrer Länge wirken sie weder zu lang noch zu kurz, sondern genau richtig getaktet, sodass man mühelos durch die Geschichte getragen wird.

Atmosphäre & Worldbuilding

Ein großes Plus des Romans ist die dichte und lebendige Atmosphäre. Die Autorinnen nehmen sich viel Zeit für Beschreibungen von Schauplätzen, Kleidung und Figuren, wodurch die Welt sehr greifbar wirkt. Auch Nebenfiguren werden häufig benannt und erhalten zumindest kurze Einordnungen, was die Geschichte authentischer erscheinen lässt. Ein weiterer auffälliger Aspekt ist der teils sehr explizite Umgang mit Gewalt. Einige Szenen sind detailliert und intensiv beschrieben, sodass sie durchaus unangenehm wirken können. Gleichzeitig trägt genau diese Härte zur Authentizität der Welt bei und hebt die Geschichte von anderen Fantasywerken ab. Außerdem ist die Darstellung der unterschiedlichen Rudel und ihrer Eigenheiten gut gelungen.

Handlung & Spannungsverlauf

Der Roman startet stark und bleibt auch über die ersten rund 300 Seiten hinweg spannend und fesselnd. Danach zeigt sich jedoch eine deutliche Schwäche im Mittelteil (ca. Seite 300–500). In diesem Abschnitt verliert die Handlung spürbar an Dynamik, da sich Prüfungs- und Kampfszenen wiederholen und die eigentliche Story kaum voranschreitet. Hinzu kommen teilweise logische Unstimmigkeiten, insbesondere im Umgang mit der Entführung von Meryns Schwester, was das Geschehen stellenweise weniger nachvollziehbar wirken lässt. Gerade dadurch kann das Interesse merklich nachlassen, sodass ein Abbruch ohne äußeren Anstoß durchaus denkbar gewesen wäre.

Ab etwa Seite 500 gewinnt das Buch jedoch deutlich an Stärke zurück. Mysteriöse Elemente treten stärker in den Vordergrund, die Spannung steigt wieder und die Handlung nimmt eine interessante Wendung. Die letzten 250 Seiten sind schließlich äußerst packend und konnten die Geschichte insgesamt deutlich aufwerten.

Charaktere & Dynamik

Die Figuren wirken lebendig und greifbar, was vor allem daran liegt, dass auch weniger relevante Charaktere nicht einfach als Statisten behandelt werden. Besonders innerhalb der Rudel entstehen interessante Dynamiken, die teilweise auch humorvolle oder warme Momente bieten. Die Beziehung zwischen Meryn und ihrem Love Interest entwickelt sich nachvollziehbar, auch wenn der Einstieg durch eine sehr frühe intime Szene zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirkt. Dennoch gelingt es den Autorinnen, die emotionale Verbindung glaubhaft darzustellen.

Spice-Anteil

Der Roman enthält mehrere spicy Szenen, die grundsätzlich gut geschrieben sind. Allerdings wirkt deren Häufigkeit stellenweise etwas überladen. Weniger Szenen hätten der Handlung vermutlich nicht geschadet, sondern sie sogar gestrafft. Zudem gab es Momente, in denen die bildliche Vorstellung dieser Szenen schwerfiel.

Fazit

Direbound ist ein Fantasyroman mit einem sehr starken Anfang und einem noch stärkeren Ende, der jedoch im Mittelteil spürbar schwächelt. Die intensive Atmosphäre, der detailreiche Weltenbau und die lebendigen Charaktere machen das Buch dennoch zu einem lohnenswerten Leseerlebnis.

Gerade im Hinblick auf die Handlung zeigt sich jedoch deutliches Ausbaupotenzial: Vor allem im Mittelteil verliert die Story an Fokus, wiederholt sich und wirkt stellenweise zu langatmig, was den Lesefluss bremst. Bestimmte Entscheidungen und Entwicklungen erscheinen nicht immer ganz stimmig, was das Eintauchen in die Geschichte stellenweise beeinträchtigt. Selbst im starken letzten Drittel werden einige interessante Motive erst spät eingeführt und können ihr Potenzial daher nicht vollständig entfalten.

Nichtsdestotrotz überzeugt das Buch durch seine Atmosphäre, den fesselnden Schreibstil und die gelungenen Figurenkonstellationen. Besonders das Ende zeigt, welches Potenzial in der Geschichte steckt, und macht Hoffnung, dass der zweite Band genau an dieser Stärke anknüpfen und von Beginn an ein höheres Spannungsniveau halten kann.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Zerbrechlich, intensiv und doch nicht vollständig

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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In Und alles zerbricht begleiten wir Mila auf einer sehr intensiven und persönlichen Reise. Durch verschiedene Umstände gerät sie in eine Essstörung, und als Leser erleben wir diesen Prozess hautnah mit. ...

In Und alles zerbricht begleiten wir Mila auf einer sehr intensiven und persönlichen Reise. Durch verschiedene Umstände gerät sie in eine Essstörung, und als Leser erleben wir diesen Prozess hautnah mit. Das Buch zeigt nicht nur, wie es dazu kommt, sondern auch, wie Mila damit kämpft, wie sie ihren Alltag bewältigt und welche inneren Konflikte sie austrägt. Besonders diese intime Darstellung ihrer Gedankenwelt ist ein zentrales Element der Geschichte und gleichzeitig ihr größtes Highlight.

Schreibstil & Erzählweise
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Durch die Ich-Perspektive wird Milas innere Zerrissenheit besonders greifbar, was die emotionale Wirkung deutlich verstärkt. Der Einstieg gelingt schnell, und man findet sich rasch in der Geschichte wieder. Auch das Tempo ist über weite Strecken gut gewählt, es passiert kontinuierlich etwas, ohne dass es sich zieht.

Charaktere & Beziehungen
Die Figuren sind vielschichtig und interessant gestaltet. Besonders die enge Verbindung zwischen den beiden Familien und die daraus entstehende Dynamik, inklusive Freundschaft, Verlust und Veränderung, wird überzeugend dargestellt. Das Zerbrechen dieser Verbindungen durch Milas Umzug bringt zusätzliche emotionale Tiefe in die Handlung. Insgesamt wirken die Charaktere authentisch und tragen die Geschichte sehr gut.

Klinikdarstellung & Authentizität
Die Darstellung des Klinikalltags wirkt größtenteils authentisch und nachvollziehbar. Man bekommt einen guten Einblick in die Strukturen und den Umgang mit der Thematik. Dennoch gibt es einzelne Aspekte, insbesondere im Zusammenhang mit bestimmten Entwicklungen rund um den Klinikaufenthalt, die kritisch betrachtet werden können und ein etwas unangenehmes Gefühl hinterlassen.

Kritikpunkte – Romantik & Ende
Ein wesentlicher Kritikpunkt liegt in der Entwicklung der romantischen Handlung. Ab etwa drei Viertel des Buches nimmt die Geschichte eine Richtung ein, die nicht ganz stimmig wirkt. Die romantische Plotline entwickelt sich für mein Empfinden zu schnell und rückt zu stark in den Vordergrund. Die Dynamik zwischen den beiden wirkte auf mich nicht ganz greifbar und teilweise wenig authentisch. Auch wenn der Love Interest als Figur viele sehr schöne, beinahe „perfekte“ Eigenschaften mitbringt und sich entsprechend fürsorglich verhält, konnte ich die Beziehung emotional nicht wirklich nachempfinden.
Hinzu kommen Aspekte wie der Altersunterschied sowie bestimmte Hintergründe im Kliniksetting, die für mich ein leicht unangenehmes Gefühl erzeugt haben. Gerade im Zusammenspiel mit der sehr schnell voranschreitenden Entwicklung hat das dazu geführt, dass mich dieser Teil der Geschichte nicht überzeugen konnte. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus weiterhin stärker auf Freundschaft und persönlicher Entwicklung liegt und romantische Aspekte erst in einem Folgeband mehr Raum bekommen.

Auch das Ende wirkt dadurch nicht ganz rund. Zwar ist klar, dass die Geschichte in Band 2 fortgesetzt wird, dennoch hinterlässt der Abschluss des ersten Bandes ein Gefühl von Unvollständigkeit.

Fazit
Und alles zerbricht ist ein emotionales und intensives Buch, das besonders durch seine authentische Darstellung einer Essstörung und die starke Innensicht der Protagonistin überzeugt. Wer sich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchte, wird hier definitiv fündig, sollte sich aber auch der potenziellen Trigger bewusst sein.

Trotz der gelungenen Figuren und des starken Einstiegs verliert die Geschichte gegen Ende etwas an Balance, insbesondere durch die romantische Entwicklung. Mit einem anderen Schwerpunkt hätte das Buch für mich noch mehr überzeugen können. Insgesamt dennoch eine lesenswerte Geschichte mit viel emotionaler Tiefe.

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